großen Trockenheit dürfte in den Waldungen doppelte Vorsicht im Gebrauche von Streichhölzern ?c. geboten sein.
Ursprungszeugnisse. Zeugnisse, die über den Ursprung der zur Ausfuhr gelangenden Waaren von Handelskammern und kaufmännischen Korporationen ausgestellt werden, sind allgemein stempelfrei. Dagegen unterliegen solche Zeugnisse, die von öffentlichen Behörden (Ortspolizei, Gemeindebehörden u. a. m.) ausgestellt werten, als amtliche Atteste in Privatsachen, einem Stempel von 1,50 Mk., sofern sie von der Stempelsteuer nicht deshalb befreit sind, weil der Werth des Gegenstandes den Betrag von 150 Mk. nicht errdcbL Dies ist arzunehmen, wenn der Werth der Sendung weniger als 150 Mk. beträgt, oder wenn der Unterschied im Zollbetrage, der auf der Waare im Lande der Bestimmung ruht, je nachdem dieselbe von einem Ursprungszeugnisse begleitet ist oder nicht, sich auf weniger als 150 Mk. beläuft.
Frühe Ostern. Noch früher als in diesem, fällt im nächsten Jahre Ostern, nämlich schon auf den 25. März. Dies ist inbesfen noch nicht das früheste Osterfest im laufenden Jahrhundert. Dasselbe fiel vielmehr im Jahre 1818 auf den 22. März (was erst im Jahre 1970 wieder der Fall sein wird) und in den Jahren 1845 und 1856 auf den 23. und 24. März. Im Jahre 1883 hatten wir schon einmal das Osterfest am 25. März.
Astronomisches. Zwölf neue Planeten aus der Gruppe der Asteroiden, deren Bahnen zwischen denen des Mars und des Jupiter liegen, sind in der Zeit vom 10.—21. März auf photographischem Wege entdeckt worden. Dieselben haben die vorläufigen Bezeichnungen: 1893 M bis X erhalten. D-e Planeren 1893 Q und X hat Dr. Wolf in Heidelberg, die übrigen H. Charlois auf der Sternwarte zu Nizza aufgefunden. Diese Planeten sind sämmtlich lichtschwach, nur einer davon ist 11. Größe, die übrigen sind 12. und 13. Größe, gehören also zu den schwächsten Lichtpunkten, die nur an großen Teleskopen überhaupt gesehen werden können.
Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Val Uhr. (Kindern allein ist der Eintritt nicht gestattet.)
Für heute. Turn- und Fechtklub : Abends von 8Va bis 10 Uhr Fechten. — Turnverein Hanau : Abends 9Va Uhr ordentliche Hauptversammlung ; Tagesordnung: Jaâresbericht und Vorstandswahl.
Versteigerungs- und Berpachtungs- re. Kalender für Montag den 10 April
Das dem Metzgermeister Herrn Eduard Behringer in Hanau gehörige, in der Gemarkung Hanau — Altgasse 13 — belegene Grundstück soll im Wege der Zwangsvollstreckung vormittags 10 Uhr vor dem Königl. Amtsgericht Abth. II «ersteigert werden. — Nachmittags von 2 Uhr ab sollen durch den Auktionator und Taxator Herrn C. Meerbott im Gasthause „zum Elephanten" eine Parthie Mobliar, Tapezierwei kzeuge, ein amerika- «ischer Ofen und andere Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden
H. Atts dem Freigericht. Neuses, 8. April. Einem längst gefühlten Bedürfniß wird jetzt dadurch abgeholfen, daß von hier nach dem bayerischen Nachbardorf Albstadt eine Straße gebaut wird. Sicherem Vernehmen nach ist die beiderseitige Genehmigung erfolgt und dürfte demnächst mit der Anlage begonnen werden. Für die Lastfuhrwerke ist diese nöthige Verbindungschaussee von großem Werth, indem der große Umweg über Somborn — Trages erspart bleibt. Desgleichen wird jenen ein Dienst erwiesen, welche eine Fahrt über Somborn, Neuses, Albstadt nach dem Unterfrei: ericht (Michelbach, Alzenau re.) machen wollen. Jedenfalls wird die Straße von praktischem Nutzen sein und wäre es zu wünschen, daß bald auch ein fahrbarer Verbindungsweg von hier nach dem bayerischen Orte Geiselbach hergeüellt würde.
Cassel, 7. April. Die Jahresversammlstng der Lehrer an den gewerblichen Fortbildungsschulen wurde am Mittwoch im „Casseler Hof" abgehalten. Als Vertreter der Staatsrezierung war in Verhinderung des Regierungspräsidenten Herr Assessor von Heintze zugegen, welcher in kurzer Ansprache an die Versammlung zum Ausdruck brachte, welches ^fördernde Wohlwollen und welches lebhafte Interesse die Staatsregierung gerade den Fortbildungsschulen entgegenbringe. Außer Cassel waren auf dem Kongresse hauptsächlich die Städte Eschwege, Fulda, Frankenberg, Marburg, Hanau, Schmalkalden, Hofgeismar, Hersfeld etc vertreten, zusammen über 30 Delegirte. Als Ort und Zeit der nächsten Jahresversammlung wurde beschlossen, daß dieselbe erst in zwei Jahren, im Frühjahr 1895, zu Fulda stattfinden soll.
Frankenberg, 7. April. Am Dienstag verunglückte ein zweijähriges Kind in Römershausen dadurch, daß eine an der Wand aufgestellte Egge durch Anstoßen umstürzte und dem Kinde so unglücklich auf den Hals fiel, daß der Tod alsbald durch Erstickung eintrat.
Ems, 6. April. Der Kursaal wird vom 15. d. M. ab wieder dem Fremdenverkehr geöffnet sein. Die Konzerte des von Julius Laube (im Winter in Hamburg) geleiteten Kur-Orchesters beginnen erst am 1. Mai, die Vorstellungen in dem von Albert Eckart, bisher am Lesstngtheater in Berlin, zuletzt auf einem Gastspiel mit der Bockschen Elitetruppe in Rußland begriffen, geleiteten Kursaaltheater sogar erst am 1. Juni.
Bad Nauheim, 7. April. Am 4. d. M. wüthete ein Waldbrand im Ober-Mörlener Gemeindewald, der 30 Morgen Stockschlag verheerte. Im Ort Ober-Mörlen sind fünf Scheuern mit Stallungen abgebrannt.
Das Feuer brach beim Hirschwirth Jekel aus. Die Entstehungsursache ist unbekannt.
Kleine Notizen. Die Stadtverordneten in Mainz beschlossen, das Einzugsgeld (Mk. 100) von allen deutschen Reichsbürgern, welche Mainzer Bürger werden wollen, nicht mehr zu erheben, dagegen Mk. 200 auch ferner von Ausländern zu verlangen. — In der Nacht zum 6. April wüthete in Großwallstadt bei Mosbach im Odenwald ein bedeutender Brand. — In Nied eringelheim bei Mainz ist in der vergangenen Nacht eine aus drei Köpfen bestehende Familie durch Kohlengas erstickt.
Sterbekaffe des Süddeutschen Gaftwirtheverbandes. Diese Kasse hat im ersten Vierteljahr ihres Bestehens einen außerordentlichen Aufschwung genommen und weist in 3 Monaten mehr als 2300 Mitglieder auf, was einer Einnahme von über M. 1150 pro Sterbefall entspricht. Der Reservefond beträgt heute M. 10800.—; ausbezahlt wurden bei einer Leistung von M. 4 bezw. M.6 des betr. verstorbenen Mitglieds M. 2439.50 für Sterbefälle, die sämmtliche sog. unvorhergesehene waren, da bekanntlich der Tod nicht erst anfragt; sie betrafen 2 Gastwirthsfrauen und 4 Gastwirthe. Die Sterbekasse ist verbreitet über die Staaten Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen und den südlichen Theil Preußens. Angesichts des edlen und humanen Zweckes und der außerordentlich niederen Beiträge (50 Pf. pro Sterbefall), sowie der großen Leistungen (von M. 575. — bis M. 1150,— pro Sterbefall, je nach Alter der Mitgliedschaft) dürfte es den Gastwirthen obengenannter Staaten nur anzuempfchlen sein, diesem nützlichen Institute beizutreten. Anmeldungen nimmt auch die Verwaltung der Kasse entgegen, welche in den Händen des Stadtverordneten und Gastwirths Karl Reinemer, Darmstadt, ruht.
Litterarisches.
Die Toilette der Hausherrin ist nur ein Theil der Toilette des Hauses, — diesen Grundsatz bringt die im Verlage von Franz Lipperheide in Berlin erscheinende „Modenwelt" (gegründet 1865) neuerdings zum Ausdruck. Nachdem sie ihren Inhalt durch zwei besondere Rubriken „Für 's Haus" und „Gärtnerei" vermehrt, erscheint sie als die berufenste Hüterin des häuslichen Herdes, als stets hülfsbereite Be- rathcrin in allen Fragen, die das weibliche Interessengebiet berühren. Die Dame in bevorzugter Stellung, wie die schlichte Hausfrau findet in den Spalten der „Modenwelt" nicht nur Anleitung zur billigen Herstellung ihrer Toilette, sondern auch alle Rathschläge für die behagliche Gestaltung der Häuslichkeit. Die „Modenwelt", die verbreitetste aller Modenzeitungen überhaupt, darf sich rühmen, wie kein anderes Blatt das Schöne und das Nützliche in gleichem Maße zu pflegen. Der Preis ist unverändert 1 Mk. 25 Pf. das Vierteljahr.
Marktbericht.
Hanau, den 8. April, 9Va Uhr vormittags. Lebensmittelpreise folgende: Hülsenfrüchte: Bohnen 35—38 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 70 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,20—1,50 Mk.; ein Huhn 1,30-1,80 Mk.; eine Ente 1,60-2 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25 Pfg., bessere Sorten 35 Pfg., Aal 1—1,20 Mk., Hecht 90 Pf. bis 1,10 Mk., Bresem 55 Pfg., Barben 50 Pfg., Barsch 60—70 Pfg. ----- Vs kg ; Gemüse: Merrettig, die Stange 10—20 Pfg.; Spargel, 100 Stück 3—4 Mk.; Blumenkohl, das Stück 35—50 Pf. ; Kopfsalat, das Stück 15—18 Pfg.; Rettig, das Stück 20 Pfg.; Unter- Kohlrabi , das Stück 8-12 Pfg. Wirsing, das Stück 20-25 Pfg.; Rothkraut, das Stück 25-35 Pfg.; Sellerie, das Stück 10-20 Pfg.;
Gelbe Rüben, die Portion 25—35 Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion 30—50 Pfg.; Spinat, die Portion 20—40 Pfg.; Lattig, die Portion 10—20 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 10 Pfg.; Kartoffel, 10 Pfg. das Doppelliter; Obst: Aepfel, das Stück 2—5 Pfg.; Citronen, das Stück 6—8 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 5—10 Pfg. Verschiedenes : Butter, das Pfund 1,25—30 Mk.; Kâse, das Stück 4—5 Pfg.; Eier, das Stück 5—7 Pfg.; Gânseeier, das Stück 9—12 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 36 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter 30 Pfg.; Radieschen, das Bündel 3 Pfg.; Kastanien, das l/2 kg 18 Pfg.; Wai- zenmehl, 1. Sorte 22—24 Pfg., 2. Sorte 20—21 Pfg., 3. Sorte 18—19 Pfg., 4. Sorte 16 Pfg. --- V» kg.; Stroh 2,60-3 Mk. und Heu 4,80-5 Mk. - 50 kg.; Buchenholz, das Meter 9—10 Mark. _____________________
M u st e r - R e g i st e r.
(Eintragungen bei Königl. Amtsgericht zu Langenselbold).
Zu Nr. 56: Firma Heinr. u. Aug. Brüning zu Hanau, als Rechtsnachfolgerin der Firma J. Brüning u. Sohn zu Langensiebach, hat für die am 5. April 1890, vormittags 9 Uhr, angemeldete Flächenmuster Nr. 1591, 1616, 1617, 1622, 1627, 1632, 1634, 1638 die Verlängerung der Schutzfrist auf drei Jahre angemeldet am 24. März 1893, vormittags 9 Uhr.
Wetterbericht des „Hanauer Anzeiger" vom 7. April. Nach Beobachtungen des hies. Verschönerungs-VereinS am Wetterhäuschen am kaiserl. Postgebäude.
Barometer: morgens 766, mittags 767, abends 767.
Thermometer: morgens + 6,0° 0., mittags + 18,0° C., abends 4* 19,0° C.
Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser): morgens 69, mittags 29, abends 28.
Lambrecht's Patent-Wettertelegraph (im Rathhaushof): Am 8. April. Wärmer. Der Zeiger am Fuß des Wettertelegraphen gibt den Stand von etwa 8 Hüt morgens an.)