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Amtliches.

Kamdkreis- Hm-mr.

MrkannkMachuugen des Königlichen KandrathsamteS.

Mit Bezug auf die Vorschriften in de §§. 4 und 6 der Allerhöchsten Verordnung, betreffend die Einrichtung eu er är ztlichen Standesvertretung vom 25. Mai 1887, Ges.-Sammlung S. 169, mache ich hierdurch bekannt, daß eine Liste der nach dieser Verordnung wahlberechtigten Aerzte des Re­gierungsbezirks Cassel vom 16. bis LS. Juni d. J. in dem Büreau des hiesigen Landrathsamtes während der üblichen Geschäftsstunden an den Wochentagen zur Einsicht öffentlich ausgelegt wird.

Einwendungen gegen die Liste sind unter Beifügung der erforderlichen Bescheinigungen bis zum 14. Juli d. J. bei dem Vorstande der Aerztekam- mer anzubringen.

Hanau am 14. Juni 1893.

Der Königliche Landrath

V. 5008. v. Oertzen.

Der am 17. Juni 1877 zu Langendiebach geborene und am 26. Mai 1891 nach Amerika ausgewanderte Karl Friedrich Göbel hat um Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande nachgesucht.

Hanau am 9. Juni 1893.

Der Königliche Landrath

V. 4954. v. Oertzen.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine Quittungskarte Nr. 2, ausgestellt für den Tage­löhner Joh. Kroth aus Hainbuchenthal. Ein großer Gumwiballcn. Ein Knaben- und ein Mädchenstrohhut. Ein Spazierstock. Ein schwarzer Da­mensonnenschirm. Ein Paar braune Damenhandschuhe. Ein rothes Knöps- tüchelchen nebst weißem Kinderkragen. Ein rother Sonnenschirm mit zer­brochenem Stiel. Eine hellgraue Damentaille. Ein schwarz-seidener Son­nenschirm.

Vom Wasenmeister am 14. b. Mts. eingefangen: ein weiß-gelber Spitzhund m. Geschl.

Entflogen: Drei Kanarienvögel.

Verloren: Eine Pferdedecke. Ein Portemonnaie mit ca. 8 Mark. Ein Arbeitsrock nebst Brieftasche, enthaltend: einen Gewerbeschein, Hundefahr­schein sowie eine Sparbüchse; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Hanau am 15. Juni 1893.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Dienstag den 20. Juni 189 3 7952

Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau.

Handelskammer in Hanau.

Oeffentliche Sitzung Freitag den 16. Juni cr4, nachmit­tags 4 Vs Uhr, im unteren Saale des Rathhauses in Hanau. 7926

t Auf zur Wahl!

Der Wahltag Donnerstag ist nunmehr erschienen ! An diesem Tage gibt es für den wahlberechtigten Bürger keine andere, keine höhere Pflicht, als sein Wahlrecht auszuüben, dabei aber auch andere säumige Wähler zur Ausübung ihrer Wahl­pflicht anzuhalten!

Seit Bestehen des Reiches ist wohl noch nie eine so ernste, wichtige und bedeutungsvolle Frage an das deutfche Volk herangetreten wie bei der gegenwärtigen Wahl! Ernst, wichtig und bedeutungsvoll in zweierlei Hin- stcht! einmal durch das, was auf dem Spiele steht; denn an diesem Tage soll das deutsche Volk die Probe darauf bestehen, ob fein nationales Bewußtsein in den letzten zweiundzwanzia Jahren so erstarkt ist, daß es stch durch nichts hindern läßt, die Opfer zu bringen, die für die Erhaltung

Donnerstag den 15 Juni

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1893

des Friedens, für den glücklichen Ausgang eines Krieges, für die Sicher­stellung des Reichs, für die Aufrechterhaltung der Stellung Deutschlands i in Europa gebi acht werden müssen; dann aber auch ernst, wichtig j und bedeutungsvoll wegen der Zahl der Gegner, wgen der Größe der Gefahren und Hindernisse, die dem deutschen Volke in seinem eigenen Cchooße erwachsen sind und deren wir Herr werden müssen, wenn wir einer abschüssigen Entwicklung unseres Vaterlandes vorbcuzen und den Ab­grund vermeiden wollen, in den uns die inneren Gegner nicht weniger wie die äußeren Feinde hineinzuziehen drohen.

Wir zweifeln nicht, deß die patriotische Gesinnung im deutschen Volke eine starke ist, wir zweifeln nicht, daß das deutiche Volk mit ganzem Herzen dem Vaterlande zugeihan ist und dessen glückliches Gedeihen, die Erhaltung des Reichs, die Erhaltun, des Friedens oder sollte uns die Vorsehung kriegerische Verwicklungen beschieden haben den siegreichen Ausgang eines Krieges wünschte. Aber wenn das Volk dies» will und wünscht, muß es auch das einzige zu diesem Ziel führende Mittel wollen, nämlich die Verstärkung der Wehrkraft! Nur wenn das Ergebniß der Wahlen die Verstärkung der Wehrkraft sicher stellt, können wir darauf rechnen, daß uns der Friede, daß uns das Reich er­halten bleibt und daß wir in einem etwaigen neuen Kriege siegreich sein werden!

Wird das deutsche Volk ffjt die Probe bestehen, auf die es gestellt ist? Zweifellos, wenn alle Patrioten am Wahltage ihre Schul digkeit thun! Das ist aber um so nothwendiger, als die geg­nerischen Parteien, die die Verstärkung der Wehrkraft ablehnen, außerordent­lich rührig und eifrig in der Aufbietung aller ihrer Kräfte sind, um mit hochtrabenden glänzenden Redensarten ihre kleinlichen, elenden Paiteiinte- ressen zu fördern.

Gegenwärtig sind diese inne re n Gegner uns weit gefährlicher als die äu ßer e n Fein de: denn jene machen diesen ob sie sich nun dessen bewußt sind oder nicht die Bahn frei! Ohne Einsicht in die Dinge der Wirklichkeit, ohne Kenntniß militärischer Verhältnisse, ohne Urtheil über den Ernst der Lage, unterstützt von der Kurzsichtigkeit, die nicht über den engen Rahmen der Gegenwart hinaus­schaut und nur den augenblicklichen Vortheil einer kleinen Ersparniß, nicht aber den Gewinn einer festen und sicheren Kapitalsanlage gelten läßt, wollen sie, die zum Theil sogar Reich und Staat mit bewußter Absicht zu zerstören trachten, dem Vaterlande die Mittel verweigern, deren es zu seinem Schutz und zu seiner Vertheidigung bedarf. Besonders gefährlich aber sind sie augenblicklich dadurch geworben, daß sie mit den unglaublichsten Mitteln, mit allerhand Vorspiegelungen, Täuschungen, Verdrehungen den klaren Sinn des Volkes zu verwirren und die ein­zelnen Volksklassen durch Versprechungen von allerhand materiellen Vor­theilen auf ihre Seite zu ziehen suchen. So wird in einem Flugblatt zur Empfehlung des freisinnigen Kandidaten gesagt, daß erdie volle Wehr­kraft des Reichs erhalten" unddie zur Durchführung der zweijährigen Dienstzeit erforderlichen Mittel ohne Mehrbelastung des Volkes bewilligen" werde. Das ist einfach Unsinn, Täuschung, Vorspiegelung!

Man unter schätze die Wirkungskraft solcher Verdrebungskünste auf die große Masse nicht! Deshalb gilt es, daß wir unsere gesammte Macht aufbieten, um die Gegner und die von ihnen irre geleiteten Wähler zu überwinden! Man berufe sich nicht auf seine gute patriotische Gesinnung! Heute gilt es sie zu beweisen und zu bethätigen! Richt ein einziger Patriot darf am Wahltage dem Vaterlands seine Wahlstimme entziehen: um es zu schützen und zu retten, muk ein Jeder seine Stimme zu Gunsten desjenigen Kan­didaten abgeben, der für die Erhaltung des Fliedens und des Reichs, aber auch für das einziae hierzu dienlicke Mittel: für die Ver­stärkung der Wehrkraft, für die Militärvorlage entschieden eintritt.

Fort mit der Gleichgültigkeit, mit der Lauheit, mit der Trägheit! Nur an diesem einem Tage gilt es, die Vaterlandliebe, die man im Herzen trägt, durch die kleine kostenlose Mühe einer Abstim­mung zu bethätigen!

Auf zur Wahl! Auf zum Siege mit tem Ruf: Mit Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland!