Einzelbild herunterladen
 

Mis««ementS- Preis:

Jährlich 9 ^ halbj.4-â50^.

Vierteljährlich 2 «B 25 ^.

^ auswärtige Pettaeaien mit tz«, betreffenden Gaftanfschlag.

Vie eiv-eln« HM«« 10 -A

Hanauer Weiaer.

Zugleich

ArrrLkrctzes girgatt für $taö& rmö LarrSkveis Kancru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Emm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

JnsertionS- Prcis:

Die Ispaltige Garmond^eile oder bereit Raum io -;.

Die l*/afp. Zelle 15

Die 2spalt. Zeile 20 ^.

Die 3spalt. Zeile 30 -4.

Nr. 73.

Donnerstag den 29. März

1894.

Amtliches.

Lctrrö^ers ^artaxt.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Bei der evangelischen Schule in Kilianstädten kommt die erste Schul- ®b Küsterstelle am 1. Mai d. Js. in Folge Pensionirung ihres seitherigen Znhabers zur Erledigung. Das Dienst-(Mindest-)Einkommen beträgt für einen definitiv angestellten Lehrer bei freier Wohnung oder 200 Mark Methsentschädigung 1000 Mark und steigt nach Maßgabe des Dienst- alters von 5 zu 5 Jahren um je 100 Mark bis zum Höchstbetrage von 1500 Mark.

Bewerbungsgesuche sind unter Beifügung der erforderlichen Zeugnisfe binnen 3 Wochen dem Königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Hestermann zu Kilianstädten einzureichen.

Hanau am 22. März 1894.

Für den Schulvorstand

Der Königliche Landrath.

V. 2559 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Nachdem die seitherigen Ortsschätzer und Ortsschätzerstellvertreter der Gemeinde Hochstadt ihr Amt freiwillig niedergelegt haben, find als Orts- fchätzer die Gemeinderathsmitglieder Andreas Schales 3r und Peter Stein und als Ortsschätzerstellvertreter die Gemeinderathsmitglieder Johannes Srohl 5r und Andreas Burger 2r neu bestellt und ver­pflichtet worden.

Hanau am 24. März 1894.

Der Königliche Landrath.

V. 2362 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine Briefmarke (auf der Post). Eine Heugabel. Eine goldene s. g. Shawlbrosche mit Perlen.

Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier und ein junger grauer Pinscher, beide m. Geschl. Ein weißer Hund mit schwarzem Kopf und schwarzen Abzeichen, w. Geschl.

Entflogen: Ein Kanarienvogel.

Entlaufen: Ein junger grauer Hund mit gelben Abzeichen, w. Geschl., mit grünem ledernen Halsband.

Hanau am 29. März 1894.

^taötßrei# ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

MWe gmcrlilllhe fottbilbmißgfdjnlc.

Anmeldungen neuer Schüler werden Montag den 2. Aprik, vormittags 8 Uhr, in meinem Geschäftszimmer Erbsengasse Nr. 1 entgegengenommen.

Ebendaselbst bin ich in Angelegenheit der gewerblichen Fortbildungs­schule Dienstags von 1112 Uhr und Sonntags von 8V29 Uhr vor- mittagg zu sprechen.

Hanau, 29. März 1894.

Der Dirigent der gewerblichen Fortbildungsschule

E. Thormählen. 4213

Handelskammer zu Kanau.

. Das Sekretariat der Handelskammer befindet sich von morgen, «ttitaj ben 30. März er., an im Stadtschlosse, rechts vom Haupt- Mle.

Die Bureaustrmden sind aus die Zeit von 9V2 bis 12 V« Uhr »ormittagg und von 3 bis 5 Uhr nachmittags wochentägüch festgesetzt worden.

Die Handelskammer.

Der Vorsitzende Der Sekretär

Canthal. Steller. 4212

Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Tischlergesellen Wilhelm Lipp, zuletzt in Northeim wohnhaft, geboren am 17. Dezember 1872 in Ostheim, Kreis Hanau, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Dieb­stahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften, in das nächste Gerichts- gefängniß abzuliefern und hierher Nachricht zu den Akten I. 1953/93 zu geben.

Göttingen den 22. März 1894.

Der Erste Staatsanwalt Bernhard.

Beschreibung. Alter: 21 Jahre, Größe: 1,64 in, Statur: stark, Haare: dunkel, Bart: dunkler Schnurrbart, Gesicht: faltig, Sprache: deutsch, letzte bekannte Kleidung: dunkler Jaqnetanzug, Hut. 4157

t Der Mittellandkanal.

In den letzten Tagen ist wiederholt von dem sogenannten Mittel­landkanal die Rede gewesen, der die schiffbaren Fluß- und Seegebicte Preußens vom Osten bis zum Westen mit einanber verbinden soll. Die Wichtigkeit einer solchen Wasserstraße, deren vielfache schon bestehende oder doch leicht zu schaffende Verzweigungen bis tief in den Süden und Norden der Monarchie reichen, liegt auf der Hand. Sie wird der Beförderung aller Güter zu Gute kommen, bei denen es mehr aus die Billigkeit des Weges als auf die Schnelligkeit der Ankunft ankommt. Die Kohlen- und Eisendistrikte in Rheinland und Westsalen treten damit in innige Wechsel­beziehungen zu den land- und forstwirthschaftlichen des Ostens, und alle größeren und wichtigen Handelsplätze des Binnenlandes finden dabei nicht nur untereinander Anschluß, sondern auch solchen mit den Hasenplätzen an den Mündungen der heimathlichen Ströme.

Wiederholt ist in den Zeitungen des lebhaften Interesses gedacht, das der Kaiser an dem Zustandekommen eines solchen Kanalnetzes nimmt. Erst jüngst, als beim preußischen Finanzminister eine parlamentarische Abendgesellschaft stattfand, hatte der Kaiser Karten dahin schaffen lassen, die diese Pläne verdeutlichen, und sich mit den Anwesenden darüber aus­gesprochen. Er kam dabei darauf zurück, daß schon seine Vorfahren eifrig bestrebt waren, durch Schiffbarmachung der Ströme und Flüsfe, wie durch Anlage von Kanälen das Wohl des Landes zu heben. Auch die besonderen Verhältnisse der einzelnen Provinzen wurden dabei erörtert, so z. B. für Ostpreußen die Anlage von Kanälen, die eine Wasserstraße von der Weichsel durch die masurischen Seen bis zum Pregel darstellen sollen. _ Der Kaiser äußerte den Wunsch, daß die betheiligten Minister ihm möglichst bald Pläne und Kostenanschläge darüber vorlegen möchten.

Der sogenannte Mittellandkanal selbst würde das letzte Stück der Kanalverbindung zwischen Rhein, Weser und Elbe außer der als Theil des Dortmund-Emshasenkanals im Bau begriffenen Strecke Dortmund Bevergern und der geplanten Kanalverbindung von Dortmund nach dem Rhein sein. Der Mittellandkanal soll sich bei Bevergern am nördlichen Abhang des Teutoburger Waldes von der Emshasenlinie in östlicher Rich­tung abzweigen und in der Richtung von OsnabrückMindenHannover Lehrte durch den Drömling unterhalb Magdeburg gegenüber der Mün­dung des Plauener Kanals die Elbe erreichen. Der Mittellandkanal wird daher nicht nur die Verbindung des Rheins und des rheinisch-westfälischen Berg- und Industriegebiets mit der Elbe, sondern vermittelst des Plauener Kanals auch mit den märkischen Wasserstraßen, mit Berlin und durch diese mit der Oder und mittelst der Netze, des Bromberger Kanals und der Brahe mit der Weichsel Herstellen. Neben der Möglichkeit, so wichtige Verkehrsplätze, wie Osnabrück, Minden, Hannover, Braunschweig, Hildes- heim, Magdeburg mittelst Stichkanälen unmittelbar an die von Westen nach Osten durchgehende Wasserstraße anzuschließen, eröffnet sich für Bremen die Aussicht, durch Kanalistrung der oberen Weser bis Nienburg und Her­stellung eines Kanals von dort zum Mittellandkanal Wasserverbindung mit Mittel- und Westdeutschland zu erlangen. Die Länge des Mittelland­kanals beträgt, einschließlich der Hafenkanäle nach Osnabrück, Minden, Hannover und Magdeburg etwa 360 Kilometer. Davon entfallen aber 245 Kilometer auf die schleusenlose Scheitelhaltung von Osnabrück bis Oebisfelde. Sie soll im Westen mittelst zweier Kanalschleusen erstiegen