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Donnerstag den 31. Mai
M 125.
Amtliches.
^anöRrev^ ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Das diesjährige Oberersatzgeschäft für den Aushebungsbezirk Hanau findet am 4., 5., 6. und 7. Juni er. in dem Gasthause zum Sandhof in Hanau statt und beginnt morgens 8 Uhr.
Die Militärpflichtigen haben sich behufs Verlesens pünktlich 7 Uhr morgens einzufinden.
Von denjenigen Militärpflichtigen, von welchen Reklamationen eingereicht sind, haben deren Eltern und Geschwister (Schwestern wie Brüder), welche das 14. Lebensjahr erreicht haben, im Aushebungstermine behufs Feststellung ihrer Arbeitsfähigkeit zu erscheinen, sofern deren Arbeitsunfähigkeit nicht durch Zeugnisfe nach Vorschrift des §. 33,5 Schlußsatz der Wehrordnung nachgewiesen wird.
Militärpflichtige, welche ohne genügende Entschuldigung im Termine nicht erscheinen oder bei Ausrufung ihres Namens nicht anwesend sind, werden mit Strafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft.
Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit Geldstrafe bis zu 15 Mark oder entsprechender Haftstrafe geahndet.
Desgleichen wird auch das Singen auf den Straßen in der Stadt Hanau bei gleicher Strafe verboten.
Die Herren Ortsvorstände haben strenge darüber zu wachen, daß die Militärpflichtigen im nüchternen Zustande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung erscheinen.
Diese Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen und die Militärpflichtigen darauf hinzuweisen, daß sie die Loosungsscheine mitzubringen haben.
Die per Kouvert zugehenden speziellen Ladungen sind an die betreffenden Militärpflichtigen ungesäumt auszuhändigen, über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 30. d. Mts. eine Bescheinigung hierher einzusenden.
Bei dem Geschäft haben die Herren Ortsvorstände zur Ertheilung j etwaiger Auskunft anwesend zu sein, auch haben dieselben dafür Sorge zu L tragen, daß die Eltern, die über 14 Jahre alten Brüder und die unver- I heiratheten Schwestern der Reklamirten zur Stelle find.
Hanau am 21. Mai 1894.
Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission des Aushebungsbezirkes Hanau M. 2500 v. O ertz en.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Am 20. April von Keffelstadt bis Hanau eine goldene Damenuhr Nr. 29573 mit Gehängsel; dem Wiederbringer eine Belohnung. Ein Kästchen mit ein Paar neuen Schuhen.
Zugelaufen: Ein weiß und braun getupfter Jagdhund m. Geschl.; Empfangnahme bei Schmied Lud. Phil. Weil zu Bergen.
Gefunden: Ein Regenschirm (auf der Post stehen geblieben). Eine Anzahl Krankenkasfenmarkcn.
Hanau am 31. Mai 1894.
Slcrdtkveis ^anau.
Bekanntmachungen des Lbcrbnrgermeisteramtes.
^ Laut Bekanntmachung des Herrn Regierungspräsidentm ist an Stelle des nach Berlin versetzten
Regierungsraths Dr. Holtermann der Regierungsasseffor von Heinz in Cassel ß zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts der Hessen-Nassauischen landwirth- - schaftlichen Berufsgenoffenschaft zu Cassel
für den Stadtkreis Hanau zu Hanau ernannt worden, was hiermit veröffentlicht wird.
Hanau am 26. Mai 1894.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 7140
1894.
Tagesschau.
Berlin, 30. Mai. Seine Majestät der Kaiser und König empfingen heute früh 71/» Uhr im hiesigen Königlichen Schlöffe den Chef des Zivil- kabinets zum Vortrag und fuhren um S1^ Uhr gemeinsam mit Seiner Majestät dem König von Sachsen, welcher gestern Abend hier eingctroffen ist, nach der Kaserne des 1. Gardedragonerregiments. Von dort ritten die Majestäten nach dem Tempelhofer Felde, woselbst von 9 Uhr an die Frühjahrsparade der Berliner Garnison stattfand.
Berlin, 30. Mai. Der „Reichsanz." veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für daS Etatsjahr 1894/95. Vom 22. Mai 1894.
Berlin, 30. Mai. Der „Reichsanz." schreibt: Gestern wurde die Gcneraldiskuffion über die Berathungsgegenstände der Agrarkonferenz fortgesetzt. Prof. Conrad-Halle wünschte die Fortsetzung der Agrarstatistik in verschiedenen Richtungen. Die prekäre Lage der Landwirthschaft erfordere intensive staatliche Hilfe. Generallandschaftsdirektor Bon-Königsberg erklärte sich wiederholt gegen die gesetzliche Verschuldungsgrenze und trug seine Ansichten über die Verschuldungsverhältnisse in Ostpreußen vor. Er erklärte am Schluffe, daß die Lage des Grundbesitzes nicht so ungünstig wäre, wie sie von vielen Seiten geschildert werde. Finanzminister Miquel stellte verschiedene Ausführungen des Redners richtig und erklärte, er werde bei der gegenwärtigen Konferenz sich aller positiven Vorschläge enthalten. Der Zweck seiner gestrigen und heutigen Bemerkungen sei ausschließlich auf die hohe Bedeutung der zur Berathung stehenden Fragen hinzuweisen. Es fei Pflicht des Staates, in besonnener Erörterung der unzweifelhaft vorhandenen Mißstäude Mittel zu ihrer Beseitigung durch nähere Beleuchtung der Erbrechts- und der Verschuldungsfrage zu schaffen. Rittergutsbesitzer v. Puttkamer-Plauth betont die allgemeine erhebliche Verschuldung des ländlichen Besitzes und wünscht Maßregeln gegen das Sinken der Bodenerträge und der Reinerträge. Professor Wagner bekennt sich im allgemeinen zu den von Sering entwickelten Grundsätzen. (RH. K.)
Berlin, 29. Mai. Der Oberpräsident von Westpreußen hat infolge des Ausbruchs der Cholera an der russischen Grenze eine neue Anweisung zur gesundheitspolizeilichen Ucberwachung der im Stromgebiet der Weichsel verkehrenden Fahrzeuge erlassen. Danach werden folgende Ueber- wachungsbczirke und Ueberwachungsstellen, sowie Bootsüberwachungsstellen eingerichtet: Schilno mit Bootsüberwachungsstelle Thorn, Brahemünde mit Bootsüberwachungsstelle Schulitz, Kulm, Graudenz, Kurzebrack, Pieckel, Dirschau, Käscmark, Gr. Plehncndorf, Danzig, Kraffohlfchleuse und Tiegenhof. Alle stromauf und stromab fahrenden oder auf dem Strom liegenden Fahrzeuge (Schiffe jeder Art und Größe und Flöße) werden täglich mindestens einmal ärzrlich untersucht. Ferner ist, um einer Einschleppung auf dem Landwege vorzubeugen, die fofortige Sperrung der Kreisgrenzen von Ortelsbnrg und Neidenburg unter Offenhaltung von Uebergangsstationen, an denen der Verkehr ärzlich überwacht wird, angeordnet worden.
Berlin, 29. Mai. Die Steueraufseher sollen mit Velozipeden ausgerüstet werden. Auf Veranlassung des preußischen Finanzministers werden jetzt von den Steuerbehörden Gutachten darüber eingefordert, in wie weit es sich empfehle, die Einrichtung der berittenen Steueraufseher fallen zu lassen. Es besteht die Absicht, das Fahrrad auch für die Steuer- aufseher nutzbar zu machen. Die Hauptfteuerämter haben bis zum Juli an die Provinzialsteuerdirektionen Bericht zu erstatten.
Berlin, 30. Mai. Der geschäftsführende Ausschuß des General- komitcs für die Errichtung eines Nationaldenkmals für den Fürsten Bismarck wird am 12. Juni über die Konkurrenzbedingungen und die Bildung einer Jury Beschluß fassen.
Berlin, 30. Mai. Die Kommission für das bürgerliche Gesetzbuch beendete heute die Berathung des Familienrechts und begann die des Erbrechts ; dies ist das letzte Buch des Entwurfs. Die Vollendung des ganzen Werks steht somit nahe bevor. (Fr- N.)
Berlin, 30. Mai. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Der ehemalige und der gegenwärtige Redakteur der anarchistischen Zeitschrift „Zukunft", Valenci rind Huber, standen gestern vor dein Schwurgericht wegen Veröffentlichung aufreizender Aufsätze. Beide bekannten sich nur als