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Nr. 163.
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1894.
Die deutsch-parlamentarische Friedensgruppe
veröffentlicht einen Aufruf an die Mitglieder des Reichstages und aller deutschen Landtage zum Beitritt zur Gruppe und zur Betheiligung an der im Haag in der Zeit vom 4. bis 6. September tagenden interparlamentarischen Konferenz. Die Bedeutung dieser Konferenzen sucht der Aufruf darin, daß dieselben gleichsam eine gemeinschaftliche Kommission für alle Parlamente Europas zur Vorberathung der dem Frieden dienlichen gesetzgeberischen Maßnahmen bilden sollen. Ihre Beschlüsse sind daher auch nur dann vollwerthig, wenn sie den Theilnehmern als Direktive für ihre demnächstige Wirksamkeit in den heimathlichen Parlamenten und als Unterlage für ernst zu diskutirende Anträge dienen können, deren annähernd gleichzeitige Verhandlung und womöglich Annahme in einer größeren Zahl von Volksvertretungen den Eindruck auf die Regierungen und auf die öffentliche Meinung nicht verfehlen wird. Dieser Gesichtspunkt wurde mit jedem Jahre allgemeiner anerkannt und beachtet. Die letzte Konferenz war schon ganz davon beherrscht. Einmüthig votirte sie die praktischen Anträge von Baumbach auf Schutz des Privateigenthums zur See in Kriegszeiten, von Barth aus Einfügung der Schiedsgerichtsklausel in alle Handels- und ähnlichen internationalen Verträge und von Trarieux auf Annahme des von den Vereinigten Staaten von Nordamerika angebotenen allgemeinen Schiedsgerichtsvertrages. Diese Resolutionen wurden denn auch seit dem Herbst 1892 in der Mehrzahl der Parlamente eingehend diskutirt und größtentheils angenommen, mehrfach unter entgegenkommenden Erklärungen vom Regierungstische aus. Unmittelbarer Erfolg wurde bis jetzt allerdings nur mit der Schiedsgerichtsklausel in den Handelsverträgen erzielt; aber schon dies, in Verbindung mit der thatsächlichen Anrufung von Schiedsgerichten bei internationalen Streitigkeiten (abgesehen von 58 früheren, von Erfolg begleiteten Fällen — darunter die Alabama- und die Karolinenfrage — in neuester Zeit namentlich bei dem Streit zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten über den Sechundsfang im Behrungsmeer) bildet eine bedeutsame Präcedenz und läßt von einer längeren Periode solcher Thätigkeit immer Größeres für die Friedenssicherung erwarten.
Tagesschau.
Berlin, 14. Juli. Der „Reichsanzeiger" meldet: Im abgelaufenen Quartal betrugen die Einnahmen an Wechsclstempelsteuer im deutschen Reiche 2 049 2 7 7 Mark, gegen den entsprechenden Zeitraum des Vorjahres mehr 41 739 Mark.
Berlin, 14. Juli. Zu der aus London verbreiteten Meldung, der deutsche Dampfer „Hermann von Wißmann" habe zwei Araber an Bord mit großen Quantitäten Schießpulver verborgen, um sie an die Araber im englischen Gebiete und im Kongostaate vertheilen zu lassen, sagt die „Nordd. Allg. Ztg.", die Nachricht sei zu durchsichtig, als daß sie geglaubt werden könnte.
Berlin, 14. Juli. Die Saalbesitzer Berlins hielten gestern Abend eine Sitzung ab, um Repressalien gegenüber den Sozialdemokraten in der Frage des Bierboykotts zu beschließen. Es wurde beschlossen, den Gastwirthen zur Pflicht zu machen, den „Vorwärts" weder zu halten noch in den Lokalen aufzulegen. Auch soll die Saalverweigerung an die Sozialdemokraten selbst nach Beendigung des Bierboykotts andauern. Ueber 100 000 Mark sind eingegangen, um die Gastwirthe in dem Vorgehen gegen die Sozialdemokraten zu unterstützen. NW
Der „Rcichsanz." schreibt: Die Erlasse des Unterrichtsministers, betreffend die Neugestaltung des Mädchenschulwesens, vom 31. Mai d. I., haben in der Presse fast ausnahmslos eine freundliche Beurtheilung gefunden. Es sind indes hier und da kleine Mißverständnisse und Irrthümer untergelaufen. So findet sich in mehreren Zeitungen die Angabe, es solle fortan das Ordinariat in den drei oberen Klassen der öffentlichen höheren Mädchenschulen ausschließlich in den Händen von Lehrerinnen liegen, während nur vorgeschrieben ist, daß in einer der drei oberen Klasse« eine Lehrerin das Ordinariat zu sühren hat. Außerdem scheinen sich jetzt im Amte stehende Lehrerinnen durch die Einführung der wissenschaftlichen Prüfungsordnung beunruhigt zu fühlen. Zu den von ihnen geäußerten Befürchtungen liegt kein Grund vor; denn es ist klar ausgesprochen, daß die gegenwärtig bereits in Thätigkeit befindlichen Lehrerinnen in den Grenzen der ihnen zustehenden Befähigung auch zu höheren Stellen ^befördert werden können. ES wird also beispielsweise keinem Bedenken
I unterliegen wenn Patronatsbehöen biT^^ff^^ stellen an Lehrerinnen vergeben, )ne von ihnen die Ablequna der miss™ Wichen Prüfung zu fordern. Erst Lehrerinnen, welche nach dem Jahrë l^gepruft find, gegenüber vurde eine solche Forderung berech-
. Nach der „Deutschen Wakzeitnng" würde die neue Tabak- enquete m Bezug auf die in unfür die Tabakindustrie thätigen Arbeit sehr unvollständig sein, ganz abehen von den Lücken, die dadurck stehen, daß ein sehr hoher Prozsatz der Fabrikanten von seinen? W der Auskunftsverweigerung Gebch machen wird. Es fehlen sti den Hebungen alle Hausarbeiter dei Zahl auf rund 25-30 000 zu veran- ^^bn ist, und ungenügend m die Ermittelung über die in Nebenbe- tneben der Zigarren- und Tabbrike-i beschäftigten Arbeiter ausfallen Wollte man wirklich die Zahl hn den Nebenbetrieben im Unteres a tern der Papier-, Band-, Bunt,er-, Holzindustriefabriken, sowie bei den Druckereien anfragen, um zu euen wie viele von ihren Arbeitern J entlasten müssen, wenn e-n Stund in den Tabakfabriken eintritt D e Zahl der wenigen Personen, dn den Tabakfabriken selbst mit Nebenbeschäftigung beschäftigt Wist dagegen verschwindend klein $ . Königsberg i. Pr. Juli. In dem Marktflecken Wid- mmnen an der ostpreußlschmSbahn wurden durch eine Keuersbrnnst 37 Gebäude eingeäschert dien sind obdachlos. ®nZS laßt einen Aufruf um Hulse "
Hamburg, 14. Jü Ts hiesige Segelschiff Amanda ist mit gerette^^ ^ * untergegangen. Die Mannschaft ist
Cuxhaven, 14. I As Anlaß der heutigen SOOsäbriaen Jubelfeier der Vereinigung bemte, Ritzebüttel mit Hamburg pranam Eu Haven und Ritzebüttel in r» F-sischmuck. Die Schi^ km Hastn baben »r T-M geftagst. Um fr „k das «talrrffÄ «ffiÄ nats erwartet. b
Wien, 14. Juli Saatenstandsbericht des Ackerbauministeriums von dem Stande am 10 bezechne die voraussichtliche Koggenernte als mittel bis gut mittel,Weizenernte als gut mittel in Galirien Z beide Getreidearten bloß chwach mittel; der Stand von Ger und Hafer ist im Allgemeineijtig. ' uu°
Prag, 14. Juli.ienüber der Blättermeldung von einem mitdiebstahl in Königsaalatirt das „Prager Abendblatt", daß in einem der Firma Barta Tichu jen Steinbruch bei Holin der Aufseher Wen A Bubes 30 Kilogramm £ entwendete und dasselbe den Arb j^n u Steinsprengungen verkaAnarchl,tische Tendenzen seien absolut La geschlossen. Bubes wu,haftet und gegen alle Betheiligten dü Untersuchung emgeleitet. a
Tromsö, 14. Sine ^t, welche ausgeschickt worden war um Nachrichten von drdpol-Expedition der Gebrüder Willmann -u erlangen, ist heute hiermckgekehrt. Der Kapitän theilte mit ein Mitglied der ExpeditioRorweger Oyen, sei auf der Len dänischen Insel zurügelasscn woad solle später von dem Dampfender Erve dition, dem „Ragnova abgcholt werden. Ein Eismeerschiffer babe die Vermuthung ausge, der „Ragnovaldjarl" sei vom Eise einae- schlossen und gefährde-Oyen die Rückkehr verweigerte sei er mit Proviant versehen w.Der Eismeerschiffer werde auf der Rückreise die dänische Jnsisen und über Oyens Zustand Erkundigungen einziehen.
Ajaccio, IS.EmMann Namens Oreste Luecheri^ wurde gestern in Bastia vei Er kam aus Livorno und steht unter dem Verdachte, der Mörder dlifchen Journalisten Bandi zu sein O 2 >
Madrid, 1; Mehrere Schiffbrüche werden infolge des Orkans von Bermel- Siebzehn Personen sind ertranken
Paris, 14. Lie verlautet, wurde den Zollbeamten, namentlich denen an der R, sowie in den Häfen, neuerdings einaescbärtt das Gepäck verdächwender Reisenden aus das Genaueste zu untersuchen, erforderlichejar Leibesvisitation vorzunehmen, -^iese Maßnahmen sollen mitteten Gerücht, daß die Londoner ^^lizei die hiesige Sicherheitsbn einem neuen gegen die Kammer, den Senat usw. gerichteten am» Anschlag informirte, in Zusammenhang stehen