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Nr. 6.
Freitag den 8. Januar
18-2.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 28. d. Mts., durch welche die beiden Häuser des Landtages der Monarchie, das Herrenhaus und das Haus der Abgeordneten, auf den 14. Januar 1892 in die Haupt- und Residenzstadt Berlin zusammenberufen worden sind, mache ich hierdurch bekannt, daß die besondere Benachrichtigung über den Ort und die Zeit der Eröffnungssitzung in dem Büreau des Herrenhauses und in dem Bureau des Hauses der Abgeordneten am 13. Januar 1892 in den Stunden von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends und am 14. Januar 1892 in den Morgenstunden von 8 Uhr ab offen liegen wird. In diesen Bureaus werden auch die Legitimationskarten zu der Eröffnungssitzung ausgegeben und alle sonst erforderlichen Mittheilungen in Bezug auf dieselbe gemacht werden.
Berlin den 28. Dezember 1891.
Der Minister des Innern.
ad I. A. 11868. gez. H errfurth.
Der Herr Oberpräsident hat genehmigt, daß zum Besten der Jdioten- Anstalt zu Scheuern auch in den Jahren 1892 und 1893 je eine einmalige Sammlung freiwilliger Gaben bei den Einwohnern der Provinz Hessen- Nassau durch polizeilich legitimirte Kollektanten abgehalten werden darf.
Die Polizeibehörden werden veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß den Sammlungen keinerlei Hinderniffc in den Weg gelegt werden.
Cassel am 18. Dezember 1891.
Der Regierungs-Präsident.
J. A.: Althaus.
Ausschreiben.
Der Gastwirth Hermann Apelmann hat am 1. d. Mts. seinen i Wohnort Großwelzheim, Bezirksamt Alzenau, verlassen und wird seitdem vermißt. Derselbe ist 29 Jahre alt, von kräftigem Körperbau, hat blonde Haare und trug braune Hose, graue Jacke und Weste.
Es wird ergebenst ersucht, falls über den rc. Apelmann irgend etwas bekannt werden sollte, hiervon unverzüglich der Ortspolizeibehörde zu Großwelzheim telegraphische Mittheilung zu machen und Anzeige anher zu erstatten.
Hanau am 6. Januar 1892. j
Königliche Polizeidirektion. |
P. 176 v. Oertzen.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Bei dem Spezereihändler Konrad Ludwig Dörr zu Eichen ist eine Markenverkaufsstelle der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsan- : stalt Hessen-Nassau errichtet worden. Hanau am 7. Januar 1892. •
Der Königliche Landrath.
J. 2 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.
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Nach einer Mittheilung des Königlich Baierischen Bezirksamts Alzenau ' ist unter den Schafheerden zu Albstedt und Kleinkahl die Räude ausgebrochen.
Hanau am 6. Januar 1892.
Der Königliche Landrath.
V. 101 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise. ;
Verloren: Eine silberne Brache.
Zugelaufen: Ein schwarzer Leonberger m. Geschl. mit Halsband und Maulkorb.
Gefunden: Ein Körbchen mit Mehl und 1 Teller. Eine Brille mit Etui. Ein Paar braune Damen-Glaqähandschuhe (im Theater). Ein Schreibheft. , Hanau am 8. Januar 1892. i
Stadtkreis Hanan.
Bekanntmachungen des Oberbnrgermeisteramtes. Cinkommsnstsusr-Vsranlagung.
Es ist zu meiner Kenntniß gekommen, daß unter den zur Abgabe einer Steuererklärung aufgeforderten Personen theilweise die irrige Meinung besteht, daß die Steuererklärung nicht abzugeben sei, wenn das Einkommen unter 3000 Mark betrage. Ich mache deshalb alle diejenigen Steuerpflichtigen, welche zur Abgabe der Steuererklärung aufgefordert find, in ihrem Interesse darauf aufmerksam, daß sie die Steuererklärung auf jeden Rall, also auch dann, wenn ihr Einkommen weniger als 3000 Mark beträgt, rechtzeitig abzugeben haben und daß die Unterlassung auch in diesem Falle alle angedrohten Rechtsnachtheile nach sich zieht.
Hanau den 7. Januar 1892.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungskommission We st er bürg, Oberbürgermeister.
Tagesschau.
Berlin, 7. Januar. Seine Majestät der Kaiser und König empfingen heute Vormittag um 10Va Nhr den Kriegsminister zum Vortrag und arbeiteten hierauf mit dem Chef des Militärkabinets. Um 1202 Uhr empfingen Seine Majestät den Finanzminister Dr. Miquel und um 1 Uhr den Generaladjutanten v. Mischke.
Berlin, 7. Januar. (K. Z.) Heute am Todestage der Kaiserin Augusta war das Mausoleum in Charlottenburg geschmückt; heller Kerzenschein erhellte den Raum. Der Kaiser und die Kaiserin erschienen bereits um 8O2 Uhr in der Gruft und legten auf den Sarg einen aus weißem Flieder und Rosen gewundenen Kranz nieder. Später erschienen in dem Mausoleum Prinz Friedrich Leopold und der Erbprinz von Sachsen- Meiningen. Im Auftrage der badischen Herrschaften legte Herr v. d. Knesebeck einen Kranz aus Tannenzweigen mit einer weißen Ätlasschleife nieder.
Berlin, 7. Januar. Der bekannte Pastor Witte, der durch einen heftigen Streit mit Stöcker viel genannt worden, ist seines Amtes enthoben worden. Er war mit seinen Gemeindeorganen in einen erbitterten Streit gerathen.
Berlin, 7. Jan. Die „Köln. Ztg." schreibt: Bei Feststellung der Aussührungsbestimmungen zur Gewerbeordnungs-Novelle, womit man jetzt beschäftigt ist, macht allem Anschein nach die Frage der Sonntagsruhe ebenso. große Schwierigkeiten wie bei der Berathung des Gesetzes selbst. Auch jetzt steht man wieder der ungleichen Behandlung der Frage'nicht nur in den verschiedenen Bundesstaaten, sondern selbst in den verschiedenen preußischen Provinzen gegenüber; die zustehenden preußischen Ressort-Chefs Habets jetzt Erhebungen darüber angestellt, welche Bestimmungen bezüglich der Sonntagsruhe für die Handelsgewerbe bis jetzt geltend waren und namentlich darüber, mit welcher Stunde die Ruhezeit zu beginnen hatte und wie lange dieselbe ausgedehnt war. Die eingefordeite Berichterstattung soll beschleunigt werden. Hiernach ist anzunehmen, daß der Bnndes- »ath, der die Bestimmungen zu erlassen hat, bald damit vorgehen wird. Die Budgetkommission des Reichstags wird am 13. bs. ihre Thätigkeit aufnehmen und sie dann womöglich in ununterbrochenen Sitzungen fort- führen. Man hofft in längstens fünf Wochen den der Kommission überwiesenen Theil des ReichèhauHalts-Etats zu erledigen.
Berlin, l Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt die gestrige vAeldung der „Post , daß gegen den Grafen Limburg-Stirum eine Dis- ziplinaruntersuchtmg eingeleitet ist. Die „Norddeutsche" bemerkt, maßgcb-nd sei für das Vorgehen die Rücksicht auf die Erhaltung der Disziplin, welche im auswärtigen Dienst nöthiger wie anderswo sei. Graf Limburg habe eine öffentliche Kritik an Handlungen des Ressortcheffs in einer Weise ge- übt, welche — ob absichtlich oder nicht, muß dahin gestellt bleiben — ge- eignet e> schien, unsere auswärtige Politik im Jolande und Anslande herab- öusetzen. (Rr. Nachr.)
Berlin, 7 Januar. S. M. Schulschiff „Musquito" ist aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen worden. — Das Kreuzer-Geschwader, bestehend aus S. M. Schiffen „Leipzig" (Flaggschiff), „Alexandrine" und „Sophie", Geschwaderchef Kontreadmiral Valois, ist am 6. Januar in Montevideo eingetroffen.