Gesangzimmer des Königl. Gymnasiums. — Mr christl. Arbeiterverein : Abends Vs9 Uhr Vortrag des Herrn Pfarrer W fiel über „Das Märchen" im Vereinslokal „zum Schützenhof". — Männerabtheilung der Turnge- meinde: Abends von 7—8 Uhr Turnen. — Turn- und Fechtklub: Abends von 8 Vs bis 10 Uhr Riegenturnen. — Abends 9 Uhr: Freiwillige Feuer- rvehr 4. Komp, bei Krieg, 5. Komp, in der „Memania". — Original- Weltpanorama der Herren Gebrüder Kitz im Gasthaus zur „Karthaune": Geöffnet täglich von nachmittags 2 bis abends 10 Uhr (Dienstags und Samüags von vormittags 10 Uhr ab); zur Ansicht aufgestellt: „Kon- stantinovel").
Für morgen. Hanauer Stadttheater: Extraoorstellung fürZKin- der: „Dornröschen", eine Komödie für Kinder in 3 Bildern -von C. A. Görner; Anfang nachmittags 3 Uhr. SW
Kappenfahrt. Eine recht fröhliche Fastnachtsgesellschaft von Bornheim, darunter ein Gesangverein, Deranfültete gestern in 8 Jagd- wagen eine Kappenfahrt nach Kesselstadt und bezog im Gasthause „zum Anker" Quartier, woselbst sie sich ei die Stunden in heiterster feuchtfröhlicher Weise lustirte und erst Spätabends die Heimfahrt antrat.
Gelnhausen, 11. Februar. Der Kutscher des Herrn Hill „zum Deutschen Haus" muhte vorgestern eine Fahrt nach Geiselbach. Daselbst wurde aus Anlaß einer Festlichkeit geschossen. Um die Pferde deshalb und bei dem noch dort vorhandenen Glatteis sicherer zu führen, stieg der Kutscher vom Bock und führte die Pferde am Zügel. Dabei glitt er aus, fiel hin, die Pferde wurden infolgedessen und durch das Schießen scheu und gingen durch. Der Kutscher trug arge Verwundungen davon und liegt in Geiselbach schwer darnieder. Das eine der beiden Pferde ist todt, während das andere ebenfalls Schaden erlitten hat. Auch der Wagen soll erheblich beschädigt sein.
Caffèl, 11. Febr. Die „H. M." schreibt: Die Einführung unse res neuen Ob-rbürgermeisiers Herrn Westerburg wird am 17. d. Mts., vormittags 10 Uhr, stâttfinden. Wie der Herr Vorsitzende des Bürgerausschusses vor der gestrigen öffentlichen Sitzung den Mitgliedern desselben bekannt gab, werden zu dieser Feierlichkeit außer den Mitgliedern des Stadt - raths auch sie Mitglieder des ständigen und außerördentlichen Bürgeraus - schusses Einladung erhalten. Die Einführung geschieht durch Herrn Ober- regierungsrath v. Pawel.
Theater-Repertoire z« Frankfurt a. M.
Opernhaus. Dienstag, 14. Februar: „Liebestrank". Zum Schluß: „Wiener Walzer". — Mittwoch, 15. Februar: Fünftes Aboune- mentèkonz-rt unter Mitwirkung des Violoncellisten J-an Gerardy. Dirigent: Hofkapkümeister Röhr aus Mannheim. — Donnerstag, 16.: „Der Troubadour". — Freitag, 17.: Geschlossen. — Samstag, 18., nachmittags 3Vs Uhr: „Sneewittchen". Abends 7 Uhr: „Der Bajazzo" (Pagliani). Ballet. Neu einstudirt: „Der Ehemann vor der Thür." — Sonntag, 19., nachmittags 3'/s Uhr: „Sneewittchen". Abends 7 Uhr: „Die Hugenotten".
Schauspielhaus. Dienstag, 14. Februar: „Maria Stuart".— Mittwoch, 15. Februar: „Heimath". — Donnerstag, 16.: „Der Königslieutenant". — Freitag, 17.: „Galeano". — Samstag, 18.: „Zwei glückliche Tage." — Sonntag, 19, nachmitttags 3Vs Uhr: „Die Schwestern". Abends 7 Uhr: „ A tempo*. Hierauf: „Er experimenrrl". Zum Schluß: „Der Weg ourchH Fenster". — Montag, 20.: „Heimath".
Sprechf « a !.')
(Der Zwangsanfchluß an die städtische Wasserlei tun g.) Im § 24 des bekannten Ortssiatuts wird vorgeschrieben, daß nach Vollendung der Siefbauten ein jedes Haus in Hanau an die städtische Wasserleitung angeschlossen werden muß. Es sind die für diese Zwangsmaßregel geltend gemalten Gründe bereits so vielfach und so schlagend widerlegt worden, daß es Eulen nach Athen tragen hieße, hier nochmals näher auf dieselben einzugehen, und soll deshalb die betr. Vorschrift nur im Allgemeinen nochmals einer Betrachtung unterzogen werden.
Die jüngste Vergangenheit nun hat Erscheinungen bezüglich der Wasserleitung gebracht, die wahrlich auch nicht dazu angethan sind, den beabsichtigten Zwanz zu rechtfertigen und für angezeigt erscheinen zu lassen. Während der heißen Tage im Monat August v. I., also gerade zu einer Zeit, wo der Wasserbedarf am größten und nothwendigsten war, erschien eine oberbürgermeisterliche Bekanntmachung, die gar nicht eindringlich genug zu äußerster Sparsamkeit im Wasserverbrauch ermahnen konnte, da die Befürchtung nahelag, daß Wassermangel eintreten würde. Dessen ungeachtet hatte man nach Vollendung des Wasserwerks nichts eiligeres zu thun, als eine große Anzahl öffentlicher Pumpbrunnen, und vorzugsweise diejenigen, welche erfahrungsgemäß das beste Wasser lieferten, außer Gebrauch zu setzen. In letzter Zeit, bei der anhaltenden Kälte, die übrigens keine so besonders ungewöhnliche war, vielmehr im Winter hier öfter so vorkommt, war eine große Anzahl Wasserleitungen eingefroren und dadurch die betroffenen Hausbewohner nicht nur in große Verlegenheit versetzt, sondern erlitten, durch entstandene nicht rechtzeitig bemerkte Defekte an den Rohr
*) Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktiol dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
leitungen und Austritt von Waffer, vielfach den emvfindlichsten Schaden. Es geht hieraus hervor, daß ein Einfrieren der Wasserleitungen, auch bei Anwendung von aller Vorsicht, häufig stattfindet, viel häufiger — und liegt dies in der Natur der Sache — als bei Brunnenpumpen und deren Leitungen. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß bei eintretenden Unfällen an dem Pumpwerk, bei Platzen eines Rohres im Hauptzuführungsstrangc rc. — Eventualitäten, die jeden Augenblick eintreten können — sofort Wassermangel eintreten wird, der je nach Umständen von längerer Dauer sein kann, und wenn ein solcher Zufall gerade zur Zeit einer großen Hitze eintritt, dann wird die dadurch verursachte Wassernoth von den unangenehmsten, selbst gefahrbringenden Folgen begleitet sein, und dann erst wird man recht erkennen, wie verfehlt und verkehrt es war, durch Zwang an die Wasserleitung, die öffentlichen und privaten Pumpanlagen auf ein Minimum herabgebracht zu haben. Anderseits bietet der Anschluß an die Wasserleitung unleugbar auch wieder große Annehmlichkeiten, insbesondere für Die- j nizen, welche keine eigenen Brunnen oder Pumpanlagen haben, und ist infolge dessen dieser Anschluß, und zwar freiwillig, jetzt schon ein so zahlreicher, daß die Existenz des Wasserwerks vollständig gesichert und auch dieserhalb ein Zwang ganz überflüssig ist. Bedenkt man noch, daß es dem an die Wasserleitung Angeschlossenen aufs Strengste untersagt ist, an Andere Wasser abzuzeben, so kann es Vorkommen, daß man einen Nachbar, dessen Leitung oder Pumpe einmal versagt, wenn er mit diesem unentbehrlichen Naß ausgeholfen haben will, zurückweisen und ihm anheimgeben muß, zuzusehen, wo er Wasser auftreiben kann, eine, bei dem mittlerweile eingetretenen Mangel an Pumpen, gewiß oftmals schwierige Aufgabe. Dazu kommt, daß das Leitungswasser, als ein im Sommer weniger frisches, entlüftetes und abgestandenes Wasser zum Trinken weit minderwerthiger ist als Brunnenwasser.
Wie man angesichts aller dieser Thatsachen die Bewohner unserer Stadt zu zwingen unternehmen will, sich theuer zu kaufen, was sie in besserer Qualität schon umsonst, und worüber sie ohne behördliche Bevormundung, ganz nach ihrem Belieben freie Verfügung haben, — was sie nicht zu sparen brauchen, wenn dessen Verwendung in größter Menge gerade am nothwendigsten: bei trockener heißer Witterung, das sind Fragen, deren überzeugende Beantwortung noch Niemanden gelungen ist und auch nicht gelingen wird. Die einzige Antwort darauf, die gefunden werden kann, ist die, daß der Wasserverbrauch zu einer städtischen Einnahmequelle gemacht, daß neben der bereits bestehenden Gassteuer eine Wassersteuer eingeführt werden soll. Das unentbehrlichste Existenzmittel aber mit einer Steuer zu belegen, heißt nichts anderes als Einführung einer indirekten Steuer, die natürlich wieder den Wenigbemittelten in weit höherem Maße belastet als den Reichen, und dem Armen auch noch Geld abnimmt für das Nothwendigste utter dem Wenigen was ihm geblieben : das Wasser.
Seitdem die Stadt Hanau besteht ist wohl noch niemals, selbst in den schlechtesten Zeiten nicht, und von keiner Behörde ein solcher Eingriff in das natürliche Recht des Einzelnen unternommen worden, als durch diesen Wasserzwrng, und das geschieht von städtischen Behörden, von Bürgern den Mitbürgern gegenüber. Der Kampf hiergegen muß und wird fortgesetzt werden durch alle Instanzen, auch wenn der Bezirksausschuß viesen Zwang gegen Erwarten gutheißen sollte, und ist zu hoffen, daß nicht nur Diejenigen sich an ihm bethciligen werden, welche sich an die städtische Wasserleitung nicht augeschlossen haben unb nicht anschließen wollen, sondern auch die, welche bereits angeschlosseu sind. —r.
Wetterbericht des „Hanauer Anzeiger" vom 12. Februar.
Nach Beobachtungen des Hies. Verschönerungs-Vereins am Wetterhäuschen am kaiserl. Postgebäude.
Barometer: morgens 748, mittags 750, abends 751.
Thermometer: morgens 4- 3,0° C., mittags + 4,5° C., abends + 2,0° 6.
Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser): morgens 82, mittags 64, abends 84.
Lambrecht's Patent-Wettertelegraph (im Rathhaushof): Am 13. Februar. Veränderlich
Der Zeiger am Fuß des Wettertelegraphen gibt den Stand von etwa 8 Uhr morgens an.)
Marktbericht.
Hanau, den 11. Februar, 9Vs Uhr vormittags. Lebensmittelpreisi folgende: Hülsenfrüchte: Bohnen 38—40 Pfg., Erbsen 40 Pf. das Dop- peüiter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,30—1,60 Mk.; ein Huhn 1,50-1,60 Mk.; eine Ente 2-2,.50 Mk.; eine Gans 3—4 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25 Pfg., bessere Sorten 35 Pfg., Hecht 1—1,20 Mk., Bresem 55 Pfg., Barben 50 Pfg., Barsch 60 Pfg. — Vs kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 10 bis 20 Pfg.; Blumenkohl, das Stück 30—35 Pf.; Kopfsalat, das Stück 18-20 Pfg.; Endivien, das Stück 10—15 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 4—5 Pfg.; Unter-Kohlrabi, das Stück 6—10 Pfg. Wirsing, das Stück 10-15 Pfg.; Weißkraut, das Stück 10-30 Pfg.; Rothkraut, das Stück 20-30 Pfg.; Sellerie, das Stück 8-15 Pfg.; Gelbe Rüben, die Portion 10—20 Pfg.; Braunkohl, die Portion 20—30 Pfg.; Rosenkohl, die Portion 40—60 Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion 15 bis 30 Pfg.; Spinat, die Portion 30—50 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 20 Pfg.; Kartoffel, 10—12 Pfg. das Doppelliter ; Obst: Aepfel,