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Ehrlich 9 "* d®j. 4 <^ 50 -4« Mcrteljährlich ' 2^4 25 ^.

L auswärtige Ltntntm mit ^betreffenden ^anfschlag.

xit einzelne Lgger 10 ^.

Zugleich

ArnLkcHes Hvgcrrr für Küröt- und Lcrnökreis Kanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

AnsertionS- Preis:

Die ispaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 -4.

Die lMp. Zeile 15 -5.

Die Lspalt. Zeile 20 A.

Die 3spalt. Zeile 30 -5.

Nr. 70

Samstag den 24. März

1894.

Amtliches.

^taöt&rew ^anau,

Zn Folge Fortschreitens der Sielbauarbeiten ist Q Absperrung der Ktarttstraße von Dienstag den 27. d. Mts. ab für den Fährverkehr an- zeordnet.

f Hanau am 24. März 1894,

Königliche Polizeidirektion.

p. 2738 v. Oertzen.

^artöltrcio ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Bekanntmachung

Am 17. d. Mts., abends gegen 7 Uhr, hat sich die unten näher beschriebene Portefeuillearbeiterin Magdalene Presber von Fechenheim ohne irgend welche Angabe aus ihrer elterlichen Wohnung entfernt und ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt.

Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich dieselbe ein Leid angethan, oder «uch, daß ihr ein Unglück zugestoßen sein kann.

Die rc. Presber wird beschrieben wie folgt.: 17 Jahre alt, dunkel­blonde Haare, braune Augen, volles rundes Gesicht, ist von kleiner kräf­tiger Statur und trägt braune Taille mit weiß und gelben Punktirstrichen, braun und grau gestreiften Lamarock, blau und weiß gestreifte Drrickschürze, Zugstiefel und ist ohne Kopfbedeckung.

Um Anstellung der eingehendsten Nachforschungen nach der rc. Presber, Anhaltung derselben im Betretungsfalle und umgehende Nach­richt wird ergebenst ersucht.

Hanau am 24. März 1894.

Der Königliche Landrarh

P. 2740 v. O ersten.

Der Kaufmann Hirsch Speier zu Windecken ist zum zweiten Ge­memdeältesten der dortigen Synagogengemeinde bestellt und verpflichtet worden.

Hanan am 16. März 1894.

Der Königliche Landrath.

V. 2433 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Landwirthschaftlicher Kreisverein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 31. März, nachmittags 2*/s Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Beschaffung von Saatfuttermais.

3) Bericht der Delegirten (Schuppius und Jung) über die General­versammlung des landwirthschaftlichen Zentralvereins für den Re- gierungsbezirk Cassel.

4) Vortrag des Herrn Dr. R. Hesse, Direktor der landwirthschast- lichen Winterschule in Marburg, über: Bau und Leben der land­wirthschaftlichen Kulturpflanzen.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekannt­machung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ottsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau am 24. März 1894.

Der Königliche Landrath

v. Oertzen.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Hanfnetz. Ein großer gelber Blechtops (auf der Post stehen geblieben).

Kugel ^Erloren: Eine silberne Damenuhr, daran silberne Kette mit

Hanau am 24. März 1894.

^taöt&reis ^anaxt.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Schulnachricht.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 2. April V. I. Die Anmeldungei» finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine vormittags von 9 Uhr ab in bett betreffenden Schulgebäuden statt und erfolgen:

1. in der Höhere»» Töchterschule, soweit es nicht bereits geschehen ist, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Steinheimerstraße 37, Samstag den 31. März,

2. in den städtischen Bürgerschule»» Freitag den 30» u. Samstag der» 31. März und zwar

a. für die Knabenmittelschulc bei Herrn Rektor Bartmuß, Schulhaus am Johanniskirchplatz,

b. für die Mädchenmittelschule bei Herrn Rektor Jckler, Bebraer Bahnhofstraße 9,

c. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Ropp, Neu- bau neben dem Knabenmittelschulgebäude,

d. für die Mädchenvolksschule bei Herrn Rektor Umbach, Nebengasse 13 (Neustadt).

Schulpflichtig werden zu Ostern d. J. alle Kinder, welche das 6» Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. I. zurücklegen werden.

Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich so wenig entwickelt sind, daß sie noch keiner Schule zugesührt werden können, so haben die Eltern oder Vormünder unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung hiervon Anzeige zu erstatten.

Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebms- alter hinaus in Pflege behalten.

Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schul- pflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über unentschuldigte Schulversäumnisse.

Hanau den 15. März 1894.

Der Schuldirektor-

Jun g Henn. 3555

Ostern 1894.

Recht früh, ja sogar nahezu auf den überhaupt möglichen frühesten Tag fällt in diesem Jahre das Osterfest, das liebe, _ lang erwartete, lang erhoffte und lang ersehnte Auferstehungsfest. Und ist es doch, als ob das Osterfest, je näher es dem Tage des Frühlingsanfanges rückt, desto größere Gewalt gewinne über den im Jugendgewande daher stürmenden Lenz und seine Launen, als ob die Osterfreude and) die Frühlingsfreude hervorzau­bere, als ob ernster, gewaltiger, nachhaltiger des Frühlings Sprossen und Treiben werde. Auch in diesem Jahre grünt und sprießt es überall em­por, von geheimnißvoller Macht getrieben, auf daß die frohe Botschaft des Auferstehungsfestes

Christ ist erstanden

Aus Todesbanden,

Frühling ist zum Leben erwacht

Aus der düsteren Winternacht

der ganzen Menschheit sichtbarlich werde in Gottes weiter Natur. So wird uns, wie selten in einem anderen Jahre, die hohe, gewaltige Bedeu­tung des Ostersestes vor Augen gerückt in dem imposanten Erwachen der Natur aus langem Winterschlase zu kräftigem, herrlichen Leben.

Und daß solches geschehe, erscheint heute um so wichtiger und wün- schenswerther, als in vielen Kreisen die Weihe der christlichen Feste, ihre tiefernste Bedeutung verschwindet unter dem alltäglichen Flitterkram, der gelegentlich unserer Feste zum Aufputz des eigenen lieben Ichs und seiner Umgebung verwendet wird. Ist es doch leider eine ebenso wahre als be­schämende Tbatsache, daß es Hunderte und Aberhunderte allüberall gibt, die zwar gedankenlos die christlichen Feste mitfeiern, die aber, wenn ihnen wirklich zur Zeit ihrer Konfirmation die Weihe des Festes aufgegangen und verständlich geworden, wenige Jahre nach dieser Zeit von der wirk­lichen Bedeutung des Festes kaum mehr, als eine dunkle verschwommene