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Trier, 16. Juni. In Prüm ist die Wahl Brockmanns (Zentrum) gegen Nels (militärfreundliches Zentrum) wahrscheinlich.

Bonn. Stichwahl zwischen Spahn (Zentr.) und dem Liberalen.

Merzig. Roeren (Zentrum) gewählt.

Saarbrücken. Rechtsanwalt Boltz mit 11 000 Stimmen Mehr­heit gewählt.

Machen Zentrum gewählt.

Eupen Zentrum gewählt.

Neutz Zentrum gewählt.

Crefeld. Zentrum gewählt.

Duisburg. Stichwahl zwischen Hammacher (natl.) u. Euler (Z )

Bochum. Stichwahl zwischen Dr. Haarmann (natl.) und Fuchs

Mühlhausen, i. Th. Stichwahl zwischen Klemm (Reichsp.) und Aengstergerling (Soz.)

Homburg v. d. H. Stichwahl zwischen Westernacher (natl.) und Brühne (Soz.)

Worms. Heyl (natl.) gewählt.

Ottweiler. Freiherr von Stumm (Reichsp.) gewählt.

Bernkastel. Hier wurde Dieben (Zentrum) wiedergewählt.

Aschaffenburg. Pfarrer Haus (Zentrum) gewählt.

Augsburg. Stichwahl zwischen Breder (Soz.) und Deuringer (Zentrum) wahrscheinlich.

Ansbach. Stichwahl zwischen Kröber (Bolksp.) und Pelz (Soz.)

Hof. Stichwahl zwischen Berber (Zentrum) und Löwenstein (Soz.) höchst wahrscheinlich.

Kempten. Schmidt (Zentrum) gewählt.

Letzte Nachrichten des Depeschenbureaus „Herold".

Berlin, 17. Juli. Bis heute früh sind 318 Wahlresultate be­kannt geworden, davon sind definitiv gewählt:

38 Konservative und Reichsparteiler.

15 Nationalliberale.

58 Zentrum.

5 Bolksparteiler.

23 Sozialisten.

3 Freisinnige Vereinigung.

14 Polen.

6 Elsässer.

2 Antisemiten.

1 Däne.

1 Wildliberaler.

1 Bauernonndler.

Außerdem kommen 150 Stichwahlen in Betracht.

Aus Stadt, Msvinz und WWg^ßeud.

kleinere den Thatsachen entsprechende Mittheilungen über Vorkommnisse in hiesiger Stadt und deren Umgebung sind stets willkommen und werden entsprechend vergütet.)

Aus dem Jahresbericht der Handelskammer zu Hanau für 1892.

(Fortsetzung.)

Anilin- und Naphthalin-Farbenfabrik (Mainkur).

„Der Geschäftsgang während des Jahres 1892 in der Industrie der Theerfarben war befriedigend. Zwar wird der Wettbewerb ein stets schärfe­rer und macht die höchsten Anstrengungen erforderlich, um dem stetigen, wenn auch in diesem Jahre etwas gemäßigten Rückgang der Preise folgen zu können. Diese Verhältnisse drängen einerseits dazu, daß der Betrieb mehr und mehr den Grundsätzen der Großindustrie sich anpaßt, andererseits zur Erweiterung des Gebietes, um durch neue Erfindungen sich eigene Do­mänen zu sichern. Die hiesige Fabrik ist in der glücklichen Lage, eine Reihe solcher Spezialitäten zu besitzen, die einen um so dauernderen Werth zu haben versprechen, da sie wesentlich auf dem Gebiete der „echten" Farben für Wolle und Seide und der ohne Beize die Faser direkt färbenden für Baumwolle liegen. Ersteres ist besonders wichtig für Herstellung der besseren, letzteres für die Massenproduktion an billigen Waaren. Dank die­sen Umständen haben wir auch in diesem Jahre eine starke Vergrößerung der Produktion zu verzeichnen. Das beschäftigte Personal erreicht annähernd die Zahl von Tausend Köpfen. Der Güterverkehr betrug im vergangenen Jahre ca. 4800 Doppelwaggons, ein Verkehr, zu welchem die Stations­einrichtungen trotz eigenen Geleises nicht mehr ausreichen. Wir erwarten deshalb mit Ungeduld die Fortführung der Kanalisation des Mains, welche durch Überleitung des Kohlentransport auf den Wasferweg ausgiebige Er­leichterung verspricht. Auch die damit verknüpfte Frachtermäßigung ist für manche unserer Artikel eine um so nothwendigere Lebensbedigung, da unsere Konkurrenten meist günstiger situirt sind als wir, und die Arbeitslöhne, sowie die Lasten, welche die Sozialgesetzgebung dem Industriellen auferlegt, stetig steigen. Erfreulicher Weise können wir eine größere Stetigkeit des Arbeiter­personals gegenüber den letzten Jahren konstatiren. Die in unserem Be­triebe verwendeten Rohmaterialien zeigten keine gleichmäßige Tendenz. Die Produkte aus dem Theer erlitten keine bedeutenden Schwankungen und be­wegten sich im Ganzen weichend. Ringbildungen unter den Produzenten von Säuren und Soda brachten zum Theil bereits beträchtliche Preissteige­

rungen, zum Theil treten solche erst im nächsten Jahre in Kraft. Stein­kohlen gingen im zweiten Halbjahre wesentlich zurück und wurde deshalb ein versuchsweise eröffneter Betrieb mit Braunkohlen des Seligenstädter Vor­kommens wieder eingestellt. Die Handelsverträge haben uns nur Vortheile gebracht. Von auswärtigen Zöllen erweist sich der russische Eingangszoll für Farben (ca. Mk. 3.50 per Kilo, während der Verkaufswerth vieler Produkte in Deutschland nur Mk. 2.— beträgt) als besonders schädigend, t Deutsche Fabriken sahen sich durch diese Verhältnisse genöthigt, Filialen in Rußland zu errichten, natürlich zum Schaden derjenigen, die sich — wie wir — bisher nicht dazu entschließen konnten. Hoffentlich schafft der pro- jektirte neue deutsch-russische Handelsvertrag in dieser Beziehung Wandel. Die Unsicherheit betreffs des oeutsch-spanischen Handelsvertrags machte im Anfang des Jahres das spanische Geschäft sehr schwierig. Zollveränderun­gen dort, in Serbien, Rumänien und neuerdings in Griechenland blieben von untergeordneter Bedeutung. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika É haben auch unter der Herrschaft der Mc. Kinley-Bill ihren Eingangszoll von 35 pCt. ad valorem auf Anilinfarben nicht erhöht und wird einst­weilen dieser Zoll von der dortländischen Textilindustrie getragen. Die Aus­sichten für die nächste Zukunft scheinen der Industrie nicht ungünstig, hoffentlich wird auch der größte Konsument im Inland, der Staat, nicht stets auf dem ablehnenden Standpunkt gegenüber den Produkten unserer Industrie zum Zweck des Färbens der Militärtuche verharren und die Millionen, die noch hierfür außer Landes gehen, der einheimischen, hochent­wickelten und wirtschaftlich so wichtigen Industrie allmählich zuwenden."

(Fortsitzung folgt.)

Wahlresnltat Unserem gestrigen Verzeichniß ist noch nachzutragen Rüdigheim mit 45 St. für Stroh, 43 für Hoch, 29 für Stein und 1 für Hitze. Das Gesammtresultat ergibt jetzt: Stroh 7221, Stein 2032, Nickel 2354, Hoch 9900, Hitze 2015. Die amtliche Ermittelung des Ergebnisses findet am Montag statt.

Stichwahl. Nachdem die Reichstagswahl hier vom 15. Juni eine Stichwahl zwischen Herrn Bürgermeister Stroh und dem Sozialdemokra­ten Hoch erforderlich macht, so hat sich gestern sofort im Interesse der Wahl des Herrn Stroh ein größeres Komitee gebildet, welches von jetzt ab bis zur Stichwahl ein ständiges Büreau im Gasthaus „zur Post" er­richtete, woselbst aller Verkehr in dieser hochwichtigen Angelegenheit nunmehr stattfinden wird. Da es jetzt einzig und allein gilt, bei der bevorstehenden Stichwahl die Vertretung unseres Wahlkreises durch einen Sozialisten zu verhindern, so hofft das Wahlkomitee für Bürgermeister Stroh die energischste Unterstützung aller Vaterlandsfreunde ohne Aus­nahme aus jeglicher Berufsklasse in Stadt und Land zu finden. Es wird in aller Kürze eine größere Versammlung von Vertrauensmännern möglichst aus allen Orten des Wahlkreises stattfinden, wonach sich Städter uno Bauer, Beamter und Geschäftsmann gegen den gemeinsamen Feind verbünden und — alle sonstigen Unterschiede beiscitesetzend — zur Vertrei­bung desselben Hand in Hand geschlossen vorgehen werden.

Zur Wahlbewegltng. Mit Bezugnahme auf die im Jnseraten- theile unseres Blattes enthaltene „Erklärung" des Vorstandes des national­liberalen Wahlvereins werden wir von konservativer Seite darauf aufmerk­sam gemacht, daß der erwähnte Aufruf im „Main- und Kinzigboten" nicht von dem hiesigen konservativen Parteivorstand oder Wahlkomitee ausgegangen ist, vielmehr sich nur als Zeitungsartikel darstellt, welchen das genannte Blatt einer Veröffentlichung des „Bundes der Landwirthe" ent­nommen hat. Die Wahlaufrufe der konservativen Par' tei werden st et s von dem Vorstande unterzeichnet.

Erklärung Wir werden vom konservativen Parteivorstand wiederholt zu der ausdrücklichen Erklärung ermächtigt, daß Herr Reichstags­kandidat Stroh nicht nur gegen dos Tabaksmonopsl, sondern gegen jede Erhöhung des Tabakzolles und jegliche Beunruhigung der in unserem Kreise so wichtigen Tabakindustrie stim­men zu wollen erklärt hat.

Ausstellung. In der Aula der Königl. Zeichenakademie veran­staltet der hiesige Kunstverein von morgen Sonntag den 18. Juni bis Sonntag den 2. Juli, täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, eine Ausstellung von Gemälden, sowie 130 Originalhandzeich­nungen von Alters.

Allg. christl. Arbeiterverein. Die gestern Abend stattge­fundene zahlreich besuchte Monatsversammlung beschäftigte sich, nachdem er­freulicherweise die Erstarkung des Vereins stetig zunimmt, mit der von ver­schiedenen Seiten angeregten Gründung einer Sterbe-, sowie desgleichen einer Kartoffelkasse. Beschlossen wurde, nachdem sich die anwesenden Mit­glieder vollzählig zum Beitritt der genannten Kassen erklärt hatten, einer demnächst einzuberufenden Generalversammlung bestimmt formulirte Anträge betreffs der Gründung vorzulegen. Das am 16. Juli stattfindende Wald- fest des evang. Arbeitervereins zu Frankfurt a. M. wird benutzt werden, den Besuch der Frankfurter gelegentlich des Stiftungsfestes des hiesigen Vereins zu erwidern. Hoffentlich ist die Betheiligung eine recht starke.

Verletzt Beim Heumachen^fiel am Donnerstag ein in Hochstadt beschäftigtes Dienstmädchen in eine Sense und zog sich dabei eine nicht un­erhebliche Verletzung am linken Bein zu.

17. Juni 1893.