U»««nkment--
Preès :
Jährlich 9 -^ ^ibj. 4 -â 50 ^. Vierteljährlich
2 «M 25 -tj.
Mr auSwärttg« S&geHtntm mit im betreffende« Mchrmfschlag.
$k ciuzelue Mmmler 10 *
I1 1 3 / 1 1141 Rill i
3-^leich G
ArEches H» fâr Kiâ und Lcrrrökreis Kcrnau.
Lchhemt täglich mit AoSmchme der 6«m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
JrrsertivnS- Preis:
Die ispaltige Carmondzeile oder deren NauM 10 A
Die 1'/-sp. Zeile 15 A
Die Lspalt. Zeile 20 ^.
Die Sspält. Zeile 30 ^.
Nr.DO.
Mittwoch den 18. April
1894.
Amtliches.
^fadtarei^ ^anau. Beknnntmnchnngen des Oberbürgermeisternmies.
Sielbau Hanau.
ScrMuug von BaHem- und Stemgut-Rohrsielm.
Die Herstellung von ca. 600 lfv. m Backsteinsiel und circa 1260 lfd. m Steingutrohrstel verschiedener Dimensionen in der hiesigen Altstadt, sowie von ca. 655 lfd. m Backsteinsiel in der Autzenstadt einschließlich der zugehörigen Sonderbauten und sonstigen etwaigen Nebenarbeiten soll in 2 getrennten Loosen aus dem Wege des öffentlichen Aus- schreibens vergeben werden. Die Pläne liegen auf dem MUtischen Siclbanbürcau, Kanalthormüht-, vorn 1». d. Mts. ab zur Einsicht offen woselbst «>4 die allgemeinen und besonderen Vergebungsbedingungen, . sowie in Lfacher Ausfertigung die zugehörigen Anerbietungsformulare nebst Massen- und Preisverzeichnissen gegen Zahlung von Mk. 6.— erhältlich sind. Die Anerbieten sind getrennt auf den verschiedenen Formularen vollständig ausgefertigt, versiegelt, frankirt und mit der Aufschrift:
a) für Loos I; „Anerbieten für die Herstellung von Backstein- nnd Steingutrohrsielen in der Altstadt",
b) für Loos II: „Anerbieten für die Herstellung von Vack- steinsielen in der Steinheimerlandstratze und Dammstratze",
spätestens bis Donnerstag den 26. April d. I., vormittags 11 Uhr, an das Oberbürgermeisteramt der Stadt Hanau abzuliefern. Die eingegangenen Anerbieten werden in Gegenwart der etwa erschienenen Anbieter eröffnet.
Es wird keinerlei Verpflichtung zur Annahme des niedrigsten oder irgend eines der eingelaufenen Anerbieten eingegangen.
Hanau am 10. April 1894.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 4863
Mittwoch den 25. April 189 4 5230 Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau.
Pferdeauktion.
. Douuerstag den 19. April d. Js., nachmittags von 1 Uhr ab, sollen auf dem Königlichen Hauptgestüt zu Beberbeck bei Hofgeismar
7 ältere und jüngere Mutterstuten,
28 vierjährige Wallachen und Stuten,
4 Wagen- und Arbeitspferde öffentlich und meistbietend unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen verkauft werden.
Sämmtliche Pferde sind angeritten oder gefahren und werden am Tage der Auktion vormittags 11 Uhr unter dem Reiter gezeigt.
Vormittags 10 Uhr resp. 10 U» Uhr werden am Bahnhof Hofgeismar Gestütwagen zur Beförderung der mit der Bahn ankommenden Fremden nach Beberbeck bereit stehen.
Anmeldungen zur Benutzung dieser Wagen werden rechtzeitig durch bie Post erbeten.
Gedruckte Nationallisten der zum Verkauf kommenden Pferde können vom 5. April d. Js. ab hierselbst in Empfang genommen werden, oder M Versendung gelangen.
Beberbeck den 30. März 1894.
Königliche Gestütdirektion.
Tagesschau.
, Verlirr, 17. April. Seine Majestät der Kaiser und König verbleiben heute noch auf Jagdhaus Kaltenbronn. Morgen werden Seine Majestät nach Karlsruhe zurückkehren und dann von dort zu den Hochzeits- seierlichkeiten nach Koburg reisen.
Berlin, 17. April. Seine Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs Allergnädigst geruht, den Königlich preußischen Landgerichtsdirektor Freiherrn von Dincklage in Cassel, den Königlich preußischen Oberlandesgerichtsrath Wolff in Hamm und den Königlich preußischen Oberverwaltungsgerichtsrath von Bruchhausen in Berlin zu Reichsgerichtsräthen zu ernennen.
Berlin, 17. April. Dem zum Konsul der Republik Chile mit dem Amtssitz in Leipzig ernannten Kaufmann Karl Strathmann ist das Exequatur namens des Reichs ertheilt worden.
Berlin, 17. April. Das Schauspiel der dauernden Beschlußunfähigkeit, welches der Reichstag seit Ostern geboten, hat den Befürwortern der Diäten wieder neuen Wind in die Segel geführt. Man sagt, von den Wählern sei gar nichts für Besserung der Verhältnisse zu erwarten, da kein Ueberfluß an geeigneten Kandidaten ist. Man sei vielfach froh, wenn Jemand sich findet, der bereit ist, eine Zeit lang auf seine Kosten nach Berlin zu gehen. Der Opsermuthigste verzage trotz den besten Vorsätzen bald, wenn er beobachtet, wie viele und wie lange Reden ohne praktischen Zweck, ohne greifbares Ziel da gehalten, wie dieselben Dinge von immer neuen Rednern wiederholt und breit getreten werden. Man fände sich ja am Ende darin, wenn man nicht jede Rede aus seiner eigenen Tasche baar bezahlen müßte. Nachdem man diese Art von Verhandlungen aber einige Zeit mitgemacht habe, verliere man die Geduld, und der Beste fange an zu schwänzen, wie andere Leute auch. So komme schließlich als einziges Mittel, der anhaltenden Beschlußunfähigkeit abzuhelfen, die Forderung von Diäten für die Reichstagsabgeordneten; als Hauptstützbeweis wird schließlich das Diäten beziehende und viel besser besuchte preußische Abgeordnetenhaus ins Feld geführt.
Berlin, 17. April. Die Steuerkommission des Reichstags setzte, nach den „F. N.", heute die Berathung des Tabaksteuer-Gesetzentwurfes fort. Gamp befürwortet eine mäßig progressive Besteuerung, bei der die billigsten Sorten womöglich gar nicht getroffen würden. Meister ist gegen die Vorlage; Fürst Radziwill tritt für den Entwurf ein; Graf Roon erklärt, ein Theil seiner Freunde sei gegen die vorgeschlagene Steuer. Besteuere man nur die theuren Sorten, so komme kein wesentlicher Steuerertrag heraus und die Schädigung der Arbeiter sei unleugbar. Molkenbuhr führt aus, die Vorlage würde die Arbeiter gradezu dem Hungertode preisgeben. Frese meint, eine Werthsteuer sei steuertechnisch unmöglich; auch die allerbilligsten Sorten würden durch die neue Steuer getroffen. Bassermann erklärt, ein Theil der Nationalliberalen lehne die Vorlage aus politischen Gründen ab, weil die Steuer den Versprechungen des Reichskanzlers widerspreche, sodann aus wirthschaftlichen Gründen, weil die Vorlage kleine und mittlere Existenzen vernichte. Graf Douglas behauptet, die Vorlage sei den Tabakbauern sympathisch; die Schädigungen der Arbeiter ließen sich vermeiden. Clemm steht der Vorlage sympathisch gegenüber. Staatssekretär Graf Posadowsky führt aus, die Fabrikatsteuer sei der einzig richtige Weg und das Monopol sei undenkbar. Die Regierung wolle entgegenkommen behufs Erzielung einer Verständigung. Der Kleinbetrieb bis zu 10 Arbeitern könne pauschalst werden. Frhr. v. Stumm tritt für die Vorlage ein. Richter sagt, eine Erhöhung der direkten Steuern erschrecke ihn nicht. Die Vorlage sei abzulehnen, damit die Interessenten zur Ruhe kommen. Gescher beantragt einen Zoll für Tabakblätter auf 60 Mark, auf Zigarren 600 Mark, auf Zigaretten 1000 Mark. Die Vorlage schlägt Zollsätze von 40 respektive 400 und 500 Mark vor. Staatssekretär Graf Posadowsky konsiatirt, die große Mehrheit der Bevölkerung sei mit einer höheren «Tabaksteuer einverstanden. Die Fortsetzung der Berathung erfolgt morgen.
Berlin, 17. April. Wie der „Voff. Ztg." aus Metz mitgetheilt wird, plant der kommandirende General des 16. Armeekorps großartige Erweiterungen der Stadt. Ein Theil der östlichen Festungswerke soll fallen, zahlreiche umherliegende Ortschaften mit 8000 Einwohnern sollen in die Stadt ausgenommen werden, um eine besfere Verwendbarkeit der Festungswälle zu ermöglichen.
Berlin, 17. April. Die „Voss. Ztg." meldet aus Karlsruhe: Anläßlich eines Wortwechsels versetzte der auf der technischen Hochschule I studirende Sohn des Präsidenten von Nicaragua, Rodriguez, dem Gerichts-