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Die V/ifp. Zell« 15 4.

Die 2spalt. Zeile 20

Die Sspalt. Zeile 30

Nr. 91.

Mittwoch den 19 April

1893

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Zwecks Fortsetzung der Sielbauarbeiten ist von Donnerstag den 20. April d. Js. ab die Absperrung der Schützengasse zwischen Französische Allee und Schnurgasse, der Schäfergasse und der Para­diesgasse für den Fuhrverkehr angeordnet.

Übertretungen werden mit Geldstrafe bis zu 9 Mark event, bis zn 3 Tagen Gefängniß bestraft.

Hanau am 18. April 1893.

Königliche Polizeidirektion, v. O ertzen.

Landkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter der Schafheerde zu Oppelshausen, Gemarkung Engelthal (Krei­ses Büdingen), ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 17. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 3090. J. A.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.

Nach Mittheilung des Großherzoglichen Kreisamts zu Büdingen ist die Maul- und Klauenseuche in Bleichenbach erloschen.

Hanau am 17. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 3089. I. A.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgernreifteramtes.

Bekanntmachung.

Bebufs Vornahme dringender Reparaturen ist die städtische Badean­stalt am Montag den 24. April geschlossen.

Hanau den 18. April 1893.

Der Oberbürgermeister

5345 I. V.: Heraeus.

KanâelKkammvr zu Kanuu.

Seitens des Slaatssekretairs des Reichspostamts in Berlin ist die von uns beantragte Herstellung einer Fernsprechverbindung Hanau-Münchenween mangelnden Bedürfnisses" adgelehnt worden. Wir glauben, daß thatsächlich ein Bedürfniß für die qu. Verbindung vor­handen ist, bedürfen aber, um weitere Schritte in dieser Angelegenheit thun zu können, der zahlenmäßigen Unterlagen. Wir richten daher an alle In teressenten am H esigen Platze das ergebenste Ersuchen, uns baldigst, spä­testens bis zum 24. d. Mts. in zunächst unverbindlicher Form mit­theilen zu wollen, wieviel Gespräche mit München sie pro Jahr im Falle der Herstellung einer ehesten Fernsprechanlage Hanau - München in Aussicht stellen können.

Hanau den 7. April 1893.

Die Handelskammer:

C a N t h a l.

_______ Der Sekretair : Boedicker.

t Ein unbefangenes freisinniges Urtheil.

®er Berliner Börsenkourier, ein ausgesprochen freisinniges Blatt, stellt tn einem Artikel vom 12. April ungewöhnlich verständige Be­trachtungen über die durch das Wehrgesetz geschaffene Lage an. Im Ein­gang des Artikels heißt es:Es handelt sich um eine Materie, deren eingehendes Verständniß dem Laien große Schwierigkeiten bereitet. Selbst die grundlegenden Verhältnisse waren dem großen Publikum fremd, und der Laie blieb darauf angewiesen, diejenigen sachlichen Angaben, die ihm gemacht wurden, als richtig hinzunehmen, da ihm die Möglichkeit der âontrole fehlte. Diese Schwierigkeit aber bestand nicht blos für die offenbaren Laien, sondern auch für Diejenigen, die sich nicht dafür

hielten, sich vielmehr eine eingehendere F chkenniniß zutrauten, nn^ nicht immer sind von solcher Seite öffentlich nur Behauptungen von auskömmlicher Zuverlässigkeit aufgestellt worden, an die sich dann eifer­volle Erörterungen knüpften. Selbsiverstân sich führten die Schluß­folgerungen, die an eine irrige Voraussetzung anknüpflen, von dem rechten Wege immer weiter ab, und die Folge davon war, daß trotz des vor­handenen guten Willens, zu einer Verständigung zu gelangen, _ aus Irrthümern Mißverständnisse hervorgn gm und aus den Mißverständ­nissen sich eine Entfremdung entwickelte, die der Erreichung des^allseitiz angestnbten Zieles nichts weniger denn förderlich sein konnte. Je mehr die Hoffnung auf Erzielung einer Verständigung sich verflüchtigte, desto mehr' schwand die Ruhe in der Beurtheilung, desto mehr trat der Parteieneifer in den Vordergrund, und desto geringer wurde die Sorgsamkeit selbst in Betreff derjenigen Angaben, die der öffentlichen Kontrole zugänglich waren." ~

Von demAngebot" der Abg. Richter und Lieber, von den Forde­rungen nur so viel zu bewilligen, als zur zweijährigen Dienstzeit unter Beibehaltung hr gegenwärtigen Präsenzzahl d. h. zur Deckung les Aus­falls an dreijährig dienenden Mannschaften nöthig wäre, sagt das frei­sinnige Blatt, daß sich dieser Standpunkt anfangsdem Laien Ver­ständniß ein g eschmeicb elt habe." Dennes gehörte schon eine genauere Kenntniß der militärischen Dinge dazu, um einzusehen, daß es innerhalb der bestehenden und als gut anerkannten Heeresorganisation nicht möglich fei, auf den dritten Jahrgang aller Fußwaffen unter ci facher Ergänzung der Zahl durch Mehreinstellung der Rekruten zu verzichten. Bei der dreijährigen Dienstzeit blieb trotz der großen Zahl der Dis- posttionsurlauber bei der RekruleneinsteUung im Herbst noch ein stattlicher Stamm alter Soldaten zurück, während die Einführung der zweijährigen Dienstzeit das gesammle Heer, so weit es den Dienst zu Fuß verrichtet, zu einer gewissen Zeit ausschließlich aus Rekruten und solchen Solsaien be­stehen läßt, die nur ein Jahr unter der Waffe waren und somit eben erst das Rekrulertbum abgestreift haben. Weiter war ein besseres Ein­dringen in die militärischen Verhältnisse nöthig, um zu erkennen, daß es vorteilhaft und, bei der Minderung der Heeresqualität durch den all­gemeinen Verzicht auf das dritte Dienstjahr der Fußtruppen, unerläß­lich nothwendig war, eine Erhöhung der Präsenzziffer vorzunchmen, die zum Aus lcich den Vortheil bot, die Stärke der Friedenskadres der Kriegsfußstärke anzunâhern und damit das Werk der Mobilmachung zu erleichtern."

Schließlich findet das Blatt auch die ablehnende Haltung, die die Regierung gegenüber dem B enni g s en s ch e n Antrag eingenommen hat, nach denüberzeugenden" Aufschlüssen zweier Artikel derNordd. Allg. Ztg." vollständigerklärt und begründet". Das Urtheil kommt, wie gesagt, von einem Blatte, das sich sonst ganz zur freisinnigen Partei bekennt.

TKgssschKÄ.

Berlin, 18. April. Seine Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute Vormittag von 9^/2 Uhr ab mit hm Chef des Militär- kabinets, General der Infanterie und Generaladjutanten von Hahnke. Um IP/2 Uhr erfolgte im Be fein Seiner Majestät im Königlichen Schlosse die feierliche Nagelung und Weihe der dem 1. Gardedraaonerregiment Königin von Großbritannien und Irland verliehenen neuen Standarte. Heute Abend 10 Uhr 45 Minuten erfolgt vom Anhalter Bahnhof aus mittels Sonderzugs die Abreise Ihrer Majestäten des Kaisers uns der Kaiserin nach Rom.

Berlin, 18. April. Ihre Majestät die Kaiserin begab sich heute Nachmittag mit 2 Kindern in das neue Palais bei Potsdam, wo die Kinder von beute ab ihren Sommeraufenthalt nehmen. Die Kaiserin wird im Laufe des Nachmittags zurückkehren/ um abends ihre Reise nach Rom anzutreien

Berlin, 18. April. DerReichsanzeiger" konstatirt gegenüber Auslastungen derFrkf. Ztg." unter Hinweis auf die neulichen Er­klärungen des ReichsfÄatzsekretürs v. Maltzahn im Reichstage, daß an eine Heranziehung des Tabaks zur Deckung der Kosten der neuen Militär­vorlage in keiner Weise gedacht wird.