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PreiS ZâhrliÄ 9 ■■* albi.4-*50^. kiertcljährlich 2 «* 25 ^4. ßr auswärtig« Jenaenten mit 0t betreffend«! Beaufschlag, tte ew-ttn« ßWsorr 10 4.
Amtliches Kvgan für Klcröt- und Lcrnökveis Kcrncru.
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Die ifpaltige Garmoiidzeile oder deren Raum 10 ^.
Die 1'/-sp. Zeile 15 A
Die Lspalt. Zeil« 20 -4.
Die 8spalt. Zeil« 30 A
Nr. 72
Mittwoch den 28. März
1894.
Amtliches, ^faöt^reiö ^banau.
Ausschreiben.
Am 17. d. Mts. logirte sich in einem hiesigen Hotel ein Fremder unter dem Namen Ernst Ahrens oder auch Ahaus, Reisender aus Trier, ein, welcher weiter angab, er sei von Wächtersbach gebürtig. Nachdem er daselbst eine Zeche von M. 19,20 kontrahirt, auch dem Kutscher des Hotels unter falschen Angaben noch 6 Mk. abgeschwindelt hatte, ging derselbe am 19. d. Mts. unter Zurücklassung eines fast noch neuen weiß- leinenen Stehkragens mit umgebogenen Ecken und eines schwarzen Shlipses non hier flüchtig. Nach den näheren Feststellungen ist der Schwindler am letztgenannten Tage abends 925 Uhr mit einer Fahrkarte II. Klasse nach Frankfurt a. M. abgereist.
Der Schwindler, dessen Kleidung nicht näher angegeben werden kann, ist ungefähr 30 Jahre alt, ca. 1,70 m groß, hat dunkle Haare, längen dmklen Schnurrbart und auffallend große, stark gebogene Nas^derselbe sprach hiesigen Dialekt und zeigte feine Manieren.
Es wird ergebens! ersucht, nach dem Flüchtigen Jfe eingehendsten Nachforschungen anzustellen, denselben im BetretungsfaLe festnehmen und telegraphische Nachricht hierher gelangen lassen zu weMn.
Hanau am 26. März 1894. jF
Königliche Polizeidirek^E
P. 2971 ___v. O ertz en^^________________ ^anö^reis^anau.
Bekanntmachungen des Landwirthschastlick
Nächste Versammlung Sâ Ahr, im Gasthaus zum goldeâ $/g e < 1) Geschäftliche Mitthesimngen.
KHMglichen Landrathsamtes.
tfr Kreisverein Hanau.
»stag den 31. März, nachmittags 21/» Löwen in Hanau, d
2) Beschaffung von Suatfuttermais.
3) Bericht der Delegirten (Schuppins und Jung) über die Generalversammlung des landwirthschaftlichen Zentralvereins für dm Re- gicmngsbezirk Eaffel.
4) Vortrag des,Herrn Dr. R. Hesse, Direktor der landwirthschast- lichm Winterschule in Marburg, über; Bau und Leben der landwirthschaftlichen Kulturpflanzen.
^ Der Vorstand.
Die HenÄn Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung beâ ' landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher âeise bekannt zu machen.
Hanau. am 24. März 1894.
/ Der Königliche Landrath
v. Oertzen.
SIcrStkveis ^atxaxt.
Vekanntttlachilngen des Oberbürgermeisteramtes.
Au^f der Sandelmühle, Nordstraße Nr. 12, ist ein großer gewölbter Stall umd darüber befindlicher Bodenraum, ferner in der früheren Brodfabrik d^Ls I. Obergeschoß mit einem Zimmer zu veriniethen.
Die genannten Räume eignen sich auch als Lager.
Näheres im Stadtbauamt, Zimmer Nr. 25. ^anau am 20. März 1894.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 4104
Schulnachricht.
_ , Das neue Schuljahr beginnt Montag den 2. April d. J. Anmeldungen finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine Zmittags von 9 Uhr ab in den betreffenden Schulgebäuden statt und tilgen:
• in der Höheren Töchterschule, soweit es nicht bereits geschehen ist, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Steinheimerstraße 37, Samstag den 31. März,
2. in dm städtischen Bürgerschulen Freitag den 30. u. Samstag den 31. März und zwar
a. für die Knabenmittelschule bei Herrn Rektor Bartmuß, Schulhaus am Johanniskirchplatz,
b. für die Mädchenmittelschule bei Herrn Rektor Jckler, Bebraer Bahnhofstraße 9,
c. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Ropp, Neubau neben dem Knabenmittelschulgebäude,
d. für die Mäd chenvolksschule bei Hen'N Rektor Umbach, Rebmgasse 13 (Nmstadt).
Schulpflichtig werden zu Ostern d. J. alle Kinder, welche das 6. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. J. zurücklegen werden.
Wenn schulpflichtig gewordene Kinder' geistig oder körperlich so wenig entwickelt sind, daß sie noch keiner Schule zugeführt werden können, so haben die Eltern oder Vormünder unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung hiervon Anzeige zu erstatten.
Kleinkinderschulen dürfm Kinder nicht über das bezeichnete Lebens- alter hinaus in Pflege behalten.
Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schul- pflichtiger Kinder unterliegt dm Strafbestimmungen über unentschuldigte Schulversäumnisse.
Hanau den 15. März 1894.
Der Schuldirektor
Iunghenn. 3555
t Die Sozialdemokratie und die staatserhaltenden Parteien.
So heftig die wirthschaftspolitischen Kämpfe gewesen sind, die während der letzten Wochen im Reichstage ausgetragen wurden, ein Zwischenfall, der sich am 14. März zutrug, als während der Etatsdebattm über das Nationaldmkmal für den hochseligen Kaiser Wilhelm verhandelt wurde, hat als schriller Mißton doch noch stärker gewirkt und eine Entrüstung wachgerufen, die heute noch in allen patriotischen Herzen brennt.
Kaiser Wilhelm I. ist es gewesen, der die letzten Jahre einer an Arbeit und Erfolgen reichen Regierung daran gesetzt hat, für die Wohlfahrt des Arbeiterstandes und der Armen Gesetze zu schaffen, den Jnva- lidm der Arbeit, dm Hülflosen Greisen durch staatliche Hülfe die Zukunft zu sichem. Diese Arbeitergesetzgebung gehört zu den gesetzgeberischen Maßnahmen, die in der Geschichte dem zu Ende gehenden Jahrhundert seinen besonderm Stempel aufdrücken, deren Wirkung sich an der Schwelle des neuen Jahrhunderts erst voll entfalten wird, und die bahnbrechend gewor- dm sind, da alle anderm zivilisirten Nationm sich anschicken, dem deutschen Beispiel zu folgen. Kaiser Wilhelm I. ist es gewesen, der trotz desgleichen Siegeslorbeers, ber sein greises Haupt krönte, den bescheidenen Schmuck der Friedenspalmen vorzog; seine Kriegsführung wußte er durch kraftvolle und entschiedme Maßnahmen auf kurze Perioden einzuschränken, also daß, nachdem die Erfolge Schlag auf Schlag errungen waren, der Friedens- arbeit zur Stärkung des Reichs und zur Hebung der allgemeinen Wohlfahrt um so größerer Raum geschaffen war. Kaiser Wilhelm I. ist es gewesen, in dessen liebevollem, stets zur Verzeihung bereiten Herzen alle Zeit Raum war auch für die verirrten Kinder des Landes.
Als also am 14. die Vertreter des deutschen Bolles über das Denkmal verhandeltm, das die dankbare Nation einem solchen seltenen Herrscher bereiten will, da entblödeten sich die Vertreter der „Arbeiterschaft", wie sie sich anmaßlich nennen, die Vertreter der sozialdemokratischen Partei nicht, mit höhnischen Worten ihre Mitwirkung dabei abzulehnen. Für sie existire ein Bedürfniß nach dem Denkmal nicht, sagte der Abg. Singer und der Abg. Bebel fügte hinzu, daß ein solches Dmkmal dem antimonarchischen Sinn seiner Partei widerspräche. _ _ .
Alle anderen Parteien des Hauses waren einmüthig in der Verur- theilung dieses unwürdigen Gebahrens. Der Abg. v. Bennigsen sprach es aus, daß die Herren sehr im Irrthum seien, wenn sie glaubten, bei ihrem Vorgehen die große Masse der deutschen Arbeiterschaft hinter sich zu haben. Und in der That, die deutsche Arbeiterschaft in ihrem Kern und ihrer Mehrheit — Millionen sind ja in ihr vertreten, die unter den Fahnen weiland Wilhelms des Siegreichen gestanden haben und mit Stolz auf ihre Dienstzeit in der Armee zurückdenken — ist der Pflicht der Dankbarkeit gegen einen großen Herrscher eingedenk. Die patriotische Entrüstung,