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Nr. 46.

Mittwoch den 24. Februar

1892.

Amtliches.

Landkreis Hanau.

Wekanntwachnngen des Königlichen Landrathsamtes.

Die technischen Revisionen der Maße und Gewichte im Stadt- und Landkreise Hanau finden in diesem Jahre wie folgt statt:

In der Stadt Hanau vom 28. März bis inkl. 9. April er.

Niederrodenbach, Oberrodenbach und Pulverfabrik am 25. April.

Rückingen am 26. April.

Hüttengesäß und Neuwiedermuß am 27. April.

Ravolzhausen am 28. April.

Bruchköbel und Niederissigheim am 29. April.

Oberissigheim und Rüdigheim am 30. April.

Eichen und Erbstadt am 2. und 3. Mai.

Roßdorf, Mittelbuchen und Wachenbuchen am 4. und 5. Mai.

Kilianstädten am 6. Mai.

Oberdorfelden, Niederdorfelden und Gronau am 7. und 9. Mai.

Bischofsheim und Hochstadt am 10. und 11. Mai.

Dörnigheim und Kesselstadt am 12. und 13. Mai.

Die Gewerbetreibenden werden hierdurch aufgefordert, ihre Maße rc., soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft erscheint, Votier zur aichamtlichen Prüfung zu bringen. Werden zweifelhafte Maße rc. bei den Revisionen vorgefunden, so wird Einziehung derselben bezw. Bestrafung nach §. 369 Nr. 2 des Strafgesetzbuches erfolgen. Den ungestempelten Maßen 2C. gelten diejenigen gleich, deren Aichstempel unkenntlich geworden find.

Hanau am 10. Februar 1892.

Der Königliche Landrath

P. 1260 v. Oertzcn.

Tagesschau.

Berti«, 23. Februar. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Vorträge des Reichskanzlers und des Chefs des Militärkabinets sowie militärische Meldungen entgegen.

Berlin, 23. Februar. (K. Z.) Die Großherzogin Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin, die Schwester Kaiser Wilhelms I., Großtante des regierenden Kaisers, Großmutter des regierenden Großherzogs, tritt heute in ihr 90. Lebensjahr. Als einzig noch lebende Tochter König Friedrich Wilhelms III. und der unvergeßlichen Königin Luise, ist sie gegenwärtig das älteste Mitglied des Hohenzollernhauses und die älteste aller fürstlichen Frauen. Mit 19 Jahren vermählte sie sich dem Groß­herzog Paul Friedrich von Mecklenburg Schwerin, der ihr nach zwanzigjähriger Ehe am 7. März 1842, also vor beinahe 50 Jahren, durch den Tod entrissen wurde. Ebenso hat sie alle ihre Kinder in das Grab sinken sehen müssen, den Großherzog Friedrich Franz II., den Herzog Wilhelm und die Herzogin Luise, die mit dem Fürsten Hugo zu Windischgrätz ver­mählt war.

Zur Erhaltung der Kuustdeukmälev wird der Nationalztg. zufolge in kurzun eine besondere Unterweisung erwartet, welche die Ver­hältnisse der zu ernennenden Konservatoren regeln soll. Sachkundige Männer sollen auf Vorschlag des Konseivators von den Provinzen gewählt und entschädigt werden, aber der Oberaufsicht des Konservators der Kunstdenk­mäler in Berlin unterstehen und nebenamtlich wirken. Mehrere der Pro­vinzialkonservatoren sind bereits gewählt worden, so Bauinspektor Ludorff in Münster für die Provinz Westfalen und Regierungsbaumeister Lutsch in Breslau für die Provinz Schlesien.

Elberfeld, 23. Februar. In bedrängter Loge wandte sich ein hiesiger Hausirer, der als Artillerist in den Feldzügen von 1866 und 1870/71 mitgekämpft hatte, an den Kaiser mit der Bitte um Gewährung einer Unterstützung zur Einlösung seines Hausirgcwerbcscheines. Gestern wurde ihm mitgetheilt, daß der Kaiser ihm 40 Mk. habe überweisen lassen. (K. Z.)

Hawburg, 23. Febr. (Reichsanz.) Der zum Ersatz des Kreu­zersEber" erbaute neue Kreuzer ist heute Vormittag 11 Uhr 40 Min. auf der Blohm-Voß'schen Werft glücklich vom Stapel gelaufen. Im Auf­

trage Seiner Majestät des Kaisers taufte Vizeadmiral Schröder das Schiff auf den NamenKondor".

Bremen, 23. Februar. Nach einem Telegramm aus San Fran­cisco ist das große bremische Segelschiff Clara, 1637 Registertons, auf der Reise von Rio de Janeiro nach San Francisco sammt Ladung, über 2000 Tons Kohlen, abgebrannt. Kapitän und Mannschaft konnten sich retten und find in San Francisco gelandet.

Paris, 23. Februar. Freycinet lehnte nach Rücksprache mit ver­schiedenen Freunden die Kabinetsbildung ab.

Paris, 23. Februar. Infolge der Anzeige eines Steinbruchs­besitzers in Soisy sous Etiolles, daß ihm vor wenigen Tagen 360 Dynamit­patronen entwendet worden feien, veranstaltete die Polizei umfassende Nach­forschungen und Hausdurchsuchungen bei Anarchisten in Paris und Um­gebung. Wie verlautet, sistirte die Polizei bisher hundert Personen und nahm zwei Verhaftungen vor. Man vermuthet, daß die Dynamitpatronen, welche ein Gesammtgewicht von 35 Kilogramm haben sollen, den Anar­chisten Munition für verbrecherische Anschläge liefern sollten. Einzelnen Blättern zufolge habe die Polizei Beweise, daß ein Theil des gestohlenen Dynamits bestimmt war, das hiesige spanische Botschaftshotel in die Luft zu sprengen, um die Hinrichtung der Xereser Anarchisten zu rächen. Ein Theil des Dynamits wäre für anarchistische Zwecke im Auslande be­stimmt gewesen. (Fr. Nachr.)

Paris, 23. Februar. Gestern Abend stieß der von hier nach Douai fahrende Zug bei Saint Denis mit einem Rangirzugc zusammen. Ein Maschinenführer wurde getödtet, dreizehn Personen wurden verletzt, darunter drei schwer.

Petersburg, 23. Februar. Es ist ein Gesetz veröffentlicht wor­den, durch welches der russischen Freiwilligen Flotte für zehn Jahre eine Regierungssubsidie von 600 000 Rubel jährlich unter der Bedingung be­willigt wird, daß sie in dieser Zeit vier neue schnellgehende Dampfer mit einem Deplacement von nicht unter 8000 Tons jedes und zwei neue Trans­portdampfer erwirbt, welche speziell für die Handelsschifffahrt eingerichtet sein müssen. (Fr. Nachr.)

Reval, 22. Januar. Infolge des eingetretenen Thauwetters sind die Dagerorter Durchfahrt und der hiesige Hafen wieder eisfrei ge­worden.

Breme«, 21. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Ohio" ist in Montevideo angekommen.

Hamburg, 21. Februar. Der PostdampferVenetia" von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt- Aktiengesellschaft ist, von Hamburg kommend, vorgestern in Baltimore eingetroffen.

Trieft, 22. Februar. Der LloyddampferAustria" ist gestern aus Konstantinopel hier eingetroffen.

New-Uork, 22. Februar. Der DampferHolland" von der National-Dampfschiffs-Kompagnie (C. Messing'schen Linie) ist gestern hier eingetroffen.

Depeschen-Bnrea«Herold".

23. Februar, abends 8 Uhr:

Deutscher Reichstag.

Berlin, 23. Februar.

Zweite Lesung des Telegraphengesetzes. Zu 8 1 liegen vor: Ein Antrag Biehl (Zentrum). Die Fernsprechanlagen nicht in das Gesetz einzubegreifen und § 7b der Kowmissionsbeschlüsse mit 8 1 zu verbinden. Ein Antrag Bar (freis.) den Gemeinden das Recht der Telegraphenan­lage in einem § 2a vorzubehalten. Ein Antrag Hammacher (nat.- lib.) dem 8 1 der Kommissionsbeschlüsse den § 7b daselbst einzuschließen.

Schrader (freist). Die Vorlage geht von dem Gedanken aus, daß das Reichstelegraphenmonopol bestehe, hinsichtlich der Telegraphen- so­wie Telephonanlagen. Beides ist unzutreffend. Eine nochmalige Berathung in der Kommission hätte keinen befriedigenden Erfolg. Die Vorbedingung für die Vorlage wäre ein Gesetz über elektrische Anlagen im Allgemeinen, s In den Entwurf müssen Bestimmungen aufgenommen werden für die 8 Streitigkeiten zwischen solchen Anlagen und der Telegraphenverwaltung. Wir vertreten hier keine Privatinteressen, sondern die Interessen der