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Amttiches Organ für Staöt- unö Landkreis Kanan.

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Nr. 23.

Freitag den 27. Januar

1893

«Mtlichss.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Verloren: Ein Roßschweif von einem Schellengeläute.

Hanau am 27. Januar 1893.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Mit dem eingetretenen Thauwetter mache ich wiederholt darauf auf­merksam, daß Eis und Schnee im Stadtbezirk nur an folgenden Stellen abgelagert werden dürfen:

1. am Main;

2. in der Ausschachtung hinter dem großen Viadukt der Frankfurt- Bebraer Eisenbahn;

3. an dem Kinzig- und Fallbachufer jenseits der Fallbachbrücke.

Sofern das Abladen an anderen Stellen und Wegen stattfindet, wird dasselbe nach Maßgabe der Polizeiverordnungen vom 6./5. 1780, 4./7. 1804 und 7./1. 1839 mit 315 Mark bestraft.

Hanau am 24. Januar 1893.

Der Oberbürgermeister

Westerburg. 1049

Bei der hiesigen Stadtverwaltung ist zum 1. April d. Js. die Stelle des Kontrolleurs der städtischen Sparkasse mit einem Gehalt von 1200 Mark zu besetzen. Kaution 3000 Mark. Bei gleicher Be­fähigung erhalten Militäranwärter den Vorzug. Meldefrist bis zum 1. März d. Js.

Hanau am 24. Januar 1893.

Der Stadtrath :

Westerburg. 1124

Zagklvvrpaâlung.

Die der Stadt Hanau zustehende Gemeindejagd links der Kinzig soll Montag den 30. Januar er«, vormittags 11 Uhr, unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen

im Stadtkämmereilokal öffentlich meistbietend verpachtet werden.

Pachtzeit 1, Februar 18931899.

Hanau den 26. Januar 1893.

1123 Stadtkämmerei.

Zum 27. Januar 1893.

Es ist uns Deutschen vergönnt, im Frieden mit den Nachbar­völkern des Kaisers 35. Geburtstag zu feiern. An der Befestigung des Friedens aber hat unser junger Kaiser rastlos gearbeitet, von Anbeginn seiner Regierung bis zum heutigen Tage. Mit herzlicher Freude haben die Friedensfreunde in allen Ländern wahrgenommen, wie es der Persönlichkeit des jungen Herrschers gelungen ist, fremde Fürsten und Völker mit Zu­neigung zu erfüllen, alte Freundschaften zu befestigen, Mißtrauen zu besei­tigen, Gegner mit Anerkennung zu erfüllen, Feinden Achtung abzunöthigen.

Wenn wir der Ehren-, Freuden- und auch Arbeitstage unseres Kaisers gedenken, die wir während seiner Regierungszeit sehen durften, so haben wir Deutsche besonders allen Anlaß, Kaiser Wilhelm II. herzlich dankbar ju fein für alles, was er im Interesse des Weltfriedens und des Ansehens des deutschen Reiches gethan hat.

Auch im Dienste des inneren Friedens hat Kaiser Wilhelm mit Hin­gebung gewirkt. Als er im Jahre 1888 den Eid auf die preußische Ver- fassuug leistete, da sprach er auch aus:Ich trete an die mir nach Gottes gestellte Aufgabe mit der Zuversichr des Pflichtgefühls heran und halte mir dabei das Wort des großen Friedrich gewärtig, daß in Preußen der König des Staates erster Diener ist." Die Jetztzeit mit ihrer Fülle von wirthschaftlichen und gesellschaftlichen scharfen Gegensätzen stellt sehr schwere Anforderungen an den ersten Diener des preußischen Staates, daß aber unser Kaiser sich dieser schweren Aufgabe voll bewußt ist, das hat er des öfteren gezeigt.

Kaiser Wilhelm II. verfolgt mit scharfem Auge die soziale Bewegung,

er will ein thatkräftiger Helfer sein den Armen und Unterdrückten, er I will als ein echter König der Schiedsrichter sein in dem Streite der I sozialen Parteien, er will aber auch als ein thatkräftiger Ordner nicht den Uebermuth und die Maßlosigkeit jener Leute dulden, die sich wohl der Macht - der Massen, nicht aber ihrer Verantwortlichkeit für das Wohl und Wehe i ihrer Volksgenossen und Brüder bewußt sind. Das neue Lebensjahr wird \ unserem Kaiser sicherlich noch viele Gelegenheit bieten, seines schweren sozialen 5 Berufes zu walten. Es ist eine neue Zeit für Deutschland aufgegangen, i Vorwärts halten wir die Blicke gerichtet auf die großen Frauen, welche I unsere Zeit bewegen. Ein frischer Hauch der Jugend, des Wackèthumes é und Blühens durchdringt das Land. Wenn wir heute jene großen Thaten wiederum an unserem geistigen Au e vorübergehen lassen, die da in der glorreichen Wiederauflichtun des deutschen Einheitsreichcs gipfeln, so ge­schieht dies vor allem mit freudigstem Danke zum Allmächtigen, der unser Hohenzollernhaus so sichtbar geschützt hat, aber auch mit dem erneuerten feierlichen Gelöbnisse, in guten uns in bösen Tagen treu und fest zu Kaiser ' und Reich zu stehen. Und wenn auch trübe Zeiten durch wirthschaftliche Mißstände über Deutschland hereingebrochen sind, wenn auch ein allgemeiner Geschäftsstillstand ängstlichen Gemüthern die Zukunft in trübem Lichte zu­weilen erblicken läßt, gerade heule, an unseres deutschen Schirmherrn Ge- : burtstage wollen wir hoffnungsvoll das Haupt erheben, sehen wir doch in : ihm den klugen und thatkräftigen Wahrer des Friedens, den Förderer des ! Wohlstandes unseres deutschen Vaterlandes.

Zu dem Herrn aller menschlichen Geschicke, zu dem obersten Richter > über Frieden und Unfrieden, Leben und Tod wenden sich heute alle braven Deutschen in der Stunde der Andacht am Geburtstage des Kaisers und bitten Gott, daß er das neue Lebensjahr unseres theueren Landesvaters werden lasse zu einem recht glücklichen für den Kaiser und zu einem segens­reichen für unser geliebtes deutsches Vaterland. Möge aber auch jeder Parteihader für diesen Tag ruhen und alle Parteien in dem einen Herzens­rufe sich begegnen:

Hoch lebe unser Kaiser Wilhelm II.!

Z. Kotthoff.

Berlin, 26. Januar. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heutè Morgen den Vortrag des Kriegsministers entgegen. Um 12 Uhr nahmen Seine Majestät mit Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Groß­fürsten- Thro: folger von Rußland an einem Frühstück bei beut Kaiser Alexander Gardc-Grenadierregiment theil.

Berlin, 26. Januar. Bei dem Frühstück, welches Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst Thronfolger heute beim Kaiser Alexander Garde- Grenadierregiment Nr. 1 einnahm, brachten Seine Majestät der Kaiser folgenden Toast aus:

Gestatten Eure Kaiserliche Hoheit, daß Ich als ältester Kamerad des _ Regiments, altem Herkommen gemäß, das erste Glas auf Eurer Kaiserlichen Hoheit Allerdurchlauchtigsten Herrn Vater leere. Uns allen hier beim Regiment sind noch die gnädigen Worte in lebendiger Erinnerung, mit welchen Seine Majestät der Zar Sein Regiment beglückte bei Seinem Besuch im Jahre 1889. Die vielfachen Gnadenbezeugungen und das rege Interesse, welches Seine Majestät Seinem Regiment allezeit gewährt hat, sowie die freundschaftliche Amheilnahme an den festlichen Ereignissen Meines Hauses, welche in der Sendung Eurer Kaiserlichen Hoheit zu der eben stattgebabten Feier gipfelte, verpflichten Mich zu wärmstem Danke. Wir Alle sehen in Ihrem Kaiserlichen Vater nicht nur den hohen Chef des Regiments, nicht nur unseren vornehmsten Kameraden, sondern vor Allem den Träger altbewährter monarchischer Traditionen, oft erwiesener Freund­schaft uns inniger Bande intimer Beziehungen zu Meinen Erlauchten Vor­gängern, deren Erfüllung in früheren Zeiten russische sowohl wie preußische Regimenter auf dem Schlachtfeld vorm Feinde mit ihrem Blute besiegelten. Erheben Die die Gläser und rufen Sie aus vollstem Herzen: Seine Majestät der Zar Hurras!

Hierauf erwiderten Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst-Thronfolger: Ich danke Eurer Majestät für die warmen Worte, wc che Sie soeben auf Meinen Vater gesprochen haben, und trinke auf das Wobl Eurer Majestät. Hurrah!

Ich trinke auf da Wohl unseres braven Kaiser Alexander Garde- Grenadierregiments. Es lebe hoch!

Berlin, 26. Jan. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge beschloß der