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Dienstag den 14. Juni
1892.
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Von dem hier garnisonirenden 2. Bataillon Füstlierregiments von Gersdorff (Hessisches) Sir. 80 findet am 23. d. Mts. von morgens 6 bis gegen 10 Uhr in dem Wiesengelände 1000 Meter südwestlich Hüttengesäß ein Schießen mit scharfen Patronen mit einer Schußrichtung gegen den westlich gelegenen Wald (Taubenrain) statt.
Als gefährdet ist zu erachten „das Gelände innerhalb Bruderdie- bacherhos, Ostgrenze von Marköbel, Südwestgrenze von Langenbergheim, Renndehof (Neuhof) und Südostgrenze Hüttengesäß."
Auf diesem Gelände darf in der angegebenen Zeit nicht gearbeitet werden.
Den ausgestellten Sicherheitsposten ist bei Meidung einer Strafe bis zu 15 Mark subs. 3 Tage Haft Folge zu geben.
Die betreffenden diesseitigen Ortsvorstände haben dies in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen.
Hanau am 11. Juni 1892.
Königliche Polizeidirektion.
v. Oertzen, Landrath.
Infolge des Fortschreitens der Sielbauarbeiten ist die Absperrung des Durchgangverkehrs für die Fuhrwerke in der Strecke „Neue Anlage vom Auheimerweg bis zur GriMMsüatze" vom 14. d. Mts. an angeordnet.
Die Zufuhr zu den in dieser Strecke befindlichen Geschäftshäusern i wird möglichst erhalten, eventl. nur auf die kürzeste Zeit gesperrt bleiben.
Hanau am 11. Juni 1892.
Königliche Polizeidirektion,
v. Oertzen, Landrath.
Landkreis Hanau.
Ktkanntmachttngen des Königlichen Landrathsamtes. Bekanntmachung.
Es kommt vielfach vor, daß erkrankte, hülfsbekürftige Gemeindeangehörige und Kassenmitglieder sich behufs Aufnahme in unsere Kliniken hierher begeben, ohne die vorschriftsmäßige Bescheinigung des Gcmeindevor- 11 standes bezw. des Vorstandes derjenigen Gemeinde- oder Krankenkaffe vorlegen zu können, welche zur Tragung der entstehenden Verpstegungskosten verpflichtet ist.
Da von Seiten der Kassenvorstände mehrfach die Zahlung der entstandenen Verpflegungskosten für erkrankte Kaffenmitglieder aus dem Grunde J abgelehnt wurde, weil der betreffende Kranke von ihnen nicht eingewiesen worden sei, so sehen wir uns veranlaßt, um die hierdurch uns entstehenden ' Nachtheile für die Folge zu vermeiden, künftighin nur
1) diejenigen Erkrankten in unsere Anstalten aufzunehmen, welche eine Bescheinigung des Gemeindevorstandes bezw. des Vorstandes der zur Zahlung verpflichteten Kasse vorlegen, woraus hervorgeht, oh und eventl. wie lange die betreffende Kasse gut Zahlung der entstehenden Kosten sich verpflichtet, der
2) welche eine entsprechende Vorlage machen.
Ganz besonders wird noch hervorgehoben, daß die von den Herren - Aerzten ausgestellten Bescheinigungen bezüglich Uebernahme der Kosten auf die zahlungspflichtigen Kaffen nicht genügen, vielmehr diese Bescheinigungen nur vom Vorstande auszustellen sind.
Gießen den 1. Juni 1892.
Großherzogl. Direktion der neuen Kliniken.
Kugel.
Wird veröffentlicht.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorstände wollen die vorstehende Bekanntmachung in geeigneter Weise zur Kenntniß der Kaffenvorstände und Ortsangehörigen bringen.
Hanau am 8. Juni 1892.
Der Königliche Landrath.
- V. 3873 Z. V.: Schneider, Kreissekretär.
Dienstnachrichten^ausKemWrelse. - -
Gefunden: Ein Kinderschuh. Eine schwarre Schleife. . Ein deutsches Lesebuch. Ein Portemonnaie mit einigen Pf. Zwei Gewichte (je 1 Pfd.). Im Lamboywald: Ein dunkelgrauer Damenmantel (auf einer Karoussel liegen geblieben). Eine Korallenkette. Ein Spazierstock. Ein gelber Glacehandschuh (rechter . Ein Schlüssel. Ein weißes Taschentuch nebst Schlinke. Ein karrirter Dameirshawl. Ein kleines Portemonnaie mit Geld. Ein Paar weiße feine wildlederne Handschuhe. Ein eiserner Gartenstuhl.
Verloren: Ein Spazierstock. Ein Trauring mit K. 8- gez.§ Ein Damenportemonnaie mit 3 M. und 1 Schlüssel. Ein Kinderhut. Eine runde Granatbroche. Eine Geldbörse mit 6—7 Mk. nebst Eisenbahnfahrkarte.
Hanau am 14. Juni 1892.
Tagesschau.
Berlin, 13. Mai. Gestern empfingen Seine Majestät der Kaiser und König im neuen Palais nach dem Gottesdienst den Chef des Zivil- kabines, Wirklichen Geheimen Rath von Lucanus zu kurzem Vortrag. Am heutigen Morgen besichtigten Seine Majestät von früh 8 Uhr ab das Gardekürassierregiment, sowie das 2. Gardeulanenregiment auf dem Tempelhofer Felde.
Berlin, 13. Juni. S. M. Kreuzer „Habicht", Kommandant Korvettenkapitän Heßner, ist am 10. Juni in Lagos angekommen und beabsichtigte, am 12. Juni noch Togo in See zu gehen. Der Dampfer „Lawang" der Deutschen Dampfschifffahrtsgesellschaft zu Hamburg ist mit der abgelösten Besatzung S. M. S. „Leipzig" und dem abgelösten Besatzungstheil S. M. S. „Alexandrine" - - Transportführer Korvettenkapitän Köllner — am 12. Juni in Port Said eingetroffen und am 13. nach Wilhelmshaven weiter in See gegangen.
Berlin, 13. Juni. Im Reichsversicherungsamt trat heute eine Konferenz von Vertretern der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalten zu kommissarischen Berathungen über verschiedene Fragen aus dem Gebiete der Jnvaliditäts- und Altersversicherung zusammen. Auf der Tagesordnung stand u. a. die Gewinnung statistischen Materials zum Zwecke der künftigen Bemessung der Versicherungsbeiträge sowie die Frage, ob und in welcher Weise die Mittel der Versicherungsanstalten zum Theil für die Erbauung billiger Arbeiterwohnungen (Arbeiterheime mit Garten) verwandt werden können.
Berlin, 13. Juni. Es heißt, Fürst Bismarck werde bei seiner Anwcsenbeit in Wien aus Anlaß der Hockizeit des Grafen Herbert vom Kaiser Franz Joseph empfangen werden. Ob dies richtig ist oder nicht, darüber erbebt sich schon ein Streit. Die Antwort darauf ist ungemein einfach: Wenn Kaiser Franz Joseph zur genannten Zeit in Wien ist, wird er den Fürsten unbedingt empfangen; eine solche Audienz hat auf die Beziehungen des Fürsten zum deutschen Kaiser nicht den mindesten Einfluß. Der Fürst hat schon seit seinem Rücktritt mit verschiedenen deutschen Fürsten Unterredungen gehabt, im vorigen Jahre erst mit dem Prinzen Albrecht von Preußen. Es wäre lächerlich zu glauben, die bekannten Verhältnisse seit dem Kanzlerwechsel nöthigten nun jeden mit dem deutschen Kaiser befreundeten Fürsten, nicht mehr mit dem Fürsten mündlich oder schriftlich zu verkehren. Davon steht nichts geschrieben. — Auf der Rückreise von Wien gedenkt der Fürst angeblich sich auch mehrere Tage beim Professor Leubach, den berühmten Maler, in München aufzuhalten. — Auf seiner Durchreise nach Wien wird Fürst Bismarck in Dresden eine Nacht Wohnung nehmen. In verschiedenen bürgerlichen Kreisen Dresdens will man diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne dem Ehrenbürger eine Huldigung darzubringen, zu deren Vorbereitung sich ein Ausschuß aus den Vorständen verschiedener großen Vereine gebildet hat. (K. Tgbl.)
Berlin, 11. Juni. In Hamburg wurden 150 000 Lire italienischer Rente gestohlen. Der Diebstahl ist von drei Italienern bei einer Dame verübt worden. Ein Privattelegramm des „Tageblatt" bezeichnet als gestohlene Nummern 6449 bis 6451, 47775 bis 47778, 52971, 54948 und 71488.
Wildpark, 13. Juni. Der König von Schweden ist heute ein-