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Hanauer Anzeiger.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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;Mr« 123. Freitag den 27. Mai

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n Landkreis Hanau,

t Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

M Nach Mittheilung des Großherzoglichen Kreisamts zu Büdingen ist ^e Maul- und Klauenseuche zu Ortenberg erloschen.

J Hanau am 22. Mai 1892.

Der Königliche Landrath.

3383 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.

% ----------------------------------

Nach Mittheilung des Großherzoglichen Kreisamts zu Friedberg ist e Maul- und Klauenseuche zu Melbach erloschen.

Hanau am 21. Mai 1892.

Der Königliche Landrath.

. 3379 I. A.: Meifter, Regierungs-Assessor.

Der Bürgermeister Jul. Robert Baumert von Fechenheim ist zum lorsitzenden und der Bürgermeister Ludwig Philipp Klemann von Ber- m zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbegerichts Fechen- eim, Bergen-Enkheim gewählt und verpflichtet worden.

Hanau am 21. Mai 1892.

Der Königliche Landrath.

r. 3437.________I. A.: Meister, Regierungs Assessor.________________

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Entflogen: Ein Kanarienvogel; dem Wiederbringer eine Be- ihnung.

Entlaufen: Ein Seidenpudel; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 2025 Mk. Eine ameri- anische Taschenuhr mit schwarzem Zifferblatt.

Gefunden: Ein Regenschirm (auf dem Wochenmarkt stehen ge­liehen).

Hanau am 27. Mai 1892.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

KauLbvsttzsrn

der deren Stellvertreter zur Nachricht, daß mit Ablauf des Monat Juni as erste Halbjahr und damit diejenige Frist, innerhalb welcher eine min- estens einmalige Entleerung der Äbortgrnben stattzufinden hat, zu ènde geht.

Nach Ausweis des Journals sind eine große Anzahl von Haus- esitzern mit der Entleerung noch im Rückstände. Ich mache darauf auf- rerksam, daß die Unterlassung der Entleerung und der Anmeldung auf dem tathhause polizeilich bestraft wird.

Hanau, 17. Mai 1892.

Der Oberbürgermeister

Westerburg. 6072

Kekarmtmachung.

In der Nacht vom 22. auf den 23. Mai d. Js. find in der Karienstratze 29 Stück Lindenbäume durch Anhauen mit einem scharfen Instrument schwer beschädigt worden.

Wir sichern demjenigen, welcher solche Mittheilung machen kann, daß :r oder die Thäter zur gerichtlichen Bestrafung gelangen, eine Belohnung on

Fünfundzwanzig Mark »

t und ersuchen etwaige Wahrnehmungen auf dem Ralhharis oder direkt 1 Königlicher Polizeidirektion zu Protokoll zu geben.

Hanau den 23. Mai 1892.

Der Stadtrath:

220 Heraeus.

1892.

Tagesschau.

Berlin, 25. Mai. Wie mitgetheilt wird, schweben zur Zeit im preußischen Staatsministerium Erwägungen über die Frage, wie "es ge­legentlich der Kommunalstkuerreform mit der Besteuerung des Dienstein­kommens der Beamten durch die Gemeinden zu halten sein wird. Die Lösung dürfte dahin erfolgen, daß ein ausreichender Anlaß zur Aufrecht- Haltung der Bestimmung, nach welcher das Diensteinkommen bei der Ver­anlagung nur etwa zu einem halben Betrage anzurechnen ist, nicht mehr besteht, daß aber aller Anlaß vorhanden ist, ähnlich wie dies bezüglich der Offiziere bereits bestimmt ist, anzuordnen, daß für die Zuschläge ein Höchst­betrag von Prozenten der Staatseinkommensteuer nicht überschritten werden darf. Auf diesem Wege würde das kommunale Steuerprivilegium der Staatsbeamten beseitigt werden, ohne daß doch künftig zu harte Bestimmungen Platz greifen.

Berlin, 25. Mai. Der vom Bundesrathe den Ausschüssen über­wiesene Gesetzentwurf betreffend die einheitliche Zeitbestimmung, setzt den B. Pol. Nachrichten" zufolge, fest, daß die gesetzliche Zeit Deutschlands bie mittlere Sonnenzeit im fünfzehnten Längengrade östlich von Greenwich sei. Der Gesetzentwurf bezweckt, die mitteleuropäische Zeit auch für das bürger­liche Leben in Deutschland einzuführen und soll am 1. April 1893 in Kraft treten. In der heutigen Sitzung des Staatsministeriums dürfte denB. Pol. Nachrichten" zufolge die Frage erwogen worden sein, behufs Beschleunigung der Arbeiten des Landtages, abweichend von der Gepflogen­heit, regierungsseitig schon zu den Kommisstonsbeschlüffcs des Abgeordneten­hauses zu den noch in Behandlung befindlichen drei Gesetzentwürfen Be­schluß zu fassen beziehungsweise schon in der zweiten Lesung Stellung zu nehmen. (Fr. N.)

Berlin, 25. Mai. Die Börsenenguâtekommission hat sich gestern vertagt, nachdem sie in der Zeit vom 9. bis 24. Mai zwölf Sitzungen von etwa je siebmstündiger Dauer abgehalten hat. In denselben sind in verschiedene Gruppen getheilt zusammen fünfzehn Sachverständige über den gefammten Inhalt des Fragebogens, soweit er die Effektenbörse betrifft, vernommen worden, und zwar neun aus Berlin und je einer aus Bremen, Breslau, Dresden, Hamburg, Leipzig, Stettin. Die Vernehmungen haben ein Bedürfniß zu Aenderungen bezw. Kürzungen in Bezug auf den Inhalt des Fragebogens nicht ergeben. Die Kommission wird sich am 13. Juni wieder versammeln und mit der Vernehmung von Sachverständigen, zunächst einige» aus den Kreisen der Presse, fortfahren. Auf den Wunsch eines Mitgliedes zeigte sich die Kommission geneigt, von Korporationen, Vereinen und selbst von Einzelpersonen, welchen besonders karakteristischc Erfahrungen über wahrgenommene erhebliche Mißstände auf dem Gebiete des Börsenwesens zur Seite stehen, sowohl thatsächliche Mittheilungen wie Vorschläge zu prak­tischen Verbesserungen entgegenzunehmen.

Berlin, 25. Mai. Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien­gesellschaft zeichnete für den Garantiesonds der Berliner Weltausstelluna 100,000 Mark. b

. Berlin, 25. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." findet die Aufnahme des Karlsbader Schreibens Caprivis in der Presse von falschen Voraus­setzungen ausgehend. Caprivi habe sich gegenüber der Deputation des Handclstages persönlich wohlwollend für die Berliner Weltausstellung unter Vorbehalt der weiteren Entwicklung des noch unreifen Planes aus­gesprochen. Vom Standpunkte der Reichspolitik scheinen wesentliche Momente die Ausstellungsidee zu begünstigen; der Reichskanzler könne aber die Frage bei den verbündeten Regierungen nur anregen und die Stimme Preußens abgeben. Bisher sei aber von den Regierungen kein Wunsch nach der Ausstellung in Berlin geäußert; mindestens sei abzuwarten, wie die zur aktiven Theilnahme berufenen gewerblichen und kommunalen Körper­schaften sich zu drm Projekt stellen. Falls das Schreiben des Reichs­kanzlers wirklich eine schnellere Aufbringung des Garantiefonds bewirkte, wäre damit eine Vorbedingung für die une: tbehrlichen Veraussetzungen zur L-tellungsnahme der Regierung erledigt. Bedenken, wie Verthemrung der Wohnungen, der Lebensmittel und des Fuhrwerfs in Berlin, ließen sich nicht todtschweigen. Der Spruch: erst wägen, dann wagen, hat hier unbestreitbare Geltung. Es sei nicht erkennbar, welcher Schaden entstehe, wenn die Entscheidung bis nach der Ausstellung in Chicago hinausgeschoben