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Nr. 102

Montag den 2. Mai

1892.

Amtliches.

Zu Vertrauensmänner und Stellvertreter der hefsen-nassamschen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft für die Sektion Hanau (Land) find wiedergewählt:

I. im Amtsgerichtsbezirk Hanau: Vertrauensmann Konrad Glaub II. aus Bruchköbel, Vertrauensmann-Stellvertreter Bürger­meister Schröder daselbst;

II. im Amtsgerichtsbezirk Windecke«: Vertrauensmann Bür­germeister Reul zu Windecken, Vertrauensmann-Stellvertreter Leonhard Westphal daselbst;

III. im Amtsgerichtsbezirk Berge«: Vertrauensmann Landwirth Friedrich Still zu Bergen, Vertrauensmann-Stellvertreter Bürger­meister Kleemann daselbst;

IV. im Amtsgerichtsbezirk Langenselbold: Vertrauensmann

Peter Friedrich Gasche zu Langenselbold, Vertrauensmann- Stellvertreter Zimmermann Karl Ditzel daselbst.

Hanau am 23. April 1892.

Der Vorsitzende des Sektionsoorstandes.

U. 896 J. A.: Meister, Regierungs-Assessor.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Gefunden: Ein Taschenmesser.

Hanau am 2. Mai 1892.

Stadtkreis Hanau.

Bekanttimachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Um den alljährlich sich wiederholenden Beschädigungen der öffentlichen Anlagen entgegenzuwirken, wird daran er- nnert, daß es verboten ist die Wege zu vcrlaffen, die Einfriedigungen zu iberschreiten, den Rasen zu betreten, Zweige, Blüthen oder Blätter von den Bäumen und Sträuchern zu pflücken, den Vögeln nachzustellen, wie über­haupt Unfug zu treiben.

Personen, welche die betreffenden polizeilichen Verbote selbst verletzen der in dieser Beziehung die Aufsicht über ihre Pflegebefohlenen vernach- âsfigen, werden unnachsichtlich zur Bestrafung angezeigt.

Der polizeiliche Schutz allein wird aber zur vollständigen Sicherung er öffentlichen Anlagen nicht ausreichen. Dieselbe ist nur dann zu er- rugen, wenn die Besucher selbst durchdrungen davon, daß die Anlagen dem [(gemeinen Schutze anvertraut find und jedem Einwohner ohne Ausnahme leichmâßig zu Gute kommen, auch ihrerseits jedem Frevel sofort entgegen: ccten.

An die Eltern, Vormünder, Lehrer, Erzieher und Dienstherrschaften rgeht die Bitte, auf ihre Kinder und Pflegebefohlenen, auf Gesinde und Erbeiter durch angemessene Verhaltungen einzuwirken und auf diese Weise eizutragen, daß im Interesse Aller die Achtung fremden Eigen­hums, der Sinn für die Natur und ihre Schönheiten in llen Kreisen der Einwohnerschaft immer mehr ausgebildet nd befestigt werde.

Hanan am 29. April 1892.

Der Oberbürgermeister

149 Westerburg.

Kekanntmachung.

Infolge eingetretener Mißstände wird wegen des Verkehrs auf dem entralfriedhose dahier folgende Anordnung veröffentlicht:

1) Das Befahren der Fußwege auf dem Zentralfriedhofe dahier mit Wagen oder Karren ist untersagt.

2) Das Befahren mit Karren kann jedoch ausnahmsweise, soweit nicht einzelne Wege dauernd von jedem Befahren ausgeschlossen sind, auf Antrag gestattet werden, wenn

a. die Räder der Karren eine Felgenbreite von mindestens 10 Zentimeter haben,

b. durch Ausstellung eines Reverses bei dem Stadtbauamt erklärt

worden ist, daß der Antragsteller für jeden durch daè Befahren angerichtetcn, von dem Stadtbauamt festgestelltcn Schaden aufzukommen sich verpflichtet.

Uebertretungen haben im Wiederholungsfälle die Ausweisung aus dem Friedhofe zur Folge.

Hanau am 30. April 1892.

Der Stadtrath:

Westerburg. 5257

Im ersten Obergeschoß des Friedrichbaues im Stadtschloß ist per 1. Juni d. I. eine Wohnung von 2 Salons, 4 Zimmern, Küche, Keller und 2 Mansarden rc. zu vcrmiethen.

Hierauf Reflektirende wollen sich an das Stadtbauamt wenden, wo­selbst jede gewünscht werdende Auskunft ertheilt wird.

Hanau am 29. April 1892.

Der Oberbürgermeister

Westerburg. 5197

L « g e s s ch « u.

Berlin, 30. April. Kaiser Wilhelm übernachtete in Helgoland beim Kontreadmiral Mensing und schiffte sich heute früh 8V2 Uhr an Bord desBeowolf" ein. Nachmittags 1 Uhr 30 Minuten kam der Beorvulf", wie aus Nordenham gemeldet wird, beim Pier an. Die Kaiserin unternahm gestern Nachmittag mit den ältesten prinzlichen Söhnen eine Spazierfahrt und besuchte die Prinzessin Friedrich Leopold auf Jagdschloß Glienicke.

Berlin, 30. April. Der frühere Kultusminister Graf v. Zedlitz- Trützschler hat sich vorgestern in der Privatklinik der Frau Dr. Stockmann in der Großbeerenstraße einer Darmfistel Operation durch den birigirenben Arzt der chirurgischen Abtheilung des städtischen Krankenhauses Am Urban, Dr. med. Körte, unterzogen. Die an sich nicht ungefährliche Operation ist laut derPost" sehr günstig verlaufen. Graf Zedlitz befindet sich den Umständen nach wohl und dürfte binnen vierzehn Tagen vollständig wieder genesen sein.

Berlin, 1. Mai. Die sozialistische Maifeier ist äußerlich bis jetzt kaum wahrnehmbar. Die Physignomie der Stadt ist infolge des kalten regnerischen Wetters weniger lebhaft als an anderen Sonntagen. Im Laufe des Bormittags machten, wie dieFrankf. Ztg." berichtet, die Sozia­listen mit Familien mit der Eisenbahn ober in großen Gesellschaftswagen Ausflüge in die Umgegend. Die Männer trugen rothe Tulpen im Knopf­loch, die Frauen und Kinder hatten sich mit rothen Bändern geschmückt. Die Zahl der Ausflügler ist aber erheblich geringer, als in den Vorjahren, ihr Verhalten sehr ruhig. Es fanden bis jetzt keinerlei Ansammlungen statt; die Ordnung ist nirgends gestört worden.

Berlin, 30. April. Der Besuch der Technischen Hochschule des deutschen Reiches hat bereits seit einer Reihe von Jahren stetig zugenom- men. Die neueste im Zentralblatt der Bauverwaltung veröffentlichte Sta­tistik über die Besuchsziffern in dem abgelaufenen Winterhalbjahr 1891/92 weist jedoch eine Zunahme auf, wie sie bis jetzt noch nicht vorgekommen ist. Während die Steigerung sich in den letzten Jah.en im Durchschnitt auf einige hundert Studirende belief, hat sie sich im letzten Winter auf nicht weniger als 1316 gehoben angesichts der nach wie vor trüben Aus­sichten im Staatsbaufach eine beängstigend große Zahl! Man kann nur hoffen, daß die Mehrzahl biefer Studirenden sich der Privatindustrie zuzu- weuden beabsichtigt, andernfalls würden später bittere Enttäuschungen nicht ausbleiben. Beträgt doch die Wartezeit für die Regicrungsdaumcister von der letzten Staatsprüfung bis zur ersten Anstellung bei den preußischen Baubehörden immer noch 810 Jabre, eine Zeit, die sich bei der Eisen- bahnverwaltung aller Voraussicht nach im Laufe der nächsten Jahre noch bedeutend erhöhen wird. Im einzelnen betrug die Zahl der Studirenden ohne die Hospitanten und bloßen Hörer auf den neun Technischen Hochschulen Deutschlands im letzten Winterhalbjahr insgesammt 4883 (gegen 3567 im Winter 1890/01 und 3372 im Winter 1889/90). Da­von kommen auf die Technische Hochschule in Berlin 1756 (gegen 1169 im Winter 1891/92), Mönchen 642 (559), Karlsruhe 586 (501), Han­nover 514 (308), Stuttgart 363 (234), Darmstadt 334 (262), Dresden