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Hoiiliuer Anzeiger.
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AwMches Kvgan für KLaât- und LcrrrLkveis ^anau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Kr. 214.
Donnerstag den 13. September
1894.
Amtliches.
* ^taöf&ret# ^anau.
Im Dorfe Bürgeln bei Marburg ist seit einigen Tagen asiatische Cholera mit bisher zwölf Erkrankungen und drei Todesfällen bakteriologisch festgestellt worden.
Solches bringe ich hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß alle vorgeschriebenen Schutzmaßregeln gegen Weiterverbreitung der Krankheit angeordnet und ausgeführt worden sind.
Cassel am 3. September 1894.
Der Regierungspräsident. Haussonville.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 12. September 1894.
Königliche Polizeidirektion.
J. A.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister eingefangen: Am 11. ds. Mts. ein schwarzer Dachshund mit gelben Abzeichen, am 12. d. M. ein weißgelber Pinscher, beide m. Geschl.
Zugelaufen: Ein gelber Schäferhund m. Geschl.; Empfangnahme bei Herrn Schwarz zu Bayersröderhof.
Z u g e f l o g e n: Ein Kanarienvogel.
Gefunden: Ein Geldstück. Ein kleiner Brillant. Ein silberner Ring. Eine Leberwurst.
Lerloren: Ein schwarzer Herrnschirm mit dem Namen „Knoblauch" , eingravirt. Eine goldene Broche in Slernform mit Granateinfassung.
Entlaufen: Ein weißer Foxterrier mit gelbem Kopf und schwarzen Malen auf dem Rücken, m. Geschl.
Hanau am 13. September 1894._____________________________
^taöt&reis ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Oesfknttilüe Silang des GeMMlle-âu8s<ülA8
Freitag den 14. September 1894, nachmittags 5 Uhr.
Berathungsgegenstände:
1. Bericht der gemischten Kommission zur Ausarbeitung eines Finanzplans und Vorschlägen über Ausführung des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893, sowie Zustimmung zu den Kommissionsbeschlüssen.
2. Erhebung einer Kanalbenutzungsgebühr von 10% der Gebäudesteuer.
3. Desgl. einer Jmmobilar-Umsatzstener von 1%.
4. Desgl. einer Hundesteuer von 15 bezw. 25 M.
5. Erhebung von
100% Zuschlag zur Staatseinkommensteuer, lOO°/o „ „ „ betriebssteuer, 100—125% Gewerbesteuer, 125—150% Gebäudesteuer und Grundsteuer.
6. Erbauung eines Schuppens für Maschinen rc. für die Latrinenabfuhrunternehmung.
7. Nachverwilligung von M. 2201.33 auf Titel XII 3 pro 1893/94.
8. Uebernahme der Gasrohrleitung im Zufuhrweg zum Nordbahnhof in das E'genthum der Stadt, sowie Uebernahme der öffentlichen Beleuchtung.
9. Mittheilung wegen des dem Stadtkreis aus den landwirthschaftlichen Zöllen pro 1893/94 zugewiesenen Antheils (M. 23 032).
10. Desgleichen die geprüften kaufmännischen Abschlüsse des Gaswerks, des Wasserwerks und der Badeanstalt pro 1893/94 betr.
11. Besoldungsfestsetzung für die erste Lehrerin der Kleinkinderschule.
12. Statut und Geschäftsordnung für die Oberrealschule. 11766
Mittwoch den 19. September 1894 H764
Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau.'
LandmrLhjchastlW Winterschule' zu Gelnhausen.
Der Unterricht des Winterkursus beginnt Dienstag den 30. Oktober, vormittags 8% Uhr:
Aus»» ahme als Schüler finden solche junge Leute, welche aus der Volksschule entlassen und nicht älter als 20 Jahre sind. Aeltere Laudtvirthe können als Hospitanten ausgenommen werden. Bei der Ausnahme als Schüler ist das Schulzeugniß, bei der als Hospitant außerdem ein Führungsattest von der Ortsbehörde vorzulegen.
Das Schulgeld beträgt für Schüler und Hospitanten aus dem Kreise Gelnhausen 18 M., für andere Schüler und Hospitanten 30 M. per Semester.
Kost und Wohnung finden die Schüler bei guten Familien in hiesiger Stadt für 33—40 M. pro Monat.
Anmeldungen sind möglichst zeitig an das hiesige Königs. Landrathsamt oder an den Direktor der Anstalt, Herrn Wagner, zu richten.
Formulare für die Anmeldung der Schüler werden den Herren Ortsvorständen zugchen.
Gelnhausen den 7. September 1894.
Der Vorsitzende des Kuratoriums der Schule: von Baumbach, kom. Landrath.
Tagesschau.
Berlin, 12. Sept. Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute früh um 6 Uhr von Schloß Schlobitten ins Manövergelände. Nach der Rückkehr gedachten Seine Majestät, wie der „Reichsanzeiger" meldet, heute Abend von Schlobitten nach Swinemünde zu fahren, während Ihre Majestät die Kaiserin und Königin abends von Königsberg die Rückreise nach dem Neuen Palais antreten wollen.
Berlin, 12. September. Der „Reichsanz." erwähnt den schon seit längerer Zeit hervorgetretenen Wunsch nach Vornahme einer neuen Berufs- und Gewerbezählung. Ein Bedürfniß sei nicht in Abrede zu stellen, da seit der letzten Zählung die gewerblichen Berufsverhältnisse sich vielfach geändert hätten. Aus Nachweisungen der Berufsgenossenschaften sei zu folgern, daß von 1886 bis 1891 die Zahl der hauptsächlich industriellen Arbeiterschaft im Reiche um etwa 40 Prozent, die Zahl der Arbeiter in der Eisen- und Textilindustrie gar um mehr als 100 000, die der Bergarbeiter um 80 000 gewachsen sei. Sowohl bei den gegenwärtig schwebenden Erörterungen über die Mittel zur Förderung der Landwirthschaft, wie bei der Gesetzgebung auf dem Gebiete der Handwerkerpolitik mache sich das Fehlen einer neuen Berufs- und Gewerbestatistik bemerkbar. Dem Bundesrathe ging eme Vorlage zu, betreffend die neue Statistik, worin zugleich als Zeitpunkt der neuen Statistik der 5. Juni 1894 vorgeschlagen wird.
Berlin, 12. Sept. Die Meldung einer beabsichtigten wesentlichen Erhöhung der Besoldung der Unteroffiziere, Sergeanten und Feldwebel erklärt die „Kreuzzeitung" für unzutreffend.
Berlin, 13. September. Die jetzt auf der Tagesordnung stehende Frage der Neuregelung des Vereins- und Versammlungsrechts in dem Sinne, daß den unerfahrenen und unreifen Elementen die Möglichkeit genommen werde, an dem politischen Leben theilzunehmen und in Versammlungen das große Wort zu führen, würde schon viel weiter gefördert sein, wenn man dieselben nach dem Bedürfniß statt nach den Schlagworten beurtheilen wollte. Eine Einschränkung des Vereins- und Versammlungs- rechts müßte deshalb von Rechtswegen von den älteren und politisch-ge- reiften Männern aller Parteien gebilligt werden, wenn nicht eben das Versammlungs- und Vereinsrecht eine „freiheitliche Errungenschaft" wäre, an die nicht getippt werden darf. Am richtigsten wäre es, die Jugend vor Erreichung des einundzwanzigsten Lebensjahres, wo sie die bürgerliche und politische Mündigkeit erlangt, von der Mitgliedschaft an politischen Vereinen, sowie von der Theilnahme an Versammlungen, wo öffentliche Angelegenheiten besprochen werden, gesetzlich auszuschließen. Man kann darauf rechnen, daß sich das Volk sehr bald an die neuen Zustande gewöhnen würde. Die Versuche junger Leute, in Versammlungen^ das große Wort zu führen, würden bald dem Fluche der Lächerlichkeit verfallen.
Berlin, 12. Sept. Nach einem Telegramm des stellvertretenden Gouverneurs vom 12. September sind Lindi und Mikindani ruhig. Die Angreifer Kilwas wurden unter Verlust von 37^Todten und 9 Gefangenen über den Mawudifluß zurückgeworfen. Der „Seeadler" verläßt infolge- desfen Kilwa wieder. (Fr. N.)
Berlin, 11. Sept. Die, wie jüngst gemeldet, beabsichtigte Neuregelung des Präparandenwesens wird vom Kultusministerium vor Allem