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Mittwoch den 13. Januar
1892.
Amtliches
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden an umgebende aügung meiner Verfügung vom 12. Dezember v. Js., J.-N. ü. 985, fend die GebaltHnachweisungen land- und forstwirthschaftlicher Betriebs- ten pro 1891, zur Vermeidung einer Ordnungsstrafe von stark, erinnert.
“ Hanau am 11. Januar 1892.
• Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes
v. Oertzen.
t Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister eingefangen: Ein schwarzer Spitz mit weiß- r Abzeichen m. Geschl.
Zugelaufen: Ein langhaariger gelber Jagdhund m. Geschl.; stangnahme bei Friedrich Nix zu Kesselstadt.
I Gefunden: Ein Schinken (in einer hiesigen Wirthschaft liegen Iben). Eine große Blechkanne mit Del.
* Verloren: Ein Portemonnaie mit 2,50 bis 3 M. Inhalt.
' Hanau am 13. Januar 1892. .
rt
Stadtkreis Hanau
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
' Aus der Leonhard Mager'schen Stiftung soll den Statuten
ß an einen Dienstboten, der wenigstens 10 Jahre bei einer unb 1 Familie in der Stadt gedient und sich durch Treue, Fleiß und Betragen ausgezeichnet hat, eine Prämie verabfolgt werden.
^ um dieselbe haben ihre Dienstzeugnisse nebst Gesindebuch bis -J Mts. auf dem Rathhause dahier einzureichen.
. Hanau am 12. Januar 1892.
‘ Der Oberbürgermeister
r • Westerburg.
der- sttt- Be- zum
auch noch das Gesetz gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, welches vom Bundesrath durchberathen worden ist, zugehen.
Als Hauptaufgabe des Landtags ist der Gesetzentwurf über die Volksschule angekündigt. Ein Entwurf über diese Frage wurde bekanntlich im vorigen Jahre gleichzeitig mit den Steuerreformentwürfen vorgelegt, gelangte indeß über die kommissarische Berathung nicht hinaus, da der inzwischen eingetretene Wechsel im Kultusministerium eine nochmalige Prüfung und Feststellung der Grundlagen des Entwurfs wünschenswerth machte. Was über den neuen Entwurf in den Blättern bisher mitgetheilt wurde, ist so wenig klar, daß man nicht nöthig hat, sich mit den Andeutungen und Vermuthungen zu befassen. An Gesetzen stehen weiter in Aussicht eine Novelle zum Berggesetz, die auf Grund des Ergebnisses der amtlichen Untersuchung über die Arbeiter- und Betriebsverhältnisse in den Steinkohlenbezirken schon ' im Jahre 1890 vorbereitet wurde, aber mit Rücksicht auf die auch die Verhältnisse des Bergbaus berührenden Ergänzungen der Gewerbeordnung durch das Reichsgesctz vom 1. Juni zurückgelegt werden mußte. Ob verschiedene andere Entwürfe, von denen in der Presse die Rede ist, schon fertig sind und vorgelegt werden, erscheint zweifelhaft. Als wahrscheinlich gilt, daß u. A. eine neue Regelung der Polizeikosten in Städten mit Königlicher Polizei — eine Frage, die den Landtag schon einmal beschäftigte — vorgeschlagen werden wird. Sonach ist der Arbeitsstoff, der den Landtag erwartet, in Vergleich zu demjenigen, der im vorigen Winter zu bewältigen war, kein sehr umfangreicher, so daß für die Etatsberathungen reichlich Zeit übrig sein wird. Inwiefern der Etat neue Fragen von Bedeutung auf weisen wird, läßt sich nach den bisherigen Mittheilungen noch nicht beurtheilen. Es ist aber anzunehmen, daß auch auf diesem Gebiete die Verhandlungen einen ruhigen Verlauf nehmen werden, da es an bedeutenderen politischen Fragen, welche zu lebhafteren Kämpfen Veranlassung geben könnten, erfreulicher Weise zur Zeit fehlt.
Handelskammer zu Hanau.
Oeffentliche Sitzung Donnerstag den 14. Januar er., nachmittags 4
im oberen Saal des Rathhauses in Hanau.
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Die Wiederaufnahme der parlamentarische« Arbeit. ! Nach mehr als dreiwöchiger Pause nahm der Reichstag am 12. Jaseine Arbeiten wieder auf, und zwei Tage später tritt der Landtag ner neuen Session zusammen. Die kommendln Monate werden somit I parlamentarische Verhandlungen reichlich ausgefüllt werden.
Blicken wir zum Vergleich auf die Aufgaben zurück, die den Parla- en im vorigen Jahr um diese Zeit Vorlagen, so dürfen wir sagen, daß iesmal einer verhältnißmäßig ruhigen Zeit entgegen gehen. Die Haupt- t, welche der Wintersesfion des Reichstags den Stempel aufzudrücken en war, ist bereits erledigt worden: mit großer Majorität sind die ?elsverträge mit Oesterreich-Ungarn, Italien und Belgien unter Dach Fach gebracht worden. Es bleibt zunächst nur noch der Handelsver- mit der Schweiz zu erledigen. Die Bedenken, die einige Positionen und da gefunden haben, werden schwerlich dazu führen, einem Vertrag, Deutschland im großen Ganzen bedeutende Vergünstigungen gewährt, Zustimmung zu versagen. Auch hier wird der allgemeine Gesichtspunkt, ich derjenige der zwölfjährigen Dauer eines die wirthschaftlichen Inen möglichst wahrenden Tarifvertrags, der ausschlaggebende sein und dem Reichstage sicherlich anerkannt werden, um so mehr, als der Versich auf demselben Boden eines maßvollen Schutzes bewegt, auf welchem ereits genehmigten Verträge stehen. Den Schwerpunkt der bevorstehen- Lerhandlungen im Reichstage wird die Etatberathung bilden, die wegen Handelsverträge und wegen der zweiten Berathung der Krankenver- ungsnovelle bisher etwas in den Hintergrund hatte treten müssen, inn werden noch die Krankenversicherungsnovelle, das Gesetz über die unität der Abgeordneten, das Gesetz über die Bestrafung des Sklaven- :Ië, das Gesetz über die Haftpflicht von Gesellschaften, und einige An- aus dem Hause zu erledigen sein; vermuthlich wird dem Reichstage
Die erste deutsche Post nach Inner-Afrika.
Dar-es-Salaam, 18. Dez. Am 8. Dezember ist vom kaiserlichen Gouvernement mit der Firma Schülke und Mayr ein Vertrag abgeschlossen worden, wonach diese Firma eine monatliche Postverbindung nach Bukoba, der deutschen Station am Westufer des Viktoria-Nyanza zu unterhalten hat. Die Postexpeditionen sollen nur aus fünf besonders zuverlässigen Leuten und einem Führer bestehen, die allmonatlich nach Eintreffen der deutschen Post von Bagamoyo abmarschiren. Zeitungen und Briefe werden für die einzelnen Stationen gesondert in wasserdichte Leinwand eingenäht. Ueber 35 Pfund dürfen diese Packete nicht schwer sein, um die Leute möglichst wenig zu belasten und zu erhöhten Marschleistungen zu befähigen. Von Bagamoyo wird zunächst Mpnapua aufgesucht und dort die Post für die Station und die englische und französische Mission abge- liesert; dann wird der Marsch über Tabora nach Bukoba fortgesetzt und von dort kann mit den Briefen und Berichten aus dem Innern sofort der Rückmarsch angetreten werden. Die Expedition marschirt täglich 11 Stunden und soll die Strecke von Bagamoyo nach Bukoba und zurück in der unglaublich kurzen Zeit von 100 Tagen zurücklegen. • Ein von Berlin abgesandter Brief wird daher künftig nur 71 Tage bedürfen, um nach der äußersten deutschen Station am Viktoria-Nyanza zu gelangen. Die Antwort kann dann schon nach 4'/s Monat in Berlin eintreffen. Als äußeres Abzeichen erhalten die Träger ein Messingschild an einer Kette um den : Hals, welches die Aufschrift „Kaiserliche Vouvernementspost" trägt. Zum Schuß gegen feindliche Angriffe werden sie mit Mauser-Karabinern aus- : gerüstet. Die erste Expedition wird Anfang Januar von Bagamoyo aufbrechen. " (K. Z.)
Tagesschau.
Berlin, 12. Januar. Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute Morgen um 9 Uhr 30 Minuten nach dem Palais des Reichskanzlers, um dort mit dem Reichskanzler Grafen v. Caprivi längere Zeit zu tonferiren. Nach dem Schloß zurückgekehrt, nahmen Seine Majestät um 10 Uhr. 30 Minuten den Vortrag des Chefs des Militärkabinets entgegen und ertheilten darauf dem nach Japan zurückberufenen japanischen Militärattache Major Fukushima sowie dem japanischen General Kodama die erbetene Audienz. Um 12 Uhr nahmen Seine Majestät eine größere