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Nr. 2.

Dienstag den 3. Januar

1893.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht.

Hanau am 30. Dezember 1892.

Königliche Polizeidirektion.

P. 12202 v. Oertz en.

Bekanntmachung.

Am 12. d. Mts., vormittags 9^2 Uhr, ist dahier im Garten des Grundstückes Theobaldstraße Nr. 17 die Leiche eines neugeborenen Kindes, männlichen Geschlechts, aufgefunden worden. Das Kind hat nach dem Gutachten der Kreisphysikatsärzte nach der Geburt gelebt.

Die Leiche war in einer ZeitungThe Daily Telegraph, Wednes- day, March 23, 1892" und in ein Stück eines gestickten Betttuches ein­gewickelt.

Um Nachforschungen nach der Mutter des Kindes und Mittheilung aller derjenigen Wahrnehmungen, welche zur Ermittelung derselben führen könnten, ev. Verhaftung derselben und Nachricht wird ersucht.

Frankfurt a. M. den 15. Dezember 1892.

Der Polizeipräsident Frhr. von Müffling.

Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht.

Hanau am 30. Dezember 1892;

Königliche Polizeidirektion.

P. 12203 D. Oertzen.

Bekanntmachung. /

Am 6. d. Mts., nachts, wurde in Niederrad die Leiche eines unbe­kannten Mannes im Alter von 3336 Jahren, von mittlerer Größe, mit dunkelbrâunen Haaren, röthlichem Schnurrbärtchen, erhängt aufgefunden.

Bekleidet war die Leiche mit hellgrauem Jaquet, blauer Weste, blauem Wamms, weißleinenem Hemd, baumwollener Unterjacke, baumwollenen Strümpfen, weißem Umlegekragen, blau und roth gestreifter Kravatte und Zugstiefeln. In den Tuschen wurden vorgefunden: 1 Taschentuch mit roth und weiß gestreiftem Rande, 1 Kleiderbürste, 1 Kämmchen und 20 Pf. in einzelnen Pfennigstücken. Legitimations- oder andere Papiere sind bei der Leiche nicht vorgefunden worden.

Der Verstorbene soll Müller heißen und aus dem Taunus stammen.

Um Anzeige wird ersucht, falls die Persönlichkeit des Verstorbenen bekannt sein sollte.

Die Kleider des Selbstmörders werden zur ev. Agnoszirung auf dem NLMD^L.namt zu Niederrad aufbewahrt.

^^^FrankflikUP. M. den 20. Dezember 1892.

Königliches Polizeipräsidium.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des OberbürgermeiAeramtes.

Städtifdie Sparkasse.

Die Wiedereröffnung der städtischen Sparkasse sinnet

Donnerstag den 5. Januar d. Js.

Geschäftsstunden wie seither an jedem Wochentage vormittags von 81 Uhr und nachmittags non 35 Uhr.

Hanau den 2. Januar 1893.

Die Verwaltung der städt. Sparkasse:

,Küstner. Klaere. Langenhagen. 48

1893.

Was wird das neue Jahr uns bringen? Diese Frage schwebt am letzten Tage des alten Jahres auf unser Aller Lippen, und man sucht sie sich aus den Vorgängen der letzten Zeit, die noch nicht abgeschlossen in das neue Jahr hinüberreichen, zu beantworten. Erfreulicherweise hat das ver­gangene Jahr keine Umstände zur Beunruhigung auf dem Gebiete der aus­wärtigen Politik geliefert. Mit Vertrauen dürfen wir in dieser Beziehung ! dem neuen ^ahre entgegenblicken: denn nicht nur steht der Dreibund aus

. fester unerschütterlicher Grundlage, sondern es hat sich allgemein das ernste I Bestreben, den Frieden zu erhalten und die Segnungen des Friedens für I die Förderung der sozialen und wirthschaftlichen Aufgaben zum Besten der Völker auszunutzen, so deutlich erkennbar gemacht, daß Grund zu unmittel­baren Besorgnissen an der Schwelle des neuen Jahres nicht gefunden werden kann.

Aber Niemand wird daraus Veranlassung nehmen wollen und können, sich selbst in Sicherheit einzuwieg,n und das Gebot der Vorsicht und der Pflichten, die daraus für unser Vaterland erwachsen, unbeachtet zu lasten. Und gerade in dieser Beziehung wendet sich heute die Nation fragen! an die Zukunft: wird die Volksvertretung Einsicht genug haben, um die ihr gewordenen neuen Aufgaben,zu lösen?

Seit langer Zeit haben Fragen der inneren Politik an der Schwelle des Jahres das deutsche Volk nicht so bewegt, wie cs gegenwärtig wegen des dem Reichstage vorliegenden Militärgesetzes der Fall ist. Noch unzwei­deutigen Ertlârungen des Reichskanzlers sielt hierbei die wirksame Fort­führung der bisherigen machtvollen und gedeihlichen Politik des Reichs, ja sogar die Zukunst Deutschlands auf dem Spiele ! Wie diese Worte nicht leichthin gesprochen sind, so sollten sie auch nicht leicht gewogen werden! Statt dessen aber sehen wir, wie allerhand Einwände dagegen zusammen­getragen werden, welche darauf hinausgehen, die militärische Nothwendigkeit zu bestreiten und die wirthschaftliche Leistungsfähigkeit des deutschen Volks für die von ihm verlangten Opfer in Abrede zu stellen; und wie im Reichstage sehen wir auch in der Presse und in Versammlungen diese Richtschnur weiter verfolgen. Es gehört wahrlich viel Muth dazu, auch nur den Versuch zu machen, das Gewicht der Vorlage und ihrer Gründe zu entkräften, wo alle Sachverständigen für die militärische Notwendigkeit der geplanten Reform eintreten und wo die Leistungsunfähigkert des Volkes weder bewiesen ist noch bewiesen werden kann. Aber eben darum möchten wir nicht allzu trübe in die Zukunft sehen: es ist doch wohl nicht möglich, daß das deutsche Volk so seine Pflichten und Interessen, so die Lehren der Vergangenheit vergessen wird, daß es sich weigert, die Opfer zu bringen, welche die militärische Lage in Europa als unbedingt nothwendig erheischt und die zur Erhaltung des unter schweren Kämpfen errungenen Reichs nach dem Urtheil aller Sachkundigen nicht entbehrt werden könne! Bis zum Beweise des Gegentheils müssen wir daher daran festhalten, daß die ' Volksvertretung sich der Größe der ihr gewordenen Aufgabe gewachsen zeigen und sie in demselben Geiste der Vaterlandsliebe und des Opfermuths lösen wird, der sich noch stets bewährt hat, wenn es sich um große Ent­scheidungen für das Wohl des Vaterlandes bandelte.

Dieser Wunsch ist der erste und hauptsächlichste, den mir dem neuen Jahre entgegenbringen: in ihm gipfelt Alles, was uns sonst noch auf dem Herzen liegt. Die stete und eindringliche Fürsorge unseres Kaiserlichen Herrn für das Wohl von Staat und Reich hat sich auch in dem ver­gangenen Jahr so vielfach und deutlich gezeigt, daß jeder wahre Valer- landsfreund nur den Wunsch haben kann, es möchte das neue Jahr die Früchte seiner hingebenden Thätigkeit zur Reife bringen. Möchte Gott unserem Kaiser auch in dem neuen Jahre Kraft und Gesundheit zur Er­füllung der ihm obliegenden schweren Aufgaben und nicht nur Freude an der Familie, sondern auch die Genugthuung schenken, zu sehen, wie weit in seinem Volke das Verständniß für treue Pflichterfüllung verbreitet ist. Ein Volk wie das unsere weiß, daß es nicht angeht, auszuruhen und zu rasten, sondern daß unablässig weiter gearbeitet werden muß, um, was man ererbt von seinen Vätern hat, zu erwerben, um es zu beigen. Das ruft dem deutschen Volke auch das neue Jahr mit mahnender Stimme zu, und es wird an dem Erfolg nicht fehlen, wenn wir stets dessen eingedenk bleiben und demgemäß auch wirklich handeln!

I a g e H ^ a tt.

Berlin, 2. Januar. Seine Majestät der Kaiser und König nah­men heute Vormittag die Vorträge des Chefs des Geheimen Zivilkabinets, des kommandirenden Admirals, des Staatssekretärs des Reichsmarineamts und des Chefs des Marinekabinets entgegen.

Berlin, 2. Januar. Der Kaiser empfing gestern den Adjutanten des Sultans, Kamphoevei er Pascha, der Geschenke des Sultans für den Kaiser, die Kaiserin und die kaiserlichen Prinzen überreichte. (Fr. N.)

Berlin, 2. Januar.. DieNordd. Mgem. Ztg." setzt ausführlich die Bedeutung der vierten Bataillone für die Ausbildung und Diensttüchtig- keit der Truppen auseinander und schließt: Tie vierten Bataillone sind