<lott»tmratS»
Preis:
Jährlich 9 Mark HsIbj.E. âvPfg.
BierieljâhrUch » Marl 25 Pfg.
Für auswärtige Lbennenten mit dem betreffen» kett PsstauHchlag Die einzelne itum»
wer 10 Pj^
Irrgteich AwtLiches @>rgcm für Stcröt- unö Lcrrrökveis Kcrrrcru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Insertions-
Preis:
Die Ispaltige üiarmondzeile ob. deren Raum io Plg.
Die 2fpalt. Zeile 20 Pfg.
$ie3fpaitige3ciie
30 Pfg.
Nr. 14. Montag den 18. Januar 1892.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Dem Pfarrer Römer zu Rüdigheim ist die Lokalschulinspektion daselbst von Königlicher Regierung übertragen worden.
Hanau am 8. Januar 1892.
Der Königliche Landrath
V. 54 v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister eingefangen: Ein kleiner gelber Pinscher m. Geschl. Ein grauer Hund w. Geschl. (Poloneser Fèaye).
Gefunden: Ein Zwicker. Ein Handschuh mit Pelzbesatz. Ein lederner Handschuh.
Verloren: Ein Schildkrotkamm; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Hanau am 18. Januar 1892.
Tagesschau.
Berlin, 16. Januar. Heute Vormittag arbeiteten Seine Majestät der Kaiser und König von IO3/* bis ll3/i Uhr mit dem Chef des Generalstabs und von ll3/i bis 1 Uhr mit dem Chef des Militärkabinets. Alsdann nahmen Seine Majestät militärische Meldungen entgegen.
Berlin, 16. Jan. Der Reichskanzler Graf Caprivi empfing dieser Tage den Generaldirektor des Phönix Servaes von Ruhrort, den Generaldirektor Brauns von der Dortmunder Union und den Kommerzienrath Lueg von der Gutehoffnungshütte, um sich mit ihnen über die Lage der rheinischwestfälischen Eisen- und Stahlindustrie mit Rücksicht aus die Handelsverträge zu besprechen. Im Laufe der Unterhaltung suchte der Reichskanzler mit Entschiedenheit die geäußerten Besorgniffe zu bekämpfen und zu zerstreuen, daß eine Herabsetzung der Zölle seitens der verbündeten Regierungen ins Auge gefaßt sei. Er betonte im Gegentheil, daß die Regierungen sich der Bedeutung stabiler Verhältnisse für die Jndustrieen klar bewußt seien und grade mit Rüficht hierauf sei eine zwölfjährige Dauer der Handelsverträge angestrebt und erreicht worden.
Das „Deutsche Kolonialblatt" veröffentlicht die Rangliste der Offiziere und Aerzte der Kaiserlichen Schutztruppe für DeutschDstafrika. Hiernach ist die Stefle des Kommandeurs zur Zeit unbesetzt. Oberführer ist Wilhelm Schmidt. Ferner sind neun Kompagnieführer, neunzehn Lieutenants, ein Kompagnieführer â la suite (Ramsay), ein Oberarzt und neun Aerzte verhanden.
Dresden, 16. Jan. Prinz Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen, General der Artillerie, Generaladjutant weiland des Kaisers Wilhelm L, â la suite der Armee, ist heute hier gestorben.
Das Standgericht in Leres hat, wie man der „Magdb. Ztg." aus Madrid meldet, drei der verhafteten Anarchistenführer zum Tode ver- urtheilt; die Königin-Regentin habe zwei von ihnen begnadigt; der dritte werde am Montag standrechtlich erschossen werden.
London, 16. Januar. Die Beisetzung der Leiche des Herzogs von Clarence in Windsor findet voraussichtlich am Mittwoch statt, doch sind offizielle Bestimmungen noch nicht getroffen. Mehrere Blätter melden, daß die Gesundheit der Prinzessin von Wales sehr stark angegriffen, doch sei der Zustand bis jetzt nicht beunruhigend.
Rußland. Der „Westnik Finanzow" das offizielle Blatt des russischen Finanzministeriums, veröffentlicht einen Aufsehen erregenden Aussatz über Maßregeln zur Regelung des russischen Getreidehandels. Es werden in dem amtlichen Journal Thatsachen zur Sprache gebracht, aus denen sich ergibt, daß der russische Getreidehandel eine im allgemeinen „wohlorganisirte und offen betriebene Betrügerei" ist. In erster Reihe stehe dabei die Verfälschung des Getreides. Auf den nach dem Auslande bestimmten, mit Getreide befrachteten Schiffen habe es sich bei den betreffenden Untersuchungen im allgemeinen ergeben, daß mehr als die Hälfte des zu exportirenden Weizens mitunter bis zu 22 Prozent allen nur möglichen Unrath aufwies. Aus Roggensendungen wurden oft 82 Prozent mit Sand belastet vorgefunden und in Gerstecxportcn ein Drittel. Diese Ergebnisse weisen, wie das amtliche Blatt bemerkt, auss klarste nach, wie gerechtfertigt die Klagen der Landwirthe und die Berichte der Konsuln sowie die Be
schwerden ausländischer Käufer darüber sind, in welch' erbärmlichem Zustande die Get eibeprobutte den ausländischen Märkten zugeführt werden. Es rombe an vielen Orten unverfälschtes Getreide in besonderen Speichern ausbewahrt, welches von Exporteuren und Maklern als preiswerth anerkannt ui'.b erworben wurde; sobald aber der Käufer sich entfernt hatte, wurde aus in den besonnen Kellern aufgespeicherten Massen Sand über die echten Woa en ausgescküttet und verpackt. Solche Betrügereien kamen außerordentlich häufig vor. Allen diesen groben Mißbräuchen müsse durch entspreckende gesetzliche Maßregeln schleunigst ein Ende gemacht werden.
Alexandrien, 16. Januar. Der Dampfer „Ferdinando Massimliano" ist, mit dem Khedive Abbas, dessen Bruder und den begleitenden beiden österreichischen Offizieren an Bord, heute früh 8 Uhr, eskortier von britischen Kriegsschiffen, in den hiesigen Hafen eingelaufen. Die Forts und die im Hafen liegenden Schiffe gaben Salutschüsse ab. Prinz Hussein, die Mu ister, der Chef des Generalstabs, General Grenfell und der österreichische Generalkonsul begaben sich zur Begrüßung des Khedive an Bord. Der Khedive landete am Ras'el Tin-Palaste unter be- geifteiten Zurufen der Bevölkerung und wurde daselbst von der Geistlichkeit, den Konsuln, den Behörden und einer Ehrenwache empfangen. Um 10 Uhr begibt sich der Khedive nach Kairo.
Tiflis, 16 Januar. .Meldungen aus Teheran bezeichnen die Lage der Christen in Persien als sehr gefährdet; die Erregung gegen die Engländer wegen des Tabakmonopols habe sich auch auf die anderen Europäer ausgedehnt. Es wird eine Chnstenverfolgung befürchtet. In Kaswin und Kamon hätten d.e Einwohner die Gouverneure mißhandelt, und in Teheran seien Proklamationen angeschlagen, welche jeden Perser, der die Tramway benutzt, mit einer englischen Bank Geschäfte eingeht oder mit Tabak handelt, mit dem Tode bedroht. Es verlautet, eine große Verschwörung zum Sturze des Großveziers sei entdeckt. Die Regierung scheint nicht in der Lage, der Bewegung Herr zu werden. (Fr. Nachr.)
Bremen, 16. Januar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Stuttgart" ist vorgestern in Hongkong angekommen.
Netv Nork, 16. Jan. Der Postdllmpfer „City os Berlin" der „Jnman Linie" in Liverpool ist gestern wohlbehalten hier angekommen.
Depescheu-Burea« „Herold".
17. Januar, abends 8 Uhr:
Deutscher Reichstag.
Berlin, 16. Januar.
Fortsetzung der Berathung des Speziall Etats: Reichsamt des Innern.
Im Extra Ordinarium werden für Betheiligung an der Chicagoer Weltausstellung 900 000 M. gefordert.
Fritzen (Zentrum) singt an, in welchem Umfange sich die deutsche Industrie betheilige.
Unterstaatssekretär von Rotten bürg. Es hahe sich ein hinreichender Bruchtheil der Industrie zur Betheiligung angemeldet, um den verfügbaren Raum zu füllen. Leider haben sich verschiedene Zweige der Industrie, wie Sammet- und Seidenindustrie, Theile der Leder- und Eisenindustrie bisher nicht zur Betheiligung entschlossen. Er halte es für ungerechtfertigt, da es darauf ankomme, daß Deutschland sich den südamerikanischen und ostasiatischen Markt sichere. Ein Schmollen gegen Amerika wegen dessen Schutzzollpolitik sei gar nicht am Platze, Deutschland sei nicht berechtigt, Amerika deshalb Vorwürfe zu machen, er hoffe, die noch nicht Betheiligten würden ihren Entschluß noch ändern. Die Reichstagsmitglieder möchten doch in diesem Sinne aus die Industriellen einwirken.
Goldschmidt (freis.) wünscht, die Regierung trete dem Gedanken näher, in Berlin eine Weltausstellung zu veranstalten.
Witte (freis.) findet die Nichtbetheiligung der Eisenindustrie für begreiflich, da sie schwerlich ein neues Absatzgebiet gewinne, unbegreiflich sei die Nichibetheiligung der übrigen Industrien. Die Kosten könne man ja durch Kolleklivausstellungin verringern. Zu einer Berliner Weltausstellung niüsse die Regierung bald Stellung nehmen, damit nicht andere Staaten zuvor kämen.
Unterstaalssekretär v. Rottenburg. Die Regierung habe zu dem