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Nr. 51.

Mittwoch den 1. März

1893

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeifteramtes.

3 " irr Ltadt Hanau.

Ziehung am 28. September 1892, Auszahlung am 31. März 1893.

I. Anleihe vom 30. September 1880.

Reihe I zu 4°/s (XII. Ziehung).

Lit. A. Nr. 49 155 L 1000 M.

Lit. B. Nr. 61 155 258 265 301 327 â 50® M.

Lit. C. Nr. 70 80 178 304 494 519 556 564 655 661 707 715 763 â 200 M.

Rückständig Lit, C. Nr. 71 709.

Reihe II zu 3'/z % (IV. Ziehung).

Lit. A. Nr. 68 â 1000 M.

Lit. B. Nr. 16 72 112 193 â 500 M.

Lit. C. Nr. 28 103 159 360 401 422 476 524 544 564 633 659 660 â 200 M.

Rückständig Lit. C. Nr. 63 76 723.

II. Anleihe vom 1. Oktober 1889.

H. Serie zu 3Vs % (III. Ziehung). Lit. A. Nr. 135 162 â 2000 M.

Lit. B. Nr. 171 268 â 1000 M.

Lit. C. Nr. 207 395 â 500 M.

Lit. D. Nr. 306 347 423 468 480 â 200 M.

Rückständig Lit. D. Nr. 482.

I Serie zu 3 Vs % (I. Ziehung).

Lit. A. Nr. 46 â 2000 M.

Lit. B. Nr. 27 â, 1000 M.

Lit. C. Nr. 155 174 â 500 M.

Lit. D. Nr. 12 64 89 118 162 â 200 M.

Hanau am 29. September 1892.

Der Stadtrath

Westerburg. 2

Diejenigen Eltern, deren Kinder zu Ostern d. Js. in die hiesigen Schulen ausgenommen werden sollen, ersuche ich die hierzu erforderlichen Geburtsurkunden rechtzeitig bei hiesigem Standesamt zu bestellen.

Hanau den 28. Februar 1893.

Der Oberbürgermeister

2751 I. V.: Heraeus.

Der neue freisinnige Verein in Hamburg.

DieHamburger Freie Presse" vom 12. Februar schreibt: Der neue freisinnige Verein hielt gestern eine zahlreich besuchte Vertrauens- männerverfommlung ab, in welcher eine starke Unzufriedenheit mit der Politik der freisinnigen Fraktionen des Reichstages und der Parlamente der Einzel­staaten zur Geltung kam. Im einem Vortrage entwickelte der Vorsitzende Dr. G e o r g W a l t e m a t h, der Widerstand der freisinnigen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses gegen die Reformsteuergesetze M quels sei antifreisinnig und diene lediglich dem Interesse der Berliner Gèldpluto- kratie. Das Programm der freisinnigen Partei von 1884 verlangt int Steuersystem Gerechtigkeit. Miquel, der klügste Minister in Preußen (so nannte ihn Graf Waldersee gegenüber einem angesehenen Kaufmann, welcher auch Mitglied des neuen freisinnigen Vereins ist), diente der Gerechtigkeit, indem er progressive Einkommen- und Vermögenssteuer forderte. Diese Steuern seien von allen Volksfreunden durchaus zu billigen und geradezu widersinnig sei die Opposition gegen die Ueberweisung der Grundsteuer an die Gemeinden, wodurch doch die Selbstverwaltung, diese urdemokratische Institution, auf festere Füße gestellt werde. Die Bauern sind mit dieser Opposition durchaus unzufrieden. Sie wollen auch allenthalben nichts wissen von der Aushebung des Restes der Geireidezölle. Bei den Bauern sei vielfach Freisinn und Feindschaft gegen Landwirthschaft eins das sei die Folge jener verkehrten Fraktionspolitik. Dr. Woltemath habe sich hier von auf seiner Agitationsthätigkeit für den liberalen Allgemeinen Deutschen Bauernverein überall überzeugt. Tadelnswerth sei die fanatische Gegnerschaft I kegen die Militärpläne der Regierung, welche die Programmforkerung des Freisinns :volle Durchführung der allgemeinen Dienstpflicht bei möglichster

Abkürzung der Dienstzeit" lediglich erfülle. Es sei deshalb eine komische Begriffsverwirrung, wenn von Seiten der Fraktion die Annahme der Mili­tärvorlage, welche zur kriegstüchtigen Ausbildung aller tauglichen Mann­schaften führe, das Betreten einer schiefen Ebene genannt werde. Das Volk denke aber anders hierüber! Gerecht sei es, wenn alle Tauglichen ausgebildet würden. Nur über die Art der Kostenbestreitung sei man anderer Meinung. Es sei aber zu hoffen, daß der Kaiser in seinem bereits erprobten edlen Drange, dem Volke das Beste zu geben, hierin dem nationalen Willen entgegenkomme. Das Volk glaube, daß durch die Aufhebung der Liebesgabe an die Brenner der größte Theil der erforderlichen Kosten be­schafft werde. Man könne außer einer.sevsteuer eine Reichseibjchafis- steuer einführen, sowie eine progressive Reichseinkommensteuer für alle Einkommen von 15000 Mk jährlich und darüoer. Das deutsche Volk wolle keinen Konflikt. Es herrsche deshalb auch die größte Unzufriedenheit innerhalb weiter Kreise des Freisinns über das Gebühren der Richter'schen Klique, welche die Partei terrorisire. Kein Wunder sei es, wem diese Kreise allgemein der Gedanke erfasse, daß die ehemaligen Sezessionisien, Hâncl.'- sche Fortschrittler und alle Gegner der Richter'schen Klique aus der frei­sinnigen Partei ausscheiden müßten, um mit den Nationalliberalen und liberalen Bauern die Partei des linken Zentrums zu bilden, welche die große liberale Partei vorbereiten wird, das Ziel aller wahrhaft freisinnigen Patrioten. Dr. Waltemath sagte, daß eine solche Auffassung staunenswerth weit vorbereitet sei. Diese Partei werde macht­voll eingreifen, mit der Regie, ung ein Kompromiß vereinbaren und die­selbe davor bewahren, ihre einzige Stütze in den Reaktionären und Hoch­konservativen zu suchen, welche dann einen beherrschenden Einfluß auf die Regierung gewinnen würden, wenn die freisinnige Fraktion in ihrem stckrren Widerstand gegen die Mcki.ärvorlage verharre. Dieser Widerstand treibe zur Auflösung des Reichstages. Das aber wolle die Richter'iche Klique, welche genau wisse, daß in diesem Falle die Gegner Eugen Richters, die Abgg. Rickert, Hänel, Brömel, Vollrath, Stcuffenberg, Schrader, Hirsch u. f. w. ihren Gegenkandidaten erliegen. Eugen Richter sei dann Diktator der Partei und hoffe, auf den Krücken der Ultramontanen wieder in den Reichstag zu gelangen. Das sei fein und schlau ausgedacht. Dem deut­schen Volke gezieme es aber, dergleichen Machenschaften einer paemllitischen Existenz zu vernichten. Die Militärvorlage müsse deshalb im Wesent­lichen vom Reichstage genehmigt werden. (Lebhaftes Bravo.) Daraus folgte Diskussion.

Tagesschau.

Berlin, 28. Februar. Seine Majestät der Kaiser und König be­gaben Allerhöchstsich heute Morgen um 8 Uhr 54 Minuten von dem Militär­bahnhof Berlin nach Klausdorf, unternahmen daselbst auf der Feldbahn einige Besichtigungen und kehrten gegen 1 Uhr Mittags nach Berlin zmück.

Berlin, 28. Februar. DerReichsanzeiger" meldet: Die Folge der Verlegung der Sommerferien an den höheren Lehranstalten, wie in der Rheinprovinz Mitte August beginnend, ist nach erfolgter Prüfung durch das Kultsministerium verneinend entschieden worden; die Provinzialschulkollegien sind aber ermächtigt, mit der Anberaumung der Ferienordnung für das Jahr 189394 in gewohnter Weise vorzugehen.

Berlin. 28. Februar. Der jüngsteReichsanzeiger" veröffentlicht in seiner 2. Beilage eine Verzeichniß der Waaren, für welche bei der Ein­fuhr in die Schweiz Ursprungszeugnisse ersordeilich sind.

Berlin, 28. Februar. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den Kcmmerzienrath Wolff von der salliten Firma Hirschfeld & Wolff wegen betrügerischen Bankrotts. Die Geschworenen verneinten die be­trügerische Absicht und den übermäßigen Aufwand; sie sprachen Wolff nur des einfachen Bankerotts schuldig. Der Gerichtshof erkannte auf zwei Jahre Gefängniß, welche Strafe auf die bereits wegen Unterschlagung und Untreue am 12. August 1892 verhängte zehnjährige Gefängnis strafe einzu­rechnen ist. lFr. N.)

Berlin, 28. Februar. S. M. S.Leipzig", Flaggschiff des Kreuzer- Geschwaders, mit dem Geschwaderchef Kontreadmiral von Pawels; an Bord, ich am 19. Februar in Mozambique anaekommen und am 20. Februar nach Capstadt in See gegangen. S. M. S.Gnerfenau", Kommandant Korvettenkapitän Stubenrauch, ist am 25. Februar in St. Thomas (West­indien) angekommen und beabsichtigt, am 15. März nach Porto Rico in See zu gehen. S. M. KreuzerkorvettenArtöna", Kommandant Kor-