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Donnerstag den 20. April
1893
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Amtliches.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Nachdem die Revision der stempelpflichtigen Verhandlungen, Proto solle rc. stattgefunden hat, ersuche ich die Herren Bürgermeister die einge- sandten Aktenstücke rc. gelegentlich durch zuverlässige Boten wieder hier abholen zu lassen:
Hanau am 18. April 1893.
Der Königliche Landrath
A. 1093. v. Oertz en.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Auf dem letzten Viehmarkt stehen geblieben: Eine rothbraune Kuh.
Gefunden: Eine ziselirte silberne Broche.
Entlausen: Ein schwarzer engst Hühnerhund m. Geschl.
Zugelaufen: Ein schwarzer Spitzhund mit Maulkorb m. Geschl.
Verloren: Ein goldenes Anhängsel von einer Uhrkette; dem Wie- berbringer eine Belohnung.
Hanau am 20. April 1893.
Stadtkreis Hanau.
Kekanntmachangen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung, das Volksbad am Main betreffend.
An dem am 1. Mai wieder zu eröffnenden Volksbade am Main wird der stadlseitig bestellte Badeaufseher in den Monaten Mai und September von morgens 6 — 9 Uhr vormittags, in den Monaten Juni, Juli, August von morgens 5—9 Uhr vormittags und nachmittags von 2 Uhr bis zur; «ingebrochenen Dunkelheit an allen Werk, Sonn- und Feiertagen anwesend sein. Es wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht mit dem Bemerken, daß vor dem Baden in den Zwischenstunden von vormittags 9 bis nachmittags 2 Uhr wegen mangelnder Aufsicht gewarnt wird.
Hanau den 10. April 1893.
Der Oberbürgermeister
6061 J. V.: Heraeus.
Handelskammer in Hanau.
Orffentliche Sitzung Freitag den 21. April er., nachmittags 5 Uhr, im unteren Saale des Rathhauses in Hanau. 5421
Tagesschau.
Berlin, 19. April. Der „Reichsauzeiger" schreibt bezüglich der Reise Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin nach Rom folgendes: Die innigen Freundschaftsbeziehungen, welche zwischen den beiden Monarchen Mid den Häusern Savoyen und Hohenzollern bestehen und eine kräftige Stütze für die gemeinsamen politischen Interessen der beiden verbündeten ■ Saaten bilden, kommen, wie schon so oft und noch zuletzt im vorigen ■ ^ahre, wo die Kaiserlichen Majestäten durch den Besuch Ihrer Königlich italienischen Majestäten in Potsdam erfreut wurden, auch jetzt in der Theillahme an dem Familienjubelfest des italienischen Königspaars zu überzeugendem Ausdruck. Auch das deutsche Volk nimmt herzlichen Antheil an - sem Familienfest in dem Königlich italienischen Hause und steht in seinem ' taijer den erhabenen Dolmetscher für die Gefühle der Verehrung, die es i ur den Freund Deutschlands, den König Humbert, und Allerhöchstseine Nemahlin bei Allerhöchstderen fünfundzwanzigjährigen Ehejubiläum empfindet, und die es in dem Wunsche züsammenfaßt, daß das hohe Paar noch lange sich des Glücks erfreuen möge, das ihm bisher beschieden, daß König Sumbert noch lange zum Segen Seines Volkes an der Seile Seiner er- Wenen Gemahlin das schöne Land regieren und daß die Vorsehung die ohen Ziele der Verwirklichung eutgegeuführen möge, die sich König Humbert ur das Glück Seines Volkes und für die Erhaltung des Friedens gesteckt ' at. Das deutsche Volk begleitet die Kaiserlichen Majestäten auf der Fahrt ’
nach Rom mit um so dankbareren Gefühlen, als es baifh den erneuten Beweis für die Festigkeit des Bandes erblickt, das die beiden Staaten unter einander und zugleich mit Oesterreich-Ungarn verbindet.
Berlin, 19. April. Der „Reichsanzeiger bemerkt: Wie wir hören, bestätigt es sich, daß Ihre Kaiserlichen Majestäten Sonntag den 23. April Seiner Heiligkeit dem Papst einen Besuch abstatten werden. Dieser Besuch wird sich in denselben Formen bewegen, die bei dem ersten Besuch beobachtet wurden, welchen Seine Majestät der Kaiser und König dem Papst im Jahre 1888 abgestattet hat.
Berlin. Mit den Aussichten der Militärvorlage beschäftigen sich alle Tagesblätter, gehen aber in ihren Anschauungen über das endgiltige Resultat zumeist weit auseinander. Nach der „Vossischen Zeitung" wäre eine Auflösung des Reichstages unwahrscheinlich. Das Blatt ist überzeugt, daß im entscheidenden Momente mit Hilfe eines Theiles des Zentrums sich eine, wenn auch kleine Regierungsmehrheit zusammenfinden wird.
Berlin, 19. April. Der Stettiner Möbelbändler Cohn, welcher im Oktober 1892 seiner Geliebten, der Köchin Wollmann zu Berlin, eine vergiftete Torte zugesandt hat, durch deren Genuß zwei andere Personen erkrankten, wurde wegen Mordversuchs heute zu achtjährigem Zuchthaus vcrurtheilt. (Fr. N.)
Berlin, 19. April. Wegen Checkfälschung zum Nachtheil der Dresdener Bank verurtheiile die Strafkammer des hiesigen Landgerichts den Handlungsgehilfen Ludwig Levy zu 3 Jahren 6 Monaten, den Lehrling Siegfried Grünthal zu 2 Jahren 3 Monaten, den Kaufmann Wilhelm Prüfer zu 9 Monaten, den Kaufmann Knappe zu 6 Monaten, den Kaufmann Oskar Peter zu 6 Wochen Gefängniß.
Sigmaringen, 19. April. Der Ostflügel des Residenzschlosfes ist vollständig emgeäfchert, dagegen sind viele werthvolle Mobilien, wie sich jetzt erst Heraussleüt, gerettet worden. Der Brand ist durch einen Monteur bei der elektrischen Leitung verursacht worden. Der Monteur wurde verhaftet, es liegt da nur Fahrlässigkeit vor.
Wien, 19. April. Dem „Fremdenblatt" zufolge wird hinsichtlich der Vertragsoerhandlung mit Rumänien beiderseits das größte Gewicht darauf gelegt, die Verhandlungen baldigst zu beendigen. Man erwartet sicher, daß dieses Ziel spätestens in den ersten Tagen des Mai erreicht wird. — Die „Polit. Korr." meldet aus Dresden: Durch Vermittelung des österreich-ungarischen Delegirten zur Sanitätskonferenz in Dresden, Hengelmüller, wurde dem Grafen Kalnoky der auf Antrag des ersten Delegirten der russischen Regierung gefaste einhellige Beschluß der internationalen Sanitätskonferenz übermittelt, Kalnoky als Urheber und Förderer des weisen staatsmännischen Gedankens zu beglückwünschen, der zur Einberufung der Sanitätskonferenzen in Venedig und Dresden geführt hat. (Fr. N.)
Bern 19. April. Das Departement des Auswärtigen macht offiziell bekannt: Ihre Majestäten der Kaiser Wilhelm und die Kaiserin Auguste Victoria werden am 2. Mai in Luzern von einer Delegation des Bnndes- raths, bestehend aus dem Bundespräsidenten Schenk, dem Vizepräsidenten des Bundesraths Friy und dem Chef des Departemen ts des Auswärtigen Lachenal, begrüßt werden. Ihre Majestäten werden gegen 10 Uhr, wenn das Wetter es erlaubt, mit Dampfschiff von Flüelen her in Luzern eintreffen und sich dort bis ungefähr Mittags aufhalten; den Majestäten wird ein Dejeuner offerirt werden. Alsdü! n wird die Reise über Basel fortgesetzt. Drei höhere Offiziere werden an die italienische Grenze entsandt werden, um die Majestäten auf der ganzen Durchfahrt durch das Schweizergebiet bis an die deutsche Grenze zu begleiten.
Kopenhagen, 19. April. Das Theater in Frrderikshaven ist vollständig niedergebranut. Die Schauspieler retteten sich mit knapper Noth. (K. T l.)
Rom, 19. April. Das Wetter ist prächtig, die Stadt belebt. Die Eisenbahnen bringen, nach den „Fr. N.", Tausende von Fremden aus den Provinzen und dem Auslande. Die Hoteis sind überfüllt, die mö- dliiten Zimmer sind größtenthcils vermiethet. Die Via nozio- ale, die Zu- gânge zum Quirinal und der Bahnhof prangen im Fest schmuck.
Paris, 19. April. Das Zuchtpolizeigericht verurtheilte die Administratoren der Sociéi é des depots, welche des Betruges und der Ver- theilung fingirter Dividenden angeklagt waren, und zwar Donon zu