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Ur° 141«
Dienstag den 20. Juni
1803
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes. '
Des Königs Majestät haben mittelst Allei höchster Ordre vom 3 Juni 1892 die Farben der Provinz Hessen-Nassau wie folgt bestimmt:
a) für die Provinz: „Roth-Weiß-Blau",
b) „ den Bezirksverband Cassel „Roth-Weiß" und
c) „ „ „ Wiesbaden „Blau-Orange".
Hanau am 16. Juni 1893.
Der Königliche Landrath
V. 5230 v. Oertzen.
Nach der heutigen Ermittelung des Ergebnisses der Wahlen zum Reichstage sind auf die Kandidaten
1) Bürgermeister Stroh in Marköbel........ 7222
2) Franz Hitze in München Gladbach........2015
3) Jobonv Heinrich Nickel-Hanau ......... 2354
4) Landwirth Peter Stein Hochstadt ........ 2020
5) Redakteur Gustav H o ch-Frankfurt a/Main..... 9902 Stimmen gefallen, während 17 Stimmen zersplittert sind.
„ Da sich hiernach auf keinen der Kandidaten eine absolute Mehrheit der überhaupt im Wahlkreise abgegebenen gültigen Stimmen vereinigt hat, so ist die Vornahme einer engeren Wahl erforderlich.
l Zur engeren Wahl kommen die Herren
Redakteur Gustav Hoch in Frankfurt a/Mai« ®P* y und **
Bürgermeister Stroh in Marköbel.
Alle auf andere Kandidaten fallenden Stimmen find ungültig.
Der Termin für die engere Wahl wird auf
Freitag den 23. Juni er.
festgesetzt. Die engere Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften statt, wie die erste. Insbesondere bleiben die Wahlbezirke, Wahllokale und die Wahlvorsteher unverändert. Es sind die bisherigen Wählerlisten anznwmdcn, welche nebst dem Protokoll und der Gegenliste für die engere Wahl an die Wahlvorsteher des Landkreises Hanau noch heute abgesandt werden. Die Wahlhandlung beginnt am 23. Juni ebenfalls um 10 Uhr und wird um 6 Uhr abends geschlossen.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher wollen das Vorstehende schleimigst in ortsüblicher Weise wiederholt bekannt machen lassen und eine besondere Bescheinigung hier über den resp. Wahlvorstehern noch vor dem Wahltermine zustellen.
Tie Herren Wahlvorsteher haben die auf die engere Wahl bezüglichen Bestimmungen in den §§. 31 und 32 des Reglements vom 28. Mai 1870 genau zu beachten und mir ««mittelbar nach der Wall sämmtliche Verhandlungen, also das Wahlprotokoll, Wählerliste ««d Gegenliste, sowie die Bescheinigung der Lrtsvorstände «nd Gntsverwalter über erfolgte Bekanntmachung und etwaige Ungültige Stimmzettel einzusenden.
Schließlich bringe ich noch zur öffentlichen Kenntniß, daß die Ermittelung des Ergebnisses der engeren Wahl am
Dienstag den 27. Juni er«, vormittags 10 Uhr, in dem Sitzungssaale des Kreisausschustes hierselbst — Landrathsamls- gebâude — stattfinden wird.
Hanau am 19. Juni 1893.
Der Wahlkommissar für den 8. Wahlkreis:
v. Oertzen,
Königlicher Landrath.
Dienftnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Ein braunes Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Eine gelbe Pferdedecke mit rothen Streifen.
Entlaufen: Ein schwarzer Spitz m. Geschl.
Gesunden: Drei Kinderschuhe. Ein weißolirter halbseidener
Sonnenschirm. Ein halbseidener Regenschirm (auf der Post stehen geblieben).
Hanau am 20. Juni 1893.
Stadtkreis Hanau.
WeksnntmsLnngen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.
Bei der am 15. Juni er. staltgehabten Wahl zum Reichstage hat sich im 8. Wahlkreise des Regierungsbezirks Cassel auf keinen der Kandidaten eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen vereinigt.
Es hat daher eine engere Wahl stattzufinden und zwar zwischen den Herren
Bürgermeister W. I. Stroh zu Marköbel und
Redakteur Gustav H o ch zu Frankfurt a/M., welche bei der Wahl am obengenannten Tage die meisten Stimmen erhalten haben.
Bei der engeren Wahl kann nur einer der genannten beiden Kandidaten gewählt werden, alle auf andere Kandidaten fallenden Stimmen find ungültig.
Die engere Wahl findet statt
Freitag den 23. Juni ds. Js. und dauert die Wahlhandlung wie bei der ersten von vormittags 10 bis abends 6 Uhr. Die Wahlbezirke, die Wahlvorsteher, deren Stellvertreter und die Wahllokale bleiben unverändert, wie sie in meiner Bekanntmachung vom 27. Mai ds. Js. bestimmt sind.
Hanau am 19. Juni 1893.
Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
Wählt für den Frieden!
Alle Welt klagt über schlechten Geschäftsgang. Nicht wir allein leiden an Stockung des Waarenabsatzes, den anderen großen Kultur- staaten geht es ebenso md zum Theil noch weniger gut, weil wir es mit einer Welthandelsstockung zu thun haben.
Seit Beginn des Jahres hatte sich allmählich ein Aufschwung der Geschäfte zu regen begonren. Damit war es sofort wieder vorbei, als der vorige Reichstag die nothwendige Verstärkung des Heeres abgelehnt hatte. Fällt die Stichwahl schlecht aus, so werden unsere Feinde an der Seine von Neuem jubeln wie am Tage nach der Reichstagsaufiösuvg und ein neuer Druck wird sich auf alle Geschäfte legen, weil dann die Zukunft noch innen und außen erst recht unsicher erscheint und deshalb Niemand Geld in neue Unternehmungen stecken wird. Wird dagegen die Mili- târvorlase angenommen, so kehren auch das Vertrauen, der Unternehmungsgeist und besserer Verdienst wieder.
Die Gegner der Vorlage behaupten, Niemand denke an Krieg. Dieselben Leute haben das auch im Jahre 1870 behauptet — und zwei Monate darauf hatten wir den Krieg!
Wer aber trägt die furchtbare Last eines Krieges? Schon vom ersten Mobilmachungstage an trägt ihn der Landmann, der Gewerbetreibende, der Geschäftsmann, dir Arbeiter, — Allen wird der Verdienst entzogen! Die Militärvorlage will aber nicht nur den Krieg verhindern, sondern sie will, wrnn er trotzdem losbricht, verhindern, daß er im eigenen Lande geführt wird.
Das kann aber nicht verhindert werden, wenn wir unser Heer nicht so verstärken, wie es die Militärvorlage will. Das behaupten unsere kriegserprobten Generale, das behaupten auch die Reichslagsabgeordneten, welche früher Offiziere waren, wie der ehemalige Major Hinze vom Freisinn und der Major v. Huene vom Zentrum.
Wer weiß aber das Alles besser ? Es sind das l a ut e r Leute, die den Krieg gar nickt kennen, meistens gar nicht einmal Soldat gewesen sind! Es ist gerade, als ob der Landmann von einem Barbier sich sagen losten wollte, wie er seinen Acker bestellen, oder der Bierbrauer vom Schuster, wie er sein Bier brauen müßte! Richter hat ausgerechnet und die Sozialdemokraten machen es ihm gelehrig nach,