bestehenden Böschung Asche, Abraum und Bauschutt, wenn keine ■ verwes- lichen Stoffe darin enthalten sind, abgeladen werden.
Hanau den 8. April 4893.
Der Oberbürgermeister
4922 I. V.: Heraeus.
Kanâvl«sâuls.
Der Unterricht der neu errichteten Unterklasse aus der fakultativen Ober klasse beginnt
Donnerstag den 13. April, morgens 7 Uhr,
Hanau den 10. April 1893.
Der Dirigent der Handelsschule.
4905 Dr. Schmidt.
ReKamUmackung der
Kanauer Ortskrankenkasse
Das neue Kassenstatut ist nunmehr erschienen und am Schalter unserer Kasse während der üblichen Bureaustunden erhältlich.
Hanau den 8. April 1893.
Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.
4842 Schwind, Vorsitzender.
Pferde-iluktion.
Mittwoch den 12 April d. Js., nachmittags von 1 Uhr ab, sollen auf dem Königlichen Hauptgestüt zu Bèbcrbeck bei Hofgeismar:
zirka 12 jüngere und ältere Muttcrstuten,
33 jüngere, meist 4jährige Wallache und Stuten,
9 Wagen und Ackerpferde, öffentlich und mei'tbieicnd unter den in dem Termine bekannt zu machenden Bedingungen verkauft werden.
Sämmtliche Pferde sind angeritten oder gefahren und werden am Tage der Auktion vormittags 11 Uhr unter dem Reiter gezeigt.
Vormittags lOVa Uhr werden am Bahnhof Hofgeismar Gestütwagen zur Beförderung der mit der Bahn ankommenden Fremden nach Beberb-ck bereit stehen. Anmeldungen zur Benutzung dieser Wagen werden rechtzeitg durch die Post erbeten.
Gedruckte Nationallisten der zum Verkauf kommenden Pierde können vom 21. März d. Js. ab hierselbst in Empfang genommen werden, oder zur Versendung gclanaeu.
Beberb ck den 16. März 1893.
Königliche Gestntdirekiion.
Lsgesschsu.
Berlin, 10. April. Seine. Majestät der Kaiser und König nahmen im Laufe des heutigen Vormittags die Vorträge des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, des Reichskanzlers, des Chefs des Zivilkabinets, des kommandirenden Admirals, des Staatssekretärs des Reichsmarineamts und des Chefs des Marinekabinets entgegen.
Berlin, 10. April. Der dem Reichstage zugeganzene Entwurf zum Seuchengesetz . beschränkt, abweichend von der früher veröffentlichten Vorlage, die Anzeigcpflicht auf Cholera, Fleckfieber, Gelbfieber, Pest und Pocken. (RH. K.)
Berlin, 10. April. Auf der Tagesordnung für die 58. Plenarsitzung des Hauses der Abgeordneten am Dienstag, 11. April, mittags 12 Uhr, steht die zweite Abstimmung über den Gesetzentwurf, betreffend Aenderung des Wahlverfahrens.
In militärischen Kreisen will man wissen, daß der Erbgroßherzog von Baden in nächster Zeit zum Divisionskommandeur befördert und i ach Freiburg versetzt werden würde. Seine Gemahlin weilt bereits in Freiburg, der Erbgroßherzog soll nur hierher gekommen sein, um sich beim Kaiser abzumelden und bei seinen bisherigen Vorgesetzten die üblichen Abschiedsbesuche zu machen. Die Ernennung des Erbgroßherzogs von Baden zum Brigadekommandenr in Berlin ist am 27. Januar 1891 erfolgt.
Eine Kundgebung zn Gunsten der Militärvorlage hat am Sonntag in Iserlohn seitens patriotisch gesinnter Männer stattgefunden.
Breslau, 8. April. Nach sechsstündiger Verhandlung verurtheilte heute die Strafkammer des hiesigen Landgerichts den Bandwurmdoktor Richard Mohrmann aus Berlin, zuletzt in Hagen in Westfalen, wegen Betruges zu achtmonatlicher Gefängnißstrafe und einjährigem Ehrverlust. Mol)! mann hatte sich von zahlreichen Personen für sein Bandwurmmittel, eine Mischung von Farrentinktur und Rizinusöl, zehn bis achtzehn Mark bezahlen lassen. Der Breslauer Vertreter Mohrmanns, Kaufmann Bruno Lomnitz, erhielt wegen Beihilfe drei Mönate Gefängniß, Mohrmann wurde in Haft behalten.
Dresden. Seine Majestät der König wohnte, wie das „Dr. I." meldet, am Sonnabend der Sitzung der Internationalen sanitären Konferenz bei und nahm sodann an dem sich an die Sitzung anschließenden Frühstück theil, wobei Allerhöchstderselbe eine große Anzahl der Mitglieder der Konferenz durch Ansprachen auszeichnete.
Wien, 10. April. Prinz Ferdinand von Bulgarien wurde mittags vom Kaiser in Privataudienz empfangen.
Prag, 10. April. Der Landtag berieth heute in erster Lesung die Regierungsvorlage bezüglich der Abgrenzung der Gerichtssprengel in Böhmen. Bugnoy beantragte die Zuweisung der Vorlage an die Bezirks- und Ge- meindekommission. Die Jungtschechen Herold und Vasaty verlangten unter Ausfällen auf die Deutschen, die Alttschechen und die Regierung die Bildung einer neuen Kommission von 36 Mitgliedern, welche sich gegen die Aus- gleichspunktationen überhaupt erklären solle. Schmeykal stimmte dem Anträge Buguoy's zu, verwahrte sich aber gegen jedes daraus zu folgernde Präjudiz und erklärte, die Deutschen hielten unter allen Umständen am Ausgleiche fest. Rieger stimmte dem Anträge Buquoy's zu und erklärte, die Alttschechen beharrten bei dem Beschlusse vom 14. Februar 1892, womit die Verschiebung des gestimmten Ausgleichs verbunden war. Nach stürmischer Debatte wurde 'ber Antrag Buquoy's mit allen gegen die Stimmen der Jungtschecheu angenommen. Die Jungtschechen verließen hierauf den Saal. (Fr. N.)
Budapest, 10. April. Gegen den Fürstprimas Vaszarp versuchte dessen entlassener Kellermeister ein Attentat. Der Sekretär des Fürstprimas, Dr. Kohl, warf sich dazwischen und erhielt fünf Messerstiche Der Thäter ist verhaftet. Der Fürstprimas blieb unverletzt. Das Bekanntwerden des Attentats rief allgemeine Aufregung he. vor. (Neichsanz.)
Paris, 10. April. Der Ministerpräses konferirte mit dem peruanischen Gesandten betreffs des Streitfalles zwischen Peru und den französischen Gläubigern. Der Streitfall soll, nach den „Fr. N.", dem Schiedsspruch des schweizerischen Bundesgerichts unterbreitet werden.
London, 10. April. Eine am letzten Sonnabend erlassene Verordnung des Vizekönigs von Irland gestattet die Einfuhr von Waffen und Munition nur nach Dublin, Belfast, Cork und vierzehn anderen irischen . Häfen; weitere Beschränknngcli sind vorbehalten.
London, 10. April. Die „Times" meldet aus Kairo: Durch die in stetem Wachsen begriffene antieuropâjlse Stimmung, welche größtenteils von dem Ministerium heroorgerufen und genährt worden sei, werde die Durchführung von neuen Reformen unmöglich gemacht.
Petersburg, 10. April. Professor Chawkin erklärt in den Zeitungen, daß die Cholera infolge seiner Jmpfungsmethode als überwunden angesehen werden könne; er habe bereits über 100 Personen mit positivem Resultat geimpft und werde seine Methode nach seiner Rückkehr j von Indien der Öffentlichkeit übergeben. (K. Tgbl.)
Loudon, 9. April. Der Castle-Dampfer „Doune-Castle" ist auf , der Ausreise gestern in Capctown angekommen.
Bremen, 9. April. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Darmstadt" ist gestern in Baltimore angekommen.
Die Kolrrmbische Weltausstellung.
(Vom Depcschenbureau „Herold".)
Bericht Nr. 5: Die Ausstellungsbauten III.
Nachdruck verboten. Chicago, 1t. März.
Die dem Jndnstrieprlast benachbarten Gebäude für Bergbau und Mirenweseu, für Hortikultur und Verkehrswesen sind nur ci »entlieh ihrer Bestimmung wegen bemerkenswcrih; architektonisch verschwinden dieselben vollständig neben den Bauten, die ich in meinen vorauf gegangenen Be- ; richten geschildert habe. Die Gebäude für Verkehrswesen und Bergbau be- ‘ sitzen durchaus reizlose Fagrden, deren einziger Schmuck die schablonenhaften : Wandmalereien sind, mit denen man dieselben überdeckt; das erstgenannte darf sogar in Wägung des Gcsammteindrucks wie auch der Details als ungemein plump bez-ichuet werden. Es ist dies ein 320 Meter langes Gebäude, das im Grnnde ein wenig an die Bauart röm scher Basiliken erinnert, im Ganzen aber einer mächtigen Viehhalle ähnlicher ist als einem Weltausstellungspalast. Das Dach des Untergeschosses ist flat, über dem- . selben erhebt sich ein aufgesetztes, sehr niedriges zweites Stockwerk, das 280 Meter lang ist und von einem nur 12 Meter hohen, breit gelagerten maurischen Dachreiter mit halbkreisförmigem, zementirtem Halbdach bekrönt ' wird. An der Hauptfagade befindet sich ein Eingang, dessen mächtiger Bogen etwa 30 Meter breit und ebenso viele Meter hoch ist, und dessen überreicher Schmuck an Basreliefs und Schnitzereien, der zu allem Ueber- fluß auch noch glatt versilbert ist, selbst den Laien zu einem vielsagenden Schütteln des Kopfes zwingt. Auch das Innere des Gebäudes entspricht vollständig dessen reizlosen Außenseite; es ist ja gewiß praktisch eingerichtet und wird seine Bestimmung erfüllen, die darin besteht, Verkehrsmitteln jeder Art, vom Kinderwagen und Schiebkarren, vom primitiven Floß und dem einfachen Bretterkahn angefangen bis zur Riesculokomotive und dem Modell moderner Riesendampfer hinauf, als Ausstellungsraum zu dienen. Aber darum wäre es doch wohl nicht nothwendig gewesen, so ganz auf jeden architektonischen Schmuck zu verzichten; ganz im Gegentheil hätte durch solchen Schmuck die ausgedehnte Ausstellung kleiner Gegenstände sehr gewonnen und es steht zu befürchten, daß dieselbe nun in ihrer reizlosen Umgebung und gegenüber der Ausstellung mächtiger Maschinen rc. übersehen oder doch keinesfalls ihrem Werthe nach gewürdigt werden wird.
Das Gebäude für Gartenbau ist hübsch, doch war hier die Bestimmung desselben, das im Grunde nichts anderes ist und auch wohl nicht j sein sinn als ein großes Treibhaus, Hinderniß für den Bau gefälliger I Fa^aden. Das Gebäude ist fast ganz aus Eisen und Glas aufgesührt; 1 ein großer mittlerer Pavillon wird von einer schön geschwungenen, 38