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Nr. 121.
Samstag den 26. Mai
1894.
Amtliches.
Im Selbstverläge des Verbandes Rheinisch-Westfälischer Bildungsvereine ist eine von A. Gerber verfaßte Schrift: „Wie können wir helfen bei Unglücksfällen? (Bis zur Ankunft des Arztes)" erschienen, die wegen ihrer sachgemäßen und gemeinverständlichen Abfassung und zweckmäßigen Ausstattung mit zahlreichen erläuternden Abbildungen, sodann auch wegen des überaus geringen Bezugspreises den Vorzug vor ähnlichen Anleitungen besitzt und somit die weiteste Verbreitung in allen Volksschichten und in jeder Familie verdient.
Ich verfehle nicht, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das genannte Werkchen hiermit empfehlend hinzulenken.
Cassel am 26. April 1894.
Der Regierungspräsident. I. V.: v. Pawel.
SlcröM^ers pariern.
In der Judengafse wird am Montag den 28. d. M. mit den Sielbauarbeiten begonnen. Die Absperrung dieser Straße für den Fuhr- verkehr ist deshalb angeordnet.
Hanau am 26. Mai 1894.
Königliche Polizeidirektion.
P- 5227 v. Oertz en.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Waschmahne (auf der Kinzig zugetrieben). Ein goldenes Armband mit Perlen. Ein Portemonnaie mit etwas Geld. Verschiedene Papiere mit der Inschrift „Martin Salm", nebst ^s Original- loos lr Klasse.
Verloren: Eine neue Brille mit schwarzem Futteral. Auf dem Wege von Hainstadt nach Hanau zwei graue Pferdedecken mit blauem Leinen überzogen, ein dunkler Rock nebst blauer Schürze.
Hanau am 26. Mai 1894. ----------—
^taOtßrei^ ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Am Montag den 28. d. Mts., nachmittags von 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt,. in welcher Partheien etwaige Streitigkeiten:c. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau am 25. Mai 1894.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts
Dr. Geb eschus. 6984
Tagesschau.
Berlin, 25. Mai. Seine Majestät der Kaiser und König sind, von Prökelwitz kommend, heute früh 7 Uhr wohlbehalten auf der Station Wildpark eingetroffen.
Berlin, 25. Mai. In der am Donnerstag, 24. d. M., unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde dem Entwurf einer Verordnung, betreffend die Erhebung eines Zvllzuschlags für aus Spanien und den spanischen Kolonien kommende Waaren, die Zustimmung ertheilt. Zugleich wurden Ausführungsbestimmungen zu dieser Verordnung erlassen. Heute hielt der Ausschuß des Bundesraths für Justizwesen eine Sitzung.
Berlin, 25. Mai. Noch immer sind Angehörige von zu Friedensubungen eingezogenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes nicht völlig klar über die ihnen zustehenden Unterstützungsansprüche. Es ist daher darauf aufmerksam zu machen, daß zwar nur Ehefrauen und Kinder unter lo Safiren einen unbedingten Anspruch auf Unterstützung haben, daß jedoch auch Kinder über 15 Jahre, sowie Verwandte in aufsteigender Linie und Geschwister der Einberufenen in dem Falle unterstützunzsberechtigt wenn sie von den letzteren vor dem Dienstantritt schon unterhalten wurden, oder wenn ein Unterstützungsbedürfniß nach erfolgtem Dienstantritt emueht. Unter den gleichen Voraussetzungen kann den Verwandten der Ehetrau in aussteigender Linie und ihren Kindern aus früherer Ehe eine ' ^rstützung gewährt werden. Alle Ansprüche auf Unterstützung jedoch
erlöschen, wenn sie nicht binnen einer Woche nach Beendigung der Uebung bei den Gemeindebehörden des Ortes angemeldet sind, an welchem die Familie, nicht der zur Uebung Einberufene, zur Zeit des Beginnens des Unterstützungsansprnches ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort hatte.
Berlin, 25. Mai. Nach einer Entscheidung des Reichsversicherungsamtes können auch Kinder, wenn sie bei einer Arbeit verunglücken, eine Unfallrente erhalten. Eine solche ist, nach Mittheilung der „Deutschen Dachdecker-Zeitung", einem Knaben, der Garben an eine Dreschmaschine getragen hatte und dabei verunglückte, mit folgender Begründung zugesprochen worden: „Weder die Entstehungsgeschichte noch der Wortlaut der Unfallversicherungsgesetze sprechen für eine Beschränkung des Begriffes „Arbeiter" auf solche Personen, welche ein bestimmtes Alter besitzen. Unter Umständen können daher auch schulpflichtige Kinder als Arbeiter angesehen werden. Auch ist es ohne erhebliche Bedeutung, ob die Dienftleistuug der Kinder gerade als eine wesentliche Arbeitsleistung zu bezeichnen ist oder nicht, vorausgesetzt nur, daß es sich um eine ernste Thätigkeit und nicht nur um eine spielartige tändelnde Beschäftigung handelt. Es gibt eine große Zahl von Dienstleistungen, welche weder große Körperschaft, noch auch technische Vorbildung voraussetzen und deshalb häufig von Kindern verrichtet werden."
Berlin, 24. Mai. Die Frau eines hiesigen Beamten ist in der verflossenen Nacht infolge einer allzugroßen Dosis Chloralhydrat gestorben. Die Dame hat seit einiger Zeit an heftigen Kopfschmerzen und infolge davon an Schlaflosigkeit gelitten. Ein Arzt verschrieb ihr als Schlafmittel Chloralhydrat, schärfte ihr jedoch ein, daß sie einen Theil der Portion am Abend vor dem Schlafengehen, den Rest am nächsten Tage nehmen sollte. Die Dame handelte im Gegensatz zu dieser Weisung und nahm die beiden Dosen in einem Zwischenraum von einer halben Stunde, legte sich nieder und schlief ein, wurde aber heute Morgen von ihrem Gatten als Leiche im Bett gefunden.
Berlin, 25. Mai. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. Kreuzer „Sperber", Kommandant Korvettenkapitän von Arnoldi, am 22. Mai in Gaboon und S. M. Schulschiff „Moltke", Kommandant Kapitän zur See Koch, am 24. Mai in Dartmouth angekommen. S. M. Kreuzer „Sperber" geht am 26. Mai nach Kamerun weiter, und S. M. Schulschiff „Moltke" setzt am 28. Mai die Heimreise über Arendal fort.
Memel, 24. Mai. Ein von Pillkoppen zum Fischfang auf die Ostsee gefahrenes Fischerboot kenterte infolge hohen Seeganges. Die ganze Besatzung, 5 Fischer, fanden den Tod in den Wellen. Drei von ihnen sind verheirathet und Familienväter.
Schlochau, 25. Mai. In der Reichstagsstichwahl erhielt bis jetzt Hilgendorfs (kons.) 8120, v. Prondzinski (Pole) 6055 Stimmen. Die Wahl Hilgendorff's ist gesichert; es fehlen nur noch 4 Bezirke.
Königsberg, 25. Mai. Der „Königsb. Allg. Ztg." zufolge ordnete der Regierungspräsident wegen des Auftretens der Cholera in Rußland an, daß der Uebertritt von Personen aus Rußland auch nach den Kreisen Neidenburg und Oppelsburg nur über Jllowo stattfinden soll.
Eisleben, 24. Mai. Der Magdeb. Ztg." wird gemeldet: Gestern Abend nach 7V2 Uhr wurden hier zwei heftige Erdstöße verspürt, die die Häuser erzittern ließen.
Leipzig, 24. Mai. Der Postdefraudant Ullrich ist, wie bereits gemeldet, am gestrigen Tage in Alexanderbad bei Wunsiedel in Bayern verhastet worden. Man erfährt bezüglich der Festnahme des Defraudanten noch folgendes: Ein Kollege des U., der in Leipzig auf demselben Postamt, von welchem jener flüchtig geworden, beschäftigt ist, hielt sich im Auftrage der Postbehörde in Alexanderbad auf, wo er U., der schon seit zwei Tagen daselbst unter falschem Namen weilte, auf der Kurpromenade traf. Der Beamte, welcher schon Kenntniß von dem Diebstahle seines Kollegen hatte, ließ den Flüchtigen sofort verhaften und schon mit bem_ nächsten Zuge wurde U. nach Leipzig zurücktransportirt. Von dem unterschlagenen Betrage von 100,000 Mark fehlten nur 140 Mark.
Plauen, 25. Mai. In der Reichstagsersatzwahl wurden bisher gezählt für Uebel (Kartell) 5994, Schubert (Antisemit) 3773, Schwarze (freist Volkspartei) 1998, Gerich (Soz.) 9999 Stimmen. Es ist Stichwahl zwischen Gerisch und Uebel.
München, 25. Mai. Dem heutigen Festakte im Kunstausstellungs- gebäude anläßlich des 50jährigen Bestehens des Künstler-Unterstützungs-