fügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten angewiesen worden, die nach Berlin reisenden Personen rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, daß auf den Berliner Stationen die Fahrkarten erst bei dem Ausgang an den Bahnsteigen geprüft oder abgenommen werden und bis dahin aufzubewahren sind.
Richterstellen. Eine Vermehrung der Richterstellen an den Land- und Amtsgerichten ist vom Haushaltsausschuß des Reichstags beschlossen.
Einkommensteuer. Nach dem Gesetze vom 24. Juni 1891, § -62 Abs. 2, ist die Einkommensteuer mit dem vierten Theile des Jahresbetrages in der ersten Hälfte des 2. Quartal-Monates fällig. Dem entsprechend sind nunmehr Anordnungen seitens der Königl. Regierungen dahin getroffen worden, daß die von den Königl. Steuerkassen abzuhaltenden Lokal- Hebetermine statt bisher im 3., künftig im 2. Quartal-Monat (also im Mai, August, November und Februar) abgehallen werden. Mit der Ein- Zommensteuer sind auch die anderen monatlich fällig werdenden Steuern an diesen Terminen zu zahlen. Selbstverständlich können auch die Steuern für einen längeren Zeitraum im Voraus gezahlt werden.
Konferenz. Auf Anregung des Oberbürgermeisters W e st e r b u r g in Hanau wird am 15. d. M. im Römer zu Frankfurt a. M. eine Konferenz der Bürgermeister der größeren Städte der Umgegend — Frankfurt, Hanau, Bockenheim, Höchst, Offenbach rc. — stattfinden, um bezüglich dieser Städte eine möglichst einheitliche Regelung der Sonntagsruhe herbeizu- sühren.
Handwerkertag. Auf dem vom 14. bis 16 Februar zu Berlin stattfindenden großen Handwerker- und Junungstage wird auch der hiesige Handwerker-Bezirksverein vertreten sein. Als Delegirter ist Herr Kaiser gewählt und vertritt derselbe 400 Mitglieder. Dieser Verein, welcher so schnell angewachsen, hat nachfolgenden Antrag gestellt:
„Der Zentralverein zu Hanau hat mit Bedauern von den durch Herrn Staatsminister von Bötticher die Forderungen des Handwerkerstandes ablehnenden Erklärungen Kenntniß genommen, erklärt jedoch, daß nur durch Einführung der im langen Kampfe geforderten obligatorischen Innung und dem gesetzlichen Befähigungsnachweis dem Handwerk dauernd geholfen werden kann und beauftragt seinen Delegirten mit aller Kraft für diese Forderungen einzutreten. In der Erkenntniß, daß die freien Innungen ohne gesetzliche Rechte nur eine Last für den Handwerkerstand sind, beauftragt der Verein seinen Delegirten für Auflösung derselben, soweit sie bestehen, zu stimmen, und die Gründung freier Vereine oder Genossenschaften zu empfehlen." Lu diesem Antrag hat der Delegirte ein gebundenes Mandat und hat der Verein für seinen Abgesandten unbeschränkte Redefreiheit erbeten.
Thierschtthberein. Dem Vorstande des hiesigen Thierschutzvereins ist es gelungen, Herrn Dr. Karl Ruß aus Berlin, welcher an drei auf einander folgenden Tagen je einen Vortrag in Frankfurt a. M., Wies- baben und Darmstadt halten wird, auch zu einem Vortrage in dem Saale der Wetterauischen Gesellschaft morgen, Samstag, abends 8 Uhr, zu gewinnen. Er ist der größte Kenner und Gelehrte auf dem Gebiete der Ornithologie, und dürfte der Besuch seines Vortrages über „Vogelliebhaberei und Thierschutz" daher sehr zu empfehlen sein. Da dieser Vortrag auch die Damenwelt sehr interessiren dürfte, so wird hierdurch mitgetheilt, daß auch der Besuch der Damen sehr willkommen ist.
Bersteigerungs- und VerpachLungs- re. Kalender für Samstag den 13. Februar.
Holzversteigerungen: 1) in der Königl. Oberförsterei Kassel bei Gelnhausen; Termin vormittags 9 Uhr im Gasthause „zum Löwen" in Wirtheim. Verkauft werden Birken-Nutzscheite (Rollen), Fichten Abschnitte And Stangen, sowie große Posten Eichen-, Buchen- und Kiefern Brennholz (s. Nr. 34 „Han. Anz,"). — 2) im Gräfl. Stolberg'schen Revier Hirzenhain; Termin vormittags 10 Uhr im Gasthaus „zum Stern" in Ottenberg. Zum Verkauf kommen Eichen- und Fichten - Stämme, sowie bedeutende Posten Buchen-Brennholz (s. Nr. 34 „Han. Auz.").
Für heute. Hanauer Stadttheater: A§- Letztes Gastspiel des Hofschauspielers Herrn Emil Reubke vom Herzoglichen Hoftheater in Dessau:
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„Der Kriegsplan", historisches Jntriguenstück in 4 Akten von J. v. Werther; Anfang 7 Uhr. — Dies academicus: Abends 8 Uhr im Bürger verein (Sälchen). — Vereinigung Hanauer Radfahrer: Abends 9 Uhr Zusammenkunft in der Restauration Krieg. — Turn- und Fecht-Klub : Abends 8 bis 10 Uhr Fechten.
Cassel, 10. Febr. Nach längeren Vorbereitungen und nachdem Se. Majestät der Kaiser Höchstihre Zustimmung zu einem dem Landgrafen Philipp vor der St. Martinskirche zu errichtenden Denkmal gegeben haben, ist die Zeil gekommen, wo nicht nur das Hessenland sondern das gesammte evangelische Deutschland für dieses den Manen eines großen Fürsten gewidmete Standbild interessirt werden soll. Ein Aufruf ist vorbereitet, der in diesen Tagen ins Land gehen wird. Drei namhafte Bildhauer, alle drei hessischen Stammes, sind vom Komitee angegangen, Skizzen für das Denkmal zu liefern. Es ist kein Zweifel, daß der Apell an's Hesfenvolk, seinem glorreichen Landgrafen ein Standbild aufzurichten, überall freudigen Widerhall finden wird, so daß in nicht allzulanger Frist Cassel um ein vielbedeutendes Denkmal wie um eine Zierde reicher sein wird.
Darmstadt, 10. Febr. Was Menschenfleisch werth ist, soll demnächst das hiesige Landgericht entscheiden. Ein hiesiger Arzt hatte mittelst Operation aus dem Körper einer hiesigen freiwilligen Krankenpflegerin mit deren Einwilligung eine Quantität Fleisch genommen und in eine offene Armwunde einer alten reichen Dame verpflanzt. Die Wunde heilte sehr gut und die Dame wie die Krankenpflegerin wurden wieder gesund. Nun aber sah die Krankenpflegerin die Narben, welche die Operation zurückgelassen; sie glaubte, der Arzt habe ihr mehr Fleisch genommen, als er zur Kur seiner Patientin nöthig gehabt. Dieses Mehr entstelle sie aber dauernd, wofür sie der Arzt ausgiebig entschädigen müsse. Sie reichte daher bei dem hiesigen Landgericht eine Klage gegen den Arzt ein.
Stockhausen (Oberhessen), 10. Febr. Ein unerwartetes Glück ist einem mehr als achtzig Jahre alten Weber dahier zu Theil geworden. Es werden ihm demnächst fünfzehntausend Maik von dem Staate Mexiko baar ausbezahlt, weil er zu den wenigen noch lebenden Veteranen zählt, die als junge mexikanische Soldaten ehemals für die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit dieses Landes gestritten haben und sie erringen halfen. (Gen.-Anz.) WM^ Fortsetzung des lokalen Theils in er BerlLg« ^H^
Muster-Register.
(Eintragungen bei Königl. Amtsgericht zu Hanau, Abth. I).
Nr. 507. Firma Heinr. u. Aug. Brüning in Hanau, 50 Muster, Nrn. 2095, 2286, 87, 88, 89, 2295, 2297, 2305, 06, 2308, 09, 2315, 16, 2318, 2321, 22, 2323, 24, 25, 2327, 28, 29, 30, 2332, 33, 34, 35, 2337, 38, 39, 2340, 2342, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 2359, 60, 2361, 62, 2364, 65, 66, 67, für Flächenerzeugnisse, in einem versiegelten Kuvert, Schutzfrist 3 Jähre, angemeldet am 11. Januar 1892, nachmittags 5 Uhr.
Nr. 508. Firma Kunstgewerbliche Werkstätte in Großauheim Rhein u. Co. in Großauheim, 12 Mustern, Nrn. 1018, 1019, 2000, 4003, 5048, 5049, 7010, 7011, 8000, 9051, 9052 und 11050, für plastische Erzeugnisse, in einem versiegelten Packet, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 12. Januar 1892, nachmittags 3^2 Uhr.
Nr. 509. Firma O t t u. C o. in Hanau, 5 Modelle, Nrn. 2334, 2337, 2357, 2359 und 2360, für plastische Erzeugnisse, in einem versiegelten Packet, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 23. Januar 1892, vormittags 11 Uhr.
Nr. 510. Graveur und Ziseleur Gustav Henrich in Hanau, 2 Muster, Nr. 4697 und 4698, für plastische Erzeugnisse, in einem. versiegelten Briefumschlag, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 23. Januar 1892, vormittags ll8/* Uhr.
Nr. 511. Firma Conrad Deines jr. in Hanau, 32 Muster, Nrn. 1265 bis mit 1278, 1289, 1315 bis mit 1331, für Flächenerzeugnisse, in einem versiegelten Briefumschlag, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 30. Januar 1892, nachmittags 3^2 Uhr.
Rebeng. 17 N. eine Wohn, von 2 Zim., Küche u. Zubeh. pr. Monat 18 M.______ 1709 Langstr. 91 mödl. Zim. zu verm. 1723 Langstr. 70 ein schön möbl. Zim. z. v. 1727 Kleineg. 7 Kost u. Logis f. 1 Herrn. 1719 Langstr. 50 ein gut möbl. Zim. bill. z. v. 1718
Sterngasse 11 möbl. Zimmer.
1716
Ein helles Parterrezimmer, unmöblirt, zu miethen gesucht. Adressen wolle man an die Exped. abgeben. 1616
Die vom 1. April ab eingesührten
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