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Donnerstag den 6. April

1893

Amtliches.

Landkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In den Gemeinden Bleichenbach und Hainchen, Kreises Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 1. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 2627. I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Unter dem Rindvieh des Pachters Theodor Göbels zu Mainkur ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 4. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 2658. v. Oertz en.

In dem Gehöft des Landwirths Heinrich Schmitt in Wachenbuchen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau am 4. April 1893.

Der Königliche Landrath

V. 2690. J. V.: Schneider, Kreissekretär.

Mit einstweiliger Wahrnehmung der Bürgermeistereigeschäfte von Langenselbold ist der Kreissekretair Hochstein aus Vohwinkel beauftragt worden.

Hanau am 4. April 1893.

Der Königl. Landrath

A. 954. v. O ertzen.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein schwarz und weißer Hund m. Geschl.; Empfang­nahme bei Joseph Metz zu Bergen. Ein weißer Pinscher (in der Nähe des Neuwirthshauses). Ein kleiner Hund.

Entlausen: Ein gelber s. g. Affenpinscher. Ein weißer Foxter­rier, m. Geschl. Ein kleiner schwarzer Wachtelhund mit großen aufrecht stehenden Ohren, auf den NamenPutz" hörend.

Verloren: Eine silberne Damenuhr mit schwarzer Kette (in der Nähe von Wilhelmsbad). Eine Granatbroche. Eine Chaisenkapsel.

Gefunden: Ein Zollstock. Ein Päckchen, zirka V, Pfd. Zigarren- Deckblatt. Eine Peitsche.

Hanau am 6. April 1893.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Die Scheuer nebst Keller, Erbsengasse Nr. 3, wird

Montag den 10» d. Mts., vormittags 11 Uhr,

vom 1. Juli d. I. an nach dem Meistgebot im Kämmereilokal öffentlich vermiethet. Zuschlag bleibt Vorbehalten.

Hanau den 4. April 1893.

Der Oberbürgermeister

4640 I. V.: Heraeus.

Kanâslskammsr in Hanaus

Oeffentliche Sitzung Freitag den 7. April er», nachmit­tags 6 Uhr, im unteren Saale des Rathhauses in Hanau. 4641

Mdt. gewcrdliihe Fortbildungsschule.

Die Anmeldungen neuer Schüler werden Freitag den 7. April von 11 bis 12 Uhr und Sonntag den 9. April von 8 bis 9 Uhr vormittags im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Erbsengasse Nr. 1, entgegengenommen.

Während des Sommerhalbjahres 1893 bin ich in Angelegen­heit der gewerblichen Fortbildungsschule ebendaselbst Freitags um

12 Uhr und Samstags von 8^ bis 9 Uhr vormittags zu sprechen.

Hanau den 5. April 1893.

Thormählen, 4637

Dirigent der gewerbl. Fortbildungsschule.

TKgssschaN.

Berlin, 5. April. DerReichsanzeiaer" veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler, betr. die Aufnahme von 152 228 147 Mark Reichsanleihe, wovon 52 Millionen Zprozentig, der Rest 3- oder 3*/sprozentia zu verzinsen sind.

Berlin, 5. April. Seine Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute Vormittag mit dem Chef des Geheimen Zivilkabinets und empfingen um 1 Uhr Nachmittags den neuernannten Königlich spanischen Botschafter Don Felipe Mendez de Vigo zur Antrittsaudienz.

Berlin, 4. April. In der Osternacht sind lautGerm." die beiden mehrere Zentner schweren Glocken der katholischen St. Paulskirche in Moabit, welche nach deren Abbruch zu ebener Erde neben der neuen Kirche auf einem eisernen Glockenstuhle mit vielen Schrauben fest ange­bracht waren, um später auf den Thurm der neuen Kirche zu kommen, von Dieben gestohlen worden. Ungefähr zwanzig Schritte vom Orte der That befindet sich das Dominikanerkloster, und keiner der Bewohner des­selben hat in der betreffenden Nacht irgend welche verdächtige Thätigkeit auf dem Bauplatz bemerkt. Die gestohlenen Glocken müssen zuerst, so er­gaben die Spuren, auf Karren fortgeschafft und dann auf einen bereitge­haltenen Wagen verladen worden sein. Dabei ist ein breiter Thorweg benutzt worden. Von den Dieben und ihrer Beute fehlt bis jetzt jede Spur.

Schwerin. Seine Hoheit der Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg - Schwerin hat sich gestern Abend nach Wilhelmshaven begeben, um sich dort zur zweijährigen Dienstleistung nach der Südsee einzuschiffen.

Bremen, 5. April. Ein Telegramm desNordd. Lloyd" aut Newyork meldet: Der DampferAller" kollidirte gestern bei der Abfahrt mit der BarkeEnos Soule", wobei der Bug derselben eingedrückt wurde. Die Ladung der Barke blieb anscheinend unbeschädigt und wird, da das Loch im Bug bereits gedichtet ist, ohne Verzug gelöscht werden.

München, 5. April. Der erste deutsche Historikertag wurde im Akademiesaale vom Lokalpräses Stieve begrüßt. Die Präsenzliste zählt 101 Theilnehmer. Zum ersten Vorsitzenden wurde Huber-Wien, zum zweiten Heigel, zum Schriftführer Lossen gewählt. Die Professoren Kauf­mann aus Breslau und Dove refernteu betreffs des Geschichtsunterrichts als Vorbereitung zur Theilnahme am gegenwärtigen öffentlichen Leben. An der Debatte nahmen Martens-Marienburg, die Professoren Prutz- Königèberg, Kropatscheck-Bcrlin, Boethingk-Karlsruhe, Lamprecht Leipzig und Vogt-Augsburg theil. Fortsetzung der Berathung nachmittags. (Fr. N.)

In Karlsruhe ist der berühmte Kunsthistoriker Wilhelm Lübke verstorben.

Paris, 5. April. In dem heute Vormittag abgehaltenen Minister­rath stellte der Ministerpräsident Dupuy die neuen Kabinetsmitglieder dem Präsidenten Carnot vor. Der Minister des Aeußeren, Develle, machte sodann die Mittheilung, daß die Regierung von Kolumbien eine Ver­längerung von 20 Monaten sür die französische Konzession zum Bau eines Panamakanals zugestanden habe. (Reichsanz.)

Das ,,Köln. Tgbl." schreibt: Der neuliche Fall von Verhaftung eines angeblichen deutschen Spions in Frankreich lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf dies eben nicht erfreuliche Thema, welches die Urtheilsfähigkeit unserer östlichen Nachbarn in einem so kläglichen Lichte erscheinen läßt. Die Spionenhetze hatte besonders bis zur großen Pariser Ausstellung von 1889 in vollster Blüthe gestanden, und dann, da man auch das Geld der deutschen Ausstellungsbesucher herzlich gern nahm, war es etwas stiller ge­worden. Dann und wann kam freilich noch ein Pariser Revanchejournal mit irgend einer Triumphnachricht vom Fange eines deutschen Spions, oder aber es wußte in sehr anschaulicher Weise zu schildern, wie neun Zehntel aller Hotel- und Restaurantdomestiken in Paris deutsche Agenten