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Nr. 61.

Dienstag den 13. März

1894.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Postanweisungs- und Postauftragsverkehr mit Portugal.

Die Portugiesische Postverwaltung wird den zeitweilig eingestellten Postanweisungsverkehr nach dem Auslande vom 15. März ab wieder auf- nehmen. Im Zusammenhänge hiermit werden von demselben Zeitpunkte ab auch Postausträge zur Geldeinziehung nach Portugal wieder zugelassen.

Berlin W., 7. März 1894.

Reichspostamt, I, Abtheilung.

Sachse.

^anöRrei^ ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter der Schafheerde des Oekonomen und Schafhändlers Christian Rausch zu Marköbel ist die Räude ausgebrochen.

Hanau am 12. März 1894.

Der Königliche Landrath.

V. 2086 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Päckchen mit Knöpfen nebst 3 Meter schwarzer Einfaßschnur. Ein goldenes Reifarmband. Eine Peitsche. Zwei schwarze , Sonnenschirme. Ein schwarzseidener Fächer. Ein goldener Trauring, s Ein Portemonnaie mit Geld >c. (in der kathol. Kirche). Ein farbiges Gedeck.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz m. Geschl.

Verloren: Ein Portemonnaie mit 2 M. 22 Pf.

Hanau am 13. März 1894.

Stcrdtkveis ^anaxt.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt werden hierdurch anfgefordert, ihre Loosungsscheine binnen 8 Tagen auf dem hiesigen Meldeamte in den Sprech stnnden vormittags von 8 bis 12 Vs und nachmittags von 56 Uhr abzuholen.

Hanau am 10. März 1894.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Novelle zum Viehseuchengesetz.

Dem Reichstag ist der Bericht der Kommission, der die Novelle zum ( Viehseuchengesetz zur Vorprüfung überwiesen worden war, zugegangen. Aus dem Bericht geht hervor, daß die Kommission im Großen und Ganzen sich mit dem Grundgedanken der Vorlage einverstanden erklärt hat, daß namentlich gegenüber der Maul- und Klauenseuche, die sich in den letzten * Jahren in so verderblicher Weise ausgebreitet hat, bessere Abwehr- und \ Tilgungsmaßregeln eingeführt werden. Im Einzelnen hat sie noch einige ' Aenderungen an dem Gesetzentwurf vorgenommen. Nach dem in Giltigkeit ^befindlichen Gesetz sollen alle Vieh- und Pferdemärkte durch beamtete Thier- «irzte beaufsichtigt werden. Dieselbe Maßregel kann auf gewisfe Anhäufungen non Vieh, z. B. Thierschauen, ausgedehnt werden. Der Entwurf schlägt vor, letztere Bestimmung auch auf Gaststülle, Schlachthäuser und Ställe um Viehhändlern zu beziehen. Um diese Beaufsichtigung nicht vom Be- lieben der Polizei abhängig zu machen, wurde in der Kommission beantragt, 7 e als ständige Einrichtung festzusetzen. Da dies aber, wie von anderer Drecke betont wurde, zu einer großen und oft unnöthigen Belästigung s.ihren kann, fo wurde schließlich ein Beschluß angenommen, nach dem alle . öffentlichen Schlachthäuser der ständigen Beaufsichtigung der beamteten Thierärzte unterstellt werden sollen, diese Maßregel aus private Schlacht- ; Heuser durch Anordnung der Polizeibehörde ausgedehnt werden kann.

I Es kam ferner zur Sprache, daß es schwierig sei, in lang ausge- dehnten Ortschaften und solchen, die ineinandergreifen, nach Feldmarken eine * Mtrkchme Sperre durchzuführen. Daher wurde eine Abänderung des be­

treffenden Paragraphen in dem Sinne angenommen, daß an Stelle der Feldmark einohne Rücksicht auf Feldmarkgrenzen bestimmtes, möglichst eng zu begrenzendes Gebiet" treten soll. Zur allgemeinen strengen Durch- führung der Desinfektion wurde voll der Kommission beschlossen, daß auch für Eisenbahnrampen Reinigung und Desinfektion polizeilich angeordnet werden kann.

Die längsten Debatten knüpften sich an die in der Vorlage vorge­schlagene Einführung der Zwangsschutzimpfung ; schließlich aber wurde folgender fach ich mit der Vorlage übereinstimmender Antrag angenommen: Der Landesgesetzgebung bleibt die Bestimmung überlassen, ob und unter welchen Bedingungen eine Schutzimpfung der der Ansteckung ausgesetzten Rindviehbestände polizeilich angeordnet werden darf." Endlich wurde durch die Kommisiion die Entschädigung für polizeilich getödtete Thiere auch auf die in Folge der Zwangsimpfung etwa gefallenen allsgedehnt.

Tagesschau.

Berlin, 12. März. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute im Laufe des Vormittags den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets und die Vorträge der Kaiserlichen Marine entgegen. Um 2*/4 Uhr gaben Seine Majestät zu Ehren des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern ein Frühstück im Königlichen Schloß.

Berlin, 12. März. Der Kaiser telegraphirte, wie derRh. K." schreibt, an den Oberbürgermeister von Berlin und dankte ihm für den telegraphischen Gruß bei dem Festmahle der vereinigten Mitglieder der städtischen Körperschaften anläßlich der ersten Abstimmung des Reichstages über den russischen Handelsvertrag. Der Ausdruck des Vertrauens in den Kaiser auf seine aus die Förderung des Friedens und des Wohlstandes in allen Schichten des Volkes gerichtete Bestrebungen habe seinem Herzen wohlgethan. Auch der Reichskanzler dankte für die an ihn gerichtete Begrüßung und sprach die Hoffnung aus, daß die Abstimmung für die schließliche Entscheidung maßgebend sein werde.

Berlin, 12. März. Die auswärts verbreiteten ungünstigen Ge­rüchte über den Gesundheitszustand des Kaisers sind durchaus unbe­gründet. (F. N.)

Berlin, 12. März. Dem zum französischen Generalkonsul mit dem Amtssitz in Leipzig ernannten Herum Julien Decrais ist das Exe- quator namens des Reichs ertheilt worden.

Kiel, 11. März. Die für die Hinterbliebenen der auf derBran­denburg" Verunglückten veranstaltete Sammlung hat bis jetzt etwas über 100,000 Mark ergeben. DerVulkan" spendete 5000 Mark.

Hannover, 12. März. DerHannoversche Kurier" erklärt das neuerdings wiederum verbreitete Gerücht von der bevorstehenden Demission Bennigsen's für unbegründet.

Wien, 12. März. Der Vali des türkischen Vilajets Kossovo Hafis Pascha wurde in einem speziellen Fall von der Pforte angewiesen, einem von Serbien gestellten Auslieferungsantrage zu entsprechen, trotzdem hierzu eine aus dem Vertrag entspringende formelle Verpflichtung nicht besteht. Der serbische Finanzminister Mijatowic, der während der Ab­wesenheit des Ministerpräsidenten Simic das Ministerium des Auswärtigen leitet, ließ der Pforte für diesen Akt guter Nachbarschaft den Dank der serbischen Regierung ausdrücken. (Reichsanz.)

Die amerikanische Einwandernngsstatistik führt auch aus, wie viel Geld jeder Einwanderer mit ins Land bringt. In dem soeben über den Monat Januar dieses Jahres erschienenen Ausweis, in welchem die Einwanderungsziffer nur wenig über 5000 Personen stieg, belief sich die Gesammtsumme des von den Einwanderern ins Land gebrachten Geldes auf 82,500 Dollars. Aus den Durchschnittszahlen der Nationalitäten ergibt sich, daß die Einwanderer aus der Schweiz am reichlichsten mit Geld­mitteln ausgestattet waren; bei ihnen entfielen auf den Kopf 31 Dollars. Ihnen folgten die Deutschen mit 28 Dollars, dann die Engländer und Oesterreicher mit 19, danach Italiener, Irländer, Ungarn u. s. w., während die Rufseil über den kleinsten Betrag nämlich nur über 5 Dollars verfügten.

Amsterdam, 11. März. Heute Nacht 1 Uhr fand, nach dem Reichsanz.", in der Nähe von Rotterdam ein Zusammenstoß des nach Danzig gehörenden, mit Holz und Mehl beladenen deutschen Dampfers Lining" mit dem DampferLincoln" statt. DerLining" sank sofort.