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Meter hohen Glaskuppel überspannt, lange Glashäuser verbinden denselben an der Hauptfront mit zwei massiven, d. h. aus Holz undStaff" er­bauten Seitenpavillons, die 95 Meter Seitenfront besitzen und auch an der hinteren Front durch ein Glashaus verbunden sind. In dem so ge­bildeten Hofe ist man eben mit der Anpflanzung von Ziersträuchen und Teppichbeeteu beschäftigt, welch' letztere nach den Plänen zu urtheilen, so­wohl an Farbenpracht wie an Schönheit der Zeichnung unerreicht sein dürften. Schöpfer dieses Palastes ist Architekt Jenny in Chicago, die Gffammtkaukosten werden mit 300 000 Dollar angegeben.

Der nördliche Theil des Ausstellungsparkes steht dem südlichen an Schönheit emschieden nach; man gewinnt den Eindruck, als habe j;be Ab­theilung ihr Gebäude da errichtet, wo sich gerade ein Platz fand, und den Architekten dieser Gebaute kann der Vorwurf nicht erspart werden, daß sie bei der Ausarbeitung ihrer Entwürfe herzlich wenig Rücksicht auf die Um­gebung ihrer künftigen Bauwerke genommen haben. Alle diese Bauten sind schön, der Gesammteindruck aber leidet unter der Regellosigkeit, mit der dieselben hierhin und dorthin gleichsam zerstreut sind, und wohl auch unter der allzugrostn Ve schietenheit der in Anwendung gebrachten Stylarten. Mannigfaltigkeit der Details ist ja gewiß lobensweith, aber sie muß dann Mittel zur Hebung des Gesamwteindruckes sein und vor allem sich in den festen Regeln eines einheitlichen Plcnes bewegen. Das aber ist hier nicht der Fall; weder von Regeln, noch auch einem Plane ist etwas zu spüren und man würde nicht verstehen können, wie der Architektenrath, dessen Aufgabe die zweckmäßige und vor allem schöne Bebauung des Platzes war, diesem Gesammtbild des nördlichen Ausstellungsparkes seine Billigung geben konnte, wenn in demselben nicht die Architekten der ein­zelnen Bauten selbst giessen. --

Nur einer der Paläste des nördlichen Pa-kes fügt sich dem Rahmen des Gesammtbildes trefflich ein: der Palast der Frauenabtheilung. Ter Schöpfer desselben saß nicht tut Arckitektenrath, der letztere hatte überhaupt nicht über die Entwürfe zu diesem Gebäude zu entscheiden und ebensowenig stand ihm das Recht zu, dem Architekten während t es Baues etwas darein zu reden. lind das kam so: Die amerikanischen Frauen, deren Emanzi­pation etwas weiter vorgeschritten ist als die ihrer deutschen Schwestern, konnten nicht recht einsehen, was die Herren ber Schöpfung mit einer Sache zu schaffen haben feilten, die sie im Grunde gar nichts anging und die ihnen zweifellos völlig fremd war; sie bildeten, nachdem die Bethei­ligung der Frauen an der Ausstellung seitens der Regierung gewünscht worden war, ein Komitee, zu welchem stder Staat zwei Frauen entsandte; von Bundeswegen wurden dazu acht, von der Stadt Chicago neun Frauen besonders delegirt. In einer am 19. Nov. 1890 in Chicago stattgehablen Komiteesitzung rombe nun beschlossen, für die Einrichtung des Gebäudes der Frauenabtbeiluug einen Preis v. 1000 Doll. auszusetzen ii. zur Preisbewerbung nur weibliche Architekten, bei en es hier in Amerika wirklich einige gibt, zuzu­lassen; ein Beschluß, an dem Bau nur weibliche Arbeiter zu beschäftigen, konnte nicht gefaßt werden, da man die Unmöglichkeit einsah, praktisch ge­übte weibliche Maurer, Tischler, Stukkateure rc. in ausreichender Anzahl zu beschaffen. Die Konkurrenz wurde ausgeschrieben, Entwürfe gingen ein und das Frauenkomitee entschied, daß dem Entwurf der Architektin Sophia G. Hayden der Preis zuzue kennen und daß derselben auch die Leitung des Baues zu übertragen sei. Nun, Frl. Hayden war eifriger als ihre Kollegen vom Aichitektenrath, ihr Bau ist einer der wenigen, die ganz fertig sind, und die Welt har seit Monaten schon Gelegenheit, die Entscheidung des Komitees auf ihre Berechtigung, das Werk des Frl. Hayden auf seinen künstlerischen Werth hin zu prüfen. Meine fchönen Leserinnen haben be­reits einige Zeilen weiter oben gelesen, wie ich über diese beiden Dinge denke, leider »erbieten- mir Raumrücksichten, eine detaillirte Schilderung des Gebäudes schon heute zu geben; ich muß dieselbe für den nächsten Bericht aufsparen und hoffe dabei, daß meine schönen Leserinnen inzwischen das Interesse an dem prächtigen Werke ihrer mit Zirkel und Richtscheit han- tirenden Schwester nicht verlieren mögen!

Ludwig Rohmann.

Depeschen-BureauHerold".

10. April, abends 9 Uhr:

Berlin, 10. April. Das Staatsministerium hielt heute unter dem Vorsitze des Grafen Eulenburg eine Sitzung. In parlamentarischen Kreisen verlautet, der Entwurf des Wahlgesetzes, wie er sich nach der zweiten Le­sung des Abgeordnetenhauses gestaltet, sowie die zur dritten Lesung ange­kündigten Anträge seien berathen worden.

Berlin, 10. April. DieBörsenzeitung" erfährt von zuverläs­siger Seite entgegen anderweitigen Zeitungsmeldungen, der Abg. von Bennigsen denke gar nicht daran, sich seinen parlamentarischen Pflichten zu entziehen.

Berlin, 10. Apiil. Eine hiesige Korrespondenz will bezüglich der deutsch-russischen Handelsvertragsverhandlungen wissen, die russische Regie­rung habe den Antrag auf Ermäßigung der Eisenzölle zur Zeit als un­durchführbar abgelehnt. Die deutsche Regierung habe infolgedessen deft- nitiv diesen Punkt aus dem Rahmen der Verhandlungen ausscheiden lassen.

München, 10. April. In der gestern stattgehabten Versammlung des katholischen VolksvereinsSankt Anna" wurde bekannt gegeben, daß die Landesversammlung des bayerischen Zentrumsvereins in Regensburg fiattfinte, deren Zeitpunkt aber von der Klärung der politischen Lage in Berlin abhänge. Eine Theilung des Zentrums betr. der Militärvorlage

würde die sofortige Bildung eines bayerischen Flügels zur Folge haben. Für die Urwahlen zum bayerischen Landtag wird das bayerische Zentrum selbstständig und allein vorgehen und nur im Nothfalle ein Krompromiß mit den Liberalen abschließcn.

Wien, 10. April. In einer gestrigen von mehreren Tausend be­suchten Arbeilerocrsammlung sprach Doktor Ellenbogen über Volksbildung und Schule. Redner bezeichnete es als stark verfehlt, daß die Liberalen Oesterreichs und die Freisinnigen Deutschlands im Kampfe gegen Feudalis­mus und Klerikalismus die Schule deren Händen nicht ganz entrissen hätte. Dadurch werde die Schule von jeder herrschenden Partei für ihre Zwecke ausgebeutet. Redner bezeichnete die Maßregeln zur Hrbung der Volksbildung seitens der maßgebenden Faktoren als verfehlt. Die Ar­beiterin Dvorzak forderte alle Arbeiterfrauen zur Theilnahme an der Maifeier auf.

Madrid, 10. April. DerA Präfekt von San Bernardo verlangt die Versetzung des Madrider Gemeinderaths in den Anklagestand, weil der Gemeindehaushalt einen ungerechtfertigten Fehlbetrag von 6 Millionen ausweist.

Paris, 10. April. Die gemäßigten republikanischen Abgeordneten veröffentlichen einen Aufruf an die Pariser Gemeindewähler, in welcher sie diese ermahnen, gegen alle radikalen und sozialistischen Kandidaten zu stim­men. Der Aufruf sagt, eine Wiederwahl der bisherigen sozialistischen Mehrheit wäre eine Gefahr für die Rcpubl k.

11. A p r i l vor m ittags 9 Uhr:

Berlin, 11. April. Der Entwurf zu dem Gesetze betreffs Be­kämpfung gemeingefährlicher Krankheiten ist dem Reichstage zugegaugen.

Berlin, 11. April. Im hiesigen Königlichen Schlosse werden bereits die Vorlereitun, en für die bevorstehende Uebersiedelung des kaiser­lichen Hofhalts nach Potsdam getroffen, diese soll am nächsten Sonntag erfolgen.

Berlin, 11. April. Dem Abgeordnetenhaus soll ein Nachtrag zum Wafferbauetat zugehen, wodurch für den Elbe-Travekanal als Beitrag Preußens 7 Millionen bereit gestellt werden.

Berlin, 11. April. Das Vee fahren wegen Meineids gegen den vor wenigen Tagen aus der Haft entlassenen Kriminalkommissar Arnauld ist eingestellt worden.

Brüssel, 11. April. In Voraussicht von Ruhestörungen wegen des erstens Votums in der Revisiousfrage ist die Polizei und die Gen­darmerie für morgen konsignirt.

Rom, 11. April. Die Mitglieder der hiesigen französischen Kolonie erließen ein Manifest,, wegen der Anwesenheit des deutschen Kaiserpaares an den Hochzeitsfeierlichkeiten nicht theilzunehmen.

Madrid, 11. April. Die Delegirten von 40 Arbeitervereinen be­schlossen am 1. Mai zu feiern.

Mus Stadt, Provinz und NMgegsnd

Kleinere den Thatsachen entsprechende Mittheilungen über Vorkommnisse in hiesiger Stadt und deren Umgebung !sind stets willkommen und werden,entsprechend vergütet.)

Verbrauchs - Abgaben. Im Laufe des Monats 1893 wurden im hiesigen ischlachthanse geschlachtet:

68 Ochsen, weniger gegen

131 Kühe, mehr

102 Rinder,

740 Schweine, weniger

499 Kälber, mehr

97 Hämmel, weniger

2 Lamm r, mehr

25

März

II

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II

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den

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Monat

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II

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11

März

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ii ii

1892

II II II II II II

Die Accis-Einnahme hiervon beträgt

An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden versteuert: 193 Kilogramm weniger gegen den Monat März 1892 8809 Kilogramm.

8

27

26

42 136 13

2 Mk.

^tück

//

II

U

II

II

3879.60

Hiervon die Accis - Einnahme mit......

Mk.

821.05

Nachträgliche Einnahme.........

Mk.

-.50

Summa Mk.

4701.15

Gesammt-Accis-Einnahme im Monat März 1892

4756.67

Mithin weniger gegen den Monat März 1892 . .

Mk.

55.52

Im Etatsjahr 1892/93 wurden geschlachtet:

885 Ochsen weniger gegen das Etatsjahr 1892

77

Stück

1148 Kühe

69

II

1239 Rinder mehr

292

11

9131 Schweine weniger

651

5368 Kälber mehr

1120

2008 Hämmel

464

11

7 Lämmer weniger

3

4 Ziegen

3

Die Accis-Einnahme hiervon beträgt

'.IO

275

An eingeführten Fleischwaaren ;c. wurden versteuert: 570 Kilogramm mehr gegen das Etatsjahr 1892

35 763 Kilogramm. Hiervon die Accis-Einnahme mit .

Mk.

8 833.01

Snmma Mk. 54 223.11 Die Accis-Einnahme im Etatsjahr 1891/92 betrug Mk. 03 039.37 Mithin mehr gegen das Etatsjahr 1891/92 . Mk. 1183.74

11. April 1893.