welcher der wohl allen Deutschen anhaftenden eigenthümlichen Sehnsucht nach : dem Süden, dessen Mittelpunkt Italien ist, nachzezeben und liebgewordene angenehme häusliche Verkältnisse zurücklassend, etwa 10 Jahre in Italien gewirkt, schilderte in farbenprächtigen Worten die in dieser Zeit über Land und Leute g sammelten Erfahrungen, die Naturschö heiten des Landes und die Karaktereigenthümlichkeiteu der Bewohner desselben, dabei auch nicht unterlassend, einige beherzigenswerihe Winke bezw. warnende Worte denjenigen zu ertheilen, die etwa beabsichtigen sollten, ihr Arbeitsfeld in jenem Lande zu suchen. Die fesselnden, von humoristischen Einlagen gewürzten Ausführungen fanden stürmischen Beifall und allseitig wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, recht bald wieder einem derartigen genußreichen Abend anwohnen zu können.
Gaslichtstärke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 16. bis mit 31.
Januar 1893:
16.
Januar. Nachmittags
7
Uhr
20,7
Kerzenstärken
17.
II
II
745
II
20,5
n
18.
II
II
810
II
=22
20,5
11
19.
7
2222
20,2
20.
If
8"
2222
20,2
it
21.
7
2222
2O,o
23.
810
—
2Hz
24.
630
22=2
2O,o
25.
740
—
2O,o
26.
6to
2222
20,3
27.
710
2222
20,o
28.
II
II
6
II
—
2O,o
H
30.
810
2±2
20,5
31.
II
fl
7
II
—
20,2
11
Durchschnittliche Lichtkerzenstärke: 20,2
Stadttheater. Herr Hofschauspieler Emil Reubke ist uns vom vorigen Winter noch in bester Erinnerung. Wir haben damals Gelegenheit gehabt, in ihm einen vorzüglichen Künstler kennen zu lernen, welcher zu den benihmtesten Größen der deutschen Bühnen zu zählen ist. Leider war Herr Reubke durch anderweitige Verträge damals verhindert, eine Verlängerung seines Gastspiels hier zu ermö lichen; um unser kunstsinniges Theaterpublikum dafür zu entschâdi -eu, hat bei) Ibe sich entschlossen, in dieser Saison uns abermals durch sei e Kunstleistungen zu entzücken. Der berühmte Gast wird als „Graf Pracht" im „G e s an d t s ch a f ts -A tt a ch ä" und als „Oberlehrer Dr Gericke" in „Paula's Geheimniß", welche Rollen zu den besten desselben zählen, sein hiesiges Gastspiel eröffnen. Die Borstellil'g findet außer Abonnement statt und beginnt um 6Hz Uhr.
Für Lbstzüchter. Die Freunde des Obstbaues werden darauf . aufmeikjam, daß es j tzt Zeit ist die Pfropfreiser zu schneiden. Stecklinge von Siachelbeeren, Johannisbeeren, sowie Ziersträuchern soll man ebenfalls jetzt schunden.
Versteigerungs- ttnb Verpachtungs- re. Kalender für Montag den 6 Februar
Vormittags 10 Uhr wird im Geschäfte zimmer Königlicher Garnisonverwaltung (Schloßstraße 9) die Lieferung des Bedarfs von etwa 11200 kg Petroleum und 75 Kubikmeter Taunenklobenholz in öffentlicher Submission vergeben (f. Nr. 18 „Han. Anz."). — Ebenfalls vormittags 10 Uhr sollen im Geschättszimmer des Landkravkenhausinspektors Schäfer für das Jahr 1893 Gespühl und Küchenabgänge aus dem Landkrankenhause meistbietend vergeben werden (s. Dir. 27 „Han. Anz.").
Lon nachmittags 2 Uhr ab wird durch den Auktionator und Taxator Herrn C. Meerbott im Gasthause „zum Elephanten" eine große Partie Frauenkleider und Modiliargegenstände rc. gegen gleich baare Zahlung versteigert.
Für heute. Hanauer Zentral Kranken- und Sterbekasse, Zuschußkasse: Abeids von 8 — 9 Uhr Auflage und Anmeldung im „Frankfurter Bau". — Werkmeister - Bezirksverein Hanau: Abends 8 V« Uhr Versammlung. — Turn und Fechtklub: Abends von 8Hz bis 10 Uhr Fechten. — Original - Weltpanorama der Herren Gebrüder Kitz im Gasthaus zur „Karthaune" : Geöffnet täglich von nachmittags 2 bis abends 10 Uhr (Dienstags und Samstags von vormittags 10 Ubr ab); zur Ansicht aufgestellt: „Versailles" (von morgen ab: „Bel ien").
Für morgen. Oratonenverein: Vormittags 11 Uhr Probe für Soli UiiD Chor in der Realschule. — Spar und Spielkasse bei Weismantel: Nachmittags von 4-6 Ubr Theilung. — Sparkasse in der Restauration Klein: NaLmittais 4 Uhr Theilung.
8. Langenselbold, 2. Febr. Heute Nachmittag ereignete sich hier ein schwe er Ungtücksfall, welchem leicht das L.ben eines geachteten Mitbürgers hätte zum Opfer fallen können. Herr Bäckermeister Reußwig nämlich wollte eine Fuhre Brod nach R Wolzhausen verbringen und passirte damit nächst der Meisenmüdle die hochangeschwollene Giündau. Schon war die Brücke glücklich überschritten, als plötzlich das Pferd links abbog um in demselben Augenblicke in den schäumenden Fluthen zu verschwinden, den Wagen und seinen Lenker mit sich in die Tiefe ziehend. Bei der furchtbaren Snömung schien jere R ttung vergeblich. Da erfaßte Herr Maurer H. Schäfer, in der rothen Hchle wohnhaft, einen zum event. Gebrauche zur Stelle gebrachten Feuerhaken und eilte dem Verunglückten nach, um
wenn möglich doch seine Rettung noch zu vollbringen. Eine lange banz Zeit verging, wiederholt sah man den kühnen Mann mit eigner Lebensge fahr seinen Feuerhaken in die Fluthen tauchen, ohne jedoch den gewünschter Erfolg zu erreichen. Endlich gelang es, der Haken erfaßte die Kleider bei bereits besinnungslos gewordenen, ein langsamer Zug und gerettet lag de Mann am bergenden Ufer, indeß Pferd und Wagen unaufhaltsam weite trieben und nicht in Sicherheit gebracht werden konnten.
Hersfeld. Das hiesige Eisenbahnbaukomitee hat auf Wunsch bei Frankfurter Handelskammer eine Denkschrift über das Eisenbahnprojck Gerstungen—Hersfelv—Schlitz—Frankfurt ausgearbeitet, woraus eineslheil- ersichtlich ist, daß man sich in Frankfurt sehr für diese Linie inter-ssirt uni andererseits, daß sie in allen Beziehungen vortheilhafter ist als die Sinn
Gerstungen—Hünfeld.
(Th. H.)
Marburg, 2. Febr. Professor Dr. Rehm dahier hat einen Rn! als ordentlicher Professor an die Universität Gießen erhalten und- ange nommen.
Frankfurt a. M», 4. Februar. Wie aus bei den hiesigen @6 richten anhängigen Klagen ersichtlich ist, sind durch die ZahlungseinstellunW mehrerer W.rthe auch verschiedene Metzger in Mitleidenschaft gezogen. Gegen den einen W-rth klagt ein Schweinemetzger 2400 M., ein Ochsen- metz ger 3000 M. und ein Kalbmetzger 1600 M. ein. Von einem frühere» Hotelbesitzer hat der Schweinemegger 3000 M., der Ochsenmetzger 4000 M, der Kalb netzger 1800 M. zu fordern. Ein dritter Wirth iit auf Zahlung von 4000 M. für Selber- und Pöckelfleisch verklagt. In dem letzte« Falle kam ein Vergleich zu Stande. Der Beklagte zedirte dem Kläger sein, seit 6 Jahren bestehende Lebensoersicherungspolice über 10000 M., mit der Maßgabe, daß Kläger die weiter fällig werdenden Prämien bezahlt „JH will einmal denken, ich hätte mich selbst versichert", sagte der M ist», als er das Protokoll unterschrieb. (Fr. Nachr)
Seligenstadt, 2. Febr. Der Tabak letztjähriger Ernte aus bei Gemarkungen Seligenstadt und Klein-Welzheim wurde heute am Hiesige, R ithhause steuerbehördlich verwogen. Aus beiden Gemeinden verstände« sich im letzten Jihre zusammen nur 5 Landwirthe zum Tabrkbau. Pa Zentner wurden nur 16 Mark erlöst, während die vom Käufer, eint! Firma aus Freudenheim, zu tragende Steuer sich auf 18 Mark pro Zentnei beläuft. Der Tabakbau wird in unserer Gegend voraussichtlich in diese« Jahre gänzlich eingestellt.
Verloosungen.
Augsburg, 1. Febr. Serieuziehung der Augsburger 7-Fl.-Loosi 23 311 347 478 538 761 858 914 1026 1232 1239 1246 1401 1486 1845 1859 1877 1899 1961 1977.
Sprechsaal.*)
Schlußwort zur Diskussion die Ramsapstraße betreffend.
Der X Korrespondent des Sprechsaals kann ober will nicht einsehe« daß die Stadt Hanau nach dem veröffentlichten aktenmäßigen Material zu Herstellung der kurzen Verbindung zwischen Ramsapstraße und Jobannsi kirchplatz, wenigstens in Gestalt eines Fußwegs, vertragsmässig verpfüchl! ist. Er sucht die öffentliche Meinung gegen Ülauunter nehmet Keunecke dun allerhand längst widerlegte Scheingründe einzunehmen. Wir sagen: „Reis muß Recht bleiben" und das gilt Jedermann gegenüber. -e-
(Wir betrachten die Ramsay iraße Angelegenheit, welche anfângt fi' in die Länge zu ziehen, was für einen großen Theil unseres geehrten Leser kreiscs gewiß nicht sehr erquicklich ist, nunmehr für erledigt. D. Red.).
*) Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktiii dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
Marktbericht.
Hanau, den 4. Februar, 9Hz Uhr vormittags. Lebensmittelpreil folgende: Hülsenfrüchte: Bohnen 38—40 Pfg., Erbsen 40 Pf. das Des pelliter: Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein alte Hahn 1,50-1,60 Mk.; ein Huhn 1,20-1,40 Mk.; eine Ente 1,60-1 Mk.; eine Gans 3,50—4 Mk.; Gans, gerupft, 70 Pfg. das Hs kg: Fische: gewöhnliche Sorte 25 Pfg., bessere Sorten 35 Pfg., Hecht 1,1* Mk., Diesem 55—60 Pfg., Barben 60 Pfg., Barsch 60 Pfg. = kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 8—20 Pfg.; Blumenkohl, das SÄ 40—60 Pf.; Kopfsalat, das Stück 18-20 Pfg.; Endivien, das SÄ 15-20 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 3-4 Pfg.; Unter-Kohlrabi, das Stück 6-10 Pfg. Wirsing, das Stück 10-25 Pfg.; Weißkraut das Stück 15-30 Pfg.; Rothkraut, das Stück 20-40 Pfg.; Selle« das Stück 10—20 Pfg.; Gelbe Rüben, die Portion 30—40 'W Braunkohl, die Portion 20—40 Pfg.; Rosenkohl, die Portion 40—® Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion 40—60 Pfg.; Spinat, die Portiei 30—50 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 20 Pfg.; Kartoffel, 10— Pfg. das Doppelliter; Obst: Aepfel, das Stück 1—5 Pf.; Nüsse bei Hundert 38—40 Pfg.; Citronen, das Stück 6—10 Pfg.; Apfelsin» das Stück 5—12 Pfg.; Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,05—V Mk.; Käse, das Stück 4—5 Pfg.; Eier, das Stück 9—11 Pfg. Zwiebel, das Doppelliter 30—36 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter ®