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Nr. 29.
Samstag den 3. Februar
1894.
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Kreisausschuß hat in seiner Sitzung vom 6. Januar er. gemäß §. 18 des Preußischen Gesetzes vom 12. März 1881, betreffend die Ausführung des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, aus den sachverständigen Eingesessenen des Kreises für das Jahr 1894 die unten genannten Personen, welche zu dem Amte eines Schiedsmannes zugezogen werden können, wieder gewählt.
Die Ortspolizeibehörde hat aus diesen Personen für jeden einzelnen Schätzungsfall die Schiedsmänner zu ernennen, wobei darauf aufmerksam gemacht wird, daß die Gewählten innerhalb des ganzen Kreises zu Amtshandlungen herangezogen werden können.
Die Schätzung erfolgt durch die aus dem beamteten Thierarzt und zwei Schiedsmännern gebildete Kommission. Die letzteren werden von der Ortspolizeibehörde eidlich verpflichtet und zwar beim ersten Falle der Zuziehung für die ganze Periode der schiedsrichterlichen Thätigkeit, so daß die Vereidigung erst zu wiederholen ist, wenn der Betreffende in einem späteren Kalenderjahre wiederum zum Schiedsmann bestellt wird.
Das Erstere gilt, wenn an Stelle des beamteten Thierarztes ein nichtbeamteter Thierarzt zugezogen wird, für diesen, sofern derselbe nicht im Allgemeinen als Sachverständiger beeidigt ist.
Die den Schicdsmännern als Ersatz für Reisekosten und Auslagen zu gewährende Vergütung wird im Verwaltungswege festgesetzt und aus der Staatskasse bestritten. In allen Fällen aber, in welchen der zugezogene Schiedsmann nicht am Ort der Abschätzung oder in einer Entfernung von nicht mehr als 2 Kilometer von demselben wohnt, ist von der Ortspolizeibehörde unter der betreffenden Liquidation zu bescheinigen, daß am Orte der Abschätzung oder in größerer Nähe von demselben eine nach der Bezeichnung des Kreisausschusses zu dem Amte eines Schiedsmannes verwendbare Person nicht wohnt. Eventuell ist unter den Liquidationen anzugeben, weßhalb diese Person zu der Abschätzung nicht zugezogen werden konnte.
Die Herren Bürgermeister wollen die nachstehend genannten Schiedsmänner von ihrer Wiederwahl in Kenntniß setzen und denselben mittheilen, daß sie verpflichtet seien, auf amtliche Requisition erforderlichen Falles an allen Orten des Kreises Abschätzungen vorzunehmen.
Die Herren Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, für welche keine Schiedsmänner gewählt sind, verweise ich auf den vorigen und zweiten Absatz dieser Bekanntmachung mit dem Anheimgeben, erforderlichen Falles die Schiedsmänner der nächst gelegenen Ortschaft zu rcquiriren.
1) Windecken: Die Oekonomen Philipp Lapp, Franz Reul, Johannes Pfeiffer.
2) Bergen: Der Ackermann Ludwig Heinrich Völp, Johannes Wilhelm Buchenhorst, Johannes Wilhelm Bingemer, letzterer aus Enkheim.
3) B i s ch o f s h e i m: Die Landwirthe Andreas Reuhl I., Peter Fritz V., Andreas Keller III.
4) Bruchköbel: Pachter Christian Viehmann, Gast- und Landwirth Philipp Baumann, Landwirth Konrad Kircher.
5) Dörnigheim: Schmied und Ackermann Peter Fliedner II., Ackermann Wilhelm Unger, Peter Fassing III.
6) Eichen: Ackermann Philipp Euler, Johannes Baumann, Konrad Wilhelm Adam.
7) Erbstadt: Landwirth Wilhelm Wenzel, Heinrich Balthasar Schäfer II., Johannes Wörner II.
8) Fechenheim: Unterförster Friedrich Fix, Landwirth Theodor Weil, Gast- und Landwirth Georg Puth.
9) Gronau: Landwirth Johann Georg Kalbhenn, Friedrich WenzelII., Friedrich Wilhelm Böckel.
10) Großauheim: Joseph Grün, Johann Melchior Botzum, Ferdinand Emil Mangelmann.
11) Großkrotzenburg: Johann Peter, Karl Wilhelm Euler, Valentin Ludwig Lindenfeld.
12) Hoch stadt: Gastwirth Georg Rauch, Landwirth Peter Stein, Andreas Schales III.
13) Hüttengesäß: Ackermann Georg Arndt I., Johannes Neidhardt XL, Johannes Neidhardt XII.
14) Kesselstadt: Landwirth FriedrichjGeibel, Metzger Jakob Fliedner, Landwirth Wilhelm Engelhardt.
15) Kilianstädten: Landwirth Johannes Köppel H., Landwirth Konrad Schneider, Gast- und Landwirth Wilhelm Zeh.
16) Langendiebach: Oekonom Jakob Rüger IV., Andreas Schneider, Gastwirth und Metzger Friedrich Dückhardt II. W^
17) Langenselbold: Landwirth Wilhelm Köhler II., KonradMohn VI., Johannes Dreßler I. MM- * 4
18) Marköbel: Gast- und Landwirth Wilhelm Georg Stein, Landwirth Peter Heinrich Gärtner II., Friedrich Karl Schneider.
19) Mittelbuchen: Ackermann Johannes Krieger, Peter Heck L, Philipp Müller.
20) Neuwiedermuß: Landwirth Philipps Haldy, Michael Ruhl, Franz Heyn.
21) Niederdorfelden: Gutspachter Karl Hofmann, Landwirth Jakob Stark, Heinrich Vetter I.
22) Niederissigheim: Landwirth Konrad Lottich III., Heinrich Georg Kümmel, Johannes Gärtner.
23) Niederrodenbach: Ackermann Peter Lehr L, Peter Wilhelm Schäfer, Heinrich Martin Römer.
24) Oberdorfelden: Ackermann und Metzger Johannes Ostwald, Ackermann Wilhelm Ohl, Friedrich Kitz.
25) Oberissjigheim: Ackermann Kaspar Heck, Heinrich Maisch, Schmied Johannes Dauth.
26)Mberrobenbach: Ackermann Jakob Noll, August Börner II., Schmied Nikolaus Peter.
27) Osth eim: Russensteinfabrikant Georg Kester, Landwirth Georg Brodt XIV., Heinrich Wilhelm Dahlhcimer.
28) Ravolzhausen: Auszüger Georg Kaspar Lind, Landwirth Friedrich Wilhelm Tag L, Gast- und Landwirth Friedrich Wilhelm Clauß U.
29) Roßdorf: Landwirts Kaspar Schneider EL, Konrad Schuffert, Konrad Bach. MM- » - ,
30) Rückingen: Ackermann Wilhelm Rüfer, Wilhelms Schadts IV., Karl Gerhardt. sM K " . 1
31) Rüdigheim: Landwirth Johannes Schwarzhaupt, Peter Hensel V., Peter Köhler. W SXV i
32) Wachenbuchen: Landwirth Kaspar Ruth V., Wilhelm Emmerich, Johannes Zeller.
Hanau am 22. Januar 1894.
Der Königliche Landrath
V. 528 v. Oertzen.
Dienstnachrichten aus denu Kreise.
Gefunden: Ein Vertrag, auf den Namen des Peter Tack zu Niederrodenbach lautend. Eine schwarze Kappe. Ein Portemonnaie mit etwas Geld. Ein leeres Portemonnaie. Eine Peitsche. Ein Brief an Ernst Busse hier. Ein Ouittungsbuch über Hausmiethe mit der Aufschrift „Ernst Gebauer".
Hanau am 3. Februar 1894.
Stadtkreis Hana«.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Von den städtischen Behörden ist unter dem ^' September 1893 ein Baufluchtlinienplan über das Gelände rechts und links der Lamboystraße auf Grund des Gesetzes vom 2. Juli 1875, betreffend: „die Anlegung und Veränderung von Straßen rc.", beschlossen und aufgestellt worden. Mè Nachdem auch die Genehmigung seitens Königlicher Polizeidirektion unter dem 22. Januar d. J. erfolgt ist, wird der Plan gemäß §. . des Gesetzes vom 2. Juli 1875 zu Jedermanns Einsicht von heute an im Stadtbauamt, Zimmer Nr. 24 des Rathhauses, aufgelegt und werden Einwendungen bis zum 5. März d. J. entgegengenommen.
Hanau am 1. Februar 1894.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 1598