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auf. Als Einnahme sind Schlachtgebühr, Wicggeld und Stallgeld mit Mk. 8575 veranschlagt, Abgänge, Dünger und Schlachten nach Schluß der Schlachtzeit mit Mk. 23, Insgemein Mk. 12; Ausgaben: Verwaltungs- k osten Mk. 5170, Steuern und Abgaben Mk. 50, Zinsen- und Schulden- nlgung Mk. 900, bauliche Unterhaltung Mk 1650, Betriebskosten Mk. 620, Insgemein Mk. 220. Im Etat des S t a d t s ch l o s s e s werden sich die Einnahmen wie folgt zusammensetzen: Miethen Mk. 11 995, Insgemein Mk. 5; die ordentlichen Ausgaben: Zinsen vom Kaufgeld Mk. 12 870, Verwaltungskosten Mk. 1880, Unterhaltung der Gebäude Mk. 4500, Unterhaltung des Parks Mk. 700, Insgemein und zur Ab­rundung Mk. 50 Mk. 20 000, mithin Bedürfnißzuschuß im Ordina- rium Mk. 8000, als außerordentliche Ausgaben sind aufgeführt: Für Re­paratur einer Brücke über den Weiher Mk. 200, zur Anlegung von Kin­derspielplätzen im Park, Anschaffung von Bänken u. s. w. Mk. 200 = Mk. 400. Mithin Bedürfniß im ganzen Mk. 8400 gegen Mk. 6740 im Vorjahr

Militärisches. Angesichts der alljährlich im Frühjahr erfolgenden Einziehung von Reservisten und Landwehrleuten zu Friedensübungen ist es wohl am Platze, darauf hinzuweisen, daß die Familien dieser Mannschaften gesetzlich einen Anspruch auf Unterstützung haben. Der Anspruch ist von der Frage der Bedürftigkeit ganz unabhängig. Derselbe ist bei der Ge­meindebehörde anzubringen und erlischt, wenn solches nicht binnen 4 Wochen nach Beendigung der Uebung geschieht. Auf Unterstützung haben Anspruch: a) Die Ehefrau des Einberufenen und dessen eheliche Kinder unter 15 Jahren sowie b) dessen Kinder über 15 Jahren, Verwandte in aufsteigen­der Linie (Eltern) und Geschwister, diese jedoch nur dann, wenn der Ein- berufer ihr Ernährer ist. Die tägliche Unterstützungen sollen für die Ehe­frau 30 Prozent und jede andere unterstützungsberechtigte Person 10 Pro­zent des ortsüblichen Taglohnes für erwachsene männliche Arbeiter am Aufenthaltsorte der Einberufenen betragen.

Kunstgewerbliches. Der hiesige Kunstgewerbeverein hält nächsten Montag in Kipperl's Sälchen seine Jahresversammlung ab. Außer dem hierbei zur Mittheilung gelangenden Jahresbericht, aus welchem die verschie­denartige im Interesse der hiesigen Eoelmetallindustrie entfaltete Thätigkeit des Vereins hervorgeht, sollen Besprechungen über weitere Aufgaben des­selben stattfinden. Da in letzterer Beziehung Beschlüsse nur bei entsprechen­der Betheiligung gefaßt werden können, so wäre ein zahlreiches Erscheinen der Mitalieder dringend erwünscht.

Opern-Gastspiel. Der vielfach geäußerte Wunsch einer nochmali­gen Aufführung der OperMartha" wird sich nicht realisiren lassen, indem Freitag den 21. d. Mts. Schluß des Gastspiels stattfindet. In der morgig n Aufführung desPostillon von Lonjumeau" sind Fräul. Elvira Malmedü und Julius Malten in den Hauptparthieen be- schâftiot.

Postverkehr. Nachdem neuerdings nach den britischen Inseln Ascen­sion und St. Helena Postkarten zugelassen worden find, können nunmehr nach sämmtlichen Ländern der Wdt, soweit sie geordnete Posteinrichtnng besitzen, sowohl einfache Postkarten als auch Postkarten mit Antwort ver­sandt werden, mit der alleinigen Einschränkung, daß nach St. Helena vor­erst Postkarten mit Antwort noch ausgesch offen bleiben müssen.

Astronomisches. Der Sternhimmel bietet im Monat April folgen­des Bild: Merkur und Venus bleiben während des ganzen Monats unsicht­bar. Mars ist noch 3^2 bis 2^2 Stunden des Abends im Nordwesten sichtbar. Jupiter kommt am 28. d. M. in Konjunktion zur Sonne und wird daher schon vor Mitte des Monats unsichtbar. Saturn ist noch wäh­rend des gauzen Monats hindurch nachts zu sehen.

Vom Bund der Landwirthe. Der Vorstand des Bundes theilt infolge verschiedenen Anfragen mit, daß für die dem Bunde der Landwirthe beigetretenen Herren in einigen Wochen erst mit der Ausgabe von Mitgliedskarten begonnen werden kann. Bei der so außerordentlich raschen Vergrößerung der Mitgliederzahl sind die zur Verfügung stehenden Kräfte vorläufig noch mit Arbeiten anderer Art derart überhäuft, daß die Mitglieder wegen der Mitgliedskarten noch einige Zeit zu warten ersucht werden müssen.

Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetterauischen Gesell­schaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis 'M Uhr. (Kindern allein ist der Ein­tritt nicht gestattet.)

Für heute. Turn- und Fechtklub: Abends von SVs bis 10 Uhr Fechten. Werkmeister - Bezirksverein Hanau: Abends SVx Uhr Ver­sammlung im Vereinslokal.

Versteigerungs- und Verpachtungs- re. Kalender

für Montag den 17. April

Nachmittags von 2 Uhr ab versteigert der Auktionator und Taxator Herr C. Meerbott im Gasthausezum Elephanten" eine große Parthie Möbel, Tapezierwerkzeuge, Biergläser, Blumenvasen, Nippsachen u. a. m. gegen gleich baare Zahlung.

Castel, 14." April. Das neueste Verzeichniß der beim Abgeordneten­haus eingegangenen Petitionen enthält auch eine solche unseres Ober-Bürger­meisters Herr Westerburg, als Vorsitzender des hessischen Slädtelages, wel­cher ersucht, die Feuerversicherungsanstalten zu den Kosten des Löschwesens heranzuzieheu.

Castel, 14. April. Auf dem Nachhausewege hatte am gestrigen Mittag ein armes Milchmädchen das Unglück, seine Geldtasche zu verlieren. Nachdem dasselbe schon weinend fast den ganzen Weg von VoUmarshausen. nach hier zurückgegangen war, wurde die Tasche ihr von einem an der Straße beschäftigten Arbeitsmann, welcher dieselbe aufgehoben, unversehrt zurückerstattet.

Bettenhausen, 14. April. In einer hiesigen Fabrik verbrühte sich gestern ein 14jähriger Knabe aus Waldau das linke Bein dadurch, daß er in einen Kessel mit siedendem Wasser fiel. Der arme Junge, der, wie dieH. M." meldet, erst vor wenigen Tagen dort in Arbeit getreten ist, hat ganz erhebliche Verletzungen erlitten und wurde sofort nach dem hiesigen Landkrankenhause überführt.

Melsungen, 13. April Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr standen zwei Hektare junge Buchenanpflanzunzen zwischen Kirchhof und Günsterode in hellen Flammen. Dem Revierförster und einer Anzahl Waldarbeiter und Bewohner der genannten Orte gelang es, das Feuer zu beschränken. Da man die Urheber des Brandes in umherziehenden Musikanten vermuthete, wurden dieselben verfolgt und hier eingeholt. Zwei derselben, welche ein­gestanden, brennende Zigarren im Walde weggeworfen zn haben, wurden vernommen und blieben iu Haft.

Balhorn, 11. April. Eine der reichsten Kirchen Hessens ist die hiesige, da das Vermögen des Kirchenkastens über 100 000 Thaler beträgt. Die Zinsen wurden bisher theilweise zu milden Zwecken und zur Verschöne­rung der Kirche selbst verwandt. Neuerdings ist man zu einem vollständi­gen Umbau der Kirche geschritten, so daß dieselbe eine der schönsten unseres Landes werden soll. Die alte Kirchenorgel, welche ihren Dienst noch recht gut ausfüllte, wird durch eine neue, dem Stil der Kirche entsprechende, er­setzt; das alte Werk soll aber auf Vorschlag des Musikdirektors Herrn Brede Cassel der evangelischen Kirche zu Burghaun als Geschenk überwiesen werden, so daß auch diese Kirche ein würdiges Orgelwerk erhalten dürfte und nicht mehr hinter anderen der Umgebung zurückzustehen braucht.

Flörsheim, 14. April. Gerhard Hartmann von hier hatte Bier aus der Binding'schen Niederlage hier nach jenseits des Maines gelegenen Orten gefahren. Als er den Ort Königstädten verlassen hatte, gewahrte er drei verdächtige Personen vor sich. Kaum war er in den Wald eingefah­ren, so sprang eine derselben von hinten auf den Wagen, während die bei­den anderen Strolche die Pferde festhalten wollten. Hartmann, der sich infolge seiner Beobachtung vorbereitet hatte, schlug dem auf den Wagen Ge­kletterten mit einemSielscheit" auf den Schädel, daß der Getroffene zu­sammenbrach. Den am besten zu erreichenden der an den Pferden beschäf­tigten Wegelagerer bearbeitete er mit dem Messer. Der dritte Strolch er­griff nun schleunigst die Flucht. Möge es der Polizei gelingen, die Strauch­diebe zu fassen! (Rh. K^ r

Frankfurt a. M., 15. April. In der Klagsache des Bankhauses M. A. von Rothschild u. Söhne gegen den Eierhändler Hensel, der sich noch immer im städtischen Krankenhause befindet, wurde, wie dieF. N." schreiben, gestern Jäger als Zeuge vernommen. Jäger sagte unter Eid aus, Hensel habe von ihm mindestens '/» Millionen Mark Rothschild'scher Gelder empfangen und habe wissen müssen, daß es solche seien, denn Hensel habe bei seinem häufigen Besuche im Rothschild'schen Geschäfte wiederholt gesehen, daß die Gelder aus dem Rothschild'schen Kassenschrank entnommen wurden und er (Jäger) habe ihm auch öfter die baldige Rückgabe der Gelder dringend anempfohlen. Ein in der gr. Eschenheimergasse wohnender, 46 Jahre alter, verheiratheter, aber kinderloser Agent, begab sich am Mittwoch abends nach seiner Wohnung und stürzte einige Treppen­stufen herab, weil das Treppenseil, an welchem er sich festhielt, riß. Der Verunglückte starb vorgestern infolge der erhaltenen inneren Verletzungen im Bürgerhosvital.

Groß Umstadt, 13 April. Großes Aufsehen erregt hier, wie der G. A." meldet, die Verhaftung des reichsten Landwirths, Eidmann, wegen Urkundenfälschung beim Verkauf eines Bullen. Eine angebotene Kaution von 20000 M. zwecks Freilassung soll das Gericht abgelehnt haben. Wie das Gerücht verlautet, hätte sich E. zu dem sträflichen Schritt verleiten lassen, um 30 M. mehr für das Thier zu lösen.

Marktbericht.

Hanau, den 15. April, 91/« Uhr vormittags. Lebensmittelpreise folgende: Hülsenfrüchte: Bohnen 38 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben, das Pärchen 70 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,201,50 Mk.; ein Huhn 1,30-1,60 Mk.; eine Ente 1,50-2 Mk.; Fische: ge­wöhnliche Sorte 25 Pfg., bessere Sorten 35 Pfg., Aal 11,20 Mk., Hecht 90lPf. bis 1,10 Mk., Bresem 55 Pfg., Barben 5055 Pfg., Barsch 6070 Pfg. = '/s kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 1020 Pfg.; Spargel, 100 Stück 45 Mk.; Kopfsalat, das Stück 15-18 Pfg.; Rettig, das Stück 1520 Pfg.; Ober - Kohlrabi (neue), das Stück 25 Pfg.; Unter-Kohlrabi , das Stück 8-12 Pfg. Wirsing, das Stück 15 bis 20 Pfg.; Weißkraut, das Stück 3040 Pfg.; Rothkraut, das Stück 3035 Pfg.; Sellerie, das Stück 1525 Pfg.; Gurken (neue), das Stück 60 Pfg. bis 1 Mk.; Gelbe Rüben, die Portion 3035 Pfg.; Schwarzwurzel , die Portion 3540 Pfg.; Spinat, die Portion 3035 Pfg.; Lattig, die Portion 1520 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 4«