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anauft Anzeiger.
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Nr. 190.
Donnerstag den 16. August
1894.
Amtliches.
Slcrölßtveis ^anait. Bekanntmachung.
Der Freitagswochenmarkt in der Altstadt wird von morgen ab wieder auf dem Altstädter Marktplatz abgehalten.
Hanau am 16. August 1894.
Königliche Polizeidirektion.
P. 7266 v. Oertz en.
Die Wittwe des verstorbenen Dienstmannes Karl Völker, Katharina geb. Rüffer hier, hat um Rückgabe der von ihrem Ehemanne hinterlegten Kaution gebeten.
Interessenten werden aufgefordert, ihre Ansprüche binnen 14 Tagen im Polizei-Sekretariat anzumelden, widrigenfalls die Kaution zur Auszahlung gelangt.
Hanau am 15. August 1894.
Königliche Polizeidirektion.
P. 8645 J. V.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister am 15. d. M. eingefangen: 1 weißer Fox-terrier mit schwarzen Placken, m. Geschl.
Z u g e f l o g e n: 1 Kanarienvogel.
G e fund en: ein Strohhut. Ein Portemonnaie mit Geld und Kosummarken.
Verloren: ein 50 Mark-Schein.
Hanau am 16. August 1894.
^taöt&reiö hartem.
Bekanntmachungen des Lberbürgermeisteramtes.
Mittwoch den 22. August 1894 10553
Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau.
NR. Bekleidungsstücke des Heeres.
Wie wir seinerzeit mitgetheilt haben, hatte der Verband deutscher Leinenindnstrieller an das Kriegsministerium eine Eingabe gerichtet, welche sich mit der Frage der Ersetzung leinener Bekleidungsstücke des Heeres durch wollene und baumwollene beschäftigte und dem Wunsch Ausdruck gab, wenigstens in Friedenszeiten die Verwendung leinener Stoffe beizubehalten. Auf diese Eingabe hat der genannte Verband vom Kriegs- ministerium eine Antwort erhalten, in welcher es zunächst als nicht zutreffend bezeichnet wird, daß die Drillichjacke früher allgemein zur Feldausrüstung der Truppen gehört hat. Es ist dies vielmehr stets nur bei den berittenen Waffen der Fall, und ist eine Aenderung in dieser Beziehung in den letzten Jahren weder eingetreten, noch zur Zeit beabsichtigt. Die Litewka, heißt es sodann in dem Antwortschreiben weiter, ist nur für die Fußtruppen als Friedens-Bekleidungsstück zur Einführung gekommen und zwar aus dem Grunde, weil im W?o6tlmacf)ungëfaK die Landwehr und Landsturm-Formationen mit ihr statt mit dem enganschließenden Waffenrock eingekleidet werden sollen, die fortgesetzte Auffrischung der hierfür erforderlichen, sehr umfangreichen Bestände aber unbedingt nothwendig ist. _ Diese Maßnahme hat allerdings einen Minderverbrauch an Leinen- stoffen zur Folge, allein anderseits ist hierbei wieder zu berücksichtigen, daß die Litewkas aus Wollstoff gefertigt werden und daß der Landwirthschaft die möglichst umfangreiche Verwerthung von Wollstoffen ebenfalls zum Nutzen gereicht. Ueberdies ist den mit der Litewka ausgestatteten Truppen ausdrücklich gestattet, die Drillichjacke auch fernerhin beizubehalten. Daß aus wirthschaftlichen Rücksichten und im Interesse der Erhaltung einer kühleren Bekleidung während der Sommermonate von dieser Erlaubniß, innerhalb der Grenzen der zur Verfügung stehenden Mittel, von allen Truppen Gebrauch gemacht werden wird, läßt sich mit Bestimmtheit annehmen. Was die Drillichhosen anlangt, so ist es allerdings richtig, daß dieselben in Zukunft bei der Infanterie aus der Feldbekleidung fortfallen,
und zwar aus Rücksicht auf die hierdurch geschaffene Gepäckerleichterung von über 700 Gramm. Unrichtig ist es jedoch, daß der Mann statt der weggefallenen leinenen eine zweite baumwollene Hose mit ins Feld führt, ebenso daß hinsichtlich des Gebrauchs der Drillichhosen im Frieden irgend welche einschränkenden Bestimmmungen getroffen worden oder zu erwarten sind.
Des Weiteren bedauert das Kriegsministerium dem Wunsche, an Stelle der baumwollenen Hemden mit leinenen Versuche anzustellen, nicht Folge geben zu können. Ganz abgesehen von der gesundheitlichen Frage, über welche die Anschauungen sehr auseinandergehen, macht neben dem ziemlich erheblichen Preisunterschied das verhältnismäßig nicht unbeträchtlich schwerere Gewicht des Leinenhemdes dessen Einführung unthunlich. Bei der sonstigen Belastung des Mannes müsse in letzterer Beziehung vom militärischen Standpunkte aus auch die kleinste Ersparniß als die Leistungsfähigkeit des Mannes fördernd, also als unschätzbarer Gewinn, angesehen werden. Im übrigen unterläßt das Kriegsministerium nicht, darauf hinzuweisen, daß nicht nur in der Truppenwirthschaft, sondern auch im Kasernen- und Lazarethhaushalt Leinenstoffe in großer Menge zu Bettwäsche, Handtüchern, Krankenkleidern u. s. w. Verwendung finden, daß außerdem in den letzten Jahren umfangreiche Beschaffungen an Verwundeten- und Stallzelten vorgenommen und auch in den nächsten Jahren beabsichtigt sind. Schließlich verspricht das Kriegsministerium gern darauf bedacht zu sein, bei Einführung neuer Bekleidungsstücke thunlichst auf die Verwendung leinener Stoffe zu rücksichtigen; es hebt indesfen besonders hervor, daß, ebenso wie bisher, so auch in Zukunft für alle Entschließungen, welche seitens der Heeresverwaltung betreffs der Bekleidung und Ausrüstung getroffen werden, allein die Rücksichten auf den Krieg maßgebend sein müssen, und daß nur das zur Einführung gelangen kann, was hierfür als das Vortheilhafteste erkannt worden ist.
Tagesschau.
Berlin, 15. August. Aus Gravesend wird gemeldet: Eine große Menschenmenge erwartete gestern Abend den Sonderzug, mit welchem Seine Majestät der Kaiser eintrafen. Seine Majestät begaben Sich alsbald zu Wagen nach der Mole und fuhren unter lebhaften Ovationen mittels einer Pinasfe nach der glänzend beleuchteten Jacht „Hohenzollern". Die „Hohenzollern" ging, begleitet von dem Kreuzer „Prinzeß Wilhelm", unter den Salutschüssen des Forts in See.
Berlin, 15. Aug. Die Eingabe des Bundes der Landwirthe, es möchten den kaiserlichen Missionen land- und volkswirthschaftlich gebildete Sachverständige beigegeben werden, wie es für Industrie und Handel bereits geschieht, beantwortet der Reichskanzler soeben dahin, er sei geneigt, einen betreffenden Versuch in den hauptsächlichen Landwirthschaftsstaaten anzustellen und schon im kommenden Etat die Mittel dafür anzuweisen. (Rh.K.)
Berlin, 16. Aug. Einem Berichte der französischen Handelskammer in Konstantinopel zufolge hat die Versorgung Kleinasiens mit deutschen bezw. österreichischen Jndustrieerzeugnisfen in den letzten Jahren einen Umfang angenommen, daß die französische Konkurrenz das dortige Feld nur noch zu einem geringen Theile, und auch den nur mit größter Mühe, zu behaupten vermag. Namentlich die Massenverbrauchsarttkel kommen jetzt ausschließlich aus Deutschland oder Oesterreich, mit Triest als dem Verschiffungshafen. Den Rückgang der französischen Einfuhr nach Kleinasien, wie überhaupt nach den Ländern des Orients, schreibt die französische Handelskammer in Konstatinopel in erster Linie dem Umstande zu, daß Deutschland und Oesterreich preiswürdigcr liefern. Dann entfalten die Interessenten der gedachten beiden Länder auch einen Eifer und eine Thätigkeit im Aufsuchen und Heranziehung von Kundschaft, der den französischen Produzenten in der Regel fremd ist. Der Landessprache kundige deutsche und österreichische Geschäftsreisende begeben sich von Stadt zu Stadt, studiren die Geschmacksneigungen der Bevölkerung an Ort und Stelle und offeriren den kleinasiatischen Geschäftsfirmen ebenso günstige Lieferungs- und Zahlungsbedingungen. Dank den aus unmittelbarer Anschauung von Land lind Leuten gewonnenen Kenntnissen richtet der deutsche und österreichische Produzent seine Fabrikation entsprechend den Wünschen, Geschmacksneigungen und der Zahlungsfähigkeit der Orientkunden ein, während der Franzose