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gnnancr Anzeiger

S

Nr. 220.

AwlÜches gyrgan für KlaöL- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Donnerstag den 20. September

1894.

Amtliches.

^attö^cio Cattau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der Ackermann und seitherige Gemeinderechncr Johannes Köppel zu Mittelbuchen ist heute auf Grund des §. 34 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885 zum kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Mittel­buchen ernannt und verpflichtet worden.

Hanau am 15. September 1894.

Der Königliche Landrath

A. 2544 v. O ertz en.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Verloren: Eine silberne Damenuhr mit schwarzer Kette. Ein schwarzseidener Handschuh (linker).

Hanau am 20. September 1894.

Die Herren Vertreter der Ortskrankenkasse des Landkreises Hanau werden hierdurch zu der auf

Dienstag den 25. September er., nachmittags 4 Uhr,

in das Löwengârtchen Vorstadt Nr. 1 hier anberaumten Generalversamm­lung ergebenst eingeladen.

Tagesordnung:

1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1893.

2. Wahl eines aus 3 Mitgliedern bestehenden Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres.

3. Definitive Genehmigung der vom Vorstande neu abgeschlossenen Ver­träge mit den Aerzten und Apotheken.

4. Verminderung der Krankenunterstützung oder Erhöhung der Beiträge und Beschließung der hierdurch erforderlichen Statutenänderung.

5. Ergänzung des Vorstandes.

6. Anträge aus der Versammlung.

Hitnau am 10. September 1894.

Der Vorstand

der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau.

Dr. L. Gans, Vorsitzender.

An die Herren Vertreter der Ortskrankenkasse

für den Landkreis Hanau.

Landwirthschaftliche Winterschule zu Gelnhausen.

Der Unterricht des Winterkursus beginnt Dienstag den 30. Oktober, vormittags 8V2 Uhr:

Aufnahme als Schüler finden solche junge Leute, welche aus der Volksschule entlassen und nicht älter als 20 Jahre sind. Aeltere Landwirthe können als Hospitanten ausgenommen werden. Bei der Aufnahme als Schüler ist das Schulzeugniß, bei der als Hospitant außerdem ein Führungsattest von der Ortsbehörde vorzulegen.

Das Schulgeld beträgt für Schüler und Hospitanten aus dem Kreise Gelnhausen 18 M., für andere Schüler und Hospitanten 30 M. per Semester.

Kost und Wohnung finden die Schüler bei guten Familien in hiesiger Stadt für 33—40 M. pro Monat.

Anmeldungen sind möglichst zeitig an das hiesige Königl. Landraths­amt oder an den Direktor der Anstalt, Herrn Wagner, zu richten.

Formulare für die Anmeldung der Schüler werden den Herren Ortsvorständen zugehen.

Gelnhausen den 7. September 1894.

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Schule: non Baumb ach, kom. Landrath.

Tagesschau

Berlin, 19. Sept. Heute nahmen in Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers und Königs die Manöver ihren Fortgang. Allerhöchstdieselben gedenken Donnerstag vor Swinemünde einzutreffen.

Berlin, 19. September. Bei seinem Eintreffen in Thorn ant 22. dss. Mts. wird der Kaiser, während die Festungsübungen vor sich gehen, die Forts vom Fort Winrich von Prode angefangen durchreiten und, nachdem er die Wirkung der Geschosst in Augenschein genommen, die Parade der Artillerie abnehmen. Hierauf erfolgt ein Frühstück in 5 Zelten. Der Aufenthalt des Kaisers dauert nur von 9 Uhr morgens bis 1 Uhr mittags.

Berlin, 19. Sept. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Durch Erlaß des Reichskanzlers vom 10. Sept, ist das Patentamt im allgemeinen er­mächtigt, auf Ersuchen der Gerichte und der Staatsanwaltschaft über den Schutz von Gebrauchsmustern betreffende Fragen Gutachten abzugeben, so­fern in dem gerichtlichen Verfahren von einander abweichende Gutachten mehrerer Sachverständigen vorliegen.

Berlin, 19. September. Die gestrige, von 80 Mitgliedern aus 14 Handelskammerbezirken besuchte Berathung in Braunschweig wurde von dem Kommerzienrath Jüdel-Braunschweig eröffnet. Die Anträge von Siebert (Halberstadt), Richard Alexander Katz (Berlin) und der Handels­kammer in Braunschweig bezüglich der zivil- und strafrechtlichen Ahndung des Verraths von Geschäfts- und Fabrikgeheimnisfen wurden, wie die „Fr. N." berichten, mit erheblicher Mehrheit angenommen. Die Anträge von Stumpf (Osnabrück) und dem Braunschweiger Ausschuß, betreffend die Qualitäts-, Preis- und Herkunftsverschleierungen, sowie der Antrag Pieper (Berlin) gegen den Mißbrauch der Erfindungsmuster und die Waarenzeichengesetze wurden nach eingehender Berathung ohne Widerspruch ebenfalls angenommen. Die Verhandlungen über die Schwindelkonkurse, die Wanderlager, Konsumvereine und schwindelhafte Reklame dauern noch fort. Die Versammlung nahm eine Resolution an, die das von der Reichs­regierung in Aussicht gestellte Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs mit besonderem Dank und aufrichtiger Freude begrüßt.

BeEn, 18. September. Aus Anlaß der aus landwirthschaftlichen Kreisen vielfach beim Reiche eingegangenen Klagen über erhebliche Schä­digungen durch unlautere Konkurrenz der Margarinefablitkanten wird jetzt in landwirthschaftlichen Kreisen und Handelskreisen einiger Landestheile eine Umfrage veranstaltet, welche dahin geht: 1) Welche Erfahrungen sind im Allgemeinen bei der Handhabung des Gesetzes gemacht und nach wel­cher Richtung ist das Gesetz als abänderungsfähig befunden worden? 2) Ist eine regelmäßige Kontrole des Handels mit Butter und Margarine, namentlich auf den Wochenmärkten, eingeführt? 3) Sind Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz bekannt geworden und mit welchem Erfolg ist dagegen emgeschritten? 4) Welchen Umfang hat die Jahresproduktion von An­stalten zur Herstellung von Margarine und Margarinekäse? 5) Ist im Allgemeinen ein Sinken oder Steigen des Preises für Naturbutter seit dem Erscheinen der Margarine wahrgenommen.

Berlin, 19. September. Die angebliche Massenverhaftung von Soldaten mit Namen Kowalski bei den westpreußischen Manövern, die im Zusammenhang mit der Meldung von anarchistischen Maueranschlägen in Marienburg berichtet worden, schränkt sich, der „Staatsb. Ztg." zufolge, auf die Thatsache ein, daß ein Soldat Namens Kowalkski, ein Husar, vom Manöverfelde weg verhaftet worden ist, aber nicht aus politischen Gründen, sondern wegen eines Todtschlags, den er im Zivilstande verübt hatte und wegen dessen er schon längere Zeit gesucht wurde. Die „Berl. Neueste Nachr.", welche die Nachricht brachten, halten dieselbe nach wie vor aufrecht.

Berlin, 19. Sept. Das „Berl. Tagebl." berichtet aus Harburg: Infolge Loslösung eines etwa 40 Meter hohen Abhanges wurden drei Arbeiter verschüttet; 2 sind bereits als Leichetl herausgegraben worden.

Berlin, 19. Sept. Das kaiserliche Gesundheitsamt gibt bekannt: In Ostpreußen, im Weichsel- und im Netze- und Warthegebiet sind vom 11. bis 17. Sept. 28 Choleraerkrankungen und 9 Todesfälle an Cholera, im Elbegebiet 1 Erle., in Hessen-Nassau 1 Erkr., im Rheingebiet 2 Erkr. und 2 Todesf. und in Schlesien vom 8. bis 14. Sept. 54 Erkr. und 23 Todesfälle an Cholera vorgekommen.