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Nr. 21.
Mittwoch den 25. Januar
1893
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Amtliches.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Seitens des Hauptdirektoriums des landwirthschaftlichen Provinzialvereins für die Mark Brandenburg und die Niederlausitz zu Berlin ist mit ministerieller Genehmigung zu Charlottenburg ein Institut zur Ausbildung von Lehrschmiedemcistern errichtet und am 1. Mai v. Js. eröffnet worden. Diese Anstalt hat den Zweck, Hufschmieden Gelegenheit zu geben, sich als Leiter von Hufbeschlazlehrschmieden auszubilden.
Im Interesse der Herbeiführung einer Verbesserung des Hufbeschlages bringe ich dies hiermit zur Kenntniß der betheiligteu Kreise. Die durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 angestrebte Ausbildung tüchtiger Hufschmiede setzt das Vorhandensein geeigneter Lehrkräfte voraus. Von dem neubegründeten Institut, das sich die Ausbildung solcher Kräfte zur Aufgabe gemacht hat, ist daher eine wesentliche Förderung des rationellen Hufbeschlags zu erwarten.
Hanau am 21. Januar 1893.
Der Königliche Landrath V. 493 v. Oertzen.
Die Lieferung der Fourage für das Etatsjahr 1893/94 für die in Hanau, Bruchköbel und Dörnigheim stationirten Gendarmericpferde soll
Montag den 36. Januar «r., vormittags 9 Uhr, auf dem landräthlichm Büreau verdungen werden. Reflektanten werden zur j Abgabe des mündlichen Gebots hierzu eingeladen.
Hanau am 21. Januar 1893.
Der Königliche Landrath v. Oertzen.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachungen des OberbürgermeiVeramtes.
OeffmMe Si^ung lles Gemeinlle-Russlkuffes
Donnerstag den 26. Januar 1893, nachmittags 4^2 Uhr.
Berathungsgegenstände:
1. Etat der Schloßverwaltung.
2. „ des Gaswerks.
3. „ der Badeanstalt.
4. Aenderung im Regulativ des städt. Gasioerks.
5. Etat der'Realschule.
6. „ „ höheren Töchterschule.
7. „ „ Volksschulen.
8. „ „ Mittelschulen.
9. „ „ Schlachthofskasse.
10. Rechnung der Stadtkasse Abth. I pro 1891/92.
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; Ehebunde zu reichen. Seit langer Zeit werden sich zum ersten Male wieder die ehrwürdigen Räume des Königlichen Schlosses in vollem Glanz zu einem Familienfeste öffnen, an dem die weitesten Kreise des Volkes den herzlichsten Antheil nehmen. Vor fünfzehn Jahren führte der Erbprinz I von Meiningen die älteste Schwester der jungen Brant, Prinzessin Charlotte, zum Altar in der Schloßkapelle. Am 27. Oktober 1889 vermählte sich Prinzessin Sophie (geboren 14. Juni 1870) mit dem Kronprinzen von Griechenland und am 19. November 1890 Prinzessin Viktoria (geboren 12. April 1866) mit dem Prinzen Adolf zu Schaumburg-Lippe.
Der Herzensbund, der am 25. d. M. geschlossen wird, soll zwei Linien des Königshauses noch enger verbinden. Der Bräutigam, Prinz Friedrich Karl von Hessen, ist durch seine Mutter Anna, geb. Prinzessin von Preußen, der Enkel des Prinzen Karl, des Bruders Kaisers Wilhelm I., und Neffe des Prinzen Friedrich Karl. Er lebt seit Jahren in Bellin und steht als Lieutenant â la suite des 1. Gaxde-Dragonerregi- ments Königin von Großbritannien und Irland.
Unter den Gästen aus Nah und Fern, die in diesen Tagen am Kaiserlichen Hofe weilen, begrüßt die Hauptstadt neben vielen deutschen Fürsten, darunter den König von Sachsen uns die Großherzige von Baden, Hessen, Weimar, Oldenburg, die Vertreter des verwandten englischen Königs- Hanses und den Großfürsten Thronfolger von Rußland. König Christian von Dänemark war durch die Verkehrsstörungen infolge der langandauernden Kälte (Sperrung des Seewegs durch Eis) verhindert, zu erscheinen.
Möge der erlauchten Prinzessin, deren Hochzeitsfest einen so glänzenden Kreis hoher fürstlicher Gäste an unseren Hof zieht, an der Seite ihres Gemahls ein langes Familienglück beschieden sein!
Mit dem eingetretenen Thauwetter mache ich wiederholt darauf aufmerksam, daß Eis und Schnee im Stadtbezirk nur an folgenden Stellen abgelagert werden dürfen:
1. am Main;
2. in der Ausschachtung hinter dem großen Viadukt der Frankfurt- Bebraer Eisenbahn;
3. an dem Kinzig- und Fallbachufer jenseits der Fallbachbrücke.
Sofern das Abladen an anderen Stellen und Wegen stattfindet, wird dasselbe nach Maßgabe der Polizeiverordnungen vom 6./5. 1780, 4 /7 1804 und 7./1. 1839 mit 3—15 Mark bestraft.
Hanau am 24. Januar 1893.
Der Oberbürgermeister
Westerburg. 1049 <
t Vermählung im Kaiserhaufe.
Am 25. Januar scheidet Prinzessin Margarethe, die jüngste Schwester (geb. 22. April 18 < 2) unseres Kaisers und die letzte noch unvermählte Tochter des Kaisers Friedrich aus dem engeren Verbände des preußischen Königshauses, um dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen die Hand zum
t Krieg mit zwei Fronten.
I.
Der Reichskanzler hat sich kürzlich in dem Heeresausschuß des Reichstags eingehend über die militärische und politische Lage ausgesprochen, die uns nöthigt, unsere Heeresmacht zu verstärken ui d unsere militärische Organisation zu verbessern, wenn wir in etwaigen Kriegsstürmen der Zukunft mit Erfolg unseren Mann stehen wollen. Kann auch die auswärtige Politik Deutschlands einen Krieg mit zwei Fronten nicht für eine gegebene Nothwendigkeit oder für wahrscheinlicher erachten, als er in den letzten Jahren war, so reicht doch schon die einfache Möglichkeit hin, um uns Alles, was in unseren Kräften steht, für eine starke und gute Rüstung thun zu lassen.
In Frankreich haben Regierung und Parteien alle ihre Streitigkeiten, alle ihre Bestrebungen dem einen großen Gedanken untergeordnet, durch die äußerste militärische Kraftanstrengung die alte politische Machtstellung in Europa wieder zu erobern und an dem Sieger von 1870/71 Vergeltung zu üben. Nicht davon sprechen und immer daran denken — dies Wort Gambetta's ist bis auf diesen Tag mit bewunderungswürdiger Geduld befolgt worden. Alle die Vortheile, die uns 1870/71 den Sieg verschafften, rasche und planmäßige Mobilmachung, feste Organisation der Reservetruppen, Trefflichkeit der Artillerie rc. hat sich Frankreich inzwischen angeeignet, und in absehbarer Zeit muß cs nach dem gegenwärtigen Stande der Dinge uns auch in der Zahl der Feldtruppen überlegen sein, wie es uns schon in der Zahl der Bataillone und Batterien (um 70 und 46), der Friedensstärke (um 25000 Mann), der jährlichen Rekrutenzahl (um mindestens 30 000) überlegen ist. Frankreich wird von Niemand bedroht, am wenigsten von dem „gesättigten" Deutschland; feine kriegerischen Anstrengungen können als einzigen verständlichen Zweck nur die Revanche haben, und es wird sie zu nehmen suchen, sobald es überzeugt ist, entweder besser gerüstet zu sein als wir oder mit einem starken Bundesgenossen in den Kampf zu ziehen. Jene Ueberzeugung wird um so eher eintreten, je länger wir mit der Verstärkung unserer Wehrmacht zögern, und was den Bundesgenossen betrifft, so glaubt ihn Frankreich in Rußland zu besitzen.
Der Kaiser von Rußland ist gewiß von ehrlicher Friedensliebe beseelt. Allein trotz der Dienste, welche die deutsche Diplomatie Rußland auf dem Berliner Kongreß geleistet hat, und trotz des offenkundig friedlichen Karakters unseres Bündnisses mit Oesterreich- Ungarn, ringt doch seit dem Abschlusse desselben eine ^evtschfeindlicke Stimmung in Rußland immermehr nach der Herrschaft. Der j)aiiilavi^qc§e Drang glaubt sich in allerlei be-