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Samstag den 5. MaH
Der Dortmund-RheinKanal.
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1894.
Nicht nur für iie'meftbeutf^en Zn- dustriebezirke, sondern für das gestimmte Rheingebiet und seine Verbindung mit den deutschen Strömen Ems, Weser, Elbe, Ober und .Weichsel Udet das-' Glied, welches den Dortmund- Ems-Kanal mit dem Rhein verbinden soll, einen Faktor von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Da gegenwärtig die Vorlegung , eines Gesetzentwurfs oder die Bauausführung des Dortmund-Rhein-Kanals im preußischen Landtage zu erwarten, so dürfte die nachstehende Darstellung der im Projekt bearbeiteten fünf Linien, welche
ür diese Schifffahrtsstraße in Frage kommen, von allgemeinem Interesse ikin.
Bekanntlich soll der von dem Dortmunder Jndustriebezirk nach der Ems führende Kanal eine Binnenschifffahrtsstraße nach der Nordsee tilden, indem derselbe bei Emden in den Dollart mündet. Dieser, zur Zeit in der Bauausführung begriffene und sich seiner Vollendung nähernde fatal erstreckt sich in das rheinisch-westfälische Kohlengebiet mit einer Der- Peigung bis nach Dortmund und nach Herne hinein. Auf unserem Marienbild ist er durch starke schwarze Zeichnung besonders hervorgehoben. Asher stehen seine Endpunkte in Herne und Dortmund noch nicht mit Nm Rhein in Verbindung; die Herstellung einer eine solche Verbindung imerkstelligenden Fortsetzung nach dem Rhein ist aber um deswillen von iksonderer Bedeutung, weil durch sie ein Anschluß des Rheins an jene große, quer durch Norddeutschland geplante Wasserstraße bewirkt wird, welche vom Dortmund-Ems-Kanal in der Gegend der oberen Ems östlich 'ckMeigend sich über die Weser bis nach der Elbe unterhalb Magdeburg schrecken soll, und nach ihrer Fertigstellung eine schiffbare Verbindung fimmtlicher deutschen Ströme bilden wird.
Aus diesem Grunde wohnt dem Projekt der Herstellung einer Kanal- Verbindung von dem Ausgangspunkte des Dortmund-Ems-Kanals im chemisch-westfälischen Industriegebiet bis zum Rhein hin eine mehr als Wale Bedeutung inne. Um eine solche Verbindung zu schaffen, ist eine Reihe von Kanalprojekten, im Ganzen fünf, entworfen und in einer Denkschrift der Bauinspektoren Duis und Prüsmann erläutert, über welche ur Nachstehendem an der Hand der hier beigedruckten Karte eine kurze Uebersicht gegeben werden soll.
In dem hier in Frage kommenden Gebiete fließen bret Nebenflüsse Nm Rhein von rechts zu: die Ruhr, die Emscher und die Lippe. Das in der amtlichen Denkschrift mit I bezeichnete Projekt bezweckt nun, Nach Kanalisirung der Lippe eine Verbindung mit dem Rhem bet Wesèl herzustellen. Die Lage dieser Linie ist aus der beistehenden Zeich- »ung ersichtlich Die Länge der Linie von Vinnum über Dorsten ^ Wesel würde 63,3 km betragen, die Kosten 23,20 Millionen bei Beinen und 26,34 Millionen Mark bei großen Abmessungen des Kanals. )
Projekt II führt von Wesel über Dorsten, wie Linie I, dann nach Herten und Henrichenburg am Dortmund-Ems- Kanal. Die Länge beträgt 56,7 km, die Kostensumme 24,99 (resp. 28,63) Millionen Mark. Auf der Strecke Dorsten-Herten sind 2 Schiffshebewerke zur Ueberwindung der bedeutenden Höhenunterschiede eingeschaltet.
Projekt III, die sog. nördliche Em- scherlinie, führt von Alsum am Rhein über Herten nach Henrichenburg; Länge 46,7 km bei 25,67 (31,13) Millionen Mark Kosten.
Hier^befinden sich drei^Schiffshebewerke ausser Strecke Alsum-Herten.
Projekt IV, die sog. südliche Emscherlinie, führt von Ruhrort mit fünf Zweigkanälen nach Duisburg (von Klennenhof abzweigend) und dem Rhein (bei Neuenkamp), nach Mülheim, nach Essen, nach Steele und nach Bochum in die End strecke des Dortmund-Ems-Kanals 2 km östlich von Herne.
Die Gesammtlänge dieser Linie mit den genannten fünf Zweigkanälen ist auf 58,10 km veranschlagt, die Kosten auf 39,76 bez. 44,15 Mill. Mark. Auf der westlichen Strecke Ruhrort-Essen befinden sich zwei Schiffshebewerke.
Projekt V verfolgt die Linie der Ruhr, mit Zweigausmündung in den Rhein und mit Kanalanschluß von Steele über Haus Achternberg nach Herne am Dortmund-Ems-Kanal. Länge im Ruhrthal 44,4 km, Kosten 27,99 (bez. 30,80) Millionen Mark.
Bekanntlich ist wahrscheinlich nach Lage der Umstände die Einbringung einer Vorlage über Ausführung der Linie IV ev. gleichzeitig mit Linie II zu erwarten; Linie IV ist in unserer Zeichnung durch eine starke Strichlinie besonders hervorgehoben, wodurch ihre Eigenschaft als unmittelbarste Fortsetzung des Dortmund-Ems-Kanals nach dem Rhein deutlich hervortritt.
Ueber die Lage der sämmtlichen Kanalprojekte im Verhältniß zu den Hauptindustriestädten jenes Bezirks, sowie in Beziehung zu dem oberirdischen und unterirdischen, durch verschiedenartige Schrafsirung markirten Steinkohlengebirge gibt unsere Karte in übersichtlicher Weise Aufschluß.
Was die obenaufgeführten Kostenanschläge betrifft, so sind dieselben infolge der sehr weit auseinandergchenden vorläufigen Veranschlagungen der einzelnen Strecken in keiner Weise als maßgebende bez. endgültige anzusehen.
*) Die kleinen Abmessungen des Kanals stimmen mit denen des m Bauausführung begriffenen Dortmund-Ems-Kanals überein; es sind folgendes ' tiefe 2,5 m (2,5), Sohlenbreite 18 m (24); Wasserspiegelbreite 30 m (30); Schleusenkammern : Länge 67 (85), Breite 8(60 (10,5), Drempeltiefe 3,0 (3,0) m; lichte Höhe der Brücken 4 (4,7) m. Die in Klammern beigefügten Zahlen bezeichnen die sog. größeren Abmessungen, welche in den Schleusen mit denen der Mainkanalisirung übereinstimmen.
^- Die heutige Nummer umsatzt außer dem Unterhaltuugsblatt 18 Seiten.