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Stuttgart, 24. Februar. Bâron Putlitz wurde zum Hoftheater- intendanten und Kamwerherrn ernannt.

Wien, 24. Februar. Erzherzog Albrecht feiert am 4. April d. I. sein 30jähriges Jubiläum als österreichischer Feldmarschall.

Wien, 24. Februar. Der Jungczeche Gregr erklärte heute in dem Parlament, das von der Krone genehmigte Programm, welches die dualistische Staatsreform als für Oesterreich dauernd bezeichnete, entspreche der chine­sischen Auffassung. Oesterreich wäre längst föderalistisch regiert, wenn seine Politiker nicht zu schwarzgelb wären.

Wien, 24. Februar. Nach der „Neuen Freien Presse" wurde die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in der österreichischen und ungarischen Armee wegen der Schwierigkeiten, welchen die deutsche Heeresvorlage be­gegnet, vorläufig aufgeschoben. Man wartet hier die Durchführung der neuen Organisation in Deutschland ab, dafür bereitet die österreichische Regierung zur Kräftigung der Wehrmacht eine Reform der österreichischen Landwehr vor.

Budapest, 24. Februar. Da der Eisstoß glatt abgegangen ist, so ist die Hochwassergefahr für die Hauptstadt beseitigt.

Rom, 24. Februar. In der gestrigen Kammersitzung konstatirte Giolitti, daß die zur Papstfeier eingetroffenen Pilgerzüge einen eklatanten Beweis für die Freiheit der katholischen Kirche und des Papstes und für die Toleranz Italiens bildeten. Die Pilger hätten keinerlei Exzesse be­gangen, da die Regierung ihren Willen zu erkennen gegeben habe, daß die Gesetze aufrecht erhalten würden. — 4000 Pilger zeichneten sich im Pantheon in die Register ein zu Ehren Viktor Emanuels.

Paris, 24. Februar. Der „Figaro" veröffentlicht ein Interview mit dem früheren Polizeipräfekten Andrieux betreffs der sogenannten Se­natsverschwörung. Andrieux meinte, Ferry's Kandidatur sei der erste Akt in einem politischen Drama. Ferry solle den Opportunismus retten und möglichst bald den Präsidenten Carnot ersetzen. Man habe eine baldige Präsidentschaftskandidatur zu gewärtigen. Die Verschworenen seien ent­schlossen, vor den Wahlen Ferry zum Präsidenten der Republik zu machen und Constans das Ministerium des Innern anzuvertrauen. — Zwei Polizeiagenten sind nach Amsterdam abgereist, um Arton aufzusuchen.

London, 24. Februar. Die „Times" begrüßt die Kandidatur Ferrys als des bedeutendsten Politikers Frankreichs, entschlossenen Gegners der Klerikalen und weitsichtigsten Kolonialstaatsmann.

San Sebastian, 24. Februar. An der spanischen Nordküste wüthet ein heftiger Sturm. Mehrere große Dampfer sind in Gefahr. Die Flüsse in Kastilien sind ausgetreten, die Städte im Durothale sind bedroht.

25. Febru ar, vormittags 9 Uhr:

Berlin, 25. Februar. Aus Anlaß der erfolgten Entlassung Ahl- wardts aus dem Gefängnisse vereinigten sich gestern Nachmittag über 2000 Personen in den Germaniasälen zu einer großen Empfangsfeier und brachten Ahlwardt ihre Ovationen dar.

Altona, 25. Februar. Die dänische Regierung verbot die Einfuhr von Schweinen über Korsör, wo unter einem Viehtransvort die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist. Es mußten bereils 110 Schweine ge- tödtet werden.

Freiberg (Sachsen), 25. Februar. Das Schwurgericht verur- theilte den Fleischergesellen Gehlert aus Kolmnitz, welcher im Oktober v. I. aus Habsucht seinen eigenen Vater erschossen hatte, zum Tode.

Fürth, 25. Februar. Die Sozialisten hoben den über die Brauerei von Evora verhängten Boykott auf, nachdem sich die Arbeitgeber zur Wiederaufnahme dreier Arbeiter erklärten.

Madrid, 25. Februar. Die Unterhandlungen behufs Abschluß eines Handelsvertrags mit Deutschland schreiten schnell und in befriedi­gendster Weise fort.

Paris, 25. Februar. Charles Lesseps kündigt kompromittirende Enthüllungen in der Gerichtsverhandlung an, besonders gegen Clemenceau und Floquet, — Ferry machte dem Präsidenten Carnot einen lange dauernden Besuch. Am nächsten Montag wird Ferry bei der Besitzer­greifung des Senatspräsidiums eine große politische Einführungsrede halten.

Sa« Francisco, 25. Februar. Auf den bekannten Millionär John Mackay wurde gestern ein Attentat verübt, indem ein gewisser Rat­cliffe nach ihm feuerte und ihn am Rücken verletzte. Der Attentäter schoß sich hierauf in die Brust. Die Wunde Mackays ist nicht tödtlich, während Ratcliffe sich schwer verletzte. Ueber die Motive ist nichts bekannt ge­worden.

AuS Stadt, Provinz und Umgegend.

Kleinere den Tlatsach-N entsprechende Mittheilungen über Vorkommnisse in hiesiger Stadt und deren Umgebung sind stets willkommen und werden entsprechend vergütet.)

Maturitätsprüfung. Vorgestern und gestern fand im hiesigen Königlichen Gymnasium, unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Regierungs­und Schulrath Dr. Lahmey er, die Maturitätsprüfung statt, deren sich fünf Schüler genannter Anstalt unterzogen und sämmtlich mit Ehren be­standen haben. Es sind die Oberprimaner Bezzenberger, Otto Hosse, Limbert, Schlott und Stern. Zwei derselben wurden gänzlich, die übrigen in einzelnen Fächern vom mündlichen Examen befreit.

Prüfung. Bei der kürzlich stattgehabien Prüfung der Schüler hiesiger Realschule behufs Erlangung der Berechtigung zum Einjährig- Freiwilligen Militärdienst wurden 22 Primaner vom mündlichen Examen befreit.

Kunstverein. Eine neue Folge ganz ausgezeichneter Bilder ist wieder eingetroffen, welche von morgen, Sonntag, ab in Kö­niglicher Zeichenakademie zu den gewöhnlichen Tageszeiten und seitherigen Bedingungen, wonach Mitglieder freien Zutritt, Nichtmitglieder 20 Pfg. Eintritt zu zahlen haben, ausgestillt sind.

Stadttheater. Da uns sobald nicht wieder die Gelegenheit gebo­ten wird, Herrn Paul Zudem ack als Gast auf unserer Bühne auftreten zu sehen, so möchten wir Jedem dieses letzte Gastspiel des willkommenen Künstlers noch einmal zu besuchen bestens anempfehlen. Durch sein Auf­treten als Chevalier Rocheförrier in dem drolligen Lustspiel: „Eine Parthie Piquet" sowie als Graf Klingsberg in: „Die beiden Klingsberg", wird uns Herr Zademack noch einmal einen besonderen Kunstgenuß bieten und eine gute Erinnerung hier zurücklassen. Wir wollen noch einmal darauf hinweisen, daß diese Vorstellung bei aufgehobenem Abonnement stattfindet und um 6^2 Uhr beginnt.

Saatenstand. Ueber den Stand der Saaten wird geschrieben, daß dieselben, soweit aus verschiedenen Gegenden Berichte vorliegen, durch­weg gesund und wohlerhalten den Winter bis jetzt überstanden haben. — Den Feldmäusen hat das Thauwetter sehr schlimm mitgespielt, da es einen Theil in ihren Löchern ertränkte, die meisten jedoch aus ihnen vertrieb. Als die Nager nun rathlos auf den Feldern umherirrten, stellten sich vom Hun­ger geplagte Krähen in großen Schaaren ein und machten ihnen den Garaus. So eine ausgehungerte Krähe verschlingt in ganz kurzer Zeit wohl ein Dutzend Mäuse; ein ganzer Schwarm jener Schwarz- und Grau­röcke kann demnach auf einem Felde unter den kleinen Feinden des Land­wirths hübsch aufrâumen. Die Krähen scheinen also unter Umständen doch nicht ganz so schlecht zu sein, wie sie von allen Seiten gemacht werden.

Für Radfahrer. Nach einer neueren Verfügung des Ministers des Innern scheint es geboten, roth und grün gefärbte Gläser von der Ver­wendung für die Laternen der Radfahrer allgemein auszuschließen, da sie zu Irrthümern bei der Beobachtung der Nachtsignale durch die Eisenbahn­betriebsbeamten Veranlassung geben können. Gegen die Verwendung anders gefärbter Gläser zu jenem Zwecke, sowie auch von helltönenden Glocken für die Fahrräder walten keine Bedenken ob.

Berfteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Montag den 27. Februar.

Vormittags 10 Uhr kommen im Gemeindewald zu Höchst a. d. N. 131 Eichen-, 7 Birken- und 22 Fichtenstämme, Fichtenstangen, sowie wei­ter Eichennutzholz zum Verkauf; Zusammenkunft am Heckenfeld (s. Nr. 44 „Han. Anz.").

Schriftliche und versiegelte Angebote zur Uebernahme der Lieferung der Viktualien für das hiesige Landgerichtsgefängniß, Etatsjahr 1893/94, sind bis spätestens vormittags 9 Uhr im Geschäftszimmer Königl. Gefäng­nißinspektion abzugeben. — Vormittags von 10—12 und nachmittags von ^22 Uhr ab versteigert Herr Konkursverwalter Fr. Kämpfer Marktstraße 2 (Altstadt) die zur Trautweiler'schen Konkursmasse gehörenden Ladengeräthe und Spezereiwaaren, weiter Möbel, Remontoiruhr rc.

Für heute. Freiwillige Feuerwehr, 3. Komp.: Abends 8 Uhr Brauerei Kaiser. — Turn- und Fechtklub: Abends von 8V2 bis 10 Uhr Fechten. — Original - Weltpanorama der Herren Gebrüder Kitz im Gast­haus zur „Karthaune": Geöffnet täglich von nachmittags 2 bis abends 10 Uhr (Dienstags und Samstags von vormittags 10 Uhr ab); zur Ansicht aufgestellt: „Schottland", von morgen ab: „Amerika II".

Beiseförth, 22. Febr. Heute wurde der Leichnam des am zwei­ten Weihnachtstag hier unter das Eis der Fulda gekommenen Schulknaben Christoph Keudel bei Melsungen an das Land gezogen.

Frankfurt a. M., 25. Febr. Der Kommunallandtag des Re­gierungsbezirks Wiesbaden ist auf Mittwoch, den 15. März d. I. nach Wiesbaden einberufen. Die Eröffnung wird an dem bezeichneten Tage mittags 12 Uhr in dem großen Sitzungssaale der kgl. Regierung stattfin­den. — In einer Wirthschaft jenseits des Mains hat sich gestern früh ein erst seit zwei Tagen angenommener Hausbursche ohne jegliche Verabschie­dung wieder entfernt. Ein Kellner, dem die Sache verdächtig vorkam, nahm eine Revision seines Koffers vor und fand, daß ihm 60 Mark gestohlen worden waren. Da der Bnrsche ohne Legitimationspapiere, die er noch lie­fern wollte, in's Haus ausgenommen worden war, so ist sein Name und sein Geburtsort unbekannt, man weiß nur, daß er der Sprache nach ein Schwabe ist. (Fr. Nr.)

Offenbach, 24. Febr. Die „Off. Ztg." berichtet: In verflossener Nacht, bald nach Mitternacht, ertönten wieder in unserer Stadt die Feuer­signale. Es brannte in der Stearin- und Stearinlichtefabrik von Georg Vollmar u. Co., Moltkestraße Nr. 32. Das Feuer entstand an dem Ver­seifungsapparat und hatte innerhalb weniger Minuten den ganzen Fabrik­bau ergriffen. Die Flammen schlugen thurmhoch in die Höhe, so daß der ganze südwestliche Himmel einem Feuermeer glich. Bei dieser Sachlage mußte die Feuerwehr sich auf die Rettung der anstoßenden und dicht in der Nähe liegenden weiteren, theilweise bereits von dem Feuer ergriffenen und

25. Februar 1893.