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Nr 139.

Samstag den 17. Juni

1893

MWMIIi^aa^AMMaMgM^^IIW^,,,,»TIMMMMMMinMMMMMlMMnninMr Amtliches.

Steckbrief.

Der unten näher bezeichnete Rekrut Valentin Meinrad Zimmer­mann des Landwehrbezirks Darmstadt entzieht sich der Kontrole.

Sämmtliche Militär- und Zivilbehörden werden ersucht, nach demsel­ben zu fahnden, ihn im Ergreifungsfalle zu arretiren und an die nächste Militärbehörde abzuliefern.

Signalement: Familiennamen: Zimmermann, Vorname: Va- lentin Meinrad, Geburtstag: 15. August 1872, Geburtsort: Bischofs­heim a. d. RH., B.-A. Neustadt a./S., Religion: katholisch, Gewerbe: Tag­löhner, Größe: 1 m 64 cm, besondere Kennzeichen: Keine.

Darmstadt den 12. Juni 1893.

Stamm, Oberstlieutenant z. D. und Kommandeur des Landwehrbezirks I Darmstadt.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Herren - Sonnenschirm. Ein nicht unbedeutender Geldbetrag in Papier gewickelt. Ein Metzgereimer mit Blut. Ein grüner leerer Ziehbeutel. Sieben tannene Dielen und eine Anzahl Latten (im Lamboywald liegen geblieben). Ein Hanfnetz.

Vom Wasenmeister eingefangen: ein grauer Pinscher m. Geschl.

Verloren: Für 1 Mk. 10 Pfg. Briefmarken.

Hanau am 17. Juni 1893.

Stadtkreis Hanau.

KekanntMschttnge« des OberbÄrgermeifteramtrs.

In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni d. Js. sind wiederum an den Anlagen und Blumenpflanzmigen in der Haingasfe erhebliche Beschädi­gungen vorgekommen, ohne daß es gelungen ist, den oder die Thäter zu ermitteln. Wir sehen uns durch diese bedauerlichen Vorkommnisse veran­laßt, denjenigen Personen Belohnungen bis zur Höhe von 20 Mk. zuzu- fichern, welche die Verüber von Beschädigungen der städtischen Anlagen so zur Anzeige bringen, daß deren gerichtliche Bestrafung bewirkt werden kann.

Hanau am 14, Juni 1893.

Der Stadtrath:

8081 Dr Gebeschus.

Für die nach § 6 der Königlichen Verordnung vom 25. Mai 1887, betreffend die Einrichtung einer ärztlichen Standesvertretung, im November l. J. stattzu findende Neuwahl der Mitglieder der Aerztekammer ist die Liste der wahlberechtigten Aerzte im Regierungsbezirke Cassel auf dem Rath­hause vom 19. d. Mts. an 14 Tage lang zur Einsicht der Herren Aerzte aufgelegt, was hiermit zur Kenntniß derselben gebracht wird.

Hanau am 12. Juni 1893.

Der Oberbürgermeister 8117 Dr. Gebeschus.

Stadttaffe.

Alle Diejenigen, welche mit Umlage und Schul­geld noch im Rückstände sind, werden an alsbaldige Zahlung mit dem Bemerken erinnert, daß bis 26. Juni d. J. Zahlung bis Juni einschl. zu leisten ist und daher vom 27. Juni an die Beitreibung auf die Monate April bis einschließlich Juni 1893 sich erstrecken wird.

Hanau den 5. Juni 1893.

Studtkasse. __________7590

Lagessch au.

Berlin, 16. Juni. DerReichs- und Staatsanz." veröffentlicht: 1) Gesetz, betreffend tue Abändernr g von Amtsgerichtsbezirken. Vom 30. Mai 1893. 2) Gesetz, betreffend die Abänderung von Amtsgerichtè- bezirken. Vom 30. Mai 1893. 3) Gesetz, betreffend die Errichtung eines

1 Amtsgerichs in der Stadt Ohligs. Vom 30. Mai 1893. 4) Gesetz, be­treffend den Einfluß von Vorrechtseinräumungen auf das geringste Gebot in dem Verfahren der Zwangsversteigerung. Vom 30. Juni 1893.

Berlin, 16. Juni. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Vorträge des Reichskanzlers sowie des stellvertretenden Chefs des Militärkabinets, Obersten von Lippe, entgegen und begrüßten mittags im Neuen Palais Seine Königliche Hoheit den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin.

Berlin, 17. Juni. Für die Reichstagswahl waren nicht weniger als 1401 Kandidaten in den 397 Wahlkreisen vorhanden. Es haben Kandidaten aufgestellt: Sozialdemokraten 359, Freisinnige 255, Zentrum 225, Nationalliberale 153, Konservative 135, Antisemiten 89, Volkspartei 39, Freikonservative 36, Polen 22, Bayerische Bauernpartei 22, Welfen 19, Elsäsfer 14, Mecklenburger Rechtspartei 7, Wilde 2, Reußische Parti- kularisten 1, Bund der Landwirthe 5, Lithauer 4, Dänen 3, Hesnsche Rechtspartei 2, Mittelstandspartei 1, Handwerkerpartei 1, zusammen 1401 Kandidaten.

Berlin, 16. Juni. Vom Eisenbahnregiment befindet sich bereits ein Major mit mehreren Offizieren in Chicago zum Studium der Aus­stellung. In diesen Tagen begibt der Oberst des Regiments sich nach Hamburg, um dort die Abreise eines Kommandos von zehn Offizieren des­selben Truppentheils nach Amerika vorzubereiten. Dieses Kommando ist zum Studium des gesammten Eisenbahnwesens nach Amerika beordert. Sämmtliche Offiziere rufen auf Kosten der Regierung und ist jedem seine spezielle Reiseroute vorgeschrieben, die er nach einigen Tagen Aufenthalts in Chicago einzuschlagen hat. Spezielle Berichte über die einzelnen Reisen werden fortlaufend von den Offizieren eingesordert. Diese Berichte sollen sich ^vornehmlich auf Brücken, Uebergânge, Unterführungen u. s. w. der Bahnen und die entsprechend damit zusammenhängenden Bauten beziehen.

(stth. K.)

Berlin, 15. Juni. DieNat.-Ztg." erfährt, der englische Kommissar für die deutsch-englische Abgrenzung in Ostafrika Smith werde Ende dieses Monats hier erwartet, um die Gnnzvcrhandlungen hier zu beendigen. Deutschland wird bei den Verhandlungen durch den Reichs- kommissar Peters vertreten sein.

Berlin, 16. Juni DieAllgemeine Prämien- und Rentenbank" in Rotterdam bietet Staatsanlehenslose und Antheile von solchen nament­lich in Deutschland an. Der Inhaber dieser Bank ist, wie derReichs­anzeiger" schreibt, der ehemaligeDirektor" der wenig vortheilhaft bekann­ten Brüsseler Zentralbank, Maurice Barnai, auch Schindler genannt, der sich, nachdem er kürzlich aus Belgien ausgewiesen worden war, in Rotter­dam unter der genannten Firma needergclassen hat. DieAllgemeine Prä­mien- und Rentenbank" ist auch mit der Firma Duttinö u. Ko. in Rotter­dam identisch.

Berlilt, 16. Juni. Die Berliner Wahlen haben sich in größter Ordnung vollzogen. Abends war der Andrang zu den sozialdemokratischen Versammlungen ein enormer. Der große Konkordiasaal wurde um 9 Uhr polizeilich gesperrt, nachdem derselbe von 5000 Besuchern überfülle war. Tausende von Arbeitern füllten die Straßen, verhielten sich aber musterhaft. Vorwärts" meint in Anbetracht der Zunahme der Sozialisten im künftigen Reichstag werde der 15. Juni ein Ruhmestag des deutschen Proletariats, derselbe werde in den Geschichtsbüchern der Zukunft alle blutigen Siege der Mawmonsanbeter weit überstrahlen. (K. Tbl.)

DasMarins-Verord.-Bl." veröffemlicht nachstehende kaiserliche Kabinetsordre:Ich bestimme, daß der nach dem Mir vorpelegten Muster dargestellte Wimpel alsBreitwimpel Sr. Majestät des Kaisers" unter die Kommandozeichen Meiner Marine ausgenommen wird. Es wird nur auf Meinen Befehl gesetzt und nieder geholt, und zwar auf einem Meiner Schiffe im Großtopp, im Bote am Bug, und wird des Weiteren nach den allge­meinen Bestimmungen über Kommandozeichen behandelt. Er bedeutet Meine Anwesenheit und Meinen Willen, daß das Salutiren, Paradiren und Auf­entern mit Hurrahrufen unterbleibe und Mir nur durch die rollenmäßige Sicherheilswache und Fallreepsgâste die für einen kommandirenden Admiral vorgeschriebenen Ehrenbezeugungen erwiesen werden. Sie haben wegen Aufnahme der nöthigen Bestimmungen in das Flaggen- und Schutz-Regle­ment das Weitere zu veranlassen. Danzig, den 31. Mai 1893. An