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Nr. 85.

Mittwoch den 12. April

1893

Amtliches.

Stadtkreis Hana«.

Erledigung.

Das Ausschreiben vom 12. Januar d. J. P. 409,Hanauer An­zeiger" Nr. 13 pro 1893, betreffend den Aufenthalt des Dachdeckers zuletzt Pulverhülssmbeiter Heinrich Weber aus Hausen, wohnhaft gewesen hier- selbst, ist erledigt.

Hanau am 7. April 1893.

Königliche Polizeidirektion.

P. 3545. I. A.: Dr. Köhler, Regierungsaffessor.

Landkreis Hana«.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Nach Mittheilung des Großherzoglich Hessischen Kreisamts zu Offen­bach a. M. ist die Maul- und Klauenseuche in Dudenhofen und Sprend­lingen erloschen.

Hanau am 8. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 2855. v. Oertzen.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorstchcr, welche noch mit Erledigung meiner Kreisblattverfügung vom 23. Juni 1884 V. 5651 Hanauer Anzeiger" Nr. 146 betreffend die Ausräumung der Fluth-, Entwässerungs- und Abzugsgräben im Rückstände sind, werden hiermit veranlaßt binnen 8 Tagen in dieser Angelegenheit Bericht zu erstatten.

Hanau am 10. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 2876. v. Oertzen.

Die Maul- und Klauenseuche in der Stallung des Nikolaus Hubert von Wasserlos (Bezirksamt Alzenau) ist erloschen.

Hanau am 11. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 2893. v. Oertzen.

Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 17. Februar cr. A. 328 ersuche ich diejenigen Herren Bürgermeister, welche Verhandlungen, Protokolle, Verträge rc., die nach dem 1. Januar 1888 ausgenommen find beziehungsweise zur Stempelrevision noch nicht vorgelegen haben, noch be­sitzen, solche alsbald einzusenden, da die Revision nunmehr am 13. d. Mts. beginnen wird.

Hanau am 11. April 1893.

Der Königl. Landrath

Ä. 1029. J. V.: Schneider, Kreissekretär.

Stadtkreis Hana«.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Die Gras- und Grurnrnetnutzung des ehemaligen französi­schen Todtenhofs wird

Freitag den 14. April cr., vormittags 11 Uhr, M Kämmereilokal öffentlich meistbietend verpachtet.

Hanau den 10. April 1893.

4955____________________ Stadtkämmerei.

Dienstag de« 18. April 1893 Ä Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau.

Handelskammer zu Hanau.

Seitens des Staatssekretairs des Reichspostamts in Berlin ist die ron uns beantragte Herstellung einer Fernsprechverbindung Hanau-Münchenwegen mangelnden Bedürsnisses" adgelehnt worden. Wir glauben, daß thatsächlich ein Bedürfniß für die au. Verbindung vor­

handen ist, bedürfen aber, um weitere Schritte in dieser Angelegenheit thun zu können, der zahlenmäßigen Unterlagen. Wir richten daher an alle In­teressenten am h efigen Platze das ergebenste Ersuchen, uns baldigst, spä' testens bis zum 24. d. Mts., in zunächst unverbindlicher Form mit­theilen zu wollen, wieviel Gespräche mit München sie pro Jahr im Falle der Herstellung einer direkten Fernsprechanlage Hanau München in Aussicht stellen können.

Hanau den 7. April 1893.

Die Handelskammer:

C a n t h a l.

4992 Der Sekretair: Bo ed ick er.

Handelsschule.

Der Unterricht der neu errichteten Unterklasse aus der fakultativen Oberklasfe beginnt

Donnerstag den 13. April, morgens 7 Uhr,

Hanau den 10. April 1893.

Der Dirigent der Handelsschule.

4905 Dr. Schmidt.

T â g s s f H K A.

Berlin, 11. April. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag von 10 Uhr an die Vorträge des Chefs des Ge­neralstabs der Armee sowie des Chefs des Militärkabinets entgegen.

Berlin, 11. April. S. M. KreuzerBussard", Kommandant Korvettenkapitän Flichtenhöfer, ist am 9. April in Sydney angekommen und beabsichtigt am 17. desselben Monats die Rundreise durch die deutschen Schutzgebiete anzutreten. S. M. KreuzerMöwe", Kommandant Kapitänlieutenänt Hartmann, beabsichtigt am 12. April von Bombay nach Zanzibar in See zu gehen.

Wie diePfälz. Presse" mittheilt, ist an mehrere Herren der Pfalz nationaler Richtung vom Reichstage aus die Mittheilung gemacht, daß, wie aus dem eigenen Munde Caprivis bekannt sei, der Reichskanzler zu ganz bedeutsamen Konzessionen in Bezug auf die Forderungen für die zweijährige Dienstzeit bereit sei. Einer dieser Briefe ist, da dem Adressaten eine solche Aeußerung Caprivis durchaus unwahrscheinlich erschien, dem Reichskanzler direkt eingeschickt worden, damit er sich darüber äußere. Die Antwort des Reichskanzlers, welche vor einigen Tagen dem Blatte bekannt geworden ist, erfolgte sofort durch den Adjutanten und lautet wörtlich: Berlin, 7. März. Geehrter Herr ! Für das an den Herrn Reichskanzler gerichtete Schreiben vom 5. d. M. bin ich beauftragt, Ihnen bestens zu danken. Der demselben beigefügte Brief des Dr. Buhl folgt anbei zurück. Zu dem Inhalte desselben erlaube ich mir ergebenst zu bemerken, daß der Herr Reichskanzler nie, weder öffentlich noch privatim, eine Aeußerung ge­than hat, welche besagte oder darauf schließen ließe, daß er in Bezug auf die Militärvorlageseine Forderung ganz bedeutend herabzufitzen" bereit sei. Im Gegentheil, der Herr Reichskanzler steht nach wie vor auf dem von ihm stets vertretenen Standpunkte, daß die Vorlage in ihrem wesent­lichen Theile ein Ganzes bilde, das nicht zerpflückt werden darf. Uebrigens scheint die Chance für die Vorlage, dank den lauter werdenden Stimmen aus der Bevölkerung und der unter den Reichstagsmitzliedeen zunehmenden Ueberzeugung, daß es sich hier um eine in ihren Grundzügen nothwendige und im Einzelnen gut durchgearbeitete Reform handle, immer besser zu werden."

Erfurt. Die hiesige Strafkammer verurtheilte dieser Tage den Flurschütz Karl Auffermann von hier wegen fortgesetzten Diebstahls in wenigstens 60 Fällen zu 12 Jahren Zuchthaus. Die Ehefrau desselben erhielt wegen Hehlerei 3 Monate Gefängniß. Der Verurtheilte hatte als Polizeisergeant, dann als Nachtwächter und Flurschütz sein Amt aufs gröb­lichste gemißbraucht und gestohlen, was ihm unter die Hände kam. Bei der Hausiuchung fanden sich denn auch die verschiedensten Sachen in solcher Fülle vor, daß man damit einen ganzen Laden ausstaiten konnte.

Der österreichische Minister des Innern hat, wie aus Wien ge­meldet wird, da die österreichischen sozialdemokratischen Führer an der