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Hanauer Anzeiger.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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j M. 83.

Donnerstag den 7. April

1892.

Landkreis Hanan.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Vom Wllsenmeister eingefangen: Ein gelber Hoshund mit Zug- '. Halsband und ein schwarzer Pinscher, beide m. Geschl.

Gesunden: Ein Regenschirm (in einer Wirthschaft stehen geblieben). Ein Muff. Zwei Leihhausscheine Nr. 2945 und 2946, Papiergeld. Ein Hundemaulkorb. Ein brauner Glatzèhandschuh (rechter). Ein weißes Armband. Ein schwarzes Armband. Ein Einsatzstück von einem Schuh­macherleisten. Ein schwarzer Kuabenhut. Ein Blechschild mit der Aufschrift Baumartige Pfingstrose". Eine Maurerkelle.

Verloren: Eine Rudermedaille.

Hanau am 7. April 1892.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Sdiulnadiridit.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 25. April d. I. Die Anmeldungen finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine vormittags von 9 Uhr ab in den betreffenden Schulgebäuden statt und erfolgen:

1. in der höheren Töchterschule, soweit es nicht bereits geschehen ist, im Geschäftszimmer des Unterzeichneten, Steinheimerstraße 37, Samstag den 23. April,

2. in den städtischen Bürgerschulen Freitag den 22. und Samstag den 23. April und zwar:

a. für die Knabenmittelschule bei Herrn Rektor Bartmuß, Schulhaus am Johanniskirchplatze,

b. für die Mädchenmittetschule bei Herrn Rektor Ick ler, Bebraer Bahnhofstraße 9,

c. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Ropp, Neubau neben dem Knabenmittelschulgebäude,

d. für die Mädchenvolksschule bei Herrn Rektor Umbach, Rebengasse 13, Neustadt.

Schulpflichtig werden zu Ostern d. I. alle Kinder, welche das 8. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. I. zurücklegen werden.

Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich so wenig entwickelt sind, daß sie noch keiner Schule zugeführt werden können, so haben die Eltern oder Vormünder unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung hiervon Anzeige zu erstatten.

Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebensalter hinaus in Pflege behalten.

Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schulpflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über unentschuldigte Schulversäumnisse.

Hanau den 6. April 1892.

Der Schuldirektor

- 4238 Junghenn.

Tagesschau.

Berlin, 6. April. Seine Majestät der Kaiser und König und Seine Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Leopold empfingen heute Vor­mittag um lOVä Uhr Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz auf dem Stettiner Bahnhof und geleiteten Höchstdieselben radf dem Schloß, wo sie von Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin begrüßt wurden. Von ll/a Uhr Vormittags ab arbeiteten Seine Majestät mit dem Chef des Geheimen Zivilkabinets. Zu Ehren der Großherzoglichen Herrschaften fand um Vk Uhr eine größere Frühstückstafil statt.

Berlin, 6. April. Bekanntlich wurde bei den Reichstagsveihand- lungen über das Telegraphengefetz von einigen Seiten der Besorgniß Aus- . druck gegeben, daß die Berathung des Gesetzentwurfs über die elektrischen i Anlagen im Bunlesrath verzögert werden könnte. Der Staatssekretär Dr. ' v. Stephan erklärte darauf, daß dieser Fall nicht eintreten werde. Wie wir hören, ist bereits für den nächsten Freitag die Sitzung der Bundes-

rathsausschüffe für Handel und Gewerbe, für Eisenbahnen, Post und Tele­graphie, und für Justizwesen auaesetzt, für welche die Berathung des Ent­wurfs des Elektrizilätsgesetzes auf der Tagesordnung steht. (Reichsanz.)

Berlin, 6. April. DerReichsanzeiger" widerlegt ausführlich einen Artikel desVorwärts", worin behauptet wird, die Novelle zum Berggesetz enthalte keine Bestinunungen zum Schutze kindlicher und jugend­licher Arbeiter, und hebt im Einzelnen diese Bestimmungen aus der Ge­werbeordnung und aus den vom Bundesrath erlaffenen, den Bergbau be­treffenden Vorschriften hervor.

Berlin, 5. April. DieK. Z." schreibt: Der Rücktritt des bisherigen kommandirenven Generals des 15. Armeekorps, Generals der Infanterie v. Lewinski II. kommt nicht unerwartet. Er hat den dänischen Krieg als Hauptmann im 64. Regiment, den deutsch-österreichischen Krieg als Adjutant beim 3. Armeekorps, den französischen Krieg als General­stabsoffizier der 5. Division mitgemacht und sich in diesen Stellungen stets mit Auszeichnung bewährt. Von 1872 bis 1878 war er Chef des Ge­neralstabes des 9. Armeekorps, dann erhielt er das 19. Infanterieregiment, 1880 die 9. Jnfanteriebrigade und 1885 die 4. Infanteriedivision in Bromberg. Als General Verdp du Vernois zum Kriegsminister ernannt worden war, wurde er dessen Nachfolger als Gouverneur von Straßburg, im April 1889, und als General v. Heuduck in Ruhestand trat, im No­vember 1890, erhielt er an dessen Stelle das 15. Korps. Hier wird er jetzt durch den Generallieutenant v. Blume ersetzt, der sich durch seine her­vorragende Thätigkeit im Kriegsministerium sowohl unter Roon wie unter Bronsart v. Schellendorf einen hervorragenden Namen gemacht hat. Unter Roon hat er als junger Hauptmann im französischen Kriege einen hervor­ragenden Antheil an der einheitlichen Organisation des deutschen Heeres genommen, unter Bronsart war er lange Jahre Direktor des Militär- ökonomiedcpartments und später, Juni 1888, Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartments und Mitglied der Studienkommission der Kriegsakademie. Vom April 1889 an hat er die 8. Division in Erfurt geführt und erst vor kurzem ist er zu den Offizieren von der Armee versetzt worden, bis die jetzige Stelle für ihn frei geworden ist. Seit 1885 ist er auch Mit­glied des preußischen Staatsraths.

Spandau, 6. April. Der Kaiser ist bei herrlichstem Frühlings­wetter soeben mit einem Viergespann eingetroffen, um an der Abschiedsfeier für den nach Straßburg versetzten bisherigen Kommandeur des 4. Garde- Regiments Frhrn. Böcklin v. Böcklinsau theilzunehmen.

Hannover, 5. April. Die Grundsteinlegung für die neue am Götheplatz zu erbauende Garnisonkirche fand heute Vormittag bei herrlichstem Wetter und überaus zahlreicher Beiheiligung der Bevölkerung statt. Die gesammte Geistlichkeit, das Offizierkorps, die Spitzen der Zivil- und Mili­tärbehörden nahmen an der Feier theil. Die Truppentheile waren durch Abordnungen vertreten. Die Festrede hielt Militäroberpfarrer Dr. Rocholl. Oberpräsident Dr. v. Bennigsen verlas die GrundsteinleHungsurkunde, bei der Niederlegung derselben in den Grundstein that der kommandirende Ge­neral des 10. Armeekorps General der Infanterie Bronsart v. Schellen­dorff die ersten Hammerschläge. Ihm folgten der Oberpräsident v. Ben­nigsen, die Geistlichkeit, Regierungspräsident Graf v. Bismarck, Vertreter der Stadt und höhere Beamte.

Mailand, 6. April. (K. Z.) Die deutsche Reichsregierung hat jetzt amtlich in Rom mitgetheilt, daß sie die Vorschriften über die Einfuhr von Most und Verschnittweinen dahin geändert habe, daß außer Fässern auch Reservoirwagen benutzt werden können, wovon die italienischen Wein­produzenten sich einen wesentlchen Aufschwung der Weinausfuhr versprechen.

Madrid, 5. April. Aus Granada wird gemeldet, daß die Ge- sangenen im Gefangenenhaus sich empörten, sodaß die Gendarmerie ein­schreiten und von der Feuerwaffe Gebrauch machen mußte. Ein Gefangener wurde gelobtet, zwei wurden verwundet.

Lissabon, 5 April. Der SchnelldampferAugusta Viktoria" traf, demHamb. Korr." zufolge, heute Nachmittag glücklich auf der hiesigen Rhede ein. Es herrscht eine starke Prise mit Regen bei 14° Wärme. Von den Passagieren waren nur wenige seekrank. Ein Ausflug nach Cintra fand große Betheiligung.

Paris, 6. April. Nach hier eingegangener Meldung hat im Poli­zeibureau von Angers eine Dpnamitexplosion stattgefunden. Der Behälter,