und es kann nicht Wunder nehmen, daß es selbst lange nach Mitternacht den Theilnehmern recht schwer wurde auseinander zu gehen.
* Frühjahrs-Kontrolversammlungen. Am Dienstag den
3. April, vormittags 8 Uhr, in Windecken (Schloßplatz) für Windecken, Kilianstädten, Roßdorf mit Butterstädterhöfe; vormittags 11 Uhr in Windecken (Schloßplatz) für Eichen, Erbstadt, Marköbel mit Hirzbacherhöfe, Ostheim, Oberdorfelden, Niederissigheim und Baiersröderhöfe. Es haben zu erscheinen: 1) Sämmtliche Reservisten und Ersatzreservistenh 2) sämmtliche zur Disposition ihrer Truppentheile entlassenen Mannschaften, sowie diejenigen, welche wegen vor der Einstellung verübter Vergehen, sowie auf Grund von Reklamationen oder wegen Dienstunbrauchbarkeit zur Verfügung (Disposition) der Ersatzbehörden entlassen worden sind; 3) sämmtliche Mannschaften der Landwehr bczw. Seewehr I. Aufgebots mit Ausnahme derjenigen, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1882 eingetreten find.
)( Mittheilung der Handelskammer. Aus Anlaß einer an die Handelskammer gerichteten Anfrage betreffs der Form der Ursprungsnachweife für die Waareneinfuhr nach Rußland sei unter Hinweis auf den jüngst ergangenen Erlaß des russischen Finanzministeriums, welcher aus dem Hauptblatte des Reichsanzeigers vom 24. v. M. auch in die Ausgabe dieser Zeitung vom 27. v. M. redaktionell übernommen wurde, aus den betreffenden russischen Reglements mitgetheilt, daß für die Einfuhr nach Rußland aus dem Ursprungslande, d. h. entweder aus einem Hafen des Ursprungslandes nach einem russischen Hafen ohne Ausoder Umladung in dem Hafen eines dritten Landes, oder auf der Eisenbahn mit direktem Frachtscheine von einer Station des Ursprungslandes nach einer in Rußland gelegenen Station, als Ursprungszeugnisse die mit beglaubigter Unterschrift der Fabrikanten oder Eigenthümer gewetblicher Anlagen versehenen Fakturen und Orginalbriefe genügen. Die Beglaubigung ist unter Beifügung des Amtssiegels durch die örtlichen Stadt-, Kommunal- und Polizeibehörden vorzunehmen, auch die deutschen Handelskammern haben diese Befugniß, speziell die preußischen, kraft einer Verfügung des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 23. v. Mts. Die genannten Dokumente müssen enthalten: Angaben über die Zahl der Frachtstücke, deren Kennzeichen und Nummern, das Brutto- urd Nettogewicht und die Beschaffenheit der Waare gemäß der technischen oder kommerziellen Benennung. Bei Fakturen und Briefen von Engrosniederlagen, Händlern, Magazinen, Kommissionskomptoiren und Handwerkern ist neben der Beglaubigung der Unterschrift auch eine solche des Ursprungs der Waaren erforderlich , wenn die Dokumente die Eigenschaft von Ursprungsnachweisen erhalten sollen. Dieses ist die erste, für die Herren Interessenten wohl bequemere Form der Ursprungsnachweise. Die zweite ist die der gehörig ausgestellten Zeugnisse und unterscheidet sich nicht von der Form der Ursprungszeugnisse für die Einfuhr deutscher Waaren nach anderen Vertragsländern, z. B. nach der Schweiz oder nach Italien. Zu erwähnen wäre nur noch, daß, wenn die Waaren mit Fabrikmarke versehen sind, die Abbildungen von solchen den Dokumenten beizufügen sind. — Die Vorlage der Ursprungszeugnisse kann bei der Einfuhr der Waaren als Anlage der Frachtpapiere oder bei Abgabe der Zolldeklaration, endlich auch später, binnen drei Wochen, und bezüglich des Zollamts zu Tiflis und der Zollämter an der Ostküste des Schwarzen Meeres innerhalb eines Monats nach dem Tage des Eingangs der Waare erfolgen. Falls die Vorlage der Ursprungszeugnisse erst nach der für die Abgabe der Deklaration vorgeschriebenen Frist erfolgt, hat der Empfänger auf der Deklaration den deutschen Ursprung der Waaren zu bescheinigen.
* Gepäckerleichterungen. Die Bestimmungen über die Gepäckerleichterung der Infanterie sind nunmehr bekannt gegeben und sind folgende Abänderungen beabsichtigt, welche allerdings erst nach Prüfung der einzelnen Umformirungen allgemein eingeführt werden sollen: Der Waffenrock soll an Stelle des Stehkragens einen Umschlagkragen erhalten, der nicht am Halse, sondern oben an der Brnft zugefaßt wird. Die Rockschöße werden hinten getheilt und ein wenig verkürzt. Statt der Binde wird ein Kragenstück an das Hemde geknöpft. Das Kalikohemd wird durch ein Trikotgewebe ersetzt. Die Stiesel erhalten leichteres Leder für die Schäfte und leichteren Beschlag. Die Unterhosen werden so zugeschnitten, daß sie im Quartier als Oberhose getragen werden können. Der Helm wird kleinere Beschläge aus Aluminiumbronze erhalten. Die Tornister werden erleichtert, mit beweglichen Tragriemen ohne Gestell hergestcllt. Zeltznbehör und Lebensmittelbeutel, in welchem die eisernen Portionen Platz finden, werden unter der Tornisterklappe befestigt, und unten seitlich des Tornisters zwei leicht zugängliche Taschen für je 1 Patronenpacket angebracht. Dafür fällt die hintere Patronentascha fort, jedoch nehmen die vorderen Taschen je 3 (statt 2) Pallete zu 15 Patronen auf. Die Blecheinsätze werden beseitigt. Die Leibriemen und Säbeltaschen werden Va Zentimeter schmäler geschnitten als bisher. Das Kochgeschirr besteht (bereits feststehend) aus geschwärztem Aluminium. Das Brodbeutelband soll, um den Druck auf der Brust zu vermeiden, auf den Märschen im Brodbeutel getragen werden. Der Mantel wird im Rücken und in den Aermeln nicht gefüttert, der Schnitt enger, die Aermelaufschlage schmaler gemacht. Die Drillichhose fällt fort. Für den Winter ist Ersatz vorgesehen. Die Handschuhe werden nur für kältere
Jahreszeiten ausgegeben. Das Putzzeug ist um 200 Gramm zu verringern. Das Seitengewehr macht einem um 400 bis 500 Gramm leichteren Modelle Platz. Von der Taschenmunition werden 30 Patronen auf Wagen nachgeführt. Die mitzutragenden Gemüsekonserven werden um 400 Gramm verringert. An Schanzzeug wird der Truppe so viel zuge- theilt, daß jede Kompagnie nur noch 50 Spaten, 10 Beilpicken un „ Beile mitführt, die man den stärkeren Leuten mitgeben wird. Die gcsaminte Gepäckerleichterung wird 13 bis 14 Pfund betragen. Die beabsichtigten Aenderungen werden bei 10 Bataillonen vom Mai ab erprobt, und mit dem Schluß der Herbstübungen auch die Proben abgeschlossen werden.
* Arbeiterverhältuiffe aus dm Lande. ’ Die Arbeiterfrage spielt in dem heutigen sozialen Wirtschaftsleben eine sehr wichtige Rolle und manche Arbeitnehmer und Arbeitgeber verbittern sich gegenseitig Leben, wenn sie es nicht verstehen, im harmonischen Zusammenwirken bt« Kampf ums Dasein zu bewältigen. Daß es doch aber noch Verhältniß gibt, bei welchen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein gutes Ver hältniß obwalten muß, beweist eine eingereichte Bewerbung um Prämiirum aus dem hierzu bewilligten Konto bei der Sparkasse des Landkreises Mainz Die Bewerber sind vier männliche und drei weibliche Dienstboten eii« Herrschaft aus dem Dorfe L., die zusammen bei derselben Herrschaft 35 Dienstjahre zählen, und zwar die vier männlichen 13 und die drei weil lichen 20 Jahre. Es dürfte vielleicht für Viele von Interesse fein, zu er fahren, welche Ersparnisse die sieben Dienstboten während der oben ange gebenen Zeit gemacht haben. Die Ersteren haben in diesen 13 Jährn ein Kapital von 2420 Mark und die drei weiblichen Dienstboten währen der 20 Jahre ein Kapital von 3130 Mark theils bei Sparkassen, theil in Grundstücken angelegt. Dem Direktorium der Landkreissparkasse Mair ist hier reichlich Gelegenheit geboten, Prämien an Dienstboten vertheile zu können, die es gewiß in jeder Beziehung auch mit Recht verdient hi ben, ausgezeichnet zu werden.
Für heute. Kunstverein: In der Aula Königl. Zeichenakademil Von vormittags 10 bis 5 Uhr nachmittags: Ausstellung von Oelgemäld, moderner Meister. —Handwerker - Verein: Abends 8 Vs Uhr Zusamim kunft in der „Allemania". — Erste Hanauer Karnevalgesellschaft: Am! 9 Uhr im „Deutschen Haus" — Ebenfalls abends 9 Uhr: Freiwillige Fei» wehr, 5. Komp, in der „Allemania"; Brandwache und Rettungskorps der Brauerei Kaiser. — Turn- und Fechtklub: Abends von 8—10 11 Riegenturnen.
Bersteigerungs- & Verpachtungs- re. Kalender für Dienstag den 3. April.
Vormittags 11 Uhr findet im Gasthaus zum „Fuldaer Hof" zm« Termin zur Versteigerung des Hospitalstraße Nr. 2 A belegenen Gm eigenthums durch den beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Käm; statt.
Von nachmittags 2 Uhr ab wird die angefangene Mobiliarverstei rung Paradeplatz Nr. 12 a durch den Auktionator und Taxator Herm Meerbott fortgesetzt.
Wächtersbach, 30. März. Vorgestern Abend fand dahier Ehren des von hier scheidenden Herrn Amtsrichters Scherb ein Fackel statt, welcher von dem hiesigen Kriegerverein, den beiden Gesangverei und den Einwohnern der Stadt Wächtersbach und der Umgegend ver staltet wurde. Die Kundgebung gab der Liebe und Verehrung Ausdr welcher sich der Herr Amtsrichter Scherb bei der Einwohnerschaft hiesigen Amtsgerichtsbezirks allenthalben erfreut. Der Fackelzug war ei der größten und schönsten, welche je hier stattgefunden haben; Böllersch wurden gelöst und bengalische Flammen abgebrannt. An den Zug fd sich ein Kommers mit fröhlichem Gelage, den üblichen Reden und Tr sprächen, ein Fest in des Wortes schönster Bedeutung.
Rothenditmold, 30. März. Gestern Nachmittag gegen ‘M machten sich mehrere Kinder in der Nähe des sogen. „Rothen Berges" „Feuerchen" an. Die Flammen desselben ergriffen, durch den Wind trieben, die Kleider eines zwölfjährigen Mädchens. Das arme Kmi litt so furchtbare Brandwunden, daß sein Zustand ein sehr bedenklicher Möchte der Fall zur Warnung vor solchen Spielereien mit dem ? dienen.
Darmstadt, 30. März. 34 Mitglieder der Zweiten Kamme' ben den Antrag eingebracht, dem Großherzog aus Anlaß seiner Ver lung 100 000 Mark als Beitrag zum Landesdenkmal für den verstorl Großherzog Ludwig IV. zur Verfügung zu stellen.
Frankfurter Theater-Repertoir.
Opernhaus. Dienstag, den 3. April: „Der Prophet Mittwoch, 4.: „Orpheus". — Donnerstag, 5.; „Hänsel und Gr „Im Baalsaal". — Freitag, 6.: Geschlossen. — Samstag, 7.: grin". — Sonntag, 8.; „Hänsel und Gretel." Neu einstudirt: nios Lied".
Schauspielhaus. Dienstag, den 3. April: „Der Misanth Vorher: „Der Wunsch". — Mittwoch, 4.: „Der Veilchenfresser". 7- nerstag, 5.: Geschlossen. — Freitag, 6.: „Talisman". Samflaa Zum ersten Male: „Vergangenheit". Hierauf, neu einstudirt: > Mitternacht". — Sonntag, 8.: „Orientreise". Hierauf: „Nach W nacht".