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Donnerstag den 25. Mai

1893

Amtliches.

Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilung der Kaiserlich Russischen Postverwaliung wer­den durch ein am 1./13. Juni in Rußland in Kraft tretendes Zoll­gesetz russische Kreditbillets sRubelnoten tc) sowohl bei der Ein­fuhr wie bei der Ausfuhr den zollpflichtigen Gegenständen bei­gezählt, und dürfen daher mit Bezug auf Artikel 16 des Weltpostver- trages, welcher die Einlegung zollpflichtiger Gegenstände in gewöhnliche oder eingeschriebene Briefpostsendungen verbietet, vom genannten Zeitpunkte ab in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefpostsendungen nach oder aus Rußland nicht mehr versendet werden. Die russischen Behörden werden in den Fällen, wo in derartigen Sendungen bei der An­kunft oder beim Abgänge das Vorhandensein russischer Krcditbillets festge­stellt wird, 25 Prozent von der vorgefundenen Summe als Strafe einbe­halten.

Auf die Versendung von russischen Kreditbillets in Briefen mit Werthangabe bezieht sich obige Mittheilung nicht.

Berlin W., 18. Mai 1893.

Reichspostamt, I. Abtheilung. Sachse.

Stadtkreis Hanau.

Wegen Fortschreitens der Sielbauarbeiten ist die Absperrung der Hirschgasse von Dannersikag den 25. d» Mis. zunächst zwischen Mühlstcaße und Langstraße und entsprechend dem Arbeitsfortschritt bis zur Nürnbergerstraße für den Fuhrverkehr angeordnet.

Uebertretungen werden mit Geldstrafe bis zu 9 Mark subs. 3 Tagen Haft bestraft.

Hanau am 20. Mai 1893.

Königliche Polizeidirektion.

P. 4944. I. A.: vr.'Köhler, Regierungsassessor.

Landkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Im Reichstag ist zur Sprache gebracht, daß die Verwaltungsbehör­den zuweilen die Versicherten dafür verantwortlich machen, wenn in den Quittungskarten für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung Marken für eine Zeit, während deren der Inhaber der Karte in einer die Versicherungs­pflicht begründenden Beschäftigung gestanden hat, fehlen.

Ein solches Verfahren entspricht nach einem Erlaß der Herren Ressort­minister vom 24. v. Mts. nicht den Vorschriften des Gesetzes vom 22. Juni 1889. Nach diesem Gesetze sind vielmehr die Arbeitgeber für die rechtzeitige Beibringung der Marken verantwortlich und im Falle der Säum­niß strafbar (§. 109, 143 a. a. O.).

Cassel den 5. Mai 1893.

Der Regierungspräsident.

I. V.: v. P a w e l.

Wird zur allgemeinen Kenntniß gebracht.

Hanau am 24. Mai 1893.

Der Königliche Landrath

J- 230. v. Oertzen.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Verloren: Ein Granatarmband (in der kath. Kirche oder auf dem Wege dorthin).

Hanau am 25. Mai 1893.

Buchstabe und Geist.

., ^ Freisinnigen mühen sich fitzt ab, bei ihren Wählern Verständniß tur ihr Verhalten gegenüber der Militär Vorlage zu verbreiten und sich in Bezug auf die weitere Entwickelung der Dinge gegenseitig Muth zu machen. Hrerbei gibt cs nun aber auch einen wunden Punkt, über den schlecht hin- wegzukommen ist. Das freisinnige Programm, auf das die Partei einge­

schworen, fordertvolle Durchsührrmg^der allgemeinen Dienstpflicht bei mög­lichster Abkürzung der Dienstzeit"!

Daß die Militärvorlage eben dieses selbe Ziel verfolgt und verwirk­lichen will, wonach die Partei programmmäßig streben soll, ist schon oft genug dargelegt worden. Wie es aber kommt, daß die Partei jetzt in eben diesem Punkte versagte und die Vorlaae zu Falle bringen konnte, obwohl sie ihr Programm damit der Verwirklichung näher führen konnte, darüber hat man bisher vergebens auf Aufklärung gewartet. Vermuthlich besteht auch bei einer ganzen Reihe freisinniger Wähler, die nicht blind Personen­kultus treiben, das Bedürfniß, hierüber aufgeklärt zu werden: denn der Widerspruch zwischen Programm und That ist doch ein allzu starker, als daß man ihn ruhig mit dem Mantel der Liebe oder des blinden Gehorsams zudecken könnte.

Um dieses Bedürfniß zu befriedigen und offenbar in der Erkenntniß, daß man nicht gut thut, hierüber mit Schweigen sortzugehen, hat der frei­sinnige Abgeordnete Munckel im dritten Berliner Wahlkreise den Versuch gemacht, eine Erklärung für den Widerspruch zu finden. Herr Munckel rechtfertigte das Vorgehen der freisinnigen Volkspartei mit der philosophischen Wendung, daß man einig sein wollte in dem, was man thue, und so sei es gekommen, daß seine Fraktion sich theilte und ein Ganzes ent­stand:denn ein Ganzes sind wir jetzt mehr als vor der Trennung." Ob diese neue mathematische Formel auch nur bei den Blindgläubigen Beifall finden wird, steht dabin. Dies wird indes völlig in den Hintergrund ge- biângt durch die Erklärung des Widerspruchs:Das Programm der Frei­sinnigen besteht nicht bloß aus Buchstaben, sondern hat einen Geist, und gegen diesen Geist verstößt derjenige, welcher für eine solche Militär­vorlage stimmt."

Da haben wir's! Auf die Buchstaben des Programms und des Satzes von der vollen Durchführung der allgemeinen Dienstpflicht kommt es nicht an: wer wird ein so kleiner Geist sein, daß er sich nicht darüber hinwegsetzt! Mögen die Buchstaben sein, welche es wollen: auf den Geist kommt es an.Der Buchstabe tödtet denkt Herr Munckel aber der Geist macht lebendig", und der Geist des Programms ist mit der Militär­vorlage unvereinbar."

Aber wie entdeckt man diesen Geist der Freisinnigen, wenn die Buch­staben des Programms so gar keinen Anhalt gewähren sollen? Offenbar ist es ein großer Vorzug des fortschrittlichen Geistes, stets und zu jeder Zeit im Bedarfsfälle selbst in einer Gestalt heroorzutreien, der mit den Buchstaben keine Uebereinstimmung hat. Wie sich ein Wort da einstellt zur rechten Zeit, wo Begriffe fehlen, so kommt der freisinnige Geist in be­sonderer Gestalt zum Vorschein, auch wenn genug Buchstaben vorhanden sind, die nach einer anderen Richtung weisen.

Dieser Geist das ist der Gei st des Widerspruchs, der Geist, der stets verneint! Der hat sich auch jetzt wieder offen­bart, wie stets und zu allen Zeiten, wo es sich um große wichtige Lebens­fragen handelte. Ueber die Buchstaben patriotisch klingender Worte, mit denen man Anhänger zu gewinnen hofft, setzt sich dieser Geist stets hin­weg :Alles, was man Zerstörung nennt, das ist sein eigentliches Ele­ment.,, Immer und von jeher hat er verneint, zersetzt, zerstört: und diesen Geist sollte es nicht möglich sein zu bannen und zu überwinden? Gegen diesen Geist, der sich hinter jeden Buchstaben verkriecht, um ihn nachher zu verleugnen, müssen wir Front machen; ihn unschädlich zu machen ist eine Hauptaufgabe des Volkes wie stets, so auch fitzt bei den Wahlen. Erkennt dies das Volk, begreift es seine Pflicht, ihn zu beugen und zu bändigen, dann wird der Geist, der stets das Böse will, auch ein­mal Gutes geschafft haben.

i ti g H f i^ a n.

Berlin, 24. Mai. Seine Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Vize-Konsul in Shanghai Maximilian von Loehr znm Konsul in Valparaiso zu ernennen geruht. Dem zum Kaiserlich russischen Konsul in Königsberg t. Pr. ernannten Kollegien­assessor Paul Melnikow ist das Exequatur namens des Reichs ertheilt worden.

Berlin, 24. Mai. Der in Berlin weilende französische Botschafter Herbette hat sich, wie wir gemeldet haben, mit kurzem Urlaub nach Frank-