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Die einzelne Nummer 10 A
Amtliches Organ für Stcröt- unö Landkreis Karrcru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 7.
Montag den 9, Januar
1893.
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Amtliches.
Die Herren Bürgermeister des Kreises wollen alsbald in den Gemeinden in ortsüblicher Weise diejenigen Gewerbetreibenden, denen eine Gewerbesteneeerklärung zngestellt worden, deren Einsendung aber bis dahin unterblieben ist, darauf aufmerksam machen, daß bei Unterlassung der Abgabe der Erklärung gegen die Säumigen die im §.71 des Gewerbe- steuergesetzes angedrohte Bestrafung eintreten würde.
Hanau am 28. Dezember 1892.
Der Vorsitzende der Steuerausschüsse der Gewerbesteuerklasscn III/IV 8. Oertzen, Landrath.
Auf Grund der §§. 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867, die Polizeiverwaltung in den neuen Landestheilen betreffend, und der §§. 143 und 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird im Einoerstöndniß mit dem Stadtrath für den Umfang des Gemeindebezirks der Stadt Hanau folgendes verordnet:
§♦ 1. Bei anhaltendem Froftwetter wird das Auslassen oder Ausgießen von Abwässern aus die Straßen bei Meidung einer Strase bis zu 9 Mark subs. 3 Tage Hast verboten. Die Abwäffer sind in die zunächst gelegenen Eintauchen anszngießen.
§. 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Hanauer Anzeiger in Kraft.
Hanau am 29. Dezember 1892.
Königliche Polizeidirektion, v. O ertzen.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 30. April 1887 — Hanauer Anzeiger Nr. 106 — bringe ich die Einrichtung in Erinnerung, daß in jedem Frühjahr und Sommer in der Baumschule zu Breilenau zur Förderung des Verständnisses und Interesses für Obstbaumzucht pot tische Unter Weisungskurse in den verschiedenen Veredelungsmethoden mit 4- bis 6tägiger Dauer unentgeltlich stattfinden.
Hanan am 3. Januar 1893.
Der Königliche Landrath
V. 32 v. Oertzen.
Stadtkreis Hau au.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Jeder Militärpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatzbehörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in "der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar d. I. bei dem hiesigen städtischen Meldeamte zur Rekrutirungsstammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angèdrohlen Nachlheile.
Für solche Militärpflichtige, welche ohne an einem anderen Orte im deutschen Reich einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherren die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesttze angedrohten Nachtheile.
Hanau am 2. Januar 1893.
Der Oberbürgermeister Westerburg.
Tagesschau.
Berlin, 7. Januar. Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute Vormittag um 9 Uhr im Auswärtigen Amt ben Vortrag des E,!"EflUerärs Freiherrn Marschall von Bieberstein und hatten alsdann im Königlichen Schlosse von 10 Uhr ab mck dem Chef des Militärkabines, General der Infanterie Generaladjutanten von Hahnke und daran anschließend mit dem Kriegsminister, General der Infanterie von Kaltenborn Stachau sowie mit den Generalen Müller vom Kriegsministerium und Kuhl
mann von der Artillerie Prüfrw skommffsion Besprechungen. Hierauf ha e , der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten vo i Heyden die Ehre des Empfangs. Um 1 Uhr nahmen Seine Majestät militärische Meldungen entgegen.
Berlin, 7. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Reihe von amtlichen Schriftstücken, betreffend gewisse, kürzlich in der Presse erfolgte Miltheilungen über angebliche Quittungen des Welfeufonds. Danach berichtete bereits im April vor. Js. der kaiserliche Gesandte in Bern rem auswärtigen Amt, daß der frühere würtembergische Hauptmann Miller ihm Mittheilungen über den Besitz von Quittungen aus dem Welfeufonds gemacht habe, auf Grund deren eine Brochüre in Zürich erscheinen »olle; die Originale dieser Quittungen seien später verbrannt worden. Die darauf bezügliche Korrespondenz des kaiserlichen Gesondert mit dem auswärtigen Amt wird im Wortlaut reduzirt. Letzteres hat jedes Eingehen aus die Sache ab..eh hm, da von Sh fang an die Ueberzeugung feststand, bay die ‘ Quittungen gefälscht waren. Diese Ueberzeugun' grün ele sich, wie der ; „Reichsruzeiger" darlegt, von anderen Momenten abgesehen, auf den Umstand, daß bezüglich der Verwenden g von Welfeufondsgeldern zu geheimen politischen Zwecken die Empfangsbescheinigungen des Reichskanzlers, welche die ausschließlichen kassenmäßigen Beläge bildeten, jeweils nach ertheilter Decharge re.b annt worden seien und Quittm gsformrüme der in der Korrespondenz bezeichneten Art niemals existirt hätten. Die Publikation schließt mit einem Erlaß des auswärtigen Amts vom 25. Mai vor. Js. an den kaiserlichen Botschafter in Paris, der berichtet hatte, daß dort Versuche im Werke seien, die Brochüre herauszugeben. In diesem Erlasse wird gisagt, daß das auswärtige Amt alle Veranlassung habe, die Angelegenheit für eimti S.. wi. bei der schlimmsten Art zu haben.
Berlin. Eine italienisch nationale Ausstellung fcK im nächsten Sommer in Berlin veranstaltet werden. Von beteiligter Seite fine bereits Unterbau .ungen wegen Pachtung einer großen fiskalischen Grun fläche cn- geknüpft worden. Die Ausstellung soll in erster Reihe den Zweck haben, die Landeserzeugnisse Italiens hier vorzuführen und die Handelsbeziehungen zwischen ^taiim und Deutschland zu erweitern.
Berlin, 7. Jan. Vertreter hiesiger Gewerbe aus der Jnduurie- und Handelswelt vereinigten sich zu einem provisorischen Komitee, um 1896 eine Berliner Gcwerbeausstellung ins Leben zu rufen. Ein entsprechendes Rundschreiben wurde an sämmtliche Handels- und Gemeibrkammern Deutschlands abgespielt. — Amtlicher Bericht vom 4. bis zum 7. Januar mittags: In Elmshorn, Regierun sbezirk Schleswig, kamen zwei Choleraertrankungen infolge von Einschleppung vor. _ (Fr. N.)
Berlin, 7. Jan. Auf der Tagesordnung für die 17. Plenarsitzung des Reichstags am Dienstag, 10. Januar, nachmittags 1 Uhr, steht die erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend Abänderung des Gesetzes wegen Erhebung der Brausteuer vom 31. Mai 1872.
Berlin, 7. Jan. Das Kreuzergeschwader, bestehend aus s. M. Schiffen „Leipzig" (Flaggschiff) und „Alexandrine", Grschysaderches Kontre- admiral von P welsz, ist am 5. .Januar in Za zibar ringet raffen. — S. M. Kanonenboot „Wolf", Kommandant Kapitânlieutenant Kretschmann, ist am 6. Januar in Chingtlang angekomme» und beabsichtigt, am 21. Januar • nach Shanghai in See zu gehen?
Hamburg, 7. Jan.. Die heutige Generalversammlung der deutschen Dampfschiffehed rei lehnte, noch den „Fr. N.", mit 1979 gegen 1937 Stimmen den Antrag der Revisionskommission auf Prozeßeinleitung gegen vier Mitglieder des früheren Aussichtsraths und den früheren ersten Direktor wegen Ersatzleistung für den durch die Sundalinie der Gesellschaft bereiteten Schaden ab.
Krakau, 7. Jan. Eine Räuberbande, die seit langer Zeck Russisch- Polen durch Raub und Mord unsicher machte, ist bei Luck nach regelrechter Belagerung durch Militär fest enommen worden. (Reicheanz.)
Schweiz. Die Zollabfertigung an der französischen Grenze scheint sich, wie der „Bund" schreibt, ruhig abzu wickeln. Sollte es ein Fall als wünschbar erscheinen lassen, so würden die nöthigen 'Vollziehungsoerordnungen erlassen werden. Als Binnenland habe die Schweiz eine schwere Stellung, um sich vor Umgehungen zu sichern. Maßnahmen, um die Einfuhr französischer Maaren auf dem Weg durch andere Länder zu verhindern, würden nicht zu umget -n sein.
Kopenhagen, 7. Jan. Die „Berlingske Tidende" bestätigt, daß