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Frequenz der städtischen Badeanstalt im Monat Dezember 1892.

Verabreicht wurden:

187 Bäder I. Kl.

261 „ II. Kl.

544 „ III. Kl.

69 Douchebâder.

41 Römisch-Irische Bäder.

Sa. 1102 Bäder

Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrüg 129 am 24. Dezbr.

Die kleinste Zahl der 'abgegebenen Bäder betrug: 11 am 13. Dezbr.

Jubiläum. Zu der gestern erwähnten Feier des 25jährigen Ju­biläums des Herrn Schuldirektor Junghenn als Vorsteher der hiesigen Volksschulen und der höheren Töchterschule bleibt zu berichtigen, daß diese Feier in letzterer Anstalt noch nicht stattgefunden hat, sondern erst nächsten Sonnabend bei Schulanfano staltfinden wird.

Lobenswerthe Ehrlichkeit. Ueber einen höchst merkwürdigen glücklichen Zufall wird der „Han. Ztg." berichtet: Eine hiesige Frau hatte in einem Bankgeschäft vor einigen Tagen Werthpapiere und Koupons im Betrage von über 600 Mk. umsewcchfelt. Man denke sich nun deren Schrecken, als sie nach Hause kam und das Päckchen mit dem Gelde nicht mehr vorfand. Inzwischen hatte aber der Kasfenbote Schmidt bei Herrn Banquier Oppenheim das Päckchen auf der Straße vor der Kinzigbrücke gefunden, wodurch die hocherfreute Frau wieder in den Besitz ihres verlore­nen Geldes gelangte. Daß dem redlichen Finder ein ordentliches Trinkgeld zu Theil wurde bedarf keiner we-teren Erwähnung.

Zur Wainimg für junge Kaufleute re. sei Nochstehendes mitgetheill: In der litznn Zeit findet man härfig Inserate folgenden oder ähnlichen Inhalts: Suche zum 1. k. M. event, früher einen tüchtigen, ge­wandten jungen Mann für mein flott gehendes Geschäft rc. Bewerber, welche noch in Stillung sind, wollen unter.....Offerten einsenden. Der allgemeine Trüb, seine Lage nach Möglichkeit zu verbessern, verleitet nun manchen in Sullung befindlichen jungen Mann, seine Offerte abzu- geden, um dann nach einigen Tagen die unangenehme Wahrnehmung zu machen, daß er einem Schwindel zum Opfer gefallen ist, indem ein Brief irgend eines gawissenlosen Snller Vermittlers oder karaklerlosen Kollegen bei seinem Prinzipal einläuft, der etwa mit folgenden Worten beginnt: Geehrter Herr ! Wie Sie aus einliegendem eigenhändigen Schreiben Ihres jetzigen jungen Mam es ersehen, biet fic^tigt derselbe, seine Stellung bei Ihnen oufzugtben, und erlaube ich mir daher ergeben ft, Ihnen meine Dienste zu empfehlen rc. Der verbesferungslnstige junge Mann ist durch diesen Kunstgriff in ter Regel seine Stelle los, ohne einen Ersatz dafür zu haben.

Für Imker Eine für Imker werthvolle Neuerung dürfte es sein, daß man in neuester Zeit es sich angelegen fein läßt, die Bienenhäuser im Winter zu heizen. Das hierzu geeignete Verfahren wird gegenwärtig auch von einzelnen Bienenzüchtern unserer Gegend beobachtet. Die mit demselben verbundenen Vortheile sind folgende: 1. trockene Wohnung, 2. schimmel- freier Wabenbau, 3. gesunde Völker, 4. keine Ruhr und keine Maikrankheit, 5. geringe Zehrung, 6 starke, frische Völker, 7. frühe Schwärme und dem­zufolge früheste und erfpiief liebste Ausbeute der Blüthezeit.

Bubenstreich oder Roheit. An dem im Rathhaushof hängen­den Weltcrtelegrophen des Veischöverungèvereins ist gestern ein Zeiger ab- geriffen, ein anderer verbogen worden.

Bersteigerungs- «nb Verpachinngs- re. Kalender für Donnerstag den 5. Januar.

Angebote zur Uebernahme der Anlieferung des Deckmaterials rc. zur Unterhaltung der Landwege im Landkreise Hanau für das Jahr 1893 sind verschlossen, srankirt und mit entsprechender Aufschrift versehen vor dem vormittags 9 Uhr in der Gastwirthschaft „zum deutschen Hous" dahier stattfind enden Vergebungstermine Herrn Landesbauinspektor Hinkelbein ein­zureichen (s. Nr. 302 „Han. Anz."). — Nachmittags 2Vs Uhr sollen durch Herrn Gerichtsvollzieher Loefer Vorstadt 4 hier gegen Baarzahlung neue Messer, Löffel, Gabeln, Scheeren, Eisen- und Blechwoaren, Lampen rc. versteigert werden.

Für heute. Hanauer Stadttheater: WE^ Zum Benefiz für Herrn Alfres Helm: „Narciß", Trauerspiel in 5 Akten von A. E. Brach­vogel (DCU- Narziß: Herr Emil Lotz); Anfang 7 Uhr. — Abends 8'/s Uhr: Zusammenkunft des Briefmarkensammlervereins in der Restauration Mohr (norm. Kippert). — Weihnachtssparkasse in der Restauration „zur Eisenbahn": Abends von 9 bis 10 Uhr Mitgliederaufnahme und Statuten- berathung. — Katholischer Männerverein: Abends 9 Uhr Monatsversamm­lung ; Tagesordnung: Stiftungsfest. — Ebenfalls Abends 9 Uhr: Frei­willige Feuerwehr: 1. Komp, im „goldnen Herz"; Steiger-Korps bei Beck; Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen. — Turn- und Fechtklub: Abends SOi bis 10 Uhr Turnen der Männerabtheilung. — Original - Weltpanorama der Herren Gebrüder Kitz im Gasthaus zur „Kar­thaune" : Geöffnet täglich von nachmittags 2 bis abends 10 Uhr (Dienstags f und Samstags von vormittags 10 Uhr ab); zur Ansicht aufgestellt: „Neapel und Umgebung sowie die Ausgrabungen von Pompeji".)

Frankfurt q. M«, 3. Januar. Ueber einen Unfall, der in der

Nähe von Darmstadt auf der Hessischen Ludwigsbahn gestern Abend sich ereignete und welcher leider auch ein Menschenleben forderte, wird uns be­richtet: Während der Fahrt des um 7 Uhr von Darmstadt nach Baben­hausen resp. Aschaffenburg abgehenden Güterzuges riß sich der Tender von der Maschine los, der Lokomotivführer fiel durch und wurde von den sich weiter schiebenden Wagen überfahren. Der Heizer verdankte seine Rettung nur dem Umstande, daß er während des kritischen Augenblicks weiter vorne, also auf der eigentlichen Maschine sich befand; er brachte letztere kurze Zeit darauf zum Stehen. Der verunglückte Lokomotivführer heißt Steitz und ist verheirathet. (G.-A.)

Frankfurt a. M., 4. Januar. In der gr. Gallusgasse fiel gestern Vormittag eine Frau, als sie damit beschäftigt war, ein eingefrorenes Fenster zu öffnen, auf die Straße und brach das Genick. — In einer Wirthschaft unterhielt sich ein Gast mit einem Andern. Als er aufstand und bezahlen wollte, entdeckte er, daß ihm der Inhalt des Portemonnaies — 510 Mark — gestohlen worden war. Zum Glück gelang es bald, den Dieb zu entdecken. (Fr. Nachr.)

Offenbach, 8. Jan. Zu Klein-Krotzenburg wurde gestern im Streite einem jungen Manne die Unterlippe total abgebissen.

Oberrad, 2. Jan. Die Folgen eines Neujahrunfugs trafen hier einen jungen Mann. Derselbe wollte einen sogenannten Frosch in einer Wirthschaft explodiren lassen, fürchtete sich aber, nachdem der Wirth sein Vorhaben gemerkt, die That auszuführen und steckte den bereits angezün- deten Frosch in seine Tasche, worin noch mehr Frösche verborgen waren, welche durch den bereits augebrannten Kollegen entzündet wurden und alle explodirten. Dem Uebelthäter wurden nicht allein seine Kleider zerstört, sondern er erlitt auch noch erhebliche Brandwunden. (Offb. Ztg.)

Mainz, 3. Jan. Der „M. A." schreibt: Der Rheinschifffahrt hat die plötzlich ein getretene Kälte ganz ungeheuren Schaden zugefügt. Eine große Zahl von Schiffen liegt auf der Strecke Köln-Mannheim, die nicht mehr den schützenden Hafen erreichen konnten oder auch die nur in unge­nügender Zahl am Mittelrhein vorhandenen Häfen überfüllt fanden. Das Treibeis in der Mosel hat sich vermindert, da der Fluß an mehreren Stellen zugefroren ist. Die Lahn ist fast ganz zugefroren. Zwischen St. Goar und Oberwesel fließt der Rhein zwischen den breiten Eissâumen nur in einem schmalen Streifen.

i [ Ter Zug des ^odes 1892.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Italienischer Marineminister S a n B o n am 26. November f. — Italienischer Senator General Cichldini in Livorno f. — Senator Numa Baragnon in Nimes am 19. Mai f. Zuerst Republikaner, dann Legitimist, wurde er in die französische Kammer gewählt, wo er sich stets zur Rechten hielt und sich auch an dem Unternehmen, den Grafen von Chambord auf den Thron Frankreichs zu bringen, beteiligte. — Senator und ehemaliger Minister von Frankreich Teisserenc de Burt im 78. Jahre in Paris f. 1846 trat er bereits in die französische Kammer ein, wo er Guizot unterstützte. 1871 wieder in die französische Kammer ge­wählt, schloß er sich der Partei Thiers an, wurde unter diesem 1872 Ackerbauminister und schied mit Thiers aus der Regierung aus. Später ward er in den Senat gewählt, wurde Handelsminister und schließlich war er auch kurze Zeit Botschafter in Wien. — Präsident des Belgischen Se­nats Graf de Merode am 6. April in Brüssel f. Er war seit 1850 Abgeordneter, seit 1867 Senator. — Staatsminister Viktor Tesch, Ex- juftizminister in Belgien, seit 1841 liberaler Abgeordneter, am 16. Juni f. — Fürst von Chimap, der belgische Minister des Auswärtigen, am 29. März in Brüssel f. — Der ehemalige schwedische Ministerpräsident Joh. Sverdrup, früher eine sehr viel genannte Persönlichkeit, am 17, Februar f. — Seit 1851 Parlamentarier, bildete er eine Bauernpartei, die allmählich die Majorität erlangte. Als Präsident des Storthing be­gann er den. Streit über die Zulassung der Minister zum Storthing, dann über das Königliche Veto, was zur Verurtheilung der Minister führte. Als er selbst 1884 Ministerpräsident wurde, befriedigte auch er den radikalen Theil seiner Anhänger nicht und mußte 1889 zurücktreten. — Der Mi­nister des Auswärtigen in Dänemark Baron Rosenoere-Lehn, 71 Jahre alt, in Kopenhagen am 21. Mai f. — Der bulgarische Agent Dr. V u l k o v i ch am 26. Februar fi. Dieser Vertreter Bulgariens in Kon­stantinopel fiel durch Mörderhand. Als der Diplomat am 24. Februar abends von einem Ausgange nach der bulgarischen Agentur zurückkehrte, stieß ihm ein sich heranschleichender Mann ein Messer in die linke Seite, das Messer in der Wunde stecken lassend. An der schweren Verletzung ist Vulkovich gestorben. Die Mörder sind später zum Tode verurtheilt wor­den. — Der serbische Regent Protic plötzlich am" 16. Juni an einem Herzschlag f. Seine Beerdigung erfolgte auf Staatskosten. — Der ehe­malige Präsident von Brasilien General da Fonseca am 23. August Der kurz vor dem Sturz des Kaiserthums zum Marschall Beförderte war eine der populärsten Persönlichkeiten der brasilianischen Armee und es war ziemlich natürlich, daß der republikanisch gesinnte Mann an die Spitze der Föderativ Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien berufen wurde. Indeß hat sein Amt nicht gerade lange gewährt.

3. Januar 1893»