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Nr. 90.. Samstag
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Beranntmachange« des Königlichen LandrathsaMtes.
, Maurer Wilhelm Strauch 4r zu Niederrodenbach ist an Stelledes i verstorbenen Wilhelm Strauch 2r als Mitglied der Feuerdeputation ge- nannten Orts bestellt und verpflichtet worden.
Hanau am 9. April 1892.
Der Königliche Landrath ! V. 2341 v. Oertzen.
Dienftnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Am 10. ds. Mts. auf dem Wege von Wilhelmsbad nach Wachenbuchen ein Trauring, H. K. gez.
® Vom Wasenmeister eingefangen: Ein gelber Spitz m. Geschl.
« Gefunden: Ein Ziehbeutel mit einigen Pf. Ein Leihhausschein Nr. 5514.
Hanau am 16. April 1892.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Obcrbürgcrmeisteramtes.
( Nvatsckulv zu Kanau.
I. Aufnahmeprüfung: Montag de« 25. April, vormittags 8 Uhr.
II. Annahme der Anmeldungen, wobei Geburts- und Impfschein und das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule vorzulegen sind, vom 20.—23. April vormittags vo« 10—12jMhr im Realschulgebäude, Zimmer Nr. 14.
Hanau den 14. April 1892.
Der Realschuldirektor
4608 Dr. Schmidt.
SchulnachriM.
Das neue Schuljahr beginnt Montag den 25. April d. I. Die Anmeldungen finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine vormittags von 9 Uhr ab in den betreffenden Schulgebäuden statt und erfolgen:
1. in der höheren Töchterschule, soweit es nicht bereits geschehen ist, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Steinheimerstraße 37, Samstag den 23. April,
I 2. in den städtischen Bürgerschulen Freitag de« 22. ««d Samstag den 23. April und zwar:
a. für die Knadenmittelschule bcijHerrn Rektor Bartmuß, Cchulhaus am Johanniskirchplatze,
b. für die Mädcheumittelschule sbei^ Herrn Rektor Jckler, Bebraer Bahnhofstraße 9,
c. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Ropp, Neubau neben dem Knabenmittelschulgebäude,
d. für die Mädchenvolksschule bei Herrn Rektor Umbach, Rebengasse 13, Neustadt.
Schulpflichtig werden zu Ostern d. I. alle Kinder, welche das st. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. Z. zurücklegen werden.
Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich so wenig entwickelt find, daß sie noch keiner Schule zugeführt werden können, so haben die Eltern oder Vormünder unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung hiervon Anzeige zu erstatten.
Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebensalter hinaus in Pflege behalten.
Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schulpflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über un entschuldigte Schulversäumnisse.
Hanau den 6. April 1892.
Der Schuldirektor
1288 Iunghenn.
den 16. April 1892.
Stiitifdjt HäHWe zu genau.
Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete vom 20.—23. April vormittags von 8—10 Uhr im Realschulgebäude, Zimmer Nr. 14, entgegen.
Hanau den 14. April 1892.
Der Dirigent der städtischen Handelsschule: 4607 Dr. Schmidt.
ÜuklionsanZvtge.
Mittwoch den 4. Mai d. Js., von 9 Uhr vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 Gestüipferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens bedeckt), Fohlen und 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sämmtliche 4jährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zum Verkaufe kommenden gerittenen Pferde werden am 2. und 3. Mai von 7 bis 10 Uhr vormittags unter dem Reiter, sowie sämmtliche an denselben Tagen von 4 bis 6 Uhr nachmittags auf Wunsch an der Hand gezeigt.
Listen über die zur Auktion gelangenden Pferde werden am 22. April zum Versandt rc. fertig gestellt sein und auf Ansuchen zugeschickt werden.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen von und zum Bahnhof Trakehnen wird am 2., 3. und 4. Mai gesorgt sein.
Trakehnen den 11. März 1892.
Der Landstallmeisier
v. Frankenberg.
Ostern 1893.
Später als in den meisten anderen Jahren und auf einen der spätesten Termine fällt diesmal das liebe Osterfest, das lang erwartete, lang ersehnte Auferstehungsfest, das Fest der Liebe und des Frühlings. Aber seine späte Ankunft bringt uns diesmal den wirklichen, echten Frühling, den holden Lenz in all' seiner Pracht und Herrlichkeit, der den Sieg über des Winters eisige Gewalten errungen. Und wenn auch des Winters letzter und aus- harrendster Freund, der wetterwendische April, grad an dem lieben Osterfeste seine Launen erproben sollte, — nicht das erste Mal wäre es, daß der trügerische Geselle solches sich erlaubt hätte, — der Frühling bleibt doch Sieger und sein freundliches Gesicht hilft auch den unter solchen Plänkeleien leidenden MenschiN rasch hinweg über einige schlechte Tage und die fröhliche Feiertagsstimmung kann uns kein Regen schauer und selbst keine verirrte Schneeflocke mehr verderben. Welch' wohliges Gefühl, am Ostermorgen hinauszuwandern in Golles freie Natur, sich gesund und rein zu baden in frischer Morgenluft, neue Schaffensfreudigkeit zu erwerben in dem großartigen, nimmer rastenden Schaffen der Naturkräste. Wie oft schon haben wir diesen Frühlingstag erlebt, und doch immer wieder neu und ackwechse- lungsreich erscheint uns das Walten jener geheimnißrollen Kraft, die das All' durchströmt, jener von göttlicher Hand geleiteten Kraft, die auch dem Menschen in so reichem Maße zu Thut wird.
Ostern — das Fest der Liebe. Nicht der kleinlichen irdischen Liebe, der rasch auflodcrnden und rasch verlöschenden Leidenschaft, nein das Fest der allerbarmenden Gottesliebe, die ihren erhebendsten Ausdruck in der Bedeutung des Auferstehungsscstes findet. Die göttliche Idee der Erlösung des Menschengeschlechtes, sie konnte nicht ihren Abschluß finden in dem Kreuzestode des Erlösers und der Grablegung Christi, sie mußte auch äußerlich, in der Auferstehung des Heilandes, der so schwerfälligen und ungläubigen Welt des erhabensten Gedankens, der ja die Welt b« herrscht, vor Augen führen. Diese siegreiche Idee des Christenthums, die Wahrheit, daß die allerbarmende GoiteSliebe nimmer ausstirbt und ewig wäbit, sie konnte im Laufe der Jahrhunderte argefeindet, von Unverstand und Böswilligkeit verschleiert und selbst bis in die neueste Zeit von falschen Propheten durch naterielle Genüsse zu ersetzen virsucht werden, — siegreich ist sie doch geblieben ui d sie ist es, die die Welt regiert, die dem Chaos vor- zubeugen berufen ist. Wohl gibt es leider fieberte und Tausende, die dieser sittlichen Idee des Christenthums entrahm zu können ginnten, die den Götzen des Maumons und des irdischen Wohllebens an ihre Stelle