dem jungen Mann von ganzem Herzen, daß er wieder volle Genesung finden wöge.
Wasserleitungen. Bei der gegenwärtigen strengen Witterung hörte man bereits mehrfach von entstandenen Schäden an den Hausleitun- gcn. Es empfiehlt sich, was wir wiederholt bemerkten, die Leitungen möglichst vor Frost zu schützen und das Wasser abends abzustellen. Dann sollten sowohl Hausbesitzer als Miether die geringe Ausgabe nicht scheuen, um sich gegen Wasserschaden zu versichern.
Vorsicht. Bei der anhaltend strengen Kälte ist es. dringend erforderlich, die Keller gut zu verwahren und sorgsam geschlossen zu halten, damit nicht die Kartoffeln erfrieren, wie es vor mehreren Jahren so häufig der Fall war.
Hessenland. Inhalt der Nummer 1 des „Hessenland": „1893", Gedicht von Karl Preser; „Die Bekehrung Hessens zum Christenthume", von Hermann von Roques, Major a. D. (Fortsetzung); „Silvester Jordan", Bilder aus seinem Leben, von F. Zwerger; „Kasseler Tagesneuiq- kciten aus dem 18. Jahrhundert", von Otto Gerland; „Jbr letzter Brief", von K. Keller-Jordan; „Im Hafen von San Joiè", Gedicht von Rcaido Jordan; „Meng Brot es wüll keostzg", Gedicht in Schwâlmer Muneart von Kurt Nuhn; Aus alter und neuer Zeit; Aus Heimath und Fremde; Hessische Bücherschau; Anzeigen; Abonnements Einladung.
Folgen unsinniger Schießerei. Ein I6jihriger Jun ie in Oberwaldbchrungen versuchte mit einem alten verrosteten Gewehr zu schießen. Durch unvorsichtige Handlung entlud sich dasselbe und die KugO drang dem in der Nähe stehenden gleichalterigen Spielgencssin des Schützen in die Kinnlade und zertrümmerte dieselbe vollständig. Dieser Vorfall wirkte auf den unglücklichen Schützen derart, daß er irrsinnig wurde.
Alte Bauernregeln für Januar. Morgenröthe am 1. Januar deutet auf viele Gewitter im Sommer. — Wie das Wetter am Makarius war, so wird's im September trüb oder klär. — Kommt am 10. Sonnenschein, so hoffet man viel Korn und Wein. — Ist der Januar warm und naß, so bleibet leer jedes Foß — Nebel im Januar, macht ein [ nasses Frühjahr. — Am Vinzensen Sonnenschein bringt viel Korn und Wein. — Ist Paul Bekehrung hell und klar, hofft man auf ein gutes Jahr. — Wenn die Tage langen, kommt der Wii ter gegangen. — Ein gelinder Januar bringt Kälte im Februar. — Januar warm, daß Gott erbarm. — Tanzen im Januar die Mucken, muß der Bauer nach dem Futter gucken. — Ist der Januar nicht naß füllt sich des Winzers Faß.
Für heute. Homöopathischer Verein: Abends SVa Uhr General Versammlung im Vereinslokal; Tagesordnung: Kassenbericht, Voistands wabl, Verschiedenes. — Weihnachtssparkasse „zu den 3 Schwanen": Erste Auflage. — Kaufmännischer Verein Hanau: Vereinsabend im Nebenzimmer zur „großen Krone". — Radfahrerverein „Vorwärts": Abends 9 Uhr Zusammenkunft in der Restauration Mobr (vorm. Kippert). — Ebenfalls Abends 9 Uhr: Feuerwehr - Vorstandssitzung in der Brauerei Beck. — Spcssarttouristen-Verein: Abends 9*/ä Uhr Hauptversammlung; Tagesordnung : Feststellung der revidirten Statuten; Aufstellung einer Tourenordnung. — Original - Weltpanorama der Herren Gebrüoer Kitz im Gasthaus zur „Karthaune": Geöffnet täglich von nachmittags 2 bis abends 10 Uhr (Dienstags und Samstags von vormittags 10 Uhr ab); zur Ansicht aufgestelltj: „Neapel und Umgebung sowie die Ausgrabungen von Poopji".)
-g- Großauheim, 4. Jan. Am vergangenen Sonntag feierte die ; hiesige Gemeinde ein Fest, wie es in der Geschichte Großauheims bis fitzt einzig dasteht. Der Nestor des hiesigen Lehrerkolle iums — Herr Lehrer Jahn — beging nämlich sein 50jähriges (goldenes) Jubiläum als Lehrer Großauheims. Der Verlauf der Jubelfeier war ein so erhabener, w c er wohl schöner kaum gedacht werden kann. Alle hiesigen Bewohner — die sämmtlichen Vereine an der Spitze — wetteiferten untereinander, um den Jubeltag ihres „lieben alten Vaters Jahn" recht würdig zu begehen. Am Abend vorher brachten sämmtliche Vereine dem Jubilar eine Serenade, wie j Großauheim noch selten eine gehört, auch der Hanauer Lehrergesangverein - erfreute seinen Kollegen durch ein wohlgelungenes Ständchen. Sinnige, der s Feier entsprechende Lieder und herrliche Musikvorträge wechselten in schöner Harmonie mit einander ab. Sodann beglückwünschte Herr Bürgermeister Grün den verehrten Herrn Jubilarlehrer und äußerte , am Schluffe seiner prächtigen Rede den Wunsch, daß demselben ein recht glücklicher Lebensabend beschieden sein möge. Am eigentlichen Jubeltage begann — nachdem der Jubilar in Prozession von seiner Wohnung abzeholt worden war, um 9 Uhr der feierliche Festgottesdienst. Die Festrede des Pfarrers Herrn Dr. Arenho ld war ein wahres Meisterwerk. In zündenden und ergreifenden Worten schilderte Redner die Erhabenheit des Lehrerberufes im allgemeinen und die Tugenden des Jubilars im besonderen. Als solche nannte er die treue, gewissenhafte Pflichterfüllung, die friedliche Gesinnung und das bescheidene, anspruchslose Wesen des Jubilarlehrers. Der Raum gestattet leider nicht, auf die herrliche Festrede weiter einzugehen.
Um 11 Uhr fand die feierliche Gratulation und die Ueberreichung der Festgeschenke statt. Unter diesen seien genannt: Von der Gemeinde ein prächtiger Sekretair nebst Spiegel und Konsole, vom Bezirksverein der kath. Lehrer eine Plüsch-Causeuse, von ehemaligen Schülern und Schülerinnen 2 Plüschsessel und vom Gesangverein „Harmonie" eine kunstreich gearbeitete Zuglampe. Der Jubilar dankte in warmen und bewegten Worten und
meinte in seiner bescheidenen Weise, eine solche Liebe und Verehrung gar | nicht verdient zu haben. — Auch der Königliche Landrath Herr v. Oertzen in Hanau überbrachte persönlich seine Glückwünsche. — Von Sr. Bischöf-| lichen Gnaden zu Fulda erhielt der Jubilar neben einem sehr lobenden Schreiben den Titel „Kantor".
Gegen 2 Uhr begann in dem oberen Saale des Gasthauses „zur goldnen Krone" das Festessen, an welchem sich ca. 60 Herren betheiligten. : Während des Essens und noch lange nach demselben bis spät in die Nacht : hinein herrschte die fröhlichste Festesstimmung. Ernste und heitere Reden, . brausende Hoch's, Mufikvorträge und besonders die herrlichen Lieberklänge ' der „Harmonie" machten die Stunden zu sehr genußreichen, die jedem Theil- I nehmer noch lange Zeit in Erinnerung bleiben werden. — Möge der allseits geschätzte und geehrte Herr Jubilarlehrer noch lange zum Segen der hiesigen : Gemeinde in seinem Amte wirken. Möge er nach einem langen, glücklichen 1 Lebensabende dermaleinst ei, ziehen in die Gefilde eines besseren Jenseits, . um hier die Früchte seines Erdenwerkes zu geniessens
Frankfurt a. M., 5. Januar. Am Montag früh wurde der j Steueraufseher Neumann in einem Zimmer des Hauptsteueramts in der ; alten Mainzergaffe von einem Schlaganfall betroffen und war sofort todt. | — Man schreibt uns: Die kgl. Eisenbahndirektion beabsichtigt ein Modell, ; mihrere Photographien, Aquarellzeichnungen und Pläne, den hiesigen Haupt- | pe sonenbahnhof betreffend, in Cyicago zur Ausstellung zu bringen.. j Sämmtliche Gegenstände sind vom 6. bis 9. Januar, mittags zwischen 11 und 3 Nor, im Sitzungssaale des Hauptbahnhofs zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Der Zuaang findet vom nördlichen Speisesaale aus statt. (Fr. Nachr.)
Babenhausen, 3. Jan. Die Neujahrsnacht verlief im Allgemeinen ruhiger, wie in den früheren Jahren, doch ist leider ein bedauerlicher Un- r glücksfall zu berichten. Ein Bursche hantirte leichtsinniger Weise mit einer geladenen Pistole in dem Wirtdszimmer, die Waffe ging los und verletzte einen der anwesenden Gäste schwer im Gesichte, besonders ist das eine Auge gefährlich getroffen.
Vom Main, 3. Jan. Der Taglöhner PH. Kern aus Rienek wurde dieser Tage im dortigen Gemein dewalde als furchtbar verstümmelte Leiche anfgefuuden. Derselbe hatte sich vor 4 Monaten entfernt, um im Walde Tannenzapfen zu brechen. Vermuthlich stürzte er bei diesem Ge- ' schäfte von einem Baume und blieb sofort todt. Die Leiche war vom Wild dermaßen zerfressen, daß ihre Identität nur durch die Kleidungsstücke fest- gestellt zu werden vermochte. Der Unglückliche, dessen Kopf ganz fehlte, wurde am Neujahrstage beerdigt. (Fr. G.-A.)
Briefkasten der Redaktion.
J—g, G. Wurde uns kurz vorher ein dahinzielender Artikel zugesandt, kann deshalb den Ihrigen leider nicht bringen. Könnte vielleicht in einem anderen Blatte Verwendung finden; bitten darüber zu bestimmen.
Der Zug des Toâss 1892.
(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Reichstags- und Landtagsabgeordveter Oberbürgermeister von Berlin, Max von Forckenbeck, hervorragendes Mitglied der deutsch-frei- si nigen Partei, am 26. Mai in Berlin f. Sowohl als Politiker, als auch erster Leiter des größten städtischen Gemeinwesens Deutschlands steht Forckenbeck als ein gar zer Mann, als eine zielbewußte, karaktervolle Persönlichkeit da. Auch seine entschiedenen Gegner müssen anerkennen, daß er als Politiker ein ehrlicher, anständiger Kämpfer war, eine durchaus noble । Natur und daß die Stadt Berlin unter seiner Leitung zu einem der best- eingerichtetsten, wohl verwalteten, in vieler Beziehung mustergiltigen Gemeinwesen geworden. Forckenbeck hat die Befähigung des Verwalkens und Regierens in hohem Grade besessen. Vierzehn Jahre hindurch hat er dem Kommunalwesen in Berlin vorgestanden und am bedeutendsten hat er sich vielleicht in der Zeit gezeigt, da die politischen Fehden alle Klugheit, Mäßigung und Ausdauer verlangten, um nicht auch auf städtischem Pfade zu straucheln. Dieselbe Besonnenheit, dasselbe Leitungstalent zeigte er als Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages. In beiden Körperschaften besaß er wohl viele Gegner, aber keinen Feind. Außerordentlich thatenreich und bewegt war das Leben des seltenen Mannes, dessen Bedeutung noch mehr in einer politisch ruhigeren Zeit gewürdigt werden dürfte. — Reichstags- und Landtagsabgeordneter Landgerichts- 1 rath Klotz, hervorragendes Mitglied der deutsch-freisinnigen Partei, am 11. August im 80. Lebensjahre f. Er gehörte schon 1848 der preußischen Nationalversammlung an, vertrat in den 60er Jahren den Wahlkreis Potsdam-Osthavelland im Abgeordnetenhause und später den 1. Berliner Wahlkreis. Im deutschen Reichstag vertrat er seit 1871 den 2. Berliner und später den 6. Wahlkreis. Seit 1890 hatte er keine Wiederwahl mehr angenommen. Er trat namentlich auf juristischem Felde mit Ausdauer und Entschiedenheit für die liberalen Forderungen ein. — W. Büxten, früherer freisinniger Reichstagsabgeordneter für Lippe-Detmold, im 82. Lebensjahre in Salzuflen am 16. Juni P Er gehörte seit 1877 dem Reichstage und dem Lippischen Landtage an. — Dr. Mithoff, nationalliberaler Landtagsabgeordneter für Göttingen Münden, f. Er war ordentlicher Professor in Göttingen und galt als Autorität auf dem Gebiete der Finanzwiffenschaft. — Nationalliberaler Abgeordneter Mackensee,