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Nr. 135.
Dienstag den 12. Juni
1894.
Amtliches.
SlcröLkr-eis ^anaxt.
Im Interesse der öffentlichen Sicherheit wird hierdurch für Mittwoch den 13. Juni er. von 8 bis 11 Uhr abends das Fahren mit bespannten Wagen auf der Lamboystraße — von der Wilhelmsbrücke bis zum Lamboywald — bei Meidung einer Strafe bis 15 Mark fubs. 3 Tagen Haft untersagt.
Hanau am 7. Juni 1894.
Königliche Polizeidirektion.
P. 5647 I. V.: Schneider, Kreisfekretär.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Vor ca. 3 Wochen wahrscheinlich in der Nähe des hiesigen Westbahnhofs eine Damenuhr Nr. 6796 u. 17642 S. mit Reisekettchen. Ein kleines Petschaft mit Stein.
Gefunden: Eine gebrauchte Mahne. Ein silbernes Armband. Ein unfertiger vergoldeter Ring. Eine Brille. Ein leerer Geldbeutel. Ein Ortskrankenkasfenbuch (Hanau) für Joseph Jtt. Ein Damenregenschirm (von der Post). Ein Portemonnaie. mit einigen Pfennigen.
Vom Wasenmeister eingefangen: Ein schwarzer Dachshund mit gelben Abzeichen, m. Geschl.
Hanau am 12. Juni 1894.
^taOf&reio ^artaxt.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisieramtes.
Das Standesamt ist am 13. Jnni c. in der Zeit von 10 dis 11 Uhr vormittags dehufs Entgegennahme von Anmeldungen geöffnet.
Hanau am 11. Juni 1894.
Der Standesbeamte
Koch. 7720
Tagesschau.
Berlin, 11. Juni. Heute Vormittag nahmen Seine Majestät der - Kaiser und König im Neuen Palais von 7 Uhr an die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets, des kommandirenden Admirals, des Staatssekretärs des Reichsmarineamts sowie des Chefs des Marinekabinets entgegen.
Berlin, 11. Juni. Dem Direktorium der deutschen Landwirthschaftsgesellschaft ging aus dem Zivilkabinet des Kaisers ein Telegramm zu, worin der Kaiser für das Ergebenheitstelegramm der Landwirthe danken läßt und wünscht, daß die deutsche Landwirthschaft, deren Wohlergehen für das gejammte Vaterland von so großer Bedeutung sei, durch die Berathungen der Wanderversammlung und der mit derselben verbundenen Ausstellung die kräftigste Anregung und Förderung erfahre. (Fr. N.)
Berlin, 11. Juni. Die „Kreuzzeitung" meldet: Die vom Ober- kirchenrathe zur Berathung über die Agende eingeladenen Konfistorialpräsi- - denten und Generalsuperintendenten kamen zum Einverständniß über die Einführung der Agende.
Berlin, 11. Juni. Süddeutsche und mitteldeutsche Brauereien fragten, nach den „Fr. N.", anläßlich des Bierboykotts bei hiesigen Brauereien an, ob die Gründung eines Verbandes der Brauereien Deutschlands angezeigt erscheine. Die Beantwortung der Frage wird nächste Woche erwartet.
Berlin, 11. Juni. Ein neuer Organisationsplan für das Hand- Aerk soll ausgearbeitet werden, nachdem der vorjährige Entwurf in allen zu Meinungsäußerungen aufgefordcrten Fachkreisen die abfälligste Beurtheilung gefunden hatte. Es bestätigt sich, daß, nachdem man im vorigen Jahre vergebens versucht hatte, die einander schroff gegenüberstehenden Anschauungen der Junungs- und Regierungskreise zu vereinigen, nunmehr der Versuch gemacht werden soll, eine völlig von einander getrennte Or- Mnisation für Jnnungs- und Nichtinnungs-Handwerker zu fchaffen.
Berlin, 11. Juni. Nach den „Berl. Pol. Nachr." erstrecken sich die geplanten Abänderungen in Bezug auf den Tarif für die Beförderung der Zeitungen durch die Post in erster Reihe darauf, daß die Gebühren nach der Häufigkeit des Erscheinens und dem Gewichte der Einzelnummer des Blattes bemessen werden sollen.
Berlin, 12. Juni. Die Cholera ist auf deutschem Boden zwar erschienen, hat es aber bis jetzt zu keiner irgendwie belangreicheren Ausdehnung bringen können, dank einestheils dem energischen Einschreiten der Behörden, anderntheils wohl auch der gesteigerten Sorgfalt, welche das größere Publikum, durch zahllose Waruuugeu und Belehrungen beeinflußt, seiner täglichen Lebensweise unter dem hygienischen Gesichtspunkte angedeihen läßt. Die Nothwendigkeit einer solchen hygienischen Selbstkontrole und Selbstzucht wird übrigens durch jeden neu konstatirten Erkrankungsfall ad oculos demonstrirt, da bis jetzt wohl ausnahmslos nur Erkrankungen solcher Personen konstatirt sind, welche es an den elementarsten Vorsichtsmaßregeln haben fehlen lasten. Namentlich das Trinken von Wasser aus verseuchten Flußläufen hat sich als eine der Ursachen des sporadischen Auftretens von Cholera herausgestellt. In diesem Punkte wird von der Schifferbevölkerung und verwanden Berufskreisen noch weit häufiger gefehlt, als mit dem Ge- meinwohl verträglich erscheint.
Berlin, 11. Juni. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. Kanonenboot „Hyäne", Kommandant Kapitänlientenant Reincke, am 8. Juni in Loanda eingetroffen und wird am 13. Juni von dort wieder in See gehen.
Das „Köln. Tbl." schreibt: Ein neuer Gesetzentwurf über die Besteuerung des Branntweins wird im Bund der Landwirthe ausgearbeitet und wohl als Antrag im Reichstag in der kommenden Session eingebracht werden. Die Hauptgrundzüge des Planes sind: Die Reichsverwaltung übernimmt allen von den Brennern zu erzeugenden Spiritus, einstweilen für 50 Mark pro Hektoliter, ohne die Maischraumsteuer. Ausgenommen sind die sogenannten Qualitätsbranntweine. Das Reich bestimmt den Verkaufspreis für den inländischen Trinkbranntwein und den für gewerbliche Zwecke bestimmten Spiritus. Die nicht im Jnlande verbrauchten Mengen werden vom Reiche bestens nach dem Auslande abgesetzt. Zum Trinkbranntwein darf nur gereinigter Spiritus, Sprit, verwendet werden. Jeder Brenner erhält dieserhalb einen Traube'schen Reinigungsapparat auf Staatskosten. Die Kosten für die Reinigung des Branntweins werden ihm bis 5000 Mark jährlich vergütet. In jeder Schankstätte wird eine polizeilich genehmigte Taxe sichtbar angebracht, die den Preis, die Getränke und die Bestandttheile und den Alkoholgehalt der zum Verkauf stehenden Branntweinarten angibt. Die Brennzeit wird vom 1. September bis 15. Juni bestimmt. Das Brennen von Mais u. s. w. ist untersagt. Der Mehrertrag der Branntweinsteuer wird auf 240 Millionen berechnet.
Leipzig, 11. Juni. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Schaffners Schuldt und der 16 Viehhändler gegen das Urtheil des Landgerichts in Hamburg in Sachen des Fahrkartenprozestes.
München, 11. Juui. Der Prinzregent ist mit großem Gefolge von dem 1 Itâgigen Besuche in Würzburg und der Pfalz soeben mittelst Sonderzuges hierher zurückgekehrt.
Fritz Renter's Wittwe ist, wie schon gemeldet, am Samstag Mittag in Eisenach gestorben. Sie hat ihren Gatten, der am 12. Juli 1874 gestorben ist, um nahezu zwanzig Jahre überlebt. Die Villa am Fuße der Wartburg, welche dem Dichter im Jahre 1864 als Ehrengabe geschenkt worden, ist von der Verstorbenen testamentarisch der Deutschen Schillerstiftung vermacht.
Wien, 11. Juni. Die „Wiener Allgemeine Ztg." ist von kompetenter Seite' ermächtigt, das auswärts verbreitete Gerücht von der Demission Kalnoky's als absolut gegenstandslos zu bezeichnen und fügt hinzu, die ungarische Regierung erkenne die durchaus loyale Haltung Kalnoky's während der Krise an.
Wien, 11. Juni. Eine gestern Vormittag in Neulerchenfeld bei Wien abgehaltene, von 500 Personen besuchte Anarchistenversammlung wurde wegen heftiger Ausfälle gegen den Staat und die Behörden aufgelöst. (Lauter Tumult.) Die Sicherheitswache stellte die Ruhe her. Vier- Personen wurden verhaftet. Auch eine Arbeiterversammlung auf der