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Nr. 26.
Dienstag den 31. Januar
1893
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Um Auskunft über den derzeitigen Aufenthalt des dahier unter Poli- zeiaufsicht stehenden Metzgers, auch Tagelöhners Rudolph Klüber, geboren am 28. Februar 1849 zu Kerbersdorf, Kreis Schlüchtern, wird ersucht.
Hanau am 28. Januar 1893.
Königliche Polizeidirektion.
P. 868 I. A.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Ein großer Handbesen. Ein hellgrau karrirtes großes Frauenhalstuch. Eine silberne Damenuhr mit Nickelkette, daran mehrere Gehängsel, Nr. 32942.
Gefunden: Ein Nestchen graues Futter. Ca. ein Meter roth und schwarz gestreiftes Futter. Am 28. d. Mts. eine silberne Damenuhr mit Goldrand und Kettchen. Ein weißer Kinderkragen (Eisvogel).
Hanau am 31. Januar 1893.
Tagesschau.
Berlin, 30. Jan. Der jüngste „Reichsanzeiger" veröffentlicht an der Spitze des Blattes folgende Allerhöchste Kundgebung:
Im Anschluß an He freudige Feier der Vermählung Meiner geliebten Schwester, der Prinzessin Margareihe von Preußen, hat sich Mem diesjähriger Geburtstag bm$ die Anwesenheit vieler, Meinem Herzen nahestehenden Erlauchten Fürstlichkeiten zu einem besonders frohen Feste gestaltet. Die henlrchste Freude ober, welche Mir aus Anlaß dieser festlichen Tage geworden, bilden die Kundgebungen der Treue und Anhänglichkeit Meines Volkes, welche Mir in den mannigfaltigsten Formen und in um ewöhnlich großer Fülle aus allen Gauen des Reichs und auch von außerhalb wohnenden Deutschen zugegangen sind. Vor allem hat es Meinem Herzen wohl- gethan, so häufig dem Ausdruck einer opferbereiten Vaterlandsliebe und des Vertrauens in Meine auf des Vaterlandes Sicherheit gerichteten Bestrebungen begegnet zu sein, wodurch Meine Zuversicht bestärkt wird, daß diesen Meinen Bemühungen unter Gortes gnädiger Führung der Erfolg nicht fehlen werde. Ich bezeuge daher gern auf diesem Wege Allen, welche Meiner an Meinem Geburtstage so lubevoll gedacht haben, daß der Zweck ihrer Aufmerksamkeiten, Meine Festesfreude zu erhöhen, in vollkommener Weise erreicht worden ist und Ich Mich zu wärmstem Tanke verbunden fühle.
Ich ersuche Sie, diesen Erlaß alsbald zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
Berlin den 30. Januar 1893.
Wilhelm L R.
An den Reichskanzler.
Berlin, 30. Januar. Tie „Kreiszeitung" meldet: Bei dem Galadii er am Samstag brachte der Kaiser das Wohl des russischen Kaiser- paares, des Thronfolgers md der kaiserlichen Familie aus worauf der Thronfolger in deuischer Sprache mit einem Wohl auf die Gesundheit des Kaiserpoares und des königlichen Hauses erwiderte.
Berlin, 30. Jan. Ter Zar sandte dem Kaiser für dessen bekannten Toast telegraphisch und brieflich seinen herzlichen Dank. (Rh. K.)
Berlin, 30. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." verzeichnet ein Telegron m, welches die Arbeiter der rheinischen Dampflesselfobrik Uerdingen an des Kaisers Geburtstag an den Reichskanzler alsandlen, worin freudiger Dank für sein Eintreten für die Hceicsverstärkung ausgesprochen wird. Die „Nordd. Allg. Zig." folgert daraus, daß der ernste Karokter der Lage, der unabhängig vor der augenblicklichen diplomaschen Situation sei, in immer weitere Kreise dringe.
Hamb«»g, 30. Januar. Gekeimroth Koch von Berlin und Professor Gafly von Güßen kamen auf Wunsch des Senats kurze Zeit hierher und nahmen heute an der Stzung der Cholerakommission des Senats Theil. Wie der „Homburglscke Korrespondent" hört, wünscht man an maßgebender Stelle hierselbst durch münblide Besprechung mit den i gcnanlten Autoritäten sich zu vergewissern, daß in Hamburg zur Abwen- !
gung der Choleragefahr nach allen Richtungen die geeignetsten, Maßnahmen getroffen und ob noch Ergänzung der Vorsichtsmaßregeln wünschenswerth sind. (Fr. R.)
Wien, 30. Jan. Anläßlich des heutigen Jahrestags des Todes des Kronprinzen Rudolph wohnten der Kaiser und die Kronprinzessin-Wittwe der in der Kammerkapelle siebenten Trauermesse bei. Der Kaiser verweilte längere Zeit in stillem Gebet an dem Sarkopbare des Kronprinzen. Die deutsche Botschaft sandte im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm eine Blumenspende.
Barcelona, 30. Jan. Eine Versammlung liberaler Studenten protestirte dagegen, daß der Eröffnung einer protestantischen Kapelle in Madrid Schwierigkeiten bereitet würden. Der Widerspruch der anwesenden Katholiken veranlaßte eine Schlägerei. Die Polizei löste die Versammlung auf. Mehrere Studenten sind verwundet worden. (Rh. K.)
Barcelona, 30. Jan. Die Frachtdampfer „Messager" UN) „Rè Umberto" überbrachten eine Ladung Stiere. Bei der Aussch ffung risse» sich neunzig los und rannten in die Stadt, alles vor sich niederreißend; zwei Personen wurden getödtet, mehrere verwundet. (Reichsanz.)
Paris, 30. Januar. Der Senat erklärte den Antrag, wonach Zeugen bei der Weigerung, vor dem Untersuchungsrichter die volle Wahrheit auszusaaen, mit Gefängniß zu bestrafen sind, für dringlich. Die Rechte stimmte gegen die Dringlichkeit. In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, der Antragsteller habe den Fall Delahaye im Auge gehabt. (Fr. N.)
Depeschcn-Burea« „Herold".
30. Januar, abends 9 U' r:
Landtag.
Abgeordnetenhaus.
In der heutigen Sitzung wurde bei der Etatsberathung der Titel Bureau des Staatsministeriums genehmigt. ENnso werden die Einnahmen des Ministeriums des Innern genehmigt. Beim Titel „Gehalt des Ministers des Innern" erklärt Letzterer auf eine Frage des Abg. Lotichius (notL), die Vorlage zu einer Landgemeindeordnung für Hessen Nassau seien im Gange. Auf eine Anfrage des Abg. Kurbel betreffs der verschiedenartigen Behandlung der zur Disposition gestellten Beamten in den alten und neuen Landestheilen, erklärt der Minister des Jni ern, die Erledigung sei nicht dringlicher Natur. Auf Anregung des Abg. Francke wegen Mängel im Virsicherungswesen gibt der Minister zu, daß dieselben berechtigtseien. Hinsichtlich der Bestätigung von Beamten erklärt der Münster, die Beamten dürften richt leidenschaftlich in eine Parteiauffaffung verrannt sein, weil die Ur Parteilichkeit in der Verwaltung des Amis darunter leide. Hieran schließt sich eine Debatte über das Bestâtigungsrecht an, an welcher sich die Abgg. Graf Limburg-Stirum, Langerhans, Rickert und Porsch betheiligen.
Zu der Fraae der Leichcnverbrenvung präzisirt der Ministerpräsident die Stellung der Regierung, welche die Verbrennung nicht bestätigen könne. Eine weitere Debatte über das Bestätigungsrecht wird sodann veranlaßt durch die Zentrum-abgeordneten Porsch, Danzenberg und Schalscha
Das Gehalt des Ministers wird bewilligt, sodann der Rest des Ministeriums des Innern.
Nächste Sitzung: Mittwoch. Etat.
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Berlin, 30. Januar. Am Donnerstag. ist der vom Bundesrath genehmigte Handelsvertrag mit Eaypten dem Reichsrage ^gegangen. — Ter „Börsenzeitung" zufolge verlautet, die Stellung des Kriegsministers von Kaltenborn-Etachau sei erschüttert, weil an höchster Stelle ein energischeres C.ivtreten für die Militär Vorlage von ihm erwartet worden sei. — Demselben Blatt geht von Fulda die unbestätigte Meldung zu, es bestünde ein geheimer Erlaß des Papstes an das Zentrum, betreffend die Militärvorlage.
Nietlcbcn, 30. Januar. Gestern kamen zwei Todesfälle vor, im Ganzen bis jetzt 113 Erkrankungen und 44 Todesfälle. Sämmtliche erkrankten Aerzre sind wieder bergefhlP.
Kick, 30. Januar. In dem benachbarten Gaarden ist ein aus