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Die IVifp. Zell« 15 -4.

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Die gspalt. Zeil« 30 -4.

Nr. 63.

Donnerstag den 15. März

1894.

Amtliches.

^faötâreiö ^artaxt.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt werden hierdurch anfgefordert, ihre Loosnngsscheine binnen 8 Tagen auf dem hiesigen Meldeamte in den Sprech­stunden vormittags von 8 bis 12 Vs und nachmittags von 56 Uhr abzuholen.

Hanau am 10. März 1894.

Der Oberbürgermeister Dr. G ebeschus.

Schulnachricht.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 2. April d. J. Die Anmeldungen finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine vormittags von 9 Uhr ab in den betreffenden Schulgebäuden statt und erfolgen

1. in der Höheren Töchterschule, soweit cs nicht bereits geschehen ist, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Steinheimerstraße 37, Samstag den 31. März,

2. in den städtischen Bürgerschulen Freitag den 30* u. Samstag den 31. März und zwar

a. für die Knabenmittelschule bei Herrn Rektor Bartmuß, Schulhaus am Johanniskirchplatz,

b. für die Mädch enmittelschule bei Herrn Rektor Jckler, Bebraer Bahnhofstraße 9,

c. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Ropp, Neu­bau neben dem Knabenmittelschulgebäude,

d. für die Mädchenvolksschule bei Herrn Rektor Umbach, Rebengasse 13 (Neustadt).

Schulpflichtig werden zu Ostern d. J. alle Kinder, welche das 6, Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. J. zurücklegen werden.

Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich so wenig entwickelt sind, daß sie noch keiner Schule zugeführt werden können, so haben die Eltern oder Vormünder unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung hiervon Anzeige zu erstatten.

Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebens­alter hinaus in Pflege behalten.

Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schul­pflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über unentschuldigte Schulversäumnisse.

Hanau den 15. März 1894.

Der Schuldirektor

Junghenn. 3555

Tagesschau.

Berlin, 14. März. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets und des Mi­nisters der öffentlichen Arbeiten entgegen. Um 128/4 Uhr besichtigten Seine Majestät das Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 im Lust­garten, wobei das Regiment zum ersten Mal die ihm neu verliehenen Grenadiermützen trug.

Berlin, 14. März. In Portugal wird von den dortigen Polizei­behörden beim Betreten des Landes, ganz besonders aber beim Verlassen desselben auf dem Seewege, ein vorschriftsmäßig visirter Paß erfordert. Die Deutschen, die nach Portugal zu reisen beabsichtigen, thun daher gut, sich schon vor ihrer Abreise mit einem Paß oder doch wenigstens mit ge­nügenden Ausweispapieren zu versehen, auf Grund deren sie sich von den Kaiserlichen Konsularbehörden in Portugal einen Paß verschaffen können.

Berlin, 14. März. DerB. B.-Ztg." zufolge findet in den ersten Tagen der nächsten Woche eine Sitzung des Komitees für das Bis- marckdenkmal in Berlin statt. Die in der letzten Sitzung eingesetzte Unter­kommission hat inzwischen ihre Arbeiten über die Frage des Denkmalplatzes tvor dem neuen Reichstagsgebäude) beendet.

Berlin, 13. März. Zwischen den verbündeten Regierungen ist neuerdings die Neuregelung des Konzessionswesens für Gastwirthschaften zum Gegenstand einer Erörterung gemacht worden. Dabei sind hauptsäch­lich zwei Fragen zur Sprache gekommen, die Konzessionsertheilung nach Verhältniß der Einwohnerzahl und des Verkehrs sowie die einheitliche Er- theilung der Vollkonzefsionen. Es hat sich bezüglich der ersteren Frage herausgestellt, daß die überwiegende Mehrheit der Regierungen auf dem Standpunkt steht, daß bei der im Allgemeinen obwaltenden verständigen Beurtheilung der Bedürfnißfrage die wegen der örtlichen Verschiedenheiten äußerst schwierige Festsetzung von Normalzahlen, die leicht zu einem Schematismus führen könnte, bei dem die thatsächlichen Verhältnisse nicht gewürdigt würden, besser unterbleibt. Die sodann berührte Frage, ob die Konzession als sogenanntevolle", d. h. .zum Ausschank aller Arten von geistigen Getränken berechtigende zu verleihen seien, wird fast allgemein als eine solche angesehen, die dem Ermessen der Konzessionsbehörden zu überlassen ist.

Dem kommandirenden Admiral Frhrn. v. d. Goltz ist aus sein an den Kaiser von Rußland aus Anlaß seines Geburtstages im Namen der deutschen Marine gerichtetes Glückwunschtelegramm folgende Antwort zugegangen:Der Marine spreche ich meinen herzlichsten Dauk für die mir durch Ew. Exzellenz dargebrachten Glückwünsche aus." Bekanntlich wird der Zar seit 1892 â la suite der deutschen Marine geführt.

Bremen, 14. März. Eine dem Norddeutschen Lloyd aus Rio de Janeiro zugegangene Depesche bestätigt, daß der Auf stand daselbst be­endigt ist.

Leipzig, 14. März. DemLeipz. Gen.-Anz." zufolge entgleiste vormittags am Viadukt Leipzig-Neustadt ein nach Leutzsch bestimmter Eil- burger Güterzug in Folge Herabfallens eines Lokomütiopuffers. Acht bis zehn theils beladene Wagen sind aufeinandergefahren und größtenteils zertrümmert. Personen wurden nicht verletzt, der Materialschaden ist be­deutend. Der Güterverkehr mit Thüringen ist gesperrt.

München, 14. März. Die Reichsrathkammer erledigte, nach den H. N.", unter Zustimmung der Abgordneten die Etats Eisenbahn, die Post-, Telegraphen- und Staatsschuld und genehmigte die provisorische Steuererhebung. Beim Etat des Ludwig-Donaumainkanals bespricht Prinz Ludwig die bisherigen Leistungen für die bayerischen Wasserstraßen seit seiner letzten Rede vor 14/2 Jahren. In Norddeutschland würde freilich mehr gethan nnd schneller gearbeitet. Der Prinz hofft, daß die Regierungen Preußens und Hessens der bayerischen Regierung bezüglich der Fortsetzung des Mainkannals von Frankfurt nach Aschaffenburg entgegcnkommen wer­den, ja er würde sich gefreut haben, wenn solcher Vertrag bereits vorge­legen hätte. Der Minister Crailsheim bestätigt, daß die Regierung der Wasserstraßenfrage eine erhöhte Aufmerksamkeit schenke, glaubt aber, Preußen habe nur Interesse für den Kanal bis Hau au.

Stuttgart, 13. März. Ein gut gekleideter Mann, der heute Vor­mittag 10/4 Uhr die Schildwache am Schloßportal beim Hoftheater er­stechen drohte, wurde laut Meldung desReichsanz." verhaftet und ge­fesselt abgeführt. Er ist anscheinend irrsinnig.

Die deutschen Arbeiterverhältnisse sind zum Gegenstände eines englischen Parlamentsberichts gemacht worden, welcher zwar für deutsche Leser nichts sonderlich Neues bietet, aber doch insofern von Interesse ist, als er zeigt, mit welcher Aufmerksamkeit jetzt deutsche Zustände und deren Entwickelung von unseren Auslandskonkurrenten verfolgt werden. Der Bericht zerfällt in 3 Haupttheile und erörtert in über 100 Folioseiten zuerst die Arbeitskämpfe, sodann die Arbeitszustände in einzelnen Industrie­zweigen und endlich einige besondere Punkte, unter die das Genossen­schaftswesen und die Arbeiterschutz-, insbesondere die Versicherungsgesctz- gebung fallen. Es ist bezüglich des letztgedachten Theils erwähnenswerth, daß er nirgends das Grundprinzip der Zwangsversicherung angreift, son­dern im wesentlichen seine Kritik nur gegen Einzelheiten richtet, ein Beweis, wie sehr sich in den letzten 20 Jahren die Ansichten auch im klassischen Lande der Wirthschaftsfreiheit geändert haben. Der erste Djeil erläutert eingehend die geschichtliche Entwickelung und politische Bedeutung der sv- zialistischen Ideen, die Stellung der einzelnen Stände, Parteien und :iic= ligionsgesellschaften zur sozialen Frage, die Ursachen, Entwickelung uno Leitung der Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern. Oer zweite Theil endlich schildert den Antheil der Frauen- und Kinderarbeit an der Produktion, die staatliche Fürsorge für das Wohl der Arbeiter, die